Das WoW-Fortsetzungs-Roman-Projekt

Gamerhenne

Rare-Mob
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... ist seit heute in meinem Blog zu finden.

Vielleicht hat jemand Lust mit zu lesen ? Dann nur zu.

P.S. Ich bin kein proffessioneller Schreiberling und treffe mit Sicherheit auch nicht jedermanns Geschmack.
Trotzdem bin ich für qualitativ ordentliche Kritik immer zu haben.
 
Soyala Weißfell saß mit seitlich angezogenen Beinen in der Kochecke des Zentral-Tipis bei dem großen Kupferkessel und rührte langsam den köchelnden Samp-Brei herum, während Großmutter Falkenwind neben ihr kleine Pemmican-Rollen formte, um sie anschließend sorgsam in dicke Lederfetzen zu wickeln.
Der Wind blies inzwischen kühl über Camp Narache und irgend jemand klappte das große Fell des Haupteingangs vor die Öffnung, um die Anwesenden vor der kalten Luft der einbrechenden Dunkelheit zu schützen. Soyala blinzelte ab und zu wegen des Rauches, der über ihr hinweg durch den Abzug in der oberen Tipiöffnung gezogen wurde. Alles machte den Anschein, als führe sie ihre Aufgabe nur äußerst gelangweilt durch, wäre da nicht ihr eines Ohr, das sich unmerklich in Richtung der Ältesten gedreht hatte.
Das Powwow der Alten dauerte jetzt schon mehrere Stunden und Soyala und die Großmutter versorgten Häuptling Falkenwind und die anderen Beisitzenden unterdessen mit frischem Wasser, dem Brei aus Maisflocken und den Pemmican-Fleischpastetchen.
Angestrengt versuchte die junge Taurin die gesprochenen Worte der Ratsmitglieder zu verstehen, aber alles, was von der Versammlung zu ihr herüber drang war unverständliches Gemurmel und ab und zu ein Schnauben. In ihrer Neugierde entging ihr, daß Großmutter Falkenwind längst das letzte Pemmican-Röllchen beiseite gelegt hatte und sie jetzt schmunzelnd ansah.
Als Soyala dies bemerkte, zog eine leichte Röte über ihr hübsches kuhähnliches Gesicht und sie suchte nach einer Ablenkung.

»Großmutter Falkenwind, erzähl mir doch bitte noch einmal, warum ihr mich Soyala Weißfell genannt habt.«

Die betagte Mutter von Häuptling Falkenwind ächzte leise während sie ihre untergezogenen Beine etwas ausstreckte. Dann kroch sie an die Rückseite des Zeltes, wo sie sich mit dem Rücken gegen die lederne Wand lehnte.

»Schon wieder, mein Kind? Habe ich dir die Geschichte nicht schon ungefähr eintausend Mal erzählt? Na gut, lass mich einen Moment nachdenken, ob ich mich auch wirklich noch genau erinnere. Aber rühr weiter, ich möchte nicht, dass der Brei anbrennt!«

Soyala nickte und tat, wie sie geheissen wurde.
Großmutter Falkenwind schwieg einen Moment und sah dem aufsteigenden Rauch hinterher, ehe sie anfing zu erzählen.

»Es war vor ungefähr zwanzig Wintern, zur Zeit der Wintersonnenwende, welche die Bedeutung deines Vornamens ist, da kam ein jüngerer Häuptling Falkenwind als heute aufgeregt ins Dorf zurückgekehrt. Damals war er natürlich noch nicht Häuptling, nur mein ältester Sohn. Er war mit einigen anderen mehrere Tage auf der Jagd gewesen, um die Gemeinschaft mit Fleisch für den Winter versorgen zu können. Während die anderen die toten Bison-Körper trugen, trug er nur ein kleines Bündel vor sich her. Er kam rasch zu mir und reichte mir den Packen, der sich sachte bewegte. Ich schlug die vielen Lagen Stoff auseinander und musste fast meine Augen schließen, so hell war das Fellchen des kleinen Körpers, der vor uns lag. Schnell war mir klar, was mein guter Sohn da auf seinem Weg gefunden hatte und wir legten dich neben das wärmende Feuer. Die Frauen rubbelten deine kurzen Ärmchen und Beinchen, flößten dir Maisflockenbrei ein und wir waren heilfroh, als wir endlich ein entrüstetes Schnauben von dir bekamen.«

Großmutter Falkenwind lachte leise und Soyala wurde wieder rot unter ihrem schneeweißen Fell.

»Warum war ich alleine, Großmutter?«

Die Alte zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf mit den kurzen Hörnern.

»Das weiß bis heute niemand, Soyala, aber wir alle sind sehr froh, daß Mutter Erde dich zu uns geführt hat.«

Soyala dachte einen Moment lang über das Gesagte nach und nickte dann, während sie frischen Maisbrei in die Schalen der Versammlungsteilnehmer füllte, die von einer anderen anwesenden Frau weitergereicht wurden.
 
