Die Geschichte von Ninva Schattenschreiter

Tayury

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Als begeisterter Hobbyschreiber sowie WoW-Spieler komme ich natürlich nicht um eine schöne Fanfic herum
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Diese Geschichte habe ich mal für meine Gilde begonnen zu schreiben, die meisten Namen darin stammen auch von Gildenbuddys
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Sie ist immer noch nicht fertig doch daran arbeite ich im Moment ^^
Ich werde sie mal Stück für Stück hier posten. Hoffe sie sagt euch zu, Kritik ist gerne willkommen ;D

Die Geschichte von Ninva Schattenschreiter

Erhaben und ehrfurchtgebietend steht der Mond am schwarzen Nachthimmel, wirft sein silbern, fahles Licht auf den in Dunkelheit gehüllten Wald unter sich.
Ein leiser Wind streicht durch das dichte Blätterdach des mächtigen, alten Gehölz, mischt sich mit dem Murmeln eines kleinen Bächleins. Stille herrscht vor in den alten, einstmals prächtigen Wäldern des Pestlandes, lediglich unterbrochen vom Schrei eines Käuzchens.
Friedliche Stille möchte man glauben doch liegt der Schatten des Krieges über dem Land. Trügerisch ist sie, diese Stille, eine Atempause, ein Luftholen vor dem nächsten Sprung, dem nächsten Blutvergießen.

Ein Geräusch, schnelle, hastige Schritte unter denen Laub Äste knirschen, lassen die Stille mit einem Schlag zerbrechen.
Ein Mensch, ein Ritter der Allianz, hetzt durch das dichte Unterholz, der Atem schwer und pfeifend, die Augen angstvoll aufgerissen.
Die Rüstung hängt ihm in Fetzen vom Leib, sein von nackter Panik enstelltes Antlitz ist schweißbedeckt, siene verbliebene Kleidung vom noch warmen Blut seines Pferdes durchtränkt.
Er ist verletzt, in seinem rechten Bein klafft eine tiefe Fleischwunde, er hinkt, stolpert, rafft sich wieder auf und rennt weiter, von purer Furcht angetrieben.
Immer wieder sieht er er panisch hinter sich doch kein Verfolger ist zu sehen, niemand ist hinter ihm her...und dennoch rennt er weiter, versucht zu fliehen vor etwas da gar nicht da zu sein scheint.
Erneut stolpert er, fällt ins kalt Wasser des kleinen Baches dessen Kühle seinen erhitzten Körper wie Balsam umschmeichelt.

Der Mann keucht, schluckt trocken, lauscht mit rasendem Puls den Geräuschen um sich herum.
Erneut Stille, nur das Plätschern des Baches dringt an sein Ohr...das herrliche Plätschern von Wasser nach dem seine Kehle sich mehr als alles andere sehnt.
Vorsichtig stemmt er sich in die Höhe, wischt sich mit einer fahrig-nervösen Handbewegung eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht.
Erneut lauscht er, scheint auf ein verräterisches Geräusch zu warten doch wieder wird er enttäuscht...er ist alleine...
Der Ritter atmet aus, Erleichterung legt sich auf sein verschmutztes, schweißbedecktes Gesicht.
Ein Dankesgebet flüsternd flüsternd geht er auf die Knie, streckt die Hände aus um mit ihnen das kühle Nass zu schöpfen und das Feuer auf seiner Zunge damit zu löschen.

Ein Stück Dunkelheit löst sich aus dem großem Ganzen der Nacht, eine Klinge blitzt im Mondlich auf.
Der Ritter stößt ein überraschtes Hauchen auf, senkt quälend langsam den Bick um auf die nasse glänzende Dolchklinge zu sehen welche nun aus seiner Brust ragt.
Ein Rinnsal Blut beginnt aus seinem Mundwinkel zu tropfen, der Mann dreht den Kopf um seinem Mörder ins Gesicht zu sehen.
Trüb werdende blaue Augen treffen auf fahl leuchtende Totenlichter in denen eine seltame, unnatürliche Kühle und Gleichgültigkeit liegt.
Der Ritter bewegt die Lippen, eine Blutblase quillt hervor, die gehauchten Worte gehen in einem Blubbern unter und dennoch beginnt sich zwischen den blutverschmierten Händen des sterbenden Mannes ein Funken heiliger Magie zu formen.
Eine Hand krallt sich in den blonden Ha*@%!@opf des Menschen, reißt dessen Kopf mit vernichtender Härte zurück.
Ein seidenes Geräusch erfüllt die Luft als Metall ein weiteres Mal durch Haut und Fleisch schneidet und das Leben des Ritters aus dessen durchgeschnittener Kehle fließt.

