Die Trennung de Mächte - Kapitel IV - Teil1

Creativa

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May hatte sich immer noch nicht so recht gefangen obwohl Tal´el immer wieder versuchte sie wieder etwas aufzumuntern. Er verzweifelte, denn was war daran schönzureden dass die hiesige Erde dem Bösen in die Hände fallen würde? Er nahm sie in ihren Arm und sagte etwas, mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung, was er später unter Beweis stellen könne. »Keine Sorge, ich weiß es muss einen Ausweg geben, ich werde euch beschützen« May war immer noch verängstigt, denn noch nie war sie solcher Gefahr ausgesetzt. Entweder hatte sie in ihrem Großvater einen Beschützer oder sie war dem Feind überlegen, aber nun...? Ohne sich merklich zu rühren schmiegte sie sich etwas an Tal´el an, um zu spüren, dass sie nicht ganz alleine war, auch wenn sie sich im Moment so fühlte ... alleine. Tal´el seinerseits wusste, er musste sein Leben riskieren. Für May, für seinen eigenen Stolz und den seiner Familie, für die ganze Erde, auch wenn er alleine sein würde im Kampfe ...

»Liebe May, ich will euch nicht zurücklassen hier, doch sollte ich mich auf den Weg machen, denn ich werde alles versuchen unseren Untergang zu verhindern, auch wenn ich dabei mein eigenes Leben lasse« »Nein tut es nicht, sie werden euch euer Leben nehmen!« »Ich habe alles verloren, alles und alle die mir etwas bedeutet haben. Es hat einfach keinen Sinn nur für sich zu leben und zuzusehen wie täglich mehr Menschen leiden« Ihre Augen fingen zu funkeln an, doch war dies schwer zu deuten. Einerseits fand sie Tal´el vom ersten Augenblick an anziehend, doch wirkte er immer so unnahbar. Weiters wollte sie ihn, den Mann ihrer Träume nicht gleich wieder hergeben müssen, wo sie doch ihr ganzes Leben auf ihn gewartet habe. Sie fühlte sich geborgen in seiner Nähe, auch wenn er nicht wirklich wie der kräftigste Krieger aussah, und noch dazu verletzt war. »Ich glaube ich habe mich in dich verliebt ...« entwich Mays süßen Lippen, doch hatte es Tal´el nicht vernommen, zu in Gedanken versunken war er. »Entschuldigt, habt ihr etwas gesagt meine Dame?« Tal´el wollte sich damit etwas von ihr abwenden, denn als er sagte, er würde sie beschützen, wollte er nur, dass sie sich auch sicher fühle, ihr etwas die Angst nehmen »Oh es war nicht so wichtig, ich will euch nur meine Hilfe anbieten ... Freund ....« »Oh ich möchte nicht, dass ihr euch in Gefahr begebt Teuerste. Ihr seid von so zierlich lieblicher Gestalt, seid ein wunderbares Geschöpf ...« bei diesen Worten schmolz sie förmlich dahin, und dies umso mehr, als Tal´el anfing sanft durch ihre Haare zu streicheln. Seine Augen suchten im Raum einen Punkt, an dem er sich festhalten konnte, während May verliebt in Tal´els Augen blickte.

Tal´el merkte dass sie ruhig geworden war, und nicht mehr so ängstlich schien, und warf ihr einen kurzen Blick zu. Als sich ihre Blicke trafen, geschah etwas sonderbares, denn sie wurden beide stumm, dachten nicht mehr an das was geschehen könnte, was vielleicht sogar unabwendbar war. Ein viel schöneres Gefühl hatte in ihrem Herzen Einkehr gefunden. Ihre ohnehin schon sanften Berührungen wurden nochmals zärtlicher, und ihre Blicke immer eindringlicher. Langsam kamen sie sich noch näher. May blickte in Tal´els Augen, abwechselnd auf seine Lippen, die sehnsuchtsvoll auf die ihren zu warten schienen. Ja, sie wollte sich ihm hingeben, auch wenn es für Elben verboten war, sich in einen Sterblichen zu verlieben. Elben nämlich waren Wesen, die die Unsterblichkeit erringen konnten. Um dies zu erlangen, müssten sie der Göttin Gaia ihr ganzes Leben widmen, dürften ihre Regeln im Umgang mit allen Lebewesen und Natur nicht brechen, und müssten in Ausgewogenheit leben. Gaia war die Göttin der Natur, Mutter Natur höchst persönlich, die für das gesamte Leben auf der Erde zuständig war. May wusste um dieses Verbot, doch war es ihr in diesem Augenblick gleich, zumal sie wusste, dass es einen Weg gäbe, um vielleicht doch Tal´el für sich gewinnen zu können. Auch wenn sie damit auf ihre Unsterblichkeit verzichten müsste... Für Tal´el war es ebenfalls sonderbar, da er noch nie zuvor solche Empfindungen hatte, solche Gefühle für einen Menschen, oder besser gesagt, einer Elbin. Doch wusste er, er fühlte sich von May angezogen, er empfand etwas für sie, doch wie groß waren seine Gefühle bereits für sie geworden, wie weit würde er gehen? Beide schlossen die Augen, doch ehe sich ihre Lippen berührten, ging die Tür quietschend auf, und kündigte Tyrael, den Großvater Mays an.

Tyrael selbst war auch elbischer Abstammung, und war 872 Jahre alt. Sein weißes Haar und sein langer, struppiger Bart verdeckten fast sein gesamtes Gesicht, denn die Mähne hing ihm über sein, für sein beträchtliches alter noch jung aussehendes Gesicht. Ein Gesicht, das schon viel erlebt hatte, viel Leid, viel Schmerz, doch auch die Geburt eines Kindes, und all die schönen Sachen, die das Leben erst lebenswert machten. Er trug wie immer eine dunkelblaue Robe aus einem seltenen Stoff, dem es nur jenseits des Meeres geben sollte, niemand wusste genau, woher er ihn hatte, und er schwieg sich darüber aus. Seine linke Hand umfasste das Ende eines Sackes, in dem er Kräuter verstaut hatte. Kräuter, die er zum Zaubern und für Tränke brauchte. In der anderen Hand stützte er sich auf einen Stab, der zwar schon vermodert und uralt war, doch immer noch sein Gewicht stützen konnte, und zu mehr brauchte er ihn ja auch nicht. Schon viele Erinnerungen teilte er mit diesem Stab, der ihm irgendwie ans Herz gewachsen war. Die ersten Stunden, in denen May das Licht der Welt erblickte, ihr ganzes Leben hatte der Stab seine Dienste erwiesen. Es war natürlich kein gewöhnlicher Stab, eigentlich war alles an Tyrael sonderbar. Seine Augen, hatten immer noch das jugendliche Feuer, die Bereitschaft in den Kampf zu ziehen und, wenn es denn sein muss, auch zu töten um sich oder May zu schützen, in sich.
 
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