244: Alarmstufe Rot 3: Schnellschuß oder Glorie für Mütterchen Russland?

Sugandhalaya

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Hallöchen, werte G.Meinde.

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Letzte Woche Donnerstag kam der neueste Teil einer einst hochgelobten Spielereihe in die Läden dieser Welt: Command & Conquer Alarmstufe Rot 3.
Da ich schon teil 2 klasse fand und sah, dass man mit Tiberium Wars neue (hier mal eine Anmerkung, an jene, die immer "frische" schreiben. Es gibt keine frischen Einheiten, Ideen etc. Es gibt ja nunmal auch keine verderblichen Inhalte in Software. Eine KI kann nicht schlecht werden, die Grafik nicht schimmeln und das Design nicht eingehen. Das dazu..."frische (irgendwas)" sorgt bei mir für geistige Kotzkrämpfe, ebenso wie Deppenleerzeichen, Apostroph-S und andere rechtschreibtechnische Katastrophen, derer sich auch die buffed-Belegschaft nur zu gerne bedient)...öhm zurück zum Thema. Tiberium Wars brachte also einige neue und durchaus gelungene Ideen in das C&C-Universum. Zum Beispiel eine dritte Fraktion (scheint heute Standard zu sein), die Geheimdienstaufzeichnungen, Medaillen für die Mission (mit Nebenaufgaben und halt diesem geheimdienstlog), gelunge Videosequenzen und endlich mal wieder einer gelungenen Geschichte. Also war meine Hoffnung groß, dass man mit AR3 diese Tugenden ausbaut, schließlich warb man ja eifrig mit einer netten Schauspielriege.

Doch schon bei der Beta hatte ich so meine Zweifel. War auch AR2 schon bunter als Tiberian Sun, so grenzt AR3 schon an Grafikexzesse, die man sonst nur von Hello Kitty Online oder Blizzardschen Produkten kennt. Es war scheußlich bunt! Das mag zwar bei WoW funktionieren (nein, tut es auch da nicht) oder bei StarCraft (ebenso...nein!), aber es passt nicht zu C&C. Aber es unterstrich wohl die Richtung, in die das AR-Universum abdriftete...weg von der Ernsthaftigkeit und hin zum Klamauk. Das leicht trashig angehauchte Szenario von AR2 ging grad noch so, aber AR3 geht für meinen Geschmack etwas zu weit. Doch das muss jeder selbst entscheiden.

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Nun zum Spiel an sich. Es handelt thematisch davon, dass die Sowjets diesmal an einer Zeitmaschine basteln um die drohende Niederlage abzuwenden und dadurch aber einen neuen Feind, das Reich der aufgehenden Sonne, erwecken. Abgesehen davon, dass das gleiche Grundgerüst schon für Teil 1 herhalten musste, bietet dieses Grundgerüst genug Stoff für spannende Missionen.
Diese sind auch bis auf wenige Ausnahmen sehr gut gelungen. Man darf als Amerikaner den eigenen Präsidenten töten (Wunschdenken vieler Amerikaner während der Bush-Zeit?), als Japaner Pearl Habor verteidigen (genial^^) und, obwohl dieses schon bei AR2 viel Kritik losgetreten hatte (wegen 9/11), auch wieder diverse Innenstädte zerlegen...Yokohama, Heidelberg, Leningrad, Amsterdam, Stalingrad etc. Allerdings hat das ganze Missionsgerüst den entscheidenen Nachteil, dass man im gegensatz zu C&C3 nie das Gefühl hat, dass man selbst etwas für den Krieg getan hat. Schon nach 3 Einsätzen gegen die Russen sind diese besiegt, um am Ende nochmal den Todesstoß zu erhalten und man wird von einem Ende der Welt ans Andere geschickt und dann wieder zurück. Zusammenhängende Missionen wie beispielsweise die 3 aufeinander aufbauenden Akfrika-Missionen der GDI in C&C3 gibt es nicht. Ich hoffe, man versteht, was ich meine...

Wie bereits erwähnt, gibt es auch wieder viele hochkarätige Schauspieler wie Tim Curry, Jenny McCarthy, J.K. Simmons, Jonathan Pryce und George Takei...und als besonderes Schmankerl THE HOFF
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(der übrigens auf www.conquerthislife.com auf sehr witzige Weise Werbung für AR3 macht).
Aber etwas habe ich vermisst. Die Sequenzen spielen sich fast zur Gänze nur in den Einsatzbüros bei unveränderten Kameraeinstellungen ab. Keine toll inszenierten Reporter, Fernsehsendungen (die gibt es zwar, aber die sind mies) oder auch nur einfache Kameraschwenks. Man erinenre sich nur an die Gesten und Mimiken von Michael Ironside bei C&C3, der einem damit wirklich das Gefühl gab, dass man ein Mensch ist, der ihm gegenübersteht. Bei AR3 ist das Ganze ergo etwas langweilig dargestellt, aber immerhin gibts wohlgeformte Damen zu sehen.

Über die Einheiten mag ich garnicht viel sagen...es ist abgedreht, aber die Story gibt EA den Freiraum, alles zu probieren, worauf sie Lust haben.
Es gibt aber imemr noch die altbekannten Macken. Die Wegfindung der eigenen Einheiten ist grottenschlecht und auch der Co-COmmander ist manchmal etwas fragwürdig. Das Problem der seltendämlichen sammler wurde indes dadurch gelöst, dass man nun Minen (wie die Goldminen bei warcraft) hat und davor eine Raffinerie baut und ein Sammler immer die 5m hin und her fährt. Wohl das Eingeständnis, dass sie entweder zu unfähig oder zu faul sind, denen mal Intelligenz beizubringen.

Aber etwas wirklich herausragendes hat AR3: eine Koop-Kampagne. Man kann die gesamten 3 Kampagnen online mit einem freund zusammen spielen und wenn der nicht da ist, stellt einem das Programm einen Co-Commander zur Seite, dem man auch rudimentäre Strategien vorgeben kann. Sehr gelungen das Ganze und eine wirklich nette Idee. Nur manchmal fühlt man sich verlassen, wenn der Herr Co-Commander auf einer Insel nur Landeinheiten baut und diese dann mangels amphibischen Fähigkeiten nicht zum Feind übers Wasser bringen kann.
Eine groß angekündigte Neuigkeit war ja auch, dass man nun fast alles auf dem wasser bauen kann. Davon ausgenommen sind Kaserne und Panzerfabrik. Obwohl sich das System im ersten Moment sehr verwirrend anfühlt, macht es doch Sinn, da es so mehr Strategien ermöglicht und fast alle Landeinheiten auch im Wasser schwimmen können und viele Wassereinheiten auch auf dem land gut unterwegs sind. Den Japanern ist sogar die Luft egal, da deren Landeinheiten manchmal in selbige gehen und Lufteinheiten aufs Land hüpfen können. Also auch hier nett gemacht.

Letzter großer Pluspunkt ist die Musik. Diese passt hervorragend zu jeder Situation und Mission und es gibt einen stimmigen russischen Mänenrchor im Hauptmenü. Und Hell March 3...TEH BIEG NIED! Nehmen wir zum Beispiel die letzte Mission der Russen...wir sollen die Freiheitsstatue zerstören. Während man so vor sich hinbaut erklingt leise Jazzmusik und man wünscht sich fast, Frank Sinatra würde anfangen zu singen. DOch sobald der erste Schuß fällt, wechselt die Musik schlagartig von ruhiger Fahrstuhlatmosphäre auf Hagbartsche Gitarrenklänge
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Das alles klingt doch recht positiv...was sagt dann das Ergebnis?? Nun...die Einzelteile mögen stimmen, aber in der Summe tun sich arge Defizite auf. Die Missionen sind zu kurz und zu leicht...im Schnitt 30 Minuten bei 27 Missionen macht zu wenig. Dazu wirkt die Geschichte aufgrund der Sprünge zwischen den Missionen zu unfertig und holprig und aufgrund der tatsache, dass man die Missionen zu schnell absolviert, auch arg kurz. Die Schauspielleistung wirkt, wie bereits erwähnt, nicht so überzeugend wie bei C&C3 und auch die Einheiten fühlen sich an wie "auf Teufel komm raus das Stein-Schere-Papier-Priinzip haben wollen". Zudem kam erst im März das Addon zu C&C3 auf dem Markt und ein halbes Jahr später ein neues Produkt auf den Markt werfen mag wie bei Need for Speed und FIFA 1 bis 2-mal gutgehen, aber auf Dauer wird das nichts. Schon AR3 wirkt, als hätte es ein halbes Jahr mehr Reife und die ein oder andere Mission mehr verdienen können, ich hoffe, das wird sich bessern.
So bleibt am Ende nur ein nettes und völlig überdrehtes Spiel übrig, aber kein WOW-Effekt wie damals bei AR1 oder C&C3. Schade eigentlich..."nur" ein gutes Spiel, es hätte mehr werden können.
 
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