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Classic - one more blog

Geschrieben von Balluardo , 26 April 2016 · 805 Ansichten

Inspiriert von der Diskussion um den Privatserver Nostalrius gab mir schließlich der Blog von meinem Freund Frank den letzten Anstoß: Anmelden auf einem Privat Server um WoW Classic zu spielen.
Frank ist mir auch hier mit seinem Blog zuvor gekommen, aber nachdem ich jetzt alles in Word eingetippt habe, haue ich es hier auch raus.  :lol:
 
Was steckt hinter der Nostalgie? Alles besser? Oder doch alles Krampf? War ich einfach jung und begeisterungsfähig? Sah ich damals besser aus? Hätte aus mir etwas werden können?
Runterladen, anmelden, Char erstellen und schon ist man drin in seinem Experiment. Zurück in die Zukunft. Interface, Grafik, alles oldschool. Nur mein Rechner ist vielleicht im Vergleich zu meinen Studentenjahren etwas aus den Fugen geraten. Waren es früher wackelig aufgestellte 15 Zoll, sind es heute überdimensionierte 27 Zoll. Vorwärts bewege ich mich aber noch immer mit der W Taste, immerhin manches war schon immer so.  
 
2 Stunden habe ich gespielt und für ein erstes Fazit reicht es. Es muss reichen, den meine Erfahrung will raus: VERDAMMT IST DAS GUT!
 
Gerade 10 Minuten ingame taucht eine Nachricht im Allgemeinen Chanel auf: „Wo finde ich diese Defias? Ich brauche da so Tücher von denen.“
 
Flash! Eine Nachricht im Allgemeinen Chanel ohne Schimpfwort, ganzer deutscher Satz. Nein, sogar zwei Sätze! Ausnahmezustand! Und dann noch Inhaltsbezogen zum Spiel. Frage zur Quest. Wann bitte gab es das zuletzt im Original? Wozu auch? Questtext weg klicken – Annehmen – auf der Karte zum farbig hinterlegten Bereich rennen  - auf die gekennzeichneten Mobs hauen – zurück zum in der Karte gekennzeichneten Abgabepunkt. Da kommen nicht viele Fragen auf. Ich tappe selbst direkt in die Falle. Obwohl ich gefühlte 100mal das Startgebiet durchforstet habe, donnere ich bei der Quest wo ich Kobold Tagelöhner umnieten soll zu den anderen Kobolden und feuere in die Menge. Erst beim dritten fällt mir auf, dass die Quest nicht vorankommt. Verdammt! Verdammt herrlich! Man muss ein ganz klein wenig mitdenken, mitschauen, mitmachen.
 
Aus der Defias Frage hat sich übrigens direkt ein Dialog im Chat ergeben und zwar ein netter. Ich sehe mich vor dem Rechner unsicher um, nicht normal.
 
Also ich selbst soweit bin mich um die Brüderschaft zu kümmern, frische ich meine Bekanntschaft zum vorsichtigen pullen wieder auf. Vorsichtig, vorsichtig … Mist, das waren drei! Ahhh … laufen, laufen! Oh bitte, mehr davon! Ich bin es mittlerweile gewöhnt beim twinken das Lager zu pullen und natürlich zu gewinnen. Hier nicht, hier überlege ich wie ich pulle, wohin ich pulle und auch wieder ganz neu: „Reicht mein Mana?“.
 
Der Blick ins Gepäck gewinnt wieder an Bedeutung, wo ist noch Wasser? Ich kann mich nicht erinnern an so etwas überhaupt im Original noch zu denken. Gefundene Beute verkaufe ich artig beim Händler, jeder Groschen zählt. Ich würde Frank gern ingame noch Post zukommen lassen. „Hallo ich bin da!“. Aber das kostet Kupfer, noch zwei Kobolde legen.
 
Wie komme ich an die Fässer mitten im Lager der Bruderschaft? Einfach reinrennen wäre tödlich, ich stehe in der Landschaft rum. Dumm, sehr dumm … und da kommen zwei Mitstreiter über die Brücke. Perfekt! Zu dritt erledigt sich die Sache leichter. Zu dritt? Wann gab es auf Draenor eine Quest die ich zu dritt angehen musste? Aus dem Mehrspieler Game wurde über die Jahre ein Single Player mit Schimpfgarantie, wenn die Ausrüstung nicht perfekt war, dass Addon für den dmg nicht ein passables Zeugnis ausstellte. Hier sammle ich zu dritt Fässer ein und das nach 20 Minuten Spielzeit.
 
So könnte es im Text weitergehen, die Frage ist warum? Warum wurde das geändert? Heute Morgen direkt eine WhatsApp an Frank geschrieben und die Antwort? „Vermutlich um es für neue Spieler einfacher zu machen, zu den bereits fortgeschrittenen Spielern aufzuschließen.“ Ja, so wird es wohl sein. Aber was, wenn man dabei das Spiel aufgegeben hat? Das Spielgefühl und den Zauber verloren hat?
 
Das würde ja auch bedeuten, dass es dort, wo die fortgeschrittenen Spieler sind, besser ist. Dass es dort aufregender ist, mehr zu entdecken gibt, mehr zu erleben gibt. Wenn ich da aber an die letzten Endgame Inhalte denke, da bekomme ich meine Zweifel.
 
Für mich ist WoW leveln, questen, erforschen, kniffeln, scheitern und das kommt zu kurz im aktuellen Zustand. Im Moment ist es ein Levelrush ohne Sinn. Ich weiß gar nicht, warum man nicht direkt boosten kann. Es ist nur eine zeitliche Hürde, ein absitzen, ein in der Ecke stehen bis man Level 100 erreicht.
 
Vielleicht wäre es schön, Blizzard schafft eine Balance. Geht einen Schritt zurück und bringt wieder ein wenig des alten Gefühls ins leveln. Ich bin kein Nostalgiker, es darf frische Grafik sein, neue Inhalte. Aber bitte nicht alles so vorgekaut, das man sich wie ein besserer Boot vorkommt und einfach eine Linie abläuft. 



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Lieber Ben, 

 

wusste ich doch, dass dich das genau so einnimmt, wie mich. Schauen wir mal, ob wir die Tage nicht zusammen was erleben können. Deine Worte passen jedenfalls zu 100% zu meinen Erfahrungen.

 

Mir fällt gerade ein schöne Vergleich ein:

 

Hab mal den Landwirtschaftssimulator gespielt. Alles schön gemächlich. Dann einen Cheat entdeckt und mir unbegrenzt Geld gegönnt. Nach kurzer Zeit war der Reiz komplett verloren, weil ich alles einfach bzw. sofort kaufen konnte. 

 

Ähnlich ist es dann auch bei WoW. Heute kann ich ohne viel Aufwand direkt in die das Endgame spielen. Der Spaß bleibt allerdings auf der Strecke, weil es keine Herausforderung mehr ist.

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