Ein einzelner, dünner Strahl heiligen Lichtes löst sich aus den sich verkrampfenden Fingern, trifft den Arm der Hand welche die tödliche Klinge geführt hat.
Ein gezischter Fluch, gedämpft durch Leder und Stoff, ist zu hören, ein wütender Tritt gegen den zusammengesunkenen Leichnam die Folge. Der tote Ritter fällt in den Bach, sein Gesicht versinkt im kalten Wasser welches unbeirrt seinen Weg fortsetzt, eine rote Spur frischen Blutes mit sich führend.

"Verfluchtes Allianzenpack!", knurrt einer der Schatten, die Stimme rau und knirschend wie Kies.
"Bist du schwer verletzt? Zeig mir deinen Arm!"
"Es ist nichts. Nur ein Kratzer.", ertönt die Antwort, gleichsam rau, jedoch merklich höher, weiblicher.
"Zeig ihn mir trotzdem!"
"Lass mich, Azaet!"
"Ninva!"

Ein genervtes, resignierendes Schnauben ist zu hören, dann lässt die Schurkin ihren Gefährten gewähren.
Kalte, von aschgrauer, trocken-brüchiger Haut bedeckte Hände legen sich um ihren Arm, lösen die dort sitzende Lederarmschiene um dann den weicheren Stoff des darunter liegenden Hemdes zurück zu schieben.
Die zum Vorschein kommende Wunde ist klein doch glimmt sie noch, eine Brandwunde, hervor gerufen vom heiligen Licht des Ritters. Grüngraues Blut sickert minimal daraus hervor, das Fleisch in das die Wunde geschlagen wurde, hat schon vor langer Zeit aufgehört zu leben...
Azaet nickt langsam, geht dann zu dem Leichnam um einen Fetzen dessen Gewandes abzureißen.
Starren Blickes sieht Ninva zu wie der Untote ihren Arm mit dem Stoff verbindet. Auf der weißen Seide sind ein paar Blutspritzer zu sehen...wie Feuer leuchten sie hervor um zu verschwinden als das graublaue Untotenblut den hellen Stoff zu durchsickern beginnt...der Blick der Untoten wird mit einem Mal sehr leer...

Wie in Trance folgen ihre Augen dem hellroten Strom im Wasser dort dessen Anblick dem untoten Herz in ihrer Brust einen seltsamen, ungewohnten Stich versetzt.
"Was ist mit dir?", ertönt Azaets Stimme neben ihr, ein Hauch nervöser Besorgnis im ewig rauen Tonfall.
Aus ihren Gedanken gerissen dreht Ninva den Kopf wieder zu ihrem Gefährten, sieht ihm in die fahl leuchtenden Augen in den gleichsam Besorgnis steht.
"Ich bin müde...die Jagd war lang.", antwortet sie schließlich schleppend.
Azaet schweigt auf diese Worte, hebt nur eine Braue, zeigt deutlich, dass er der Schurkin diesbezüglich keinen Glauben schenkt.
Ninva fühlt Nervosität in sich angesichts dieses Blickes, wendet sich rasch ab um selbigen zu entgehen.
"Lass...lass uns einfach zum Posten zurück gehen, in Ordnung?"
Azaet nickt langsam, scheint die Sache auf sich beruhen lassen zu wollen
Ninva atmet leise und erleichtert aus. Eine der wenigen menschlichen Gesten die sie sich bewahren konnte.
Rasch richtet sie ihr Gewand während Azaet noch einmal zu dem toten Ritter zurück geht und dessen Taschen durchsucht.
Als er wenig später zurück kommt sind seine Hände blutverschmiert, genau wie der versiegelte Brief den selbige umfasst halten.

"Ein Bote.", brummt Azaet, auf das rote Wachssiegel deutend. "Genau wie vermutet. Der Scharlachrote Kreuzzug und die Allianz knüpfen ein Bündnis."
"Der Kreuzzug verfolgt seine eigenen Ziele.", erwidert Ninva mürrisch. "Welchen Nutzen sollte er aus einem Bündnis mit der Allianz ziehen?"
"Es gibt Zweckgemeinschaften, Ninva.", antwortet Azaet nachdenklich. "Vor allem in Zeiten wie diesen...wenn es gilt einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen."
"Die Geisel.", murmelt Ninva, dabei ausspuckend. "Und damit auch uns."
Azaet nickt, steckt den Brief ein.
"Wir müssen sofort Bericht erstatten."
Jene Worte haben kaum die Kehle des Untoten verlassen, da verschmilzt dieser auch schon mit der Nacht als wäre er ein Teil von ihr.
Ninva zögert ihm zu folgen, dreht sich noch einmal zu dem toten Ritter um ehe sie sich von ihm wie auch dem allmählich versiegenden, roten Strom im Wasser losreißt und Azaet lautlosen Schrittes folgt.

