Ceiwyn, on 13 Januar 2012 - 18:01, said:
Vielleicht liegt es daran, dass ich Bücher lese, die mich auch unterhalten. Was interessiert mich das 14. Elbengedicht in einem Buch? Was interessiert mich das 21. Menschenlied? Was kümmern mich ständig neue Personen, die ansich völlig unwichtig sind. Da füllt sich der Kopf nur mit Müll, ohne dass wirklich eine Geschichte erzählt wird. Aus guten Grund hat Jackson im Film einiges gekürzt. Aber ich erlebe es nicht zum ersten mal, dass die pseudo-elitären HDR-Fanboys den Aufstand proben, nur weil man sich zu erwähnen traut, dass einem das Buch zu langweilig ist.
Deanne, on 13 Januar 2012 - 16:01, said:
Nur, weil einem HDR zu langatmig ist, muss man noch lange kein Kandidat für kurzweilige Literatur sein. Mich zB. haben die Bücher auch nicht begeistert, trotzdem habe ich andere Klassiker (Krieg und Frieden, Die Buddenbrooks, diverse Werke von Shakespeare, Heine und Poe etc.) verschlungen.
Ich muss jedoch feststellen, dass man sehr oft auf Unverständnis stößt, wenn man zugibt, HDR nicht zu mögen. Bemerkungen der Sorte "Dann lies doch die BILD!" bekommt man da sehr oft zu hören. Dabei sind Geschmäcker doch zum Glück verschieden.
Ich verstehe dass man das Buch als langatmig empfinden kann, da viele Dinge ein Bisschen extrem detailliert beschrieben werden. Manchmal hatte ich auch Mühe damit, wenn da nicht einfach stand "die Wiesen sind saftig und grün", sondern "die Wiesen sind saftig und grün mit einem Grün so frisch, als sei der Morgentau direkt über die Blätter gefahren und hätte das Leben der einzelnen Grasblätter erquikt". Da kann die Lust, weiterzulesen ab und zu schon ein Bisschen vergehn, wenn eine komplette Seite lang die Grünheit des Grases beschrieben wird (Ihr wisst was ich meine

). Aber die Geschichte selbst ist, abgesehen von Bruchtal, nun echt an keiner Stelle langweilig. Es passiert ausnahmslos immer was. Die meisten Figuren haben ne wichtige Daseinsberechtigung und bei vielen Figuren hätt ich mir auch gewünscht, dass sie im Kinofilm gewesen wären. Ich war übrigens extrem überrascht, dass es der Esel Lutz in den Film geschafft hat, Tom Bombadil aber nicht...aber egal. Worauf ich hinaus will ist: Man kann das Buch durchaus nicht mögen, ist ja schliesslich Geschmackssache. Aber wenn man die Lieder und verschiedenen Figuren als negative Kritikpunkte aufzählt, dann hat man das Buch einfach nicht verstanden. Der Herr der Ringe soll nicht einfach eine Geschichte erzählen, das Buch beschreibt die Welt um die Geschichte herum und die Kultur der Völker. Es ist quasi eine Mischung aus Dokumentation und epischer Geschichte. Die vielen elfischen Textstellen, Lieder und sowas bringen dem Leser das Wesen der Elfen näher und zeigen, dass Elfen nicht einfach nur menschenähnliche Waldbewohner sind, sondern dass sie halt ihre eigenen Eigenschaften haben.
Der Grund, warum die Filme so zusammengeschrumpft wurden und ein Grossteil des Buches fehlt liegt nicht daran, weil die Geschichte in Kinoform zu langatmig wäre, sondern weil einfach 3 Filme à dreieinhalb Stunden die derzeit akzeptierte Grenze der Kinobesucher darstellt. Wäre nämlich das Ganze als Filmversion mit beispielsweise 20 Teilen gedreht worden, hätte die Serie bestimmt genug Anhänger gefunden. Nur wäre dann halt auch das Budget anders ausgefallen. Und das grosse Geld macht man ja eher mit Kinofilmen als mit Serien.
Mit Fanboyismus hat das Ganze nichts zu tun. Es gibt Vieles an dem Buch, das man kritisieren kann, aber die Argumente von Ceiwyn lasse ich in diesem Fall einfach nicht gelten.