Metroid II: Return of Samus (GameBoy)

Khanor

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Es war wieder einer dieser Tage, an dem Töchterchen Zelda nicht zufrieden zu stellen war.

Hinlegen? Och nee, machs doch selbst, ich hab keine Lust dazu und mecker deswegen.

Sitzen? Kann ich noch nicht und es geht mir auf die Nerven, dass ich immer zur Seite wegsacke, also mecker ich deswegen.

Auf den Bauch? Willst du mich veräppeln? Das ist langweilig. Ich mecker deswegen.

Schlafen? Ha, der war echt gut! Statt dessen mecker ich einfach.

Spielen? Zu anstrengend, ich bin schließlich müde und kann einfach nicht schlafen. Ich mecker lieber deswegen.

Essen? Habt ihr auch Schnitzel? Nein? Dann mecker ich deswegen.

Als letzten Versuch schnallte ich mir die Dame um den Bauch und machte einige Meter in der Wohnung. Auf und ab, Flur rauf, Flur runter, nach einer halben Stunde auch mal bis ins Schlafzimmer und zurück ins Wohnzimmer. Es half und nach einiger Zeit schlossen sich Zeldas Augen.

Um nicht selbst vor Langeweile drauf zu gehen plünderte ich (wie erwähnt) den eShop des 3DS und erstand diverse Retro-Titel. Während ich nun in den vergangenen Wochen gelegentlich das eine oder andere "spannende" (*hüstel*) Zeitrennen bei Excite Bike gemacht habe hatte ich mein Hauptaugenmerk allerdings zuerst auf Metroid II gelegt.

http://www.texturemo...troid2_(12).png

Ich konnte es einfach nicht auf mir sitzen lassen, dass ich die Titel für den GameBoy Advance, den Super Nintendo, den GameCube und die Wii alle "bei Bewusstsein" (also im Alter von über 20 Jahren) mal durchgespielt hatte, mich aber an den Titel, mit dem ich den Einstieg in die mittlerweile auch 25 Jahre junge Reihe vornahm, einfach nicht mehr wirklich erinnern konnte.

Nunja, doch, so halb... Ich hab es ein Mal durchgespielt. Und es war verwirrend. Und es war aufgrund der vielen Grautöne extrem langatmig. Und gemein. Und schwer. Und die Screw Attack war immer hinterlistig zu mir. Und danach hatte ich so sehr Angst vor den Zeta-Metroids (siehe Bild, links unten), dass ich nicht mehr weiter als bis 75 % gekommen bin.

Hey... ich war eben gerade 9 oder 10 Jahre alt, was erwartet ihr?!

http://watchusplayga...ion-artwork.jpg

Im Spiel sahen die kleinen Kerlchen dann etwas anders aus und sogar im Vergleich zu den Gamma-Mutationen und erst recht zu den Omegas nahezu niedlich.

http://postfiles8.na...eta.gif?type=w3

Täuschend an diesem Aussehen war allerdings, dass die ollen Ratten verflucht schnell waren und mich mehr als das eine oder andere Mal überraschten, wie sie so plötzlich im Bild waren, mutierten und sich über mich her machten und ich nichts dagegen tun konnte.

Nach den Erfahrungen der letzten Tage kann ich dazu sagen: ich war eben erst 9 oder 10... Kein einziges dieser Mistviecher hat mich ableben lassen oder vor unbezwingbare Herausforderungen gestellt. Und meine Phobie habe ich nun auch abgelegt. Hier verhält es sich in etwa so wie mit Ridley aus Super Metroid, der lange Jahre ein echtes Schreckgespenst für mich war. Damals war ich eben auch erst 12 oder 13...

In guter, und auch in späteren Jahren beibehaltener, Manier funktioniert der Spielfortschritt durch stete Abwärtsbewegungen in Höhlen und Gängen des Planeten, bis man meint, unter den Stiefeln bereits das Ende der festen Planetenkruste zu spüren. In Metroid II gestaltet sich ein Vorankommen allerdings nicht dadurch, dass man neue Waffensysteme ergattert und somit neue, andere Türen und Schleusen öffnen kann (Super Metroid), sondern dadurch, dass durch das Töten aller Metroids in einem Abschnitt die Säure im Hauptschacht der Katakomben sinkt und man eine Etage tiefer auf neue Biester trifft.

Gelegentlich gibt es auch noch eine neue Strahlenwaffe dazu (wobei ich aus irgendwelchen Gründen den Ice Beam gleich im ersten Level verpasst habe...), die dann mehr Bumms hat oder einfach durch feste Gegenstände schießen und dahinterliegende Teile zerstören kann. Missile Tanks, um den maximalen Raketenvorat um 10 weitere Projektive aufzustocken, oder Energy Tanks, um weitere 100 Hitpoints mit sich herum zu tragen, sind natürlich an so mancher Stelle im Spiel "versteckt".

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Die Qualität der Verstecke halten sich in Grenzen, denn oftmals stolpert man ganz unfreiwillig über die Items, weil man auf der Suche nach dem richtigen Weg ist. Denn eins war damals noch für Weicheier: Karten! Der "Hardmode" wurde also schon von Haus aus gezockt und war nichts besonderes.

Auf meinem Weg durch SR388 (der "Mutterplanet" der Parasiten) hatte ich es glücklicherweise geschafft, halbwegs einen Überblick zu behalten. Auch, wenn es eine Stelle gab, an der ich mal wieder 10 bis 15 Minuten durch den gesamten Planeten geeiert bin, bis ich den Ort fand, wo es dann endlich weiter ging, habe ich es bis zum Schluss ausgehalten, ganz auf Retro zu spielen und nicht in neumodischer Art das Internet wegen einer Karte zu quälen.

Bis kurz vor dem Ende, wie ich zugeben muss.

Ich hatte alle Metroids erledigt, es stand also nur noch der Weg zur sabbernden Queen Metroid aus, doch ich fand einfach nicht den Weg zu ihr und musste auf Hilfe zurück greifen.

http://jansenprice.c...map_monnens.gif

Und ich muss zugeben, dass es äußerst peinlich ist... Wie erkläre ich es am besten...? Hm...

In Spielen mit unser aller Lieblingsklempner Mario sind die Level mit heimtückischen Löchern gespickt, in die man nicht hinein fallen möchte, um den Instant-Tod zu vermeiden. Metroid kommt seit seiner Schöpfung ohne so etwas aus, alle Räume in sich stellen eine geschlossene Lösung dar. In einem Raum, gespickt mit fiesen und pieksigen Nadeln auf dem Boden klaffte plötzlich ein Loch auf, über das ich im Affekt immer weitläufig hinweg sprang um den Tod zu vermeiden...

Aber nun weiß ich ja (wieder), dass dies der einzig richtige Weg für mich gewesen wäre
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Tja, und so nahm dann alles weitere auch seinen Lauf. Ein paar Stufen runter, einen Gang entlang, einen Tunnel rüber, ein paar nicht ernst zu nehmende Wächter-Metroids und plötzlich verändert sich die Musik und der Tunnel ist schwanger von Endboss-Stimmung...

Wie war die Taktik doch gleich... Keine Ahnung, aber die Queen war sau simpel, glaube ich. Also rein ins Getümmel.

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Nachdem ich nur zwei Minuten später ein grandioses Ableben zelebriert hatte wurde mir wieder klar, warum man Kindheitserinnerungen nur in betrunkenen Momenten hervor holen sollte, sie für wichtige Entscheidungen aber missachten muss.

Also auf ein Neues.

Und ein Neues.

Und ein Neues...

Pause, ich machs halt morgen.

Und so kam es dann, dass ich die langhalsige Schlange heute im 5,5ten in den Dreck ihres Unterschlupfes legte. Verusch Nr. 5 brach ich ab und flüchtete durch einen Tunnel in eine weiter unten gelegene Etage, weil mir die Missiles ausgegangen waren. Dabei hätte ich gedacht, dass man bei 200 Stück gar nicht so viel daneben setzen kann. Besonders, wenn der Boss den halben Raum ausfüllt.

Irrtum.

Also neu bestückt, rauf zu Mutti und wieder von vorn das Spiel.

Bereits ab halbem Füllstand dachte ich nur, sie könne sich langsam mal verdrücken. Ab Füllstand 58 begann ich diese Bitte auch vertont auszusprechen. Ab 30 wurde ich weinerlich. Ab 10 dann resignierend. Dann verschoss ich noch vier weitere und wurde trotzig...

...und als in der unteren Leiste eine lustige "001" flimmerte quiekte Queen Metroid und zerfiel zu Staub.

"Warum ist bei uns immer alles so verdammt knapp?!" - Keine Ahnung, Marty, aber ich fühle mit dir.

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Diese schnuckelige Metroid-Larve schlüpfte gerade, als ich den Mutter-Hort betrat. Ich weiß nicht, ob ihr die gravierenden optischen Unterschiede zwischen der Varia Suit von Samus und ihrem glibberigen eigenen Körper aufgefallen sind, aber da sie mich nun schon einmal als Mutter akzeptiert hatte, konnte ich sie auch gleich mitnehmen und sie von Samus in einer Forschungsstation abgeben, um die Metroids als alternative Energiequelle zu erforschen...

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Doch dieses Bild, ebenso wie die zugehörige Story, sind bereits Teil des Nachfolgers, Super Metroid auf dem Super Nintendo.

Für mich gab es nach dem Einstieg in mein Kampfschiff noch einen Abspann mit unaussprechlichen Namen, in dem mir witzigerweise auffiel, dass es zur damalogen Zeit noch "Debugger" gab, die auch so namentlich im Cast genannt wurden.

Und die ganze Zeit lief eine Samus in voller Montur auf die Kamera zu und ich schwärmte Yvonne noch vor, dass es damals für uns so genial war, diese und ähnliche Bilder zu sehen. Endlich mal den Charakter in groß und dann auch noch in Bewegung (damals gab es schließlich nur Comics davon) in einer Position, die im gesamten Spiel sonst nicht zu sehen ist. Yvonne quittierte dies allerdings mit unbeeindrucktem Desinteresse...
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Kaum zu glauben, dass es nur rund 6 Stunden waren (die gezeigte Spielzeit ist nicht von mir, sondern aus dem Netz geklaut
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). Und wieviele Wochen hielt uns dieses Spiel damals doch gleich auf Trab?

Abschließend sei jedoch noch ein Praxis-Tipp unter das Volk geworfen: Säuglinge finden die Sounds und die, naja, "Musik" in Metroid II nicht sonderlich ansprechend und werden unruhig, erwachen und quängeln, wogegen sie wieder einschlafen, wenn man den Ton wieder aus stellt.
 

ZAM

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Khanor

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Wer tut das nicht? ;)
 
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