Kuraani im Herbstland

LeCroque

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Kuraani ritt auf ihrem Elekk durch Azshara, oder wie sie es zu nennen pflegt: das Herbstland, da dort die Blätter immer fallen.
Ihr Anliegen war es, den hydraxianischen Fürsten zu sprechen. Sie wusste, dass er im Herbstland residierte, doch seinen genauen Aufenthaltsort kannte sie nicht.
Sie ritt durchs Landesinnere auf die Küste zu. Eine steinerne Brücke verband das feste Land mit einem Landstrich, der sonst nicht zu erreichen gewesen wäre. Ihr Elekk führte sie langsamen Schrittes hinüber. Unter ihr ragten die felsigen Klippen auf, die von den Wellen umspült wurden. Ihr Blick richtete sich wieder nach vorn, doch was sie da sah, ließ ihr den Mund offen stehen. Vor ihr ragten zwei gigantische Beine aus Stein in den Himmel. Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um zu der Stelle aufzublicken, an der die Beine endeten. Dort muss einmal eine Statue gestanden haben, die selbst den Bauwerken der Titanen Konkurrenz machen konnte. Sie brauchte gar nicht näher zu reiten, um am Boden Teile der zerstörten Statue zu sehen. Sie waren so ungeheuer groß, dass sie mit dem Auge nicht zu erfassen waren, ohne den Blick schweifen zu lassen. Kuraani erkannte in dem Kopf der Statue, der größer als ein Haus war, die Abbildung einer weiblichen Nachtelfe. Vor ihr, mit Moos bewachsen, lag ein an die hundert Meter langes Steinschwert. Angesichts dieses Anblicks, der sich der Schamanin bot, blieb sie erfurchtsvoll einige Minuten lang still stehen.
Ein Züngeln riss sie aus der Ruhe. Sie blinzelte, um wieder in die Wirklichkeit zu kommen, und das Züngeln wurde immer lauter, wie von dutzenden Schlangen. Doch wenn sie Schlangen vermutete, dachte sie falsch. Zwischen den Bäumen zeigten sich Nagas, die sehr angriffslustig aussahen, da die Draenei offensichtlich in ihr Territorium eingedrungen ist. Kuraani wollte einen Kampf vermeiden und entschied sich dazu, kehrt zu machen, und den Fürsten der Hydraxianer an einem anderen Ort zu suchen.

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So versuchte sie es weiter an der Küste. Sie trabte einige Stunden, genoss den Anblick der fallenden Blätter und atmete die salzig süßliche Luft ein.
Bald fiel ihr etwas höchst ungewöhnliches ins Auge. An der Küste des Herbstlandes, auf einem erhöhten Felsvorsprung, den die Wellen nicht erreichen, stand ein Gebäude in der Bauweise der Gnome. Vollkommen überrascht ritt Kuraani näher, um zu sehen, ob es nicht unbewohnt war. Doch drinnen brannte Licht! Sie sattelte ab und klopfte an die Tür, die ihr auch sofort geöffnet wurde. Tatsächlich stand auch ein Gnom vor ihr. Nun, man sollte wohl besser sagen, dass eine Gnomin vor ihr stand.

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"Viel Besuch bekomm' wir hier ja nich'", sagte die Kleine in einem schnellen Ton und bat Kuraani in das Haus. Die Draenei stellte sich standesgemäß vor, und neugierig fragte sie höflich, wie es kommt, dass Gnome an der Küste von Azshara lebten.
"Hier leb'n nur Blimo und ich.", sagte die Gnomin mit ihrer Plapperstimme, den Finger in die Richtung eines anderen Gnoms gerichtet, der sich nach kurzem Aufschauen sogleich wieder über etwas beugte, an dem er scheinbar arbeitete. "Wir betrei'm 'nen Versandhandel für Ingenieursbedarf. Sie müssen wissen, dass Blimo un' ich die einzigen sind, die den Bauplan für uns're genialste Erfindung, den Tiefseetaucherhelm verkaufen. Die Geschäfte laufen nich' schlecht, jaha. Ha'm den Helm hier an'ner Küste entwickelt." Schuldbewusst fügte die Gnomin hinzu:"Oh, 'schuldigt, ich hab' mich noch gar nich' vorgestellt! Ich bin Jubie. Jubie Federdings."
Kuraani lauschte noch eine Weile höflich den begeisterten Worten der Gnomin. Mit Technik hatte die Schamanin noch nie viel am Hut, so dass sie froh war, dass die Kleine von selbst fragte:"...und was machen sie hier?"
Kuraani schilderte daraufhin, dass sie Fürst Hydraxis treffen wolle. Wie sie fast erwartet hatte, konnte die Gnomin ihr dazu nichts sagen. Kuraani fragte sie ebenso zu der steinernen Riesenelfe, doch viel war auch hier nicht von der Kleinen zu erfahren. Sie wusste nur, dass es "Rabenkrones Monument" genannt wurde. "Vielleicht könn' euch die Zwerge von'ner Forscherliga weiterhelfen, obwohl ich nich' glaub', dass die sich für was and'res als ihre eig'ne Geschichte interessieren werd'n", sagte sie, "Gnome schau'n nach vorn, nich' nach hinten!"
Kuraani's Neugier hingegen war geweckt, was es mit diesem Monument von Rabenkrone auf sich hatte...
 
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