Amycus' Geschichte

DangerousDetlef

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Sie ist sehr lang und stimmt garantiert nicht mit der offiziellen Geschichte überein, aber wem ihr glauben wollt, mir, einem Augenzeugen, oder jemand anderem, das ist euch wohl selbst überlassen... Im Folgenden hört ihr einfach nur die Geschichte eines Mannes, wie er sie wahrheitsgemäß wiedergibt.

Ein beschwerlicher Weg..

Teil I: Der Untergang

Große, graue, teilweise fast schwarze Gewitterwolken hängen über dem Himmel der Östlichen Lande. Schon seit einer Woche spielt das Wetter hier verrückt, obwohl der Sommer in den meisten Teilen Azeroths schon seine ausgiebige Wirkung zeigt. Auch im sonst so belebten Stratholme, der Hauptstadt der Östlichen Lande, scheint am heutigen Tage jedermann lieber zu Hause zu bleiben. Nur ein paar wenige Leute sind auf dem Markt zu sehen, um ein wenig einzukaufen.

So schön alle Häuser in Stratholme auch waren, eines konnten sie an Pracht nicht übertrumpfen: Die Villa der von Restratos in der Mitte der Stadt. Als eine der ältesten Familien der Stadt, besaßen die von Restratos natürlich nicht nur eine Villa. Ihnen gehörten einige der begehrtesten Grundstücke, die in Stratholme zu haben waren. Ihre Stimmen waren im Stadtrat immer wichtig und fanden Beachtung,ja, man schätze ihre Meinung sehr. Doch das alles hielt die von Restratos nicht davon ab, sich wie ganz normale Bürger zu sehen. Daher waren sie auch relativ beliebt, vielleicht nicht so sehr wie bekannt, aber es lag auch nicht in ihrem Anliegen irgendwie überall die Besten zu sein. Trotz des großen Reichtumes und dem Einfluss lebten in der großen Villa nur 3 Personen. Diese waren Linda von Restratos, ihr Ehegatte Herolus von Restratos und ihr kleiner, 6-jähriger Sohn Amycus. Die anderen Mitglieder, lebten weit außerhalb der Östlichen Landen, teilweise sogar auf dem anderen Kontinent namens Kalimdor. Um jedenfalls auf den Sommertag zurückzukommen, von dem wir sprachen, wenden wir uns jener Familie zu, die, abgesehen von dem ungewöhnlichen Wetter, an diesem späten Nachmittage noch nichts besonderes erlebt hat.

Im großen Wohnzimmer der Villa brannte nur ein Licht, und das war das des Kamins, welcher eine angenehme Wärme in dem ganzen Raum verbreitete. Vor dem Kamin, in einem beqeumen Chintz-Sessel, saß Herolus von Restratos, eine Pfeife im Mund, durch die er ab und zu dicken Qualm ausstieß. Vor ihm, auf dem Teppich, spielte sein kleiner Sohn Amycus mit einer Holzeisenbahn. Die Tür knarrte leise und Linda, Amycus' Mutter, trat in den Raum.
"Haha, mit seinen strohblonden Haaren und seinen blauen Augen sieht er immer wieder aus wie ein kleiner Engel.", meinte Herolus.
"Ja, das hast du vollkommen recht.", erwiderte Linda, lächelte leicht und betrachtete liebevoll ihren Sohn. Der Vater blickte zum Fenster hinaus. "Was dieser düstere Himmel wohl zu bedeuten hat?" Auch die Mutter betrachtete nun die mit Regen drohenden Wolken. "Ich weiß es nicht, ich denke aber, wir sollten ihnen einfach keine Bedeutung zumessen. Schließlich sind es nur Wolken." Die letzen Worte ihres Satzes gingen in einem lauten Donnergrollen unter, gefolgt von einem gleißenden Blitz, der das gesamte Zimmer erhellte. "Ach herrje!" sagte Linda, "Dort draußen geht ja die Welt unter!" "Es wird schon nichts passieren, Liebes.", antwortete ihr Mann. Doch plötzlich, ohne dass es jemand zuerst bewusst wahr nahm, mischte sich ein anderes Geräusch unter das Grollen des Himmels.

*klack.. klack.. klack*

Hunderte Schritte hallten von dem Kopfsteinflaster der Hauptstraße wider.
"Mein Gott, wer ist denn bei diesem Hundewetter noch unterwegs?", fragte Herolus. Er stand auf und wollte gerade zum Fenster gehen, als ein lautes Klopfen an der Tür alle im Raum zusammenfahren lies.

Langsam ging Herolus zur Tür und, noch langsamer, wie es schien, öffnete er diese. Draußen im Sturm vor ihm konnte er zuerst nichts erkennen, doch eine Silluhette bewegte sich immer näher, bis sie, durch das Licht des Kamins, ihr Aussehen preis gab. Es war ein stattlicher gebauter Mann, mit derbem Gesicht, in einer komplett roten Rüstung, mit einem weiß-roten Wappenrock darüber. "Entschuldigt die Störung," begann er mit rauer Stimme, "dürfte ich kurz eintreten?". Herolus schaute kurz zu seiner Frau und seinem Kind, blickte dann wieder zu dem Mann zurück und sagte: "Natürlich". Kurz darauf schloss er die Tür wieder hinter dem eben Eingetretenen. Der Blick des Mannes schweifte kurz durch den Raum und blieb dann an Linda hängen. "Wie unhöflich von mir," sprach er, "ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Marcus Antonius Lucis. Ich bin der Oberste des Scharlachroten Kreuzzuges." "Das sah ich auf den ersten Blick. Aber, mit Verlaub, was wollt Ihr denn von uns?", fragte Herolus. "Ah, das ist keine lange Geschichte. Ich und meine Mannen waren in den Hinterlanden, um die Geißel, die dort umherzog, zu vernichten. Doch leider konnten wir sie nur vertreiben, und sie flohen gen Norden, hier her, in die Östlichen Lande." "Und was hat das mit uns zu tun?". Nun war es Linda, die gesprochen hatte. "Nun ja, mir kam zu Ohren, dass in diesem Hause die Familie wohnt, die das meiste an Grund in dieser Stadt besitzt. Und sicher wollt auch Ihr vor der Geißel beschützt werden. Nun, ich und meine Mannen brauchen ein geeignetes Lager, und eines Ihrer Häuser wäre natürlich ideal dafür. Natürlich bin ich auch bereit, angemessen dafür zu zahlen." "Tut mir leid, wir sind nicht bereit, unser Grund an Leute zu vergeben, die wir noch nie vorher gesehen haben. Nehmt es nicht persönlich, aber diesen Grundsatz hatten schon meine Urväter." Plötzlich zog der Oberste der Scharlachroten ein breites Schwert aus der Scheide, welche er am Gürtel trug. Lindas Augen weiteten sich vor Schrecken und Amycus, der bisher ruhig auf dem Boden gesessen hatte, zuckte unwillkürlich zusammen.
Dann legte der Oberste das Schwert auf den Fenstersims uns sagte mit funkelnden Augen: "Es scheint mir, als wären hier doch härtere Verhandlungen von Nöten." Herolus, der ein wenig fahrig wirkte, blickte kurz aus dem Fenster. Der Sturm hatte nachgelassen und es nieselte nur noch leicht. Dann sprach er knapp: "Wenn Ihr es so wollt, dann sei es so. Aber meine Meinung wird nur schwerlich zu ändern sein." Er bot seinem Gast einen Stuhl an. "Amycus?" fragte er plötztlich scharf. "Ja, Vater?" erwiderte der Junge und sprang vom Boden auf. "Hier hast du einige Goldstücke, bitte geh doch zum Markt und kaufe ein wenig zum Abendessen ein." "Ja, Vater". Widerwillig nahm Amycus das Gold, holte seine Schuhe und eine Jacke, zog sich an und ging nach draußen. In diesem Moment war ihm nicht bewusst, dass er seine Eltern zum letzen Mal sah.

Draußen hatte es nun endgültig aufgehört zu regnen. Doch die gepflasterte Straße war so nass, dass man aufpassen musste, beim Laufen nicht auszurutschen und hinzufallen. Langsam ging Amycus Richtung Markt und dachte über den seltsamen Besucher nach. Er war ihm nicht geheuer. Schon allein die Augen, rabenschwarz, wie ein endloser Tunnel. Die Straßen waren noch ziemlich leer, alle hatten sich vor dem Regen in ihre schützenden Häuser zurückgezogen. Aber die Verkäufer standen immer noch draußen und boten lautstark ihre Waren feil. Amycus schaute sich auf dem Markt um und entdeckte sein gesuchtes Ziel: Den Stand des Schmiedes. Schnell lief er dort hin, um die dort liegenden Waffen zu begutachten. Schwerter. Diese hatten ihn schon seit kleinauf fasziniert. Wie sie da lagen, schimmernd, gekrümmt, gerade, groß, klein, zweihändig und einhändig. Alle seine Vorfahren waren große Krieger und Paladine gewesen, mit Schwertern, Schilden und prachtvoller Rüstung und Schmuck. Er kannte sie von den Bildern in der Bilbliothek der Villa. Doch Amycus interessierten immer nur die Schwerter. "Haha mein Junge, du wirst noch ein wenig brauchen, bis so eins tragen, geschweige denn führen kannst." Der Schmied hatte sich von seinem Amboss, an dem er gerade einen Brustpanzer schmiedete, wegdreht und Amycus beobachtet. "Ich weiß, aber eines Tages werde ich es können!" erwiderte der Angesprochene. "Das glaub ich dir, Kleiner." sagte der Schmied und wandte sich wieder dem Metall vor ihm zu. Nur schwer konnte sich Amycus von den vor ihm liegenden Schwertern abwenden. Aber er musste schließlich noch einkaufen. So ging er über den Markt, kaufte frischen Fisch, gefangen im naheliegenden Blackwoodsee, Obst und Gemüse. Fröhlich lief er nun nach Hause zurück.

Doch schon als er an die Eingangstür der Villa gelangte, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Diese stand nämlich sperrangelweit offen. Er rannte ins Haus hinein, um zu sehe was los war. Doch niemand war im Wohnzimmer. Er schaute sich um, und entdeckte in der hinteren Ecke plötzlich etwas. Er ging hin, um es sich genauer anzusehen. Ein großer, roter Fleck. Blut! Das selbige gefror jetzt Amycus in seinen Adern, er wusste aus Schock nicht, was er tun sollte. Doch plötzlich hörte Schritte auf der Treppe. Er wollte schon beinahe "Mutter! Vater!" rufen, doch er hielt sich zurück, denn unter das Geräusch der Schritte mischte sich plötzlich das von Metall, welches auf den Boden krachte. Das gleiche Geräusch, welches von den Scharlachroten Soldaten vorhin auf der Straße erklang. Alles außer Acht lassend rannte Amycus, so schnell und so leise wie möglich, zu dem Vorhang am Fenster und versteckte sich dahinter. Kurz darauf kamen zwei Männer, komplett in roter Rüstung, die Treppe hinunter. "Hier ist niemand mehr, auch kein Junge." meinte der Eine. "Hmm, ich glaub du hast recht, lass uns gehen." sagte der Andere. "Warte mal!" "Was ist denn?" "Woher kommt denn dieser Korb?" Amycus erstarrte hinter der Gardine. Er hatte den Einkaufskorb in seiner Eile auf dem Boden stehen lassen. "Welcher Korb denn? Ach der da.. Ist doch egal. Lass uns abhauen." "Aber der stand vorher noch nicht da!" "Haha, bis du von einem Irrwicht bessesen und siehst schon Trugbilder? Lass uns jetzt rausgehen." "Ja, meinetwegen." murmelte der andere, genauso rot anlaufend wie sein Rüstung.
Sobald die letzten Schritte verhallt waren, kroch Amycus aus seinem Versteck hervor. Er wusste nich was er jetzt tun sollte. Er fing an zu weinen. Er war erst 6 Jahre alt, doch in diesem Moment schwor er sich, dass es das letzte Mal in seinem Leben weinen würde. Als er die Augen wieder öffnete und sich die Tränen wegwischte, warf er einen Blick aus dem Fenster. Ein blutroter Himmel? War es denn inzwischen schon wieder so spät am Tage? Er ging zur Haustür, trat vorsichtig auf die Straße und was er da sah, raubte ihm den letzten Atem. Die ganze Stadt Stratholme stand in Flammen. Lichterloh brannten die noch vorher nassen Häuser. Menschen schrien, Pferde spielten verrückt und irgendwo bellte laut ein Hund. Es war ein entsetzliches Chaos. Jetzt wusste er, was er zu tun hatte: Er musste hier raus. Er rannte zum Osttor, welches der Villa am nächsten war, doch kurz davor bremste er ab und versteckte sich schnell hinter einer Ecke in einer kleinen Nebengasse. Da kam etwas zum Tor herrein... Untote! Ein schlürfender, langsamer Gang, hie und da lugten Knochen unter ihrem grünen Fleisch hervor, sie "unterhielten" sich mittels eines komischen Lautes und ein beißender Geruch von Verwesung ging von ihnen aus. Amycus schlüpfte, von der Parade vor ihm angeekelt, aus seinem Versteck und rannte Richtung Haupttor. Er wusste, dass seine Chancen gering waren, dort hinauszukommen, aber alle anderen Fluchtwege wurde vom Feuer versperrt.
Am Haupttor standen fünf Wachen. Amycus schob sich in den Schatten der Häuser und überlegte. Er sah zu dem gegenüberliegenden Haus. Das Feuer hatte es noch weitgehend verschont, selbst die Fenster waren noch intakt. Da hatte er eine Idee. Er nahm leise einen Stein in die Hand, holte weit aus und warf eine der oberen Fensterscheiben ein. Drei der Wachen wurden darauf aufmerksam und liefen zu dem Haus. Aber selbst die anderen beiden kamen ein Stück nach vorne, so dass sie nun mit dem Rücken zu Amycus standen. Dieser stahl sich so leise er konnte im Schutz des Schattens an den beiden vorbei.

Sobald er außerhalb der Stadtmauern war, begann Amycus zu rennen. Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt alle Soldaten in Stratholme. Er lief tief in den Gorewood-Wald (welcher später unter dem Namen Pestwald bekannt werden sollte), weiter und immer weiter, bis er außer Atem war und sich zum Ausruhen in das grüne Gras setzte. Wieder überlegte er. Er musste Hilfe holen. Doch wo? In das nahegelegene Dorf konnte er nicht, dieses war bestimmt auch schon von Untoten und Scharlachroten überfallen worden. Er entschied sich zur Kapelle des hoffnungsvollen Lichts zu gehen, bei der, wie er wusste, die Argentumdämmerung, die Armee der Östlichen Lande, stationiert war. So machte er sich auf den Weg..
Er brauchte nicht lange, bis er an der Kapelle angelangt war. Niemand war hier. Er hetzte zum Eingang der kleinen Kirche und stieß ihn auf. In der Mitte saßen ein paar Leute um einen Tisch, die, als der Junge hereinkam, aprupt aufhörten zu reden. Victor Tarlos, ein Feldmarschall der Armee, stand auf, sah den gehtzt wirkenden Junge und fragte nur: "Was ist los?"
"Stratholme.. Der Scharlachrote Kreuzzug.. die Geißel.." Mehr brachte Amycus nichts heraus. Der Marschall schaute ihn durchdringend eine Weile an, ging dann schweigend um den Tisch herum und verließ die Kapelle.

Noch am selben Abend sandte er 300 Mann nach Stratholme, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. Keiner von ihnen kehrte je zurück..
Seitdem gibt es die Östlichen Lande nicht mehr, sie werden jetzt allgemein als Östliche Pestländer bezeichnet und die Argentumdämmerung ist nun die Armee, die gegen die Geißel hier kämpft. Es gibt keinen Überlebenden außer Amycus, der berichten könnte, was in der Stadt vorgefallen war. Bisher kennt man den Zusammenhang zwischen Geißel und Kreuzzug nicht.
Doch Amycus wurde einfach in ein Waisenhaus in Stormwind gesteckt, und dort vergaß man ihn auch. Von seine Eltern gibt es keine Nachricht, man geht davon aus, dass sie bei der Verwüstung der Stadt ums Leben gekommen sind. Doch Amycus schwor sich, seine Eltern zu finden, oder zumindest eine Botschaft oder irgend etwas, was ihren Tod bestätigen könnte, um endlich Gewissheit zu bekommen. Und er schwor sich, den Scharlachroten Kreuzzug komplett auszulöschen...



Teil II: Die Geschichte eines Mannes

Vier Jahre sind seit der Katastrophe in Stratholme nun bereits vergangen. Vier Jahre lebte Amycus im Waisenhaus in Stormwind. Doch was auch immer es sein mochte, er war immer anders als alle anderen. Im Waisenhaus war jeder vertreten Gnom, Zwerg, Nachtelf, Mensch, ja manchmal hatte man sogar ein Trolljunges oder einen kleinen Orc da. Doch Amycus blieb immer für sich allein. Alle anderen waren gerne in Stormwind unterwegs, sahen sich die Sehenswürdigkeiten an und betrachteten voller Ehrfurcht die Statuen der großen Helden der Allianz. Sie wollten werden wie sie, mächtige Krieger, vom Licht erfüllte Paladine, weise Magier oder heilige Priester. Nur Amycus.. es schien, als wüsste er, das dies nicht seine Bestimmung war. Schließlich musste er eines Tages irgendwann einmal den Scharlachroten Kreuzzug niederstrecken, und genau deshalb wollte er seine Fähigkeiten mit Sorgfalt auswählen. Er hatte nur Angst, denn aus den Geschichten in den Bücher der Bibliothek Stormwind wusste er, dass er keine der Fähigkeiten der großen Helden besaß, und dass er so vielleicht nie seine Eltern finden könnte..

Eines Tages kam das alte Ehepaar Peldor in das Waisenhaus. Auch sie waren sehr wohlhabend, doch aller Reichtum konnte ihnen nie die Kinder ersetzen, die sie nie haben konnten jedoch wollten. So sprachen sie mit der Leiterin des Waisenhauses und schauten sich eine Liste der Kinder an, die hier wohnten. Beim Durchlesen fiel ihnen ein Name auf: von Restratos. Dieser Name kam ihnen bekannt vor, nur wussten sie nicht woher. Auf jeden Fall zeugte das "von" vor dem Namen davon, dass der Junge aus einer gut gestellten Familie kam und von daher sehr gut zu dem alten Paar passen würde. So kam es, dass Amycus von nun an den Namen Peldor trug.

In einem schönen Haus im Wald von Elwynn, genauer gesagt am Spiegelsee, verbrachte Amycus nun weitere vier Jahre seines Lebens. Er war gehorsam seinen neuen Eltern gegenüber, wenn auch recht schweigsam, aber das störte seine neue Familie nicht. Er war ihr neuer Liebling, bis sich etwas an seinem 14ten Geburtstag zutrug, was niemand erwartet hätte.

Wie Amycus bislang verschwiegen wurde, gehörte es zur Familientradition, dass jeder Nachkomme der Peldor an seinem 14ten Geburtstag beginnt, den ehrenhaften Weg eines Paladins einzuschlagen. Amycus war entsetzt, denn er hatte sich immer noch nicht entschieden, was er ein mal werden sollte, um den Scharlachroten das Handwerk zu legen, aber der Weg des Paladins missfiel ihm immer sehr. Er versuchte seine Eltern davon zu überzeugen, doch diese wollten nichts davon hören, und als Amycus zu hartnäckig wurde, sperrten sie ihn in sein Zimmer ein. Noch in der selben Nacht floh er von zu Hause.

Fortan lebte er allein im Wald, ohne jemanden um sich herum. Zuerst hatte er Angst ganz allein, doch er lernte, unaufällig, nicht sichtbar, ja, verstohlen zu sein. Somit blieb er vor wilden Tieren verschont. Im Sommer tötete er Tiere und sammelte Beeren, um sich am Leben zu halten, doch im Winter wurde das sehr schwierig. Also begann er im naheliegenden Goldhain Nahrung zu stehlen. Leider war dort die Gefahr erkannt zu werden sehr groß, da das Haus seiner Zieheltern nicht weit entfernt lag. Doch eines Tages sah er, wie ein einzelner Mann eine gesamte Karawane an Händlern überfiel und schnell wieder verschwand. Das war es, was Amycus lernen musste! Er beobachtete wochenlang andere Diebe, wie sie Händler überfielen und merkte sich die Technik, um die selbst zu lernen. Schließlich wurde er ein wahrer Meister im Diebstahl, der die Kunst nicht nur kannte sondern auch perfektionierte. Nur eines, das machte er nicht wie seine Kollegen. Alle anderen Diebe benutzten Dolche, da sie klein, handlich und trotzdem gefährlich für einen Diebeszug am besten geeignet waren. Doch Amycus nutzte immer Schwerter. So wurde im Umgang mit diesen besser als manch ein Krieger oder Paladin.

15 Jahre lang hörte man nichts von Amycus Peldor, der von zu Hause wegelaufen war. Das Leben in Goldhain und im Wald ging friedlich weiter, denn da das alte Ehepaar bereits tot war, schürte niemand die alte Geschichte wieder auf. Doch eines Tages kam ein stattlicher Mann, mit zerlumpten, blutgetrankten Kleidern die Straße hoch. Er trug den Wappenrock des Scharlachroten Kreuzzuges. Er ging in das Gasthaus, ging, die starrenden Leute ignorierend, die Treppe hinauf und nahm sich ein Zimmer. Eine Woche später verlies er es wieder, und niemand kümmerte sich mehr darum. Doch eines Tages machte der Gastwirt seine Abrechnung, und ihm stockte der Atem, als er den Namen sah, mit dem der seltsame Gast damals unterschrieben hatte: Amycus von Restratos.
Keiner wusste, wo er all die Jahre war, und nur wenige hatten eine Ahnung, was er getan haben könnte. Es kursierte das Gerücht, dass er sich im Alleingang durch das Scharlachrote Kloster, einen Stützpunkt des Kreuzzuges in Tirisfal, wortwörtlich gemetzelt hat, um an Informationen über seine Eltern zu kommen. Als Trophäe soll er den Wappenrock mitgenommen haben, den er bei sich trug. Wo er jetzt ist, weiß niemand. Vielleicht hat er aufgegeben. Vielleicht kämpft er alleine weiter. Vielleicht hat er sich auch unerkannt einer Gilde angeschlossen, weil er merkte, dass er es alleine nicht schafft. Auf jeden Fall ist er noch nicht im Gedächtnis der Leute gelöscht wurden, und vielleicht zeigt er sich eines Tages wieder...

To be continued... ?
 
Ich muss schon sagen sehr nette Geschichte. Da merkt man das sich jemand etwas überlegt hat!

Der Schreibstil ist auch toll! Sehr Spannend!
 
jop muss ich dir rechtgeben ne super sache sehr interresant...

a story in the story =)
 
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