Es dämmert bereits als die beiden Untoten den Hordestützpunkt des westlichen Pestlandes erreichen.
Man spürt die Spannung im Lager, etwas liegt in der Luft, man kann es förmlich riechen, fast schon schmecken.
Aufmerksame Blicke verfolgen die beiden blutbefleckten Schurken als diese zum Zelt des Heerführers eilem um die neusten Informationen preis zu geben.
Zwei Berge aus Metall, muskulöse Taurenkrieger in voller Schlachtrüstung, versperren den beiden den Weg. Azaet hebt eine Hand, grüßt die wandelnden Panzerschränke mit umgeknickten Ringfinger und angewinkelten Daumen.
Ein Schnauben ertönt unter den furchterregenden Helmen, dann wird der Weg frei gegeben. Harte Zeiten erfordern Strenge und Disziplin, selbst unter den eigenen Verbündeten...ein klares Zeichen wie ernst die Lage im Moment doch ist.

Ihre Kapuzen zurück ziehend betreten Ninva und Azaet das Zelt ihres Herrn und Heerführers Janos Fogsoul.
Kühl und ruhig ist sein Blick als er von den, auf einem großen Eichentisch, ausgebreiteten Karten, Dokumenten und Pergamentrollen bei ihrem Eintreten aufsieht.
Das Gesicht des Untoten, von Krieg wie auch Tod und dem danach gezeichnet, kann Geschichten erzählen.
Es sind keine guten Geschichten denn diese Augen haben nie das sprichwörtliche gute Ende gesehen oder es gar erlebt.
So berichtet es in diesem wie auch jedem anderen Moment von einem edlen Mann, dessen Mut und Ehrgeiz, seinem Aufstieg, seinem Fall, seinem Neuanfang und das alles in einem einzigen Blick.
Ninva und Azaet gehen auf die Knie als ihr Herr zu ihnen tritt, langsam nickt und sie bittet sich wieder zu erheben.

"Ihr wart lange weg.", spricht Janos ruhig, die Stimme rau und dennoch sanft.
"Der Wald ist gefährlich geworden, Herr.", antwortet Azaet. "Wir mussten diverse Umwegen einschlagen um größere Kämpfe zu entgehen."
"Und doch wart ihr erfolgreich."
"Ja, Herr."
Azaet greift in seine Tasche, holt den blutigen Brief hervor um ihm Janos zu reichen. Der Heerführer sieht sich den Brief von allen Seiten genau an ehe er das Siegel bricht und dessen Inhalt entfaltet.
Eine Zeitlang herrscht Schweigen unter den dreien während Janos Fogsoul den ihn Gemeinsprache geschriebenen Brief liest.
Mehr und mehr verfinstert sich das selbst im Untod noch edel wirkende Gesicht des Heerführers dabei.

"Die Lage ist ernst.", verkündet Janos schließlich mit dunkler Stimme.
"Mein Herr?", fragt Azaet.
Janos zerknüllt den Brief in seiner behandschuhten Faust, wirft ihn auf den Tisch zu den anderen Dokumenten und Pergamentrollen.
"Ich muss mich umgehend mit meinen Generälen besprechen. Hol sie her, Azaet. Allesamt!"
"Ja, Herr."
Azaet verneigt sich und verlässt augenblicklich und eiligst das Zelt. Niniva will es ihm gleich tun doch Janos Stimme hält sie zurück, lässt sie im Schritt erstarren.
"Ninva."
Die Schurken wendet sich erneut dem Heerführer zu, sieht in das eingefallene, wächserne Gesicht das einst einem König gehörte.
"Ja, Herr?"
"Du wirkst nachdenklich, mein Kind."
Ninva schluckt schwer, versucht sich nicht anmerken zu lassen wie unwohl sie sich gerade fühlt.
"Ich bin müde, Herr.", antwortet sie dann leise. "Ich brauche etwas Ruhe, sonst nichts."
Die Untote fühlt einen Schauer in sich als Janos sie auf diese Worte hin genauso ansieht wie Azaet vorhin im Wald.
Je länger der kühle Blick Fogsouls auf ihr ruht umso nervöser wird die Schurkin. Weiß er was in ihr vorgeht...? Hat sie sich so offensichtlich verraten?
Sie ist kurz davor es ihn zu fragen, kurz davor, dass es aus hier heraus bricht...da wendet sich Janos mit einem knappen Nicken von ihr ab.
Sie ist entlassen. Erleichterung durchflutet sie.
Ausatmend dreht sie sich um um zu gehen. Sie ist fast im Freien, da hört sie noch einmal die Stimme Fogsouls.
"Du weißt...dass Schlaf kein Vergessen bringt, Ninva...?"
Ninva bleibt stehen, starrt auf den erdigen Boden zu ihren Füßen.
"Ja, Herr.", murmelt sie dann, das Zelt nun endgültig verlassend...
 
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