Nach einer Weile löschte sie das Feuer unter dem Kessel und verzog sich zu Großmutter Falkenwind in den hinteren Teil Zeltes, wo sie eine ihrer Näharbeiten aufnahm. Es gehörte zu ihren Aufgaben so lange anwesend zu sein, bis das Powwow beendet wurde und niemand mehr nach Nahrung oder Wasser verlangte.
Unter halb geschlossenen Lidern hervor betrachtete sie die Runde.
Da saß Harutt Donnerhorn, der Kriegerlehrer neben Bronk Stahlgrimm, dem Rüstungsschmied des Dorfes. Grull, ein näherer Verwandter Häuptling Falkenwinds, war genauso anwesend wie Windfeder, die mächtigste weibliche Kriegerin des Stammes.
Über all diesen erhob sich die aufrecht sitzende Gestalt des Häuptlings, der um einiges größer war als die anderen Teilnehmer der Runde. Gleich neben ihm saß seine engste Vertraute, die Seherin Rabenfeder, mit geschlossenen Augen und atmete gleichmäßig.
Soyala bewunderte die vollkommenen Gestalten ihrer Stammesbrüder und -schwestern.
Die Tauren waren außerordentliche Wesen mit kuhgleichen Körpern und Gesichtern. Sie gingen jedoch aufrecht auf ihren hinteren Hufen und ihre oberen Gliedmaßen endeten in dicken fingerartigen Gliedern.
Ihre Augen blickten intelligent und ihre Köpfe zierten die verschiedensten Mähnenfrisuren aus denen kurze oder längere Hörner ragten. Alle trugen Kleidung aus Stoff oder Leder und von manchen Stämmen hörte man sogar, daß sie die Kunstfertigkeit des Schmiedens beherrschten.
Der Bären-Clan, dem Soyala angehörte war ein friedliebender Clan, der sich weitgehend aus Kriegen und Streitereien heraushielt und doch saßen all diese wichtigen Persönlich-keiten jetzt beim Powwow zusammen und sprachen über Dinge, die die unbedarfte junge Taurin wohl nie verstehen würde.
Sie war nichts Besonderes, niemand Wichtiges, jedoch hatte sie innerhalb des Stammes ihre Aufgaben wie jeder andere auch und sie war damit vollkomemn zufrieden. Ihre Näharbeit sank langsam in ihren Schoß und die Augen wurden ihr schwer und schwerer. Gerade noch bekam sie mit, dass Seherin Rabenfeder in einen leisen Singsang verfiel, wie sie es immer tat, sobald sie sich in Trance begab um mit den Ahnen zu sprechen. Die Zeit verging.
Als Soyala von der donnernden Stimme Falkenwinds erwachte, wußte sie nicht, wie lange sie vor sich hin gedöst hatte. Sie hob den Kopf und gewahrte, daß alle Teilnehmer des Powwows sie anstarrten.
Der Kopf des Häuptlings wand sich nur leicht der an seiner rechten Seite sitzenden Seherin zu, als er sie aus dem Mundwinkel fragte:

»Und du bist dir ganz sicher, Windfeder?«

Die Angesprochene nickte lediglich und Falkenwind schüttelte unwillig die Mähne.

»Nun... wenn die Ahnen es so wünschen...«

Soyala sah von der Gruppe zu Großmutter Falkenwind, die sie mit sorgenvollen Augen anblickte. Was hatte sie verpasst? WAS wünschten die Ahnen ?
 
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Hehe, endlich was Neues...

Also, der Teil des Kapitels ist wieder schön geworden. Allerdings wünsche ich mir nach wie vor ein paar mehr Beschreibungen, was die Charaktere angeht, und längere Kapitel. Das hier ist viel zu klein, damit kann man ja nichts anfangen.
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Greets
 
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Der Häuptling schwieg ein paar sehr lange Sekunden und es sah so aus, als mahle er dabei mit seinen starken Backenzähnen. Dann seufzte er tief und winkte Soyala zu sich her.

»Komm zu uns herüber, Ziehtochter.«

Soyala blickte zur Großmutter, die ihr ein aufmunterndes Zeichen mit dem Kinn zuwarf. Sie rappelte sich hoch, strich über ihr einfaches Kleid aus Rehleder und tappte zum Feuer hinüber. Dort blieb sie erst einmal ratlos stehen. Auf einen Blick des Häuptlings hin, rutschten Harutt Donnerhorn und Gart Nebelläufer etwas auseinander und schafften in ihrer Mitte Platz für sie. Die junge Taurin zögerte kurz und sank dann zwischen den beiden auf die Knie. Steif wartete sie darauf, was als nächstes kommen würde.
Blicke wurden ihr zugeworfen, man musterte sie von oben bis unten, als würde man sie zum ersten Mal sehen. Dabei kannten die meisten sie schon von dem Zeitpunkt an, als sie als junges Kälbchen auf diese merkwürdige Weise zum Stamm kam. Lediglich die Seherin hielt ihre Augen weiterhin geschlossen. Keiner sprach ein Wort. Soyala sah von einem zum anderen und wollte gerade ansetzen zu sprechen, als Rabenfeder die Lider öffnete. Ihre Augen, die sich auf die Taurin direkt gegenüber richteten, waren mit einem milchigen, undurchsichtigen Film überzogen und die Stimme, die zu Soyala sprach, war nicht die Stimme, die diese von Rabenfeder kannte. Es war die Stimme der Ahnen.

»Die Erde trauert, denn ihre Kinder wenden ihr Antlitz von ihr ab. Sie vergessen ihre wahre Mutter und suchen Rat bei fremden Göttern. Diese Götter heißen Macht, Gier und Gold. Nur noch wenige sprechen zur Mutter und handeln in ihrem Sinne. Der Rest ihrer Kinder sticht ihr Waffen in die Brust und vergießt Blut auf ihrem Gesicht. Die Clans liegen im Streit miteinander und vergessen, daß sie doch eigentlich eins sein sollen, denn sie stammen vom selben Samenkorn. Diejenigen, die im Sinne der Mutter handeln, nennen wir Druiden. Sie sind eins mit der Natur, eins mit den Tieren, eins mit den Wäldern und der Erