Obsessed

Tergenna

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Ich bin gerade dabei, eine Geschichte zu schreiben, die planmäßig länger werden soll.
Es ist keine WoW-Geschichte, allerdings könnte es sein, dass ich einiges vom Spiel ausleihe.
Vielleicht mache ich sogar ein paar Bilder mit dem WoWModelviewer dazu, obwohl es eigentlich am besten ist, wenn sich der Leser selbst seine Vorstellung von den personen in der Geschichte macht. (Dazu kommt noch, dass die menschen in WoW relativ dämlich aussehen. Ich will meine figuren nicht verschandeln.)
Obsessed bedeutet 'besessen', Aber ich finde, der englische Name ist als Titel schöner. (zerreisst mich ruhig. ich mag es so lieber.)
Ich habe schon mehr von der Geschichte geschrieben, aber ich will lieber in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Teile davon posten, als alles zusammen auf einmal.
ich hoffe, es gefällt euch und ich möchte auf jeden Fall hören, wenn ich was falsch mache.
MfG, Anni


Obsessed

„Moa.“
Das Mädchen mit den schwarzen Haaren hörte nicht hin, sondern blickte einfach weiter stur geradeaus in die bunte Menschenmenge vor ihr. Die blauen Augen zuckten nicht einmal, als sie angesprochen wurde, was aber vielleicht auch an dem herrschenden lärm lag, der in diesem teil der Stadt nicht wegzudenken war.
„Moa.“
Die Frau, die sprach, war ihre Mutter. Sie sah kränklich aus, mager, mit eingefallenen Wangen und glanzlosem, grauem Haar. Es war jetzt offensichtlich, dass sie ignoriert wurde.
„Moa, warum schläfst du nicht mehr in der Herberge? Du hast dem Wirt gesagt, du schläfst bei Freunden, warum?“
Endlich zeigte das Mädchen namens Moa eine Reaktion auf die Worte der Mutter, die sich endlich klarer ausdrückte und nicht mehr nur in regelmäßigen Abständen ihren Namen sagte.
„Die Herberge kostet viel Geld, wenn ich mit dir dort schlafe, hast du keins mehr für Medizin.“
Ihr Haus war vor zwei Wochen abgebrannt, mit ihm alles was sie besaßen. Seitdem war das Verhältnis zwischen der Witwe und ihrem Kind angespannt, was es zwar schon lange war, aber jetzt langsam zu immer mehr Abweisung von Seiten Moas führte. Die ältere Frau bedauerte das und versuchte sich wieder mit ihrer Tochter anzufreunden, stieß aber auf kein offenes Ohr.
Die Mutter seufzte. Sie konnte nicht verstehen, wie sich ihr Kind so entfremdet hatte. Sie war so krank und alt, dass sie sowieso nicht mehr lange leben würde, deshalb würde sie vorher lieber mit ihr ins Reine kommen.
Moa stieß sich von der Mauer ab, an der sie gelehnt hatte. Sie gehörte zu der Wand, die sich rings um die Häuser der Reichen schloss und aus dem graubraunen Stein bestand, der im nahem Steinbruch abgebaut wurde. Die meisten der Häuser in Sermos, der bedeutendsten Stadt nördlich des Ribb, waren aus dem selben Material. Die 14-, vielleicht auch 15-jährige schaute vorwurfsvoll.
„Du versaust mir mein Geschäft, Mama.“
„Du tust doch nicht... diese Sache?“
„Nein. Ich erledige Botengänge für Leute. Wir stehen hier vor dem Eingang zum oberen Viertel. Hierher kommen die ganzen Höflinge und so weiter, die in Eile sind und ihre Nachrichten nicht selbst überbringen können.“, erklärte sie ihrer Mutter. Diese Lügengeschichte hatte sie sich ausgedacht, für den Fall, dass die Kranke einmal einen besseren Tag hatte und einen Spaziergang machte. Sie wollte auch einem Gespräch über ihre Beziehung aus dem Weg gehen. „Aber so lange sie dich bei mir stehen sehen werden sie denken, ich hätte zu tun. Außerdem bist du schwach. Du solltest deine Krankheit nicht herausfordern.“
„Du hast wohl recht.“, seufzte die Mutter. „Aber pass auf, dass keine Männer dir zu nahe kommen.“ Sie dachte, dass es wohl besser wäre, wenn sie das Problem erst einmal ruhen ließ.
„Ja, ja, schon klar.“
Als sie sich entfernt hatte und außer Sichtweite war kam Kuto, ein junger Mann mit dunkelblonden Haaren, die knapp bis zur Schulter reichten, und Augen, grau wie der Himmel bei Gewitter zu Moa.
„Endlich ist sie weg. Du musst mehr aufpassen. Hätte sie dich mit mir gesehen, hätte sie vermutlich das Schlimmste befürchtet.“
Moa nickte. „Jedes Mal, wenn sie mich allein auf der Straße sieht, denkt sie das Schlimmste wäre eingetreten.“ Sie grinste, weil ihr gerade vorschwebte, was ihre Mutter davon halten würde, wenn sie sich wirklich prostituieren würde. „Aber wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann malt sie sich in noch schöneren Farben aus, was ich in der Nacht als Arbeit mache.“
Sie wurde wieder ernst. „Also, welches Haus nehmen wir uns heute Nacht vor? Und wer macht mit?“
Der Anführer der Diebesbande, der sie angehörte zählte die Teilnehmer an den Fingern ab.
„Foki, Ilsmer, Perr, du und ich. Für diese Aktion brauchen wir gelenkige schmale Leute, die durch Fenster passen und gut klettern können. Aber wir brauchen noch jemanden, der die Beute wegschafft. Wen denkst du sollten wir nehmen?“
Er band seine Leute gern in Entscheidungen mit ein, wobei er meistens aber sowieso schon eine Wahl getroffen hatte. Die Diebin dachte nach.
„Soweit ich weiß, besitzt Mork einen Wagen. Der ist klein, aber wenn man es richtig anfängt kann man viel drauflegen. Ich glaube, man könnte eine Plane drüberlegen, dann würde er überhaupt nicht auffallen. Das Zugtier könnte unser Gaul übernehmen, der im Stall von unserem kleinen Alchemisten sowieso nur faul rumsteht. Wobei mir einfällt, das Ilsmer nicht die Talente besitzt, die du in der Gruppe willst. Er ist zwar klein genug für ein Fenster, aber er ist eher tollpatschig denn gelenkig.“
„Die Idee mit dem Wagen ist nicht schlecht. Ich denke Mork ist gut dafür. Und was Ilsmer angeht... wir brauchen ihn um die magischen Barrieren zu sehen.“
Moa hielt kurz den Atem an. „Du willst doch nicht etwa...?“
„Doch, genau das.“, er senkte die Stimme. „Heute Abend treffen wir uns am Turm vom Magier.“
 
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Obsessed bedeutet 'besessen', Aber ich finde, der englische Name ist als Titel schöner. (zerreisst mich ruhig. ich mag es so lieber.)
Aber gerne doch.

Zuerst einmal: wie stellst Du Dir bitte vor, dass ich die Zeit, in der die Geschichte handelt, herausfinden soll? Absolut kein Anhaltepunkt, sieht man vielleicht von der Magie ab, die am Ende hinzu kommt - aber es könnte sich dennoch in der Gegenwart abspielen, eventuell sogar Zukunft, oder Vergangenheit. Bin ich Hellseher? 33%-Chancen für die richtige Wahl ist eindeutig zu schlecht.

Dann solltest Du mich doch inzwischen gut genug kennen, um zu wissen, was ich in absolut jeder Geschichte verlange. Ich sehe hier kein einziges Detail, es sei denn, ich bin beim Lesen erblindet. Ist das Mädchen etwa zu hässlich und die Umgebung zu komplex, als dass man beides hätte beschreiben können? Und den WoWModelViewer zu benutzen, ist wohl wirklich nicht notwendig, wenn man eine Geschichte schreiben will, da pflichte ich Dir bei. Allein, auf die Idee zu kommen, grenzt eigentlich schon an Ketzerei am guten Geschmack und dem guten Schreiben.

Falls dies der Prolog oder ein prologähnlicher Abschnitt sein soll, kann ich mich nur davon abwenden und weinen. Es fehlen Erklärungen von allen möglichen Dingen, die, so hoffe ich inständig, später noch hinzukommen werden. Auf jeden Fall hat dieser "Prolog" sein Ziel, nämlich das gute Einleiten des Lesenden in die Story, eindeutig nicht getroffen, sondern ist schnurstracks in den nächsten Busch geflogen und dort versauert.

[/fieser mode]
Du solltest unbedingt noch mal ein wenig daran arbeiten, Tergenna... Die Sätze hören sich auch nicht unbedingt genial an, sie erinnern eher an einen geradezu minimalistischen Stil, als wolltest Du so wenige Worte wie nur möglich benutzen. Trau Dir ruhig mal ein wenig mehr zu!
smile.gif


Greets
 
@Al Fifino:
Edited: Ein paar Änderungen, hoffe es liest sich jetzt besser. Es soll ja auch nicht alles verraten.
Die Zeit hab ich nicht hingekriegt, man muss den Wagen als Hinweis deuten und die 'Höflinge' auch. ansonsten wüsste ich nicht, wie ich es darstellen soll. Ansonsten würd ich sagen herrscht halt die normale Fantasyzeit. d.h. so fortgeschrittenes mittelalter?

hier der nächste teil. Ich hab mir mühe gegeben beim einsetzen von details

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Der Turm ragte hoch auf. Der Stein, aus dem er bestand, war von einem hellen Grau, vollkommen verschieden zu dem schmutzigen Braun, das sonst überall in der Stadt verwendet wurde. Bei Tag, wenn die Sonne auf ihn schien, hätte man denken können, dass er weiß wäre.
Bei dieser Gelegenheit fragte sich Moa wieder einmal, warum Magier immer in Türmen lebten. Wahrscheinlich war die Erklärung, dass sie die Sterne dort oben studierten, die Richtige. Aber dieser sah nicht so aus, als ob er für die selben Zwecke geeignet war: Oben war keine Plattform, auf der man stehen konnte, noch ein Balkon oder Fenster in dem höheren Teil. Dazu kam noch, dass inzwischen Generationen von Magiern in den Himmel gestarrt hatten um die Sterne zu betrachten. Langsam mussten sie doch herausgefunden haben, was es mit ihnen auf sich hatte.
Sie wurde von dem Rumpeln eines Karrens aus ihren Gedanken gerissen, die ihr bei dem Betrachten der hohen Spitze des Turms durch den Kopf gingen.
„Psssst, nicht so laut, willst du die ganze Gegend aufwecken?“, zischte sie leise in die Richtung, aus der die Geräusche kamen. Das charakteristische Keuchen von Mork war zu hören.
„Was? Versuch du mal dieses störrische Mistvieh dazu zu bewegen, sich zu bewegen.“
Erschrocken schaute Moa sich um. Mork hatte normal laut geredet, was bei seiner normalen Stimme ziemlich laut war, zumindest in der Stille der Nacht.
„Sei einfach ruhig.“
Er grummelte noch einmal, tat dann aber wie geheißen.
Die Diebin war noch nicht lange im Geschäft, deshalb wurde sie vor jedem nächtlichen Einbruch nervös, im Gegensatz zu den routinehaften, unzähligen Taschendiebstählen, die sie täglich beging.
Aus dem Schatten lösten sich die Umrisse von Perr und Foki. Die beiden waren sehr klein, sogar Moa überragte sie um einen Kopf, obwohl sie wirklich nicht groß war. Neben Mork wirkten sie wie junge Fohlen neben einem gewaltigen Stier.
Mork war kräftig gebaut und hatte einen Brustumfang, der wirklich fast dem eines Bullen glich.
„Ah, da sind ja auch unsere Kindchen.“, meinte er zu den beiden. Sie und Moa zuckten unwillkürlich zusammen. In der Nacht hörte sich jedes Geräusch doppelt so laut an. Und das Dröhnen von dem kräftigen Mann wirkte schon bei Tag so laut wie das brünftige Schreien seines Vergleichstieres.
Kuto tauchte ebenfalls bald danach auf. Seine Haare hatte er zu einem praktischen Zopf zusammengebunden, der allerdings etwas albern aussah, weil er bei jedem Schritt wippte und er kicherte leise, als ihm Perr auf die Frage antwortete, warum alle Mork so böse anschauten. Für Moa würde es wohl immer ein Rätsel bleiben, warum er so gelassen bleiben konnte, wenn ein Diebstahl bevorstand.
Sie warteten eine halbe Stunde, dann kam Ilsmer.
„Wo warst du so lange? Wir hätten uns bald Sorgen gemacht, du hättest Angst bekommen.“, fragte ihn Foki. Ilsmer war für seine Ängstlichkeit bekannt. Deshalb wurde er auch nicht sonderlich geschätzt.
„Keine Angst, ich habe nur noch schnell ein paar Utensilien eingepackt. Das Alchemiegeschäft ist nicht so leicht, wie ihr vielleicht denkt. Es reicht nicht einfach nur ein bisschen davon und hiervon in den Mörser zu tun, man muss auch...“
„Ja ja, ist nicht so wichtig. Gut, dass du auch endlich da bist.“, unterbrach Moa den Alchemisten, bevor er sich in den Ausführungen seines Geschäfts verlor.
„Puste das Zeug einfach weg.“, stimmte Kuto ihr zu.
Etwas beleidigt holte der schmächtige Brauer in der dunkelgrünen Robe ein Säckchen aus seiner Tasche.
Früher war er bei einem Alchemistenmeister in die Lehre gegangen, bis dieser verstorben war. Dann hatte der junge, inzwischen Geselle in seinem Fach, keinen Ausbildungsplatz mehr gefunden, weil keiner der merkwürdigen kauzigen Tränkemischer einen Schüler haben wollte.
Deshalb hatte er sich der Bande angeschlossen, weil ihm das Geld ausging. Er hatte sich schon öfter als nützlich erwiesen, war aber trotzdem nicht sehr beliebt, was auch an dem Ständeunterschied herrschen konnte, da er aus einer verarmten Adelsfamilie stammte, die anderen aus dem gemeinen Volk.
Das Pulver, das sich in dem Säckchen befand war zum Sichtbarmachen von magischen Abwehr- oder Alarmzaubern. Wirklich komplizierte Magiegewebe würden nicht sichtbar gemacht werden, also mussten sie auf der Hut sein.
Ilsmer holte etwas von dem Staub heraus und pustete ihn in der Nähe des auserkorenen Fensters in die Luft. Nachdem sich das Glitzern gelegt hatte, waren einige Streifen gut zu erkennen, die sich wie Schnüre über den Bereich spannten und im Mondlicht silbern schimmerten.
„Gut, jetzt zur nächsten Etappe unseres Plans. Foki, du musst dich zuerst durch die Sicherheitsvorkehrungen zwängen und dahinter noch etwas von dem Staub verteilen, damit wir eventuelle Änderungen am Vorhaben vornehmen können.“, meinte Kuto.
Der drahtige kleine Einbrecher ließ sich von Ilsmer das Beutelchen geben und schaffte es mit einer akrobatischen Meisterleistung keinen der silbernen Streifen zu berühren und dabei innerhalb von kürzester Zeit auf der anderen Seite zu sein. An einer Stelle, wo er ohne Gefahr längere Zeit stehen bleiben konnte, nahm er etwas von dem feinen Pulver und verteilte es wie Ilsmer in der Luft.
Wieder kamen einige Linien zum Vorschein, die sogar einfacher zu überqueren schienen.
Der Plan musste nicht geändert werden.
Nachdem der kleine Dieb auch den Rest der Hindernisse für seine Kumpanen auf dem Weg zum Fenster sichtbar gemacht hatte, fing Perr damit an sich durch das Gitter von Linien zu schlängeln.
Gleich dahinter kam Moa und versuchte es dem kleinen Mann vor ihr genau nachzumachen.
Jetzt bloß nicht das Gleichgewicht verlieren., dachte sich Moa.
Hinter ihr fing auch Kuto an, ihr zu folgen. Ilsmer und Mork würden draußen bleiben.
Ilsmer war einfach nur tollpatschig, Mork zu breit. Und zu laut.
Dabei war das ja nur der Hinweg. Innerhalb dieser Nacht mussten sie auch noch die Beute zurückschleppen.
Ich hoffe, Kuto weiß, was für ein Risiko dieses Unternehmen ist.
Auf einmal wurde ihr bewusst, wie leicht man sie entdecken konnte.
Nach den Informationen, die ihr Anführer gesammelt hatte, war der Zauberer außer Haus.
Aber es musste nur einer der Nachbarn aus dem Fenster zum Turm schauen, und sie wären entdeckt.
Da würden ihnen auch die dunklen Kleider und durch Schminke ebenso dunklen Gesichter nichts helfen. Die anderen hatten sogar ihre Haare unter Tüchern versteckt, was sie nicht brauchte, weil ihre sowieso dunkel genug waren.
Der Turm stand inmitten eines Viertels. Angeblich hatte er vor der Stadt gestanden, aber sie war gewachsen und hatte den Turm umschlossen. Eine ungefähr brusthohe Mauer umgab das Gelände, auf dem der Turm stand, nur unterbrochen durch ein verziertes, gusseisernes Tor, von dem ein Weg bis zur Tür führte. Dann war ein breiter, gepflegter Rasenteppich um ihn herum und der gepflasterte Teil, von dem jeder wusste, dass dort die magischen Alarmzauber lagen.
Nur der Besitzer des Turms und seine Gäste konnten ohne Probleme durch sie dringen.
Niemand wusste genau, was passieren würde, wenn man gegen die Schnüre aus Magie stieß.
Es gab alte Berichte über einen Einbrecher, der darin kleben geblieben war, wie ein Insekt in einem Spinnennetz aber auch einen über einen Narr, der von der Berührung mit dem Gitter verkokelt war. Sie hatten sich vorher über das Gebäude informiert – sie wollten ja nicht enden wie die beiden armen Hunde.
Auf jeden Fall wäre es besser so vorsichtig wie möglich zu sein.
Das Fenster war erreicht, Foki hatte schon das Glas aus dem Fenster entfernt. Er war wirklich ein Spezialist. Außerdem hatte er schon von dem Staub in das Zimmer dahinter geblasen.
Die Wände glitzerten leicht, die sollten sie lieber vermeiden anzufassen.
Die beiden kleinen Männer schlüpften zuerst durch die Fensteröffnung, dann Moa, dann Kuto.
„Hoffentlich hat der Magus auch etwas, das unsere Mühen belohnt. Ich will nicht umsonst den ganzen Aufwand auf mich genommen haben.“, flüsterte Foki.
„Keine Sorge, da wird sich schon was finden.“, meinte Kuto ebenso leise.
Der kleinere Mann brummelte etwas von „Das will ich doch hoffen!“ und ging voran.
Sie hatten schon die Hälfte vom Flur durchschritten, als plötzlich ein Knurren vom Ende des Ganges ertönte.
Wie konnten wir nur die älteste aller Sicherheitsvorkehrungen vergessen? Ein Hund!
Als der Hund aus dem Schatten trat, erkannten sie, dass es sich um keinen normalen Hund handeln konnte, was ja auch eigentlich keine große Überraschung sein durfte. Schließlich hatten Magier ja eine Neigung zum Abnormalen.
Das Vieh, das langsam sichtbar wurde, war vollständig mit hellgrauen Schuppen bedeckt. Lediglich die Schnauze hatte eine Art Schnurrbart, der unter der Nase anfing, die aus zwei geschlitzten Nüstern bestand, und weiterlief am Hals bis die Enden sich zu einer Spitze vereinigten, die auf der Brust des Ungetüms lag. Die Ohren waren hoch aufgerichtet und zeigten in ihre Richtung. An den Spitzen befanden sich große Haarbüschel die beinahe wie Quasten aussahen. Die Pfoten der Bestie waren gigantisch und die Krallen daran passten zu den Proportionen. Die Augen musterten sie mit einem irren Glühen, das an das Licht einer blakenden Kerze erinnerte. Das Maul war einfach furchteinflößend für ungebetene Gäste. Die zurückgezogenen Lefzen offenbarten zwei Reihen schneeweißer Zähne, zu denen auch Fangzähne mit der Länge von kleinen Fingern gehörten.
Die Schulterhöhe kam der gesamten Größe Fokis gleich.
Oh, mein Gott! Was für ein Viech!, schoss es Moa durch den Kopf. Keine hektischen Bewegungen!
Langsam, als ob sie für so einen Fall abgesprochen wären, bewegten sie sich gemeinsam rückwärts.
Das Tier, das eher einem Dämon glich, bewegte sich mit der selben Geschwindigkeit um das Gleiche nach vorn, wie sie sich zurück.
Plötzlich machte es einen Satz, woraufhin sich Foki umdrehte und rannte. Er stieß gegen Moa, die versuchte, nicht zu fallen, was ihr aber nicht gelang. Sie kam mit den Fingern gegen die Wand und auf einmal konnte sie sich nicht mehr rühren. Die Diebin war wie versteinert. Dann verlor auch Perr die Nerven und folgte Foki, der kurzerhand über sie drüber gesprungen war. Kuto blickte kurz bedauernd und entschuldigend auf sie hinab, dann schloss er sich den anderen an.
Verdammte Feiglinge!, dachte sie. Wollte es auch aussprechen, konnte aber nicht einmal ihre Lippen bewegen. Der Hund ließ die anderen laufen und begnügte sich damit sie mit seinen feurigen Augen anzusehen. So verharrten sie einige Stunden.

Eine Tür in einem anderen Teil des Hauses öffnete sich, sie nahm an, die Haustür.
Dann trat jemand in den Flur.
„Oha, was haben wir denn da? Wollte da etwa jemand einbrechen?“
 
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ich bin enttäuscht, dass ich keine comments bekommen hab, aber dann bin ich wenigstens sicher davor, dass jemand mich für unfähig geschichten zu schreiben bezeichnet^^
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Wenn man bedachte, dass Moa als Diebin in sein Haus gekommen war, blieb der Zauberer erstaunlich gelassen. Er hatte sie aus der Versteinerung gelöst und sie eingeladen mit ihr Tee zu trinken, damit sie sich „etwas entspannen“ konnten.
Natürlich saß die Einbrecherin wie auf Nadeln, während der Magier so gemütlich ihr gegenüber saß und Tee trank, als hätte er gar nichts dagegen, dass jemand sein Eigentum entwenden wollte.
Nach einem beklemmten Schweigen, in dem der Turmbesitzer einfach nur seinen Tee schlürfte und entspannt die Augen geschlossen hielt, zeigte er dann doch, dass er sie überhaupt wahrnahm. Seine Stimme klang heiser, alt oder erschöpft wie nach einem langen Arbeitstag.
„Ich war schon etwas überrascht, als ich gesehen habe, wie Treezhim neben dir Wache gehalten hat. Etwas Tee?“
„Ähm, nein danke.“, antwortete Moa verlegen. Es verunsicherte sie etwas, dass der Mann so kalt blieb.
„Du willst wahrscheinlich nicht sagen, warum du hierher gekommen bist. Das akzeptiere ich. Aber nur, wenn du dafür etwas für mich tust.“ ihr Gegenüber öffnete endlich die Augen und musterte sie eingehend.
Was will er von mir? Wenn ich bloß mehr über Zauberer wüsste... aber ich kenne ja nicht mal seinen Namen. Sie halten mit ihren Geheimnissen wirklich hinterm Berg.
Töten wird er mich wohl nicht, aber was hat er vor? Will er mich für grausame Experimente verwenden, oder meine Seele an den Höllenhund verfüttern?
Moa räusperte sich. „Was soll ich denn tun?“
Hoffentlich, hoffentlich nichts allzu schlimmes.
„Ich suche schon lange eine Möglichkeit, einen magischen Versuch durchzuführen. Allerdings haben mir bisher die Freiwilligen gefehlt.“
Also doch die Experimente. Bitte, bitte etwas harmloses.
„In dem Versuch geht es darum die Kontrolle eines anderen Körpers zu übernehmen. Ganz unerfahren bin ich nicht. Treezhims Geist habe ich schon besucht. Und er hat keine großen Schmerzen oder Veränderungen durchgemacht.“, führte der Zauberer sie ein.
Aber nur, wenn er auch schon vorher so ein deformierter Wachhund war.
„Jetzt geht es darum, zu überprüfen, ob ein menschlicher Körper oder Geist sich als empfindlicher erweist. Du bist uneingeladen in mein Heim gekommen, daher sehe ich es als mein gutes Recht an, sozusagen den Schadenersatz einzufordern.“
Moas Mund war trocken, sie konnte nichts erwidern. Normalerweise verschlug ihr nichts so schnell die Sprache, aber die beherrschte Ruhe, die von dem Mann ausging war aufs Tiefste verunsichernd.
Solche Menschen waren entweder auf eine verrückte Weise verrückt oder sehr, sehr grausam.
Allerdings war ihr so ein ruhiger Verrückter lieber, als ein wütender, nachtragender Teufel oder ein Selbstgespräche führender Schurke. Sie konnte nichts dazu sagen, da sie noch etwas geschockt von der Offenbarung der Pläne des alten Mannes mit ihr war.
Natürlich hatte sie damit gerechnet, dass der Turmbesitzer sie irgendwann im Flur finden würde, auch damit, irgendeine Strafe erdulden zu müssen. Aber doch keine unausgereiften Versuche mit ihrem Geist!
„Da du ja nichts einzuwenden haben scheinst, denke ich, ich fange mit dem Ritual dafür gleich an.“
Erschrocken wollte sie aufspringen und weglaufen, doch die Starre hatte wieder eingesetzt.
Der Irre will in meinen Kopf? Nur über meine Leiche.
Inzwischen hatte der grauhaarige Magier damit angefangen, einen Kreis mit Kreide um sie herum auf den Boden zu malen. Dann stellte er Kerzen auf die Linien und holte ein Täschchen aus einer Schublade. Als er darin herumsuchte fiel ein kleines, aber sehr scharf wirkendes Messer heraus.
Nein! Der will mir doch nicht etwa mit einer Klinge zu Leibe rücken?! Ich dachte immer, Magie bräuchte keine Hilfsmittel. Sie überlegte panisch. Wenn das auch noch ein Sadist war...
Wenn er einer war, dann hatte sie etwas wirklich Hartes vor sich. Es gab Gerüchte, dass manche dieser Verrückten ihre Opfer für Wochen in einem Raum festhielten, ihnen das Fleisch in Streifen abschnitten und dann vor ihren Augen verzehrten. Oder die Haut von ihren Körpern kürschnerten und dann zum Trocknen vor den noch Lebenden auf eine Staffelei spannten.
Sie wollte eigentlich nicht an diese Schauergeschichten denken, aber ihre Fantasie spielte ihr die grausamsten Szenen vor.
Die schlimmsten Ängste stand sie aus, als der Magus das Messer auch noch aufhob und die Tasche dann zur Seite stellte. Also war dieses Messer, das ihre ganze Furcht erst ausgelöst hatte, auch noch wirklich ihr Folterinstrument.
Deshalb war sie milde gesagt erstaunt, dass er sich gar nicht ihr zuwandte, sondern mit dem Messer nur Zeichen in einen Stock ritzte und das eine Ende zuspitzte.
Für einen Augenblick entspannte sie sich, bis ihr einfiel, dass man auch mit einer Holzspitze einem Menschen starke Schmerzen bereiten konnte.
Da sie sowieso in einer Unbeweglichkeit gefangen war, konnte sie sich nicht mehr versteifen, aber in Gedanken bereitete sie sich schon auf grässliche Qualen vor.
Ihr Foltermeister stellte sich jedoch hinter sie, so, dass sie nicht sehen konnte, was er machte.
Als er die Spitze des Stocks auf ihren Hinterkopf setzte, ahnte sie Schlimmes.
„Das wird kaum wehtun. Vielleicht nimmst du einen leichten Schmerz wahr, aber nichts Schlimmes.“
Dann schlug er leicht zu.
Hilfe!
Ah, es hat geklappt.
Sie konnte nicht sagen, ob sie die Stimme gehört hatte, oder ob sie plötzlich telephatische Fähigkeiten entwickelte, denn im nächsten Augenblick war sie bewusstlos.
 
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Hey Tergenna,

Na ja, wirklich beherzigt hast Du meine Forderungen bisher nicht unbedingt... oder Du hast noch nie mit 'geübtem Auge' eine Geschichte gelesen. Was man in der Story noch alles an Details einbringen könnte, ist schon wirklich schade. Und noch immer frage ich mich ein wenig, ob die ganzen Leute nackt in der Gegend herum rennen, oder warum hast Du ihnen keine Kleidung angezogen?

Bei dem Hund hat man schon bemerkt, dass Du versucht hast, hier das Aussehen gut wieder zu geben. Aber (auch) hier gilt: versuch besser, Beschreibungen in die Handlung mit einfließen zu lassen, so, wie Du es beim Zopf des einen Jungen gemacht hast. Die riesigen Tatzen kommen also immer näher, der komische Schnauzer erzittert leicht und so weiter. Dadurch erweckst Du nicht den Eindruck, eine Liste mit allen Merkmalen abzuklappern, was überaus langweilig ist und was man sich überhaupt nicht gut merken kann. (Ich habe zum Beispiel schon wieder total vergessen, wie der Wauzi aussieht. Er hatte noch silberne Schuppen, das weiß ich, aber der Rest ist komplett weg.)

Die Gefühle deiner Protagonistin solltest Du auch noch versuchen, ein wenig besser auszudrücken. Gedanken sind dafür zwar ein gutes Mittel, aber vor allem Mimik und Gestik machen viel aus. Ein Blick, der hektisch immer wieder zwischen dem Magier und dem Messer wechselt, würde zum Beispiel diese Bedrängnis noch einmal gut zum Ausdruck bringen.

Aber alles in allem bemerkt man wenigstens ansatzweise, dass Du versuchst, die Ratschläge einzuhalten. Ist ja schon mal was. Besser, als sie vollkommen in den Wind zu schlagen.

Ich werde auf jeden Fall mal weiterlesen. Dein Schreibstil ist zwar, wie gesagt, noch etwas dürftig, aber das wird schon irgendwann, wenn man erst mal genügend geschrieben und seinen eigenen Stil wahrlich gefunden hat.
wink.gif


Greets
 
hier der nächste Teil. weiß nicht, kann nichts dazu sagen. es sind jetzt keine großen Details drinne, aber das meiste ist ja Dialog.
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Wach auf, Mädchen.
„Wach auf, Moa!“
Diese Stimme kam ihr vertraut vor. Sie blinzelte und erkannte über sich das Gesicht von Kuto, der sich über sie beugte.
Ohne viel nachzudenken schlug sie zu. Ihre Faust traf ihn am Wangenknochen, woraufhin er zurücktaumelte und es grade noch schaffte,nicht hinzufallen.
„Was zur Hölle...?!“
„Sie ist wohl wach.“ Das kam von Perr, der schadenfroh grinste.
„Ich habe es bemerkt, du Idiot!“, erwiderte der Geschlagene.
Moa richtete sich halb auf. In dieser halbliegenden Position konnte sie erkennen, dass die ganze Truppe von dem Abend anwesend war. Sie hatten sich inzwischen umgezogen, statt der dunklen Kleidung für den Einbruch trugen sie wieder ihre Alltagsklamotten: abgewetzt, verschlissen, dünn und ausgeblichen, wie löchrig. Nachts sahen sie besser gekleidet aus als tagsüber. Bis auf Ilsmer, dessen grüne Robe zwar auch schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber am unversehrtesten war.
„Ihr Verräter habt mich liegenlassen! Verdammt noch mal, ihr habt mich mit diesem Monster alleingelassen!“, brauste sie auf, wobei sie sich nicht sicher war, ob sie mit Monster den Hund oder den Zauberer meinte. Zorn funkelte in ihren blauen Augen.
„Wir hatten keine Wahl. Das Vieh hätte uns zerrissen, wären wir geblieben. Und wie hätten wir dich transportieren sollen?“, meinte Kuto, während er sich die linke Gesichtshälfte rieb.
Gut, eventuell hätte sie dasselbe in so einer Situation getan, aber das musste sie ihnen ja nicht sagen.
Genau, Kind. Vergib ihnen nicht, sie haben dich allein gelassen.
Perplex merkte sie auf. Niemand von ihren Kameraden hatte das gesagt, was bei dem Wortlaut auch etwas merkwürdig gewesen wäre. Sie hätten wohl kaum darum gebeten, dass ihnen nicht vergeben wurde. Dann tat sie es als Sinnestäuschung ab.
Ich bin keine Sinnestäuschung.
Sie blinzelte. Vielleicht hatte der Magier ihr den Stock doch härter gegen den Hinterkopf geschlagen, als sie gedacht hatte.
Ich hab dich mit der Spitze nur angetippt.
Verunsichert darüber, dass sie keinen hysterischen Anfall bekam, oder wenigstens etwas sagte, schwiegen ihre Leute.
„Wo habt ihr mich eigentlich gefunden?“, fragte sie schließlich, um die Stille zu brechen, als die Stimme sich nicht wieder meldete.
Erleichtert, dass sie wohl nicht so wütend wurde, antwortete Kuto sofort: „Wir haben uns gefragt, ob du uns das vielleicht sagen kannst. Nachdem wir geflohen waren haben wir in der Nähe gewartet, bis die ersten Menschen aus ihren Häusern kamen, falls du dich noch befreit hättest. Als es offensichtlich war, dass du nicht mehr kommen würdest, sind wir hierhergefahren, um unseren Wagen und Gaul unterzustellen. Tja... und du lagst hier dann schon so, wie jetzt.“
Der Stall gehörte zu dem Haus von Ilsmers altem Lehrer. Sein Schüler hatte es in Besitz genommen, da der Mann keine Angehörigen gehabt hatte, und auch niemand sonst Anspruch darauf erhoben hatte. Seit der Alchimist sich ihnen angeschlossen hatte, war es auch Schlafplatz für einige Mitglieder der Bande, wie zum Beispiel Moa; Abstellplatz für Beute und das Zugtier für Morks Wagen. Das Pferd war abgemagert und hatte stumpfes Fell gehabt, als sie es gekauft hatten, war aber inzwischen etwas gesünder. Gerade stampfte es in der Nachbarbox auf den Boden und schnaubte vernehmlich.
Ich habe dich am richtigen Platz abgelegt, denke ich. Ansonsten hätten dich die Wachen gefunden und du hättest dich erklären müssen. Wobei ich anmerken möchte, dass du an einem geschmacklosen Ort wohnst. Du solltest umziehen.
Wieder diese Stimme in ihrem Kopf. Moa würde dem auf den Grund gehen. Wenn sie aber jetzt danach fragte, würden Kuto und die anderen sie für verrückt halten. Also würde sie erst mal die anderen rausschicken.
„Komisch... Wie auch immer, ich bin müde, könnten wir das Gespräch auf später verschieben?“, sie gähnte demonstrativ, um ihre Worte zu unterstreichen.
Immer noch nicht sicher, was sie davon halten sollten, dass Moa sich nicht weiter aufregte, nickten Kuto und die fünf verschwanden durch die schiefe Tür.
Seufzend legte sie sich zurück in das Heu und schloss die Augen. Sie fragte sich, was es jetzt mit dieser körperlosen Stimme auf sich hatte.
Du hast es doch schon längst erraten. Du wusstest es schon, als ich dich das erste mal angesprochen habe.
Du bist der Verrückte!
Solche Beleidigungen verbitte ich mir. Du warst schließlich illegal in meinem Haus. Ich durfte selbst über dich urteilen. Anstatt, dass ich dich an die Wachen verpfiffen habe, die dich auf meinen Wunsch hin hätten aufknüpfen oder ins Gefängnis werfen können, schenkte ich dir das Leben. Du solltest dankbar sein.
Dankbar darüber, dass irgendein Typ jetzt in meinem Geist sitzt und mir reinquasselt? Nein danke, du darfst gerne wieder gehen.
Moa... ich tue dir doch nichts. Es war nur ein kleiner Test.
Du hast doch rausgefunden, was du wolltest. Geh aus meinem Kopf raus.
Ich habe noch lange nicht alles erforscht, was man machen kann. Ich bleibe.
Wenn du nicht raus gehst dann...
Dann?
Dann weiß ich noch nicht, was ich mache. Aber es wird grausam sein!
Ich gehe nicht. Was tust du jetzt?
Verdammt!
Moa runzelte die Stirn und dachte nach, wie sie wohl jemanden aus ihrem eigenen Körper werfen könnte.
Tu das nicht. Davon kriegt man Falten.
Sie hatte beschlossen, ihn zu ignorieren. Vielleicht würde er sie langweilig finden und das Projekt fallen lassen.
Du wirst mich nicht ignorieren können.
Liest du jetzt schon meine Gedanken, oder was? Das war ihr zwar klar, aber sie musste ihren Ärger rauslassen.
Schatz, das tue ich doch die ganze Zeit, und das weißt du auch.
Sie holte tief Luft und versuchte sich das Geschehen von der letzten Nacht ins Gedächtnis zu rufen.
Der Verrückte...
Du sollst mich nicht so nennen!
hatte in einen Stock Zeichen...
Ein Runenstab, das war ein Runenstab und...
geschnitzt, und dann...
einen Teil meines Geistes in deinem versenkt.
Ich will mich konzentrieren. Halt die Klappe.
Ich habe dir gerade gesagt, was ich gemacht habe.
Schön! Und wie kannst du es rückgängig machen? Sie seufzte resigniert. Es brachte nichts, wenn sie versuchen würde, den Zauberer zum Schweigen zu bringen.
Das weiß ich nicht.
Sie riss die Augen ruckartig auf.
Du weißt es nicht? Das ist ein schlechter Scherz, oder? Sie wusste eigentlich schon, dass es nicht so war.
Darüber mach ich keine Scherze.
Aber von dem Hund bist du doch auch wiederweggekommen?
Nein. Aber ich habe diesen Teil meines Geistes in mein Unterbewusstsein geschoben. Es war äußerst lästig ständig die Sorgen eines Hundes im Kopf zu haben.
Es ist mir auch äußerst lästig ständig die Sorgen seines Herrchens in MEINEM Kopf zu haben. Ach ja. Wenn er sich schon häuslich einrichtest, dann kann mir mein Untermieter eventuell auch seinen Namen verraten.
Mein Name ist Zelgadis.
Toll. Meinen kennst du ja schon, da du ja sowieso alle meine Gedanken liest. Wie bin ich übrigens hierher gekommen? Ich denke kaum, dass du mich teleportiert hast?
Was für ein Gedanke! Nein, ich bin hergelaufen.
Wenn schon, dann bin ICH hierhergelaufen... Moment... „WAS?“ Vor Entsetzen hatte sie laut gesprochen. Sie starrte die Decke aus schlecht zusammengezimmerten Brettern an, als ob sie das davon überzeugen könnte, das gerade nicht gehört zu haben.
Ich konnte dich doch nicht in meinem Turm herumliegen lassen.
Du hast mich gesteuert?!
Der Gedanke, dass jemand anders die Kontrolle über ihren Körper übernommen hatte, war ihr zutiefst zuwider. Es jagte ihr einen Schauer über den Rücken.
DAS wiederholst du NICHT!
Es gehört aber zu meinen Studien über diese Zauberkunst.
Pech! Ich sage nur: Das wirst du nicht noch einmal machen!
Wie willst du mich daran hindern?
Weiß ich doch nicht. Es ist nur klar, dass ich das nicht erlaube.
Plötzlich hob sich ihre Hand von ganz alleine und schlug sie ins Gesicht.
Und? Wie willst du das verhindern?
Halt dein Maul!
Ich rede nicht.
Gut! Dann denke halt nicht!
Das ist mir unmöglich.
Ich will jetzt schlafen. Obwohl sie ja gerade erst aufgewacht war, hatte sie die grässliche Vorstellung der Fremdsteuerung wieder müde gemacht. Vielleicht hoffte sie auch, dass das alles nur ein Alptraum war, und wenn sie aufwachte, alles wieder wie vorher war. Und währenddessen machst du NICHTS mit mir. Klar?!
Das kann ich nicht versprechen.
Du wirst.
Nein.
Diesmal erhob sich die andere Hand und fuhr ihr schmerzhaft über das Gesicht.
Du kannst mich zu nichts zwingen. Ich kann dich dafür zu allerlei bringen.
Bitte. Bitte lass mich schlafen.
Schon besser.
Moa sah das selbstgefällige Grinsen förmlich vor sich. Sie schwor sich, dass das das letzte mal war, dass sie Zelgadis um etwas gebeten hatte.
Du wirst mich noch öfter um etwas bitten.
Dann kam die Gnade des Schlafs und bewahrte sie vor weiteren gedanklichen Diskussionen mit dem Zauberer.
 
und ich wollte mal regelmäßig posten *g* ich habe diesen Thread über die Ferien vollständig vergessen und bin grade erst wieder durch zufall über den ordner gestolpert. Tut mir leid.
(Ich habe diesen hier noch nicht überarbeitet, um nicht gefahr zu laufen es schon wieder zu vergessen zu posten, werde das nachholen)
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Der Lichtfleck, der durch das Fenster gefallen und langsam die Wand entlanggewandert war, wurde inzwischen durch ein graues Dämmerlicht ersetzt. Seit Moa ihre Augen erneut geöffnet hatte und unvermeidlich bemerken musste, dass sie nicht mehr im Heu des baufälligen Stalls, sondern in einem erstaunlich weichen Bett lag, war einige Zeit vergangen.
Natürlich hatte sie der Zauberer doch an einen anderen Ort gebracht. Nachdem der erste Zorn sich gelegt hatte, hatte sie ihr Zimmer studiert.
Zelgadis hatte sich noch nicht gemeldet, deshalb konnte sie ungestört alles gründlich inspizieren.
Ihr erster Schritt war natürlich Richtung Tür gewesen, die aber, nicht gerade überraschend, abgeschlossen war. Zudem verdächtigte Moa den Zauberer, zusätzlich noch irgendeine magische Vorsichtsmaßnahme installiert zu haben.
Das Fenster, das einen Ausblick auf einen gut gepflegten, großen Garten gewährte, konnte man auch nicht öffnen. Es hätte sie auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Das Mobiliar passte jedoch nicht zu einer Gefängniszelle. Ein wuchtiger Holzschrank stand neben einem leeren Regal an der Wand, welche sehr kunstvoll gestaltet war; die Gipsverzierungen stellten reife Weintrauben an Reben dar, die so echt aussahen wie die auf einem Weinberg, mit der Ausnahme, dass sie vollkommen weiß waren. Sie waren außerdem direkt an die Möbelstücke angepasst, so rankten sich die Blätter um den Schrank, das Regal,das Bett, das Fenster und die Tür, die alle aus einem dunklen Holz gefertigt waren, das im ganzen Zimmer verwendet wurde.
Direkt gegenüber vom Fenster war ein Spiegel mit einem wunderschön geschnitzten Holzrahmen unter dem ein Tisch mit einer Blumenvase stand. Ihr Spiegelbild in den schäbigen Klamotten wollte irgendwie nicht in dieses prächtige Szenario passen.
Das Zimmer war auf jeden Fall geschmackvoll und wahrscheinlich auch teuer eingerichtet.
Sie wartete einige Minuten, dass sich ihr verhasster Marionettenspieler melden würde, bemerkte dann aber einen Zettel auf dem Tisch, den sie bisher übersehen hatte, weil er halb von der Vase bedeckt war. Sie zog sich einen der Stühle heran und begann zu lesen, was mit ihrer eigenen etwas krakeligen Schrift, aber mit einer eindeutig besseren Rechtschreibung, auf dem Zettel stand:

Liebste Moa,
ich hoffe, diese bescheidene Kammer gefällt dir.
Im Moment bin ich leider nicht dazu in der Lage, dir selbst Instruktionen zu geben, also bitte ich dich darum, die hier aufgeführten zu befolgen.
Bitte öffne den Schrank und suche dir ein Kleid aus, heute Abend hast du noch etwas vor;
versuche gar nicht erst aus dem Zimmer zu kommen, es könnte unangenehm für dich werden;
durchsuche selbst die Schubladen auf nützliche Dinge für dich (die Klingen habe ich überall entfernt); rufe nach Treezhim, wenn du Hunger hast, er ist im Moment dein Diener.
Ich werde mich höchstwahrscheinlich erst nach Sonnenuntergang wieder für dich da sein, ich hoffe du kannst so lange warten.
Mit den besten Grüßen, Zelgadis

In einem erneuten Anfall von Zorn zerknüllte sie das Papier in ihren Händen und warf es in die gegenüberliegende Ecke des Zimmers. Dämlicher Affe!, dachte sie und verschränkte die Arme vor der Brust, eine trotzige Geste, die niemand außer ihr sehen konnte. Was fällt ihm ein!
Aber trotzdem war gegen ihren Willen ihre Neugier geweckt, was für Kleider es wohl gab.
Wenn ich schon hier bin, kann ich ja auch mal ein bisschen herumstöbern. Ist ja nicht verboten.
Mit einem zornigen blick in Richtung Papierball korrigierte sie sich selbst. Nein, es ist sogar befohlen worden.
Obwohl sie den festen Vorsatz gehabt hatte, nicht zu tun, was der Verfasser des Briefes ihr aufgetragen hatte, ging sie zu dem Schrank und öffnete ihn. Was ihr entgegenkam glich einer Flut von Seide und anderen kostbaren Stoffen in allen Farben des Regenbogens. Fassungslos schaute Moa auf den Haufen Kleider. Alles zusammen war wahrscheinlich zusammengerechnet mehr wert, als alles, was sie je in der Hand gehalten hatte plus das Haus von Ilsmer und das ihrer Mutter, bevor es abgebrannt war.
Bewundernd strich sie über das feine Gewebe und die Klöppelspitzen. Früher hatte sie sich immer solche Kleider gewünscht, bis sie alt genug war, um zu verstehen, dass sie sich niemals eines würde leisten können.
Wahllos griff sie in den Schrank und förderte ein flammend rotes Kleid mit hohem Halsabschluss zu Tage, das sehr unbequem aussah. Kurz fragte sie sich, was es wohl wert wäre, schob den Gedanken aber beiseite und hängte das Kleid über einen weiteren Stuhl. Das nächste hatte einen unglaublich tiefen Ausschnitt und war hellgrün, wie zarte junge Birkenblätter im Frühling. Oder, fügte Moa in Gedanken hinzu, Wie Schimmel auf zu lange gelegenem Käse.
Dieses landete auch auf dem Stuhl, genauso wie ein Schwefelgelbes Ballkleid, das aussah wie eine Kirchenglocke, ein himmelblaues mit vielen komplizierten Schleifchen und Schnüren, eines mit lauter glitzernden Glaströpfchen auf einem Stoff von einem braun, das stark an das von dem Schmutz in der Gosse erinnerte und eines in einem hellen pink, das mehr freiließ als bedeckte und wahrscheinlich als Nachthemd gedacht war.
Zweifelnd blickte Moa auf den Kleiderstapel und fragte sich, zu welchen Anlässen sie wohl getragen worden waren, als sie ganz links einen Fetzen dunkelblauen Stoffs sah.
Sie zog auch dieses Kleidungsstück heraus und atmete erleichtert auf: Ein schlichtes Kleid, ganz nach ihrem Geschmack. Zumindest mehr, als die anderen, die sie beisher beschaut hatte. Am liebsten hätte sie ihre Hose und das Hemd anbehalten, aber schließlich schlüpfte sie doch aus ihnen heraus und in das seidene Stück hinein. Der Stoff fühlte sich kalt auf ihrer haut an und saß fast unangenehm eng an. Nach einem Blick in den Spiegel, der sie davon überzeugte, dass dieses Kleid ganz gut saß, wandte sie sich der Schublade im Tisch zu. Das meiste davon war für sie völlig unbekannt, darunter Puder für Haar und Gesicht, verschiedene Parfüms, Haarnadeln, Schminke in allen Variationen und Farben und einiges anderes. Aber die Schmuckkiste war äußerst faszinierend: voller Ohrringe, Ringe, Ketten, Armbänder, Anhänger, Anstecker und allem sonst, was man sich anbammeln konnte. Vorsichtig hob sie eine schwere Goldkette hoch, mit einem Anhänger, der aus einem klaren Stein bestand, und schätzte wieder einmal den Wert.
Nehmen wir mal an, das ist pures Gold,und der Stein ist echt, dann... uiuiui, davon könnte jemand bescheidenes glatt ein bis drei Jahre über die Runden kommen!
Ihr schwindelte vor dem Wert dieser Accesoires und sie musste sich anstrengen, um nicht die Diebin in ihr hochkommen zu lassen und alles an sich zu reißen.
Wir müssten niemals wieder durch schreckliche Sicherheitsvorkehrungen und an extremen Wachhunden vorbei, wir würden nicht mehr von irgendwelchen Irren gefangen genommen werden und...
Ich bin nicht irgendein Irrer! Du hast mich zutiefst verletzt, vor allem, nachdem ich mich als so netter Gestgeber präsentiert habe. Du bist so undankbar!
Es war schon spät geworden und die Sonne war tatsächlich schon längere Zeit untergegangen, sodass Moa eine Kerze hatte anzünden müssen, aber damit gerechnet, dass sich der Zauberer melden würde, hatte sie nicht.
Also lehnte sie sich zurück und schloss die Augen. Nicht, dass das nötig gewesen wäre, aber so konnte sie sich besser auf das Gespräch konzentrieren.
Du hast also nicht versucht, herauszukommen. Ich wäre auch enttäuscht gewesen, hättest du es getan. Das wäre unvernünftig gewesen. Und ein Kleid hast du dir auch ausgesucht, du hast einen besseren Geschmack als ich dachte! Lobte sie der Zauberer.
Ironisch lächelte Moa. Danke, aber bei diesen Farben, braucht man ja keinen allzu guten Geschmack, um sich ein halbwegs ordentliches herauszusuchen. Welche Idiotin hat denn diese Kleider vorher getragen?
Ach, das weiß ich nicht, ich hab das Haus mit allem drinne einfach gekauft, ohne nachzusehen. Ich war nur an der Immobilie selbst interessiert.
Sie erinnerte sich an den Zettel, auf dem stand, sie hätte noch etwas vor. Sie fragte Zelgadis danach.
Achso, das. Unglücklicherweise wird daraus doch nichts mehr. Du hättest eigentlich auf ein Diner bei einer bedeutenden Persönlichkeit, dem Besitzer eines Drittels der gesamten Anbaufläche rund um Sermos, gehen sollen. Aber leider fällt sie aus.
Darüber war Moa unglaublich erleichtert. Wichtige Leute waren ihr unheimlich, weil sie sich bedeutungslos ihnen gegenüber fühlte.
Deshalb werde ich dir jetzt mal beibringen, wie man sich als Dame benimmt... steh auf.
Ich will mich aber nicht wie eine Dame aufführen! Meinte Moa mit kindlichem Trotz.
Pech. Ein starker Schmerzblitz traf sie im Rücken, der sie aufspringen ließ. Dann muss ich wohl die Studien aus dem Voodoobuch von den Trollen ausprobieren...
Das Mädchen fluchte lauthals und derb.
Das müssen wir dir schon mal abgewöhnen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
höhö, die geschichte klingt lustig...würde auch mal gern wen kontrollieren...wenn der magier (hexenmeister...obwohl priester wegen gedankenkontrolle...irgendwas von dem) so weitermacht find ich der ist ein ar***


So jetzt ist der leztte teil gelesen....

LOL Voodoobuch der Trolle...muhahahahahaha wasn Ar*** >
biggrin.gif


Schreib noch einen Teil, bin an der Geschichte weiter interessiert ^^
 
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