Ein Herz für Gnome

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Kapitel 13

 

 

Jetzt schlägt’s dreizehn

 

Na jetzt schlägt’s aber dreizehn dachte Zamis als er seinen neuen Besen zum Einsatz brachte. Gestern hatte er den Schankraum so gut gefegt das man vom Boden hätte essen können und es war nicht mal ein Gast da und nun fegt der Besen hier so große Staubwolken auf das man denken könnte es wäre ein Sandsturm im Haus. Selbst Sambi bekam das Husten und meinte nur, da sieht man mal wie oberflächlich du sonst fegst. ICH fege nicht oberflächlich das scheint aus dem verdammten Blutelfenbesen zu kommen, den hat wohl lange keiner mehr sauber gemacht. Zamis schien etwas missmutig zu sein. Kein Wunder dachte Sambi, so früh am Morgen. Warum sollte das auch wer gemacht haben wenn er ihn sowieso verkauft. Und bei dem Preis sicher nicht an seinesgleichen sondern an den lieben Feind also an uns. Komm wir gehen zum Pier ihn säubern. Mit diesen Worten sprang Sambi vom Tresen und beide machten sich auf zum Hafen um den Besen zu reinigen. Warum wollen wir da runter, fragte Zamis, wenn die Kanäle hier vor der Tür liegen? Sambi schnupperte kurz und sagte, damit er sauber wird und nicht noch schmutziger und am Ende so stinkt wie die Brühe da? Da hast du auch Recht, sagte Zamis und steckte den Besen erst mal wieder in die Tasche.

 

Es war gar nicht so einfach den Besen zu reinigen. Unsere beiden kleinen Helden mussten sich schon sehr anstrengen und sich beide auf den Besen stützen um diesen auch zur Hälfte unter Wasser zu drücken. Er wollte einfach nicht untertauchen und so wie sie ihn auch nur ein kleines Bisschen locker ließen kam er sofort wieder hoch und fing an auf dem Wasser zu fegen. Klar  es war ja ein magischer Besen dachte Sambi und bewunderte die Wassertropfen die im Mondlicht wie kleine Sternschnuppen zwischen dem Staub glitzerten. Aber wie oft sie den Besen auch untertauchten der Staub blieb. Das kann doch nicht sein, Zamis war nicht gerade erfreut als ihr Versuch den Besen zu reinigen so offensichtlich scheiterte. Ja sehr merkwürdig ist das, Sambi schien nach einer Erklärung zu suchen und schließlich sagte sie, der ist verzaubert! Klar ist ein magischer Besen verzaubert. So schlau bin ich auch. Zamis schüttelte nur den Kopf. Sonst würde der ja auch nicht von allein fegen. Sambi zeigte auf  den Besen und die Staubwolke die er selbst auf dem Wasser aufwirbelte. Der fegt aber nicht! Wo bitte soll denn all der Staub herkommen den der aufwirbelt? Der fegt auf dem Wasser und das ist garantiert Staubfrei. Auch aus den Schmutzresten die er vielleicht noch vorhin gehabt hat kann es nach unserer Reinigungsaktion grad sicher nicht mehr stammen. Der ist verflucht und wirbelt nur Staub auf oder produziert ihn sogar. Zamis betrachtete den Besen genauer und nickte, du hast recht wir sollten ihn umtauschen. So etwas brauchen wir nicht das ist ja völlig unsinnig ein Besen der Dreck produziert und verteilt anstatt ihn zu beseitigen. Ja, da hast du Recht und dann noch so ein Preis das sieht den Gobos ähnlich, verkaufen defekte Zeugs zu utopischen Preisen. Nepp nennt man das. Und vom Umtausch ist der dann wahrscheinlich auch noch ausgeschlossen. Komm Zamis die werden mich kennen lernen. Mit diesen Worten machten sich die Beiden auf zum Flugmeister und nach Beutebucht um dort ihren Unmut kund zu tun.

 

Na das hätte ich jetzt nicht gedacht das die den Besen zwar tauschen würden dies aber sinnlos ist da alle Besen aus Silbermond den Staub nicht fegen sondern produzieren und gleichmäßig verteilen. Zamis war immer noch erbost darüber das er nun wohl doch selber fegen musste und der Kauf des Besens sich für ihn nicht gelohnt hatte. Sambi hingegen sah nur die Unsummen an Gold die sie, in Form von weißen Katzen, investiert hatten und die sich so sicher nicht amortisieren würden und viel schlimmer nächste Woche wäre Sie dran mit fegen. Weißt du was Zamis, wir sagen den Leuten einfach das der Besen hier fegt und belassen es dabei. So schmutzig ist der Boden ja auch nicht und wir und unsere Gnomenbrüder und Schwestern sitzen doch eh hier auf dem Tresen. Sollen sich die Langen doch in ihren eigenen Dreck setzen. Zamis der immer noch auf den Besen starrte und ihm dabei zusah wie er den Schankraum langsam aber gleichmäßig mit einer dünnen Schicht Staub bedeckte nickte nur kurz geistesabwesend. Warum das wohl wer macht fragte er sich selbst laut. Das weiß ich auch nicht, aber du solltest den lieber vor die Tür bringen bevor der hier weiter alles vollstaubt. Sonst müssen wir wirklich noch mal selber fegen. Gesagt getan und schwupps fegte der Besen den Weg vor der Schänke.

 

Sambi und Zamis unterhielten sich noch kurz über die Sinnlosigkeit eines solchen Zauberbesens und beobachteten wie der leichte Seewind der von Hafen hochkam den Staub langsam in die Halsabschneider Gasse blies als ein Reiter auf der Straße sein Pferd aus dem vollen Galopp stoppte und wendete. Er stieg ab und betrat die Schänke. Hallo ich bin Sambi, klag es ihm freudig entgegen, und das ist mein Gefährte Zamis. Magst du ein Bier? Das erste ist bei uns immer gratis. Ähm ja, Ehre dem König, ein Bier nehme ich doch gern, bekam Sambi von dem Reiter erwidert. Ich sah vor der Tür einen Besen fegen und dachte nur, das ist ja merkwürdig was hier wohl los ist, fuhr er fort. Ach das ist unser Besen der war hier drinnen gerade fertig mit fegen und da wir hier eine anständige Schänke sind und Wert auf Sauberkeit legen dachten wir das die Straße vor der Tür auch mal wieder gefegt werden sollte. So viel Dreck wie da noch liegt. Seht selbst, Sambi zeigte auf die Staubwolke um den vor der Tür fegenden Besen. Und schließlich fängt der erste Eindruck den man bekommt ja schon vor der Tür an. Mit diesen Worten reichte Sambi dem Gast sein Gratisbier. Ich wusste gar nicht das hier ein Kneipe ist. Schänke, berichtigte Sambi den Gast, wir sind eine Schänke und keine Kneipe. Und wo ist da der Unterschied? fragte Dieser erstaunt zurück. Nun der Unterscheid ist sicher nicht groß aber entscheidend, Sambi nickte unterstützend und fuhr fort, eine Schänke ist im Grunde eine Kneipe mit Niveau. Wo bekommst du in einer Kneipe schon ein <<Bourbon auf Eis>> oder 12 verschiedene Sorten Bier oder gar einen <<M&M>>? Das stimmt, sagte der Gast, von einem Bourbon auf Eis habe ich ja noch nie etwas gehört. Das ist auch unsere Erfindung und den gibt es exclusiv nur hier bei uns in <<Ein Herz für Gnome>>.Magst du einen, fragte Sambi mit engelsgleicher Stimme. Ja den muss ich unbedingt probieren. Das macht dann ein klitzekleines Goldstückchen der Herr. Oh das ist aber großzügig von dir, sagte Sambi und bedankte sich so für die 50 Silberlinge Trinkgeld. Zamis wärst du mal so nett?

 

Es wurde ein lange Nacht oder für unsere beiden Gnome ein langer Tag der nun mit dem Sonnenaufgang zu Ende ging. Voll war es heute oder Zamis, der nickte nur. Und gelohnt hat es sich auch, allein vom Trinkgeld können wir die zehn Kätzchen die uns der Besen gekostet hat wieder neu kaufen. Das sich der Besen so schnell rentiert hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich auch nicht sagte Zamis der von dem ganzen Trubel des Tages sichtlich erschöpft war. Es war doch eine gute Idee von mir den Besen vor der Tür fegen zu lassen. Heute kamen drei neue Gäste nur weil er sie stutzig und neugierig machte. Einen besseren Werbeträger und Aushängeschild können wir ja gar nicht bekommen. Und die Leute finden uns so auch besser, ergänzte Zamis. Ja und sie wissen ab nun immer wann wir da sind und geöffnet haben. Sambis mittlerweile wohl bekanntes Lächeln stellte sich wieder ein als sie zufrieden zu Zamis hinter die Theke hüpfte, ihm noch schnell einen Kuss gab, ihm eine gute Nacht wünschte und sich neben ihn legte. Er war schon fast eingeschlafen als Sambi urplötzlich hochfuhr, senkrecht neben ihm saß und rief, Ich hab‘s! Was hast du? fragte Zamis und drehte sich um. Na den Grund für den verzauberten Besen. Ist doch logisch den zu bauen wenn du in einer Stadt wohnst die so sauber ist wie Silbermond und sich deine Verbündeten dort nicht wohl fühlen weil sie den Dreck und die Unordnung lieben. Was bleibt dir da übrig als dafür zu sorgen das sich das ändert. Aber warum schüttest du nicht einfach irgendwelchen Dreck aus? fragte Zamis der ihr wieder den Rücken zudrehte und einzuschlafen versuchte. Na vielleicht ist das wie mit dem Seewind vom Hafen und die Stadt ist selbstreinigend. Ja das wird es sein, sagte Zamis der nur noch seine Ruhe haben wollte und zu schlafen versuchte. Zufrieden auch dieses Problem gelöst zu haben gab sie ihm einen Kuss und nur wenige Minuten nach dem letzten „ich liebe dich auch“ schnarchte er auch schon. Sambi liebte dieses Geräusch und zog ihm seine Decke weg und auch noch über sich. Schön mollig warm war sie und mit dem Gedanken, ich liebe es wenn meine Pläne klappen schlief auch sie schließlich und zufrieden mit einem Lächeln ein.

 
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Kapitel 14

 

Sachen gibt&#8217;s - die gibt&#8217;s gar nicht.

 

Die Tage vergingen und die Schänke war täglich gut gefüllt, etabliert wie Sambi es nannte denn jeder kannte sie mittlerweile und nur die Wenigsten wunderten sich noch wenn am frühen Abend, oder für unsere Wirte frühen Morgen, die Marktschreier mal wieder &#8222;Hoch den Humpen sauft das Met&#8220; durch die Handelskanäle der Hauptstädte riefen und so verkündeten das &#8222;Ein Herz für Gnome&#8220; seine Tore wieder geöffnet hat. Manch merkwürde Gestalt betrat die Schänke und manch Gast verließ die Kneipe als merkwürdige Gestalt die für den Nachhauseweg doppelt so lang unterwegs war weil sie mächtig in Schlangenlinien lief oder besser kroch.

 

 Eines Tages hüpfte ein sehr großes Kätzchen direkt neben Sambi als sie noch auf Zamis wartete der gerade frisches Bier aus der Kneipe nebenan holte, die ihnen immer gern aushalf wenn das Zwergenbier letzte Nacht fast ausgetrunken wurde. Sambi mochte Katzen und sooo große gleich zweimal so gern. Konnte man sich bei denen doch so gut anlehnen und hatte es nicht nur warm im Rücken, nein Sie genoss auch noch das weiche Fell, das ja bekanntlich gut gegen Rheuma helfen sollte.  Nicht das Sambi Rheuma hat oder hatte, aber besser man sorgt rechtzeitig vor als das man jammert wenn es zu spät dafür ist, war bei Allem ihre Devise. Sie stellte der Katze ein Gläschen Eiskalte Milch hin und genoss das Schnurren das durch ihren ganzen Körper ging als sie sich an das Kätzchen anschmiegte. Du bist so nervös Kleines hast du Angst vor etwas? fragte sie. Das Kätzchen schien sie zu verstehen denn es nickte kurz und schaute sich noch einmal um. Es lauschte und sprang urplötzlich auf hechtete mit einem riesen Satz  zum Haupteingang, blickte nach Links und Rechts und rannte schließlich die Straße Richtung Hafen hinunter. Sambi, die nicht von hatte ihrem angestammten Platz auf dem Tresen zu verlassen, dachte nur, die hat es aber eilig. Wenig später kam ein junger Elf herein und fragte nach dem Kätzchen. Eine große Katze? Hier bei uns? Nein hier war keine große Katze, bekam er als Antwort und Sambi dachte nur, der sieht nicht aus wie ein Großwildjäger was Der von dem armen Tier wohl will und fragte dann ganz offen, warum suchst du Die denn hat sie wen angefallen oder gar noch Schlimmeres? Nein sie ist mir nur weggelaufen, war die kurze und knappe Antwort. Dann hast du sie wohl falsch behandelt. Aber da kann ich dir helfen. Wenn du die immer schön mit frischen Milch verwöhnst dann wird sie schnurrend bei dir bleiben und dir nicht weglaufen. Rein zufällig habe ich das noch etwas Milch da, wenn du also Interesse hast, sagte sie und setzte ihr schönstes Verkäuferlächeln auf. Gut ich nehme da gleich mal ein paar Gläser davon vielleicht kann ich sie damit anlocken. Die sind aber nicht billig weiß du, wir nehmen nämlich nicht irgendwelche billig Kuhmilch, sagte Sambi und zeigte auf ihre dreifarbige kleine Katze. Du verstehst warum unserer Milch gerade bei Katzen so beliebt ist? sagte sie und zwinkerte dem Gast verschmitzt zu. Das macht dann 10 Goldstückchen und weil du dich so sehr um sie sorgst und ich Angst hatte das du dem armen Tier etwas antun willst, fuhr sie fort als sie das Gold einsteckte, dein Kätzchen ist hinten raus und in der Halsabschneider Gasse verschwunden. Sambi zeigte auf den Hintereingang und lächelte freundlich. Nach kurzem kam der Gast wieder und meinte daß das Kätzchen nicht da sei. Worauf Sambi nur erwiderte das es dann wohl über die Dächer geflüchtet sein müsse und sie ihm viel Erfolg wünscht beim der Jagd.

