ich spiele WoW von Anfang an, vorher Guild Wars.., spielte davor P&P und später die ersten MUD. Jetzt noch immer WoW und HdRo.
Fakt ist: Selbstverständlich kann WoW, wie jedes andere Onlinerollenspiel auch, süchtig machen. KANN. Und zwar im Sinne einer nicht stoffgebundenen Zwangshandlung. Daran gibt´s nichts zu beschönigen. In der Regel sind alle Onlinerollenspiele aufgrund ihrer Komplexität und der Spielmechanik extrem zeitraubend (WENN man denn die beste Rüstung, die besten Items und der schnellste Levelking sein will). Auch daran gibt´s nichts zu rütteln. Ebensowenig dass dies alles natürlich auch aufgrund des Milliardengeschäfts eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Weshalb Computerspiele so faszinieren wurde lang und breit wissenschaftlich erklärt - weshalb Onlinerollenspiele noch mehr, vielleicht noch nicht so lang und breit, aber man ist dabei.
Fakt ist aber auch: Die Verantwortung für Kinder liegt bei den Eltern. Medienkompetenz ist hier das Stichwort. Und leider gilt dies nach wie vor generell im Umgang mit dem PC, im Umgang mit letztlich wohl jeder Freizeitbeschäftigung. Hier müsste man konsequenterweise eine sehr umfassende Ursachenforschung betreiben, um der gegenwärtigen Problematik mit sinnvollen Methoden für die Zukunft entgegenzuwirken - ein großes Thema an sich und dementsprechend keinesfalls in ein paar Sätzen abhandelbar.
Ich habe bisher rund 350 Interviews mit Spielerinnen und Spielern von Onlinerollenspielen aller Art geführt (und führe sie immer weiter - bei Interesse also melden
Weshalb PC Spiele im Allgemeinen noch immer wenig von der Gesellschaft als "normale" Freizeitbeschäftigung angesehen werden, liegt u.a. im kulturellen "Spielverständnis" und der dazugehörigen Geschichte unseres Landes. Im Gegensatz zu Singleplayerspielen entsprechen Onlinerollenspiele (Multiplayerspiele an sich) mit der Möglichkeit des Spiels in der Gruppe viel eher der grundätzlichen Neigung gemeinsam zu spielen - allein spielen hat noch nie Spaß gemacht. Auch ein großes Thema.
Nicht umsonst wurden zum Thema Onlinerollenspiele in letzter Zeit zahlreiche Diplom- und andere Arbeiten geschrieben. Aber - sagen wir mal - die Wissenschaft muss sich noch etwas mehr damit befassen, um dahinter zu kommen, dass die einfachste Legitimierung von Onlinerollenspielen nur eins ist:
Spaß am Spiel.

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