Neues aus der Fantasy-Welt...written by myself ^^

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Das Warten

Das Heer stand bereit. Die verschiedenen Völker hatten sich vor den Toren von Alveran versammelt. Zwerge, Dunkelalben, Menschen und Elfen sahen zu, wie die aufgehende Sonne die Türme und Dächer der Hauptstadt verzauberte. Trotzdem fühlte man die Anspannung die von jedem Krieger besitz ergriffen hatte. Seit den tiefen Nachtstunden harrten sie vor den Toren, in Ungewissheit. Würden die Trolle einen Angriff bei Nacht wagen und die bevorstehenden Verhandlungen um Frieden durch einen Hinterhalt gefährden? Jedem der ehrenvollen Kämpfer standen das Misstrauen und der Hass gegen die Trolle ins Gesicht geschrieben. Das Warten zehrte an den Nerven. Die Reihen der Verbündeten waren in den letzten Monaten, des andauernden Krieges, lichter geworden. Die letzte Schlacht am Hafen der Menschenhauptstadt Norgal hatte die verbündeten Kämpfer stark geschwächt. Den verlustreichen Sieg hatten sie zum größten Teil den Magiern der Dunkelalben zu verdanken. Sie zerstörten die heranrückenden Galeeren der Trolle und nahmen ihnen somit ihre Hauptangriffsmacht. Manch einer mag schwören, dass die Alben auch von der schwarzen Magie gebrauch machten, doch genau weiß es niemand.
Heute, am Tag der Sommersonnenwende sollte sich das Schicksal aller Völker der freien Welt entscheiden.

Der Boden erzitterte und den Füßen der Krieger. Das Warten hatte ein Ende. Das Beben wurde stärker. Man konnte von weitem die Armee der Trolle erkennen und die schweren Belagerungswaffen, die sie hinter sich herzogen, wie störrische Esel. Hier und da ertönte ein lautes Krachen. Es war das bersten der Bäume, die durch die Gewalt der Trolle brachen, als wären es Zündhölzer.
Den Elfen zerbrach es das Herz, ihre Heimat so Zerstört zu wissen. Für sie hatten die Bäume genauso eine Seele wie sie selbst. Man sagt ihnen nach, dass der Reichtum und Glanz des Elfenvolkes darauf beruht, dass sie nicht nur augenscheinlich im Einklang mit der Natur waren, sondern das sie selbst die Natur seien.
Trotz des Furcht erregenden Bildes, welches die Trolle aufzeigten, behielten die Männer und auch Frauen des Kreises der Fünf – wie sie sich nannten – ihren Mut und ihre Tapferkeit.

Der Bund selbst war zwischen den Völkern zustande gekommen, als sich die Trolle einst mit den Orcs vereinigten, um die freie Welt zu unterjochen. Machtgier und Neid gab ihnen den Antrieb. Dies geschah vor mehr als Tausend Monden und seither konnte der Kreis der Fünf, bestehend aus den fünf edlen Völkern – den Elfen, Zwergen, Menschen, Gnomen und den Dunkelalben – die drohende Unterdrückung durch die Trolle und Orcs abwenden. Vor vielen Jahren verschwanden jedoch die Gnome und Orcs und gerieten, bei vielen, in Vergessenheit. Der Kreis der Fünf behielt jedoch seinen Namen im Andenken an ihre einstigen Verbündeten.

Ein letztes lautes Krachen tönte durch das Morgengrauen, als die Trollarmee zum stehen kam. Am Waldrand reihten sie sich auf, einer nach dem anderen. Die Streitmacht schien kein Ende nehmen zu wollen. Die Lilie, die sonst Himmelreich und Erde verband, war von Trollen durchzogen.
Auf beiden Seiten, gut wie auch böse, teilten sich die Reihen und ihre Anführer machten sich auf den Weg zur Lichtung vor der Elfenhauptstadt Alveran.
 
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