 

Wenig später am Abend, der Schankraum war noch immer leer, kam das Kätzchen und sprang sofort neben Sambi auf den Tresen. Leise schnurrend schmiegte es sich um Sambis Rücken und machte es sich bequem. Danke das du mir die Angst genommen hast. Sambi blickte sich um doch außer dem Kätzchen war niemand anwesend. Die Stimme kam mir bekannt vor dachte Sambi, streichelte das Kätzchen sanft am Kinn und erwiderte nur, ach das ist schon Ok. Ich mag Kätzchen und ich mag keine Leute die Kätzchen etwas antun. Du kannst dich also ruhig entspannen, hier bei mir bist du sicher. Das Kätzchen schloss genüsslich die Augen hob den Kopf und streckte Sambi die Kehle entgegen damit sie es besser kraulen konnte, was das Tier sichtlich genoss. Weißt du, sagte es, ich hatte solche Angst mich zu verwandeln. Ich wusste ja nicht was dann mit mir geschieht. Bist du der Elf der vorhin hier war, fragte Sie die Katze. Ja, ich bin ein Druide und habe gerade gelernt mich in eine Katze zu verwandeln. Als ich dann in den Spiegel schaute habe ich mich so sehr erschrocken das ich vor mir selber weggelaufen bin. Ach das musst du doch nicht, soo lieb wie du aussiehst hat Keiner Grund sich zu fürchten. Du am aller wenigsten, mit diesen Worten beruhigte Sambi das Tier und stellte ihm noch eine Schüssel eiskalte Milch hin. Da für dich mein Kleines. So wurde eine Freundschaft geschlossen die etliche Jahre andauern sollte.

 

Zamis war anfänglich etwas eifersüchtig, erkannte aber schnell die Vorteile dieser ungewöhnlichen Beziehung. Nicht nur das auch er es von da an immer warm und kuschelig hatte, wenn er mit Sambi auf dem Tresen saß und sie ihn mal nicht zum Bedienen durch das Lokal jagte oder mal keine Gäste da waren. Dann, und nur dann, war der Druide in Katzengestalt sogar recht gesprächig. Er passte fortan auch auf das es keinen Ärger gab und das eine oder andere Mal, als ein Gast sich mal nicht benehmen konnte oder wollte und Sambi ihn mit klaren und bestimmten Worten zurecht wies, stand er neben ihr im Schankraum, fletschte die Zähne und knurrte laut und vernehmlich mit zurückgelegen Ohre und zum Sprung bereit. Was seine Wirkung nie verfehlte. Schon schön so eine Wachkatze zu haben, sagte selbst Zamis. Ja und eine die, falls es mal wirklich drauf an kommt, einen sogar heilen könnte, ergänzte Sambi. Solche Gäste liebe ich, auch wenn es uns das eine oder andere Schälchen Milch kostet. Aber das zahlt der nächste Paladin uns ja schon mit seinem Trinkgeld. Auch wenn ich es sicher nicht noch einmal erwähnen muss und ihr es euch sicher schon denken könnt, natürlich mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht.

 

Aber nicht jeder Gast der sich in die Halsabschneider Gasse 1 verirrte war so angenehm und machte unseren beiden kleinen Helden so viel Freude. Manch ein Aufschneider, gerne Groß oder Angeber ließ selbst so erfahrene Wirte, wie es die Beiden mit der Zeit wurden, die Nackenhaare hoch kommen. Aber auch da fand Sambi schnell Mittel und Wege diese in die Schranken zu weisen. Da war dieser Untote tote Ritter, ein Überbleibsel und Abtrünniger von Anhängern eines Totenkultes, der durch eine Seuche schweren Schaden nicht nur auf Seiten der Allianz anrichtete. Den man aber verschont hatte nachdem er seinem Herren abschwor und da er dies tat und ja auch vorher nicht freiwillig zu dem geworden war was er war, gab man all diesen armen Wesen eine zweite Chance. Was sicher nicht alle Bewohnern gefallen hat, Sambi aber letztlich egal war. Denn so lange Diese sich anständig benahmen und die anderen Gäste nicht belästigten, ordentlich bestellten und ein großzügiges Trinkgeld gaben, war Sambi ganz Geschäftsfrau und freute sich über die Einnahmen die auch solche Gäste mitbrachten.

 

Dieser hier war jedoch etwas, nennen wir es vorsichtig, besonders. Nicht seine Erscheinung oder die Tatsache das er zu dieser neuen Spezie aus dem All , den Draenei, gehörte. Nicht die Tatsache das er laut jedem der es hören wollte, und auch jedem der es nicht wollte, seine ach so tolle Geschichte aufzwängte. Auch nicht die Tatsache das er dies wohl nur tat um den drei Weibchen die ihn umgaben zu imponieren störte Sambi. Nein im Gegenteil damit hatte sie gelernt zu leben und richtig ausgenutzt konnte man damit sogar noch den Preis und das Trinkgeld deutlich erhöhen. Aber das er damit die anderen Gäste belästigte und unsinnige Diskussionen vom Zaun brach, die weder Umsatzfördernd noch gut für das Trinkgeld waren, das ging zu weit. Aber fangen wir die Geschichte doch von vorn an.

 

Der Schankraum war gut besucht als ein stattlicher Draenei Mann in Begleitung von drei hübschen Damen seines Volkes die Schänke betraten. Wie so oft prasselte ein Feuer in dem Feuerkorb in der Mitte des Raumes um den sich die Gäste kreisförmig versammelt hatten. Artig und ohne das man es groß erwähnen müsste machen die Gäste etwas Platz. Sie rückten ein wenig weiter von Feuer weg, so daß der Kreis größer wurde und sich die neuen Gäste einfach mit in den Kreis setzen konnten. Dies hatte sich im laufe der Zeit so eingebürgert und wurde von den Gästen nicht nur gut angenommen und sorgte stets für gute Unterhaltung und mach gute Gesprächsrunde, sondern war ihnen viel mehr in Fleisch und Blut übergegangen und für die Meisten mehr als selbstverständlich. Unsere vier Gestalten setzten sich also mit in die Runde und sofort prasselte es aus Herrn Draenei heraus. Vorsicht ich bin schwanger ich brauche mehr Platz. Schwanger? Ungläubigkeit machte sich bei den Gästen breit und verwunderte Fragen wurden in die Runde geworfen. Aber du bist untot und dazu noch männlich, wie bitte soll das gehen? Wer ist denn der Vater oder besser die Mutter deines Sprosses? Werden es Zwillinge, so fett wie du bist müssen es ja mindestens Zwei werden. Waren nur einige der Dinge die man zu hören bekam. Aber egal was die Gäste fragten, wie ungläubig sie auch guckten und was auch immer ihre Argumente waren, der Draenei wusste es besser.

 

 Sambi hörte es sich in Ruhe an und flüsterte ihre Kommentar halblaut zu Zamis. Schau an alle drei sind die Mütter, das ist fast wie bei uns beiden was Zamis. Unsere Mütter haben das damals auch immer gesagt, wenn sie gefragt wurden wer denn zu wem gehört. Ja, sagte er, nur das sie es genau anders rum meinten. Besonders wenn es mal wieder darum ging wer denn für den Blödsinn den du mal wieder angestellt hast verantwortlich ist. Wir, den wir angestellt hatten, unterbrach ihn Sambi. Ach ja, sagte Zamis, ich hatte damit meist nichts zu tun außer das ich Schmiere gestanden habe. Aha, nichts zu tun, nur Schmiere gestanden und das nennst du nichts zu tun, ich verstehe. Die Diskussion wurde recht schnell heftiger und lauter und Sambi bemerkte erste Anzeichen von Unmut in den Gesichtern der übrigen Gäste, was nicht auf ein erhöhtes Trinkgeld hindeutete. Langsam wurde der Scherz, und dazu noch ein schlechter, denn als was anderes konnte Sambi es nicht auffassen, zu viel. Es artete langsam in einen Disput aus und das mochte Sambi überhaupt nicht. Ihr war egal was für ach so tolle Geschichten die Gäste von sich gaben. Egal, so lange es nicht geschäftsschädigend war oder wurde. Dann fasste sie es allerdings sehr schnell als persönlichen Angriff auf und auch wenn sie sonst doch eher freundlich und, sagen wir, Trinkgeld orientiert war hatte doch alles seine Grenzen. Da dieser Gast, oder sollte ich besser diese Gäste sagen, aber offensichtlich für normale Argumente nicht zugänglich war ersparte sie sich eine Ermahnung mit dem Hinweis auf sein Verhalten und fragte höflich nach den Bestellungen. Den meisten Gästen war diese Situation wohl auf den Magen geschlagen und einige wollten wohl schon vorzeitig gehen als der &#8222;schwangere untote Herr aus dem All&#8220; die Gemüter wieder etwas beruhigen wollte und eine Lokalrunde ausgab.

 

Das wiederrum hörte Sambi doch gern und sie bat Zamis den Gästen doch ihr Wunschgetränk zu servieren. Nicht ohne den Gästen den Hinweis zu geben das &#8222;Ein Herz für Gnome&#8220; besonders für seine, überaus überteuerten, Mischgetränke bekannt sein. Wobei sie den Preis bewusst unerwähnt ließ. Auch das verfehlte seine Wirkung nicht und so wurde manch  <<Bourbon auf Eis>> oder << M&M >> ausgeschenkt. Als es dann dazu kam das nur noch der werdende Vater nichts zu trinken hatte sprang Sambi vom Tresen und wandte sich an selbigen. Das macht dann 15 Gold und 80 Silberlinge. Zugegeben ein stolzer Preis bei lediglich 8 Gästen. Aber knapp kalkuliert, bedenkt man den Ausfall durch die unerträgliche Diskussion im Vorfeld und den dadurch entstandenen Verdienstausfall. Was Sambi dann auf Nachfragen des Draenei kaufmännisch korrekt darlegen konnte. Etwas missgelaunt aber von den bösen Blicken der nun lächelnden anderen Gäste eingeschüchtert bekam Sambi den geforderten Betrag und sogar noch etwas Trinkgeld dazu. Was ist denn mit meinem <<Bourbon auf Eis>> fragte der Draenei nach. Du bist doch schwanger oder habe ich das falsch verstanden? Fragte Sambi nach. Und du glaubst doch nicht im Ernst das wir an Schwangere, egal welcher Rasse oder welchen Geschlechts, starke Alkoholika ausschenken. Für wie Verantwortungslos hälst du uns bitte? Du befindest dich hier nicht in irgendeiner Säuferkneipe am Hafen. Wir sind eine anständige und gepflegte Schänke und nehmen unseren Beruf ernst, fuhr ihn Sambi an. Und Zamis ergänzte, Wir sind uns unser Verantwortung gegenüber den Gästen sehr wohl bewusst und halten uns an die geltenden königlichen Gesetze. Was sowohl die Öffnungszeiten als auch den Jugendschutz und den Schutz ungeborenen Lebens bei Schwangeren angeht. Ja, sagte Sambi noch bevor der gute Herr etwas angesäuert ging, entweder bist du schwanger oder schon zu betrunken als das du hier heute noch etwas bekommst. Aber wenn du nur zu betrunken bist und nicht mehr klar denken kannst, kannst du dich morgen bei uns und den Gästen für dein Benehmen hier und heute entschuldigen und dann kannst du sicher auch mal einen <<Bourbon auf Eis>> kosten. Was dann auch tatsächlich am folgenden Tag geschah und in allen darauf folgenden Tagen hat sich dieser Kerl nie wieder daneben benommen. Sachen gibt&#8217;s - die gibt&#8217;s gar nicht, war dann auch der letzte Satz den Sambi, mit einem hochzufriedenen Lächeln, vor dem Einschlafen zu Zamis sagte.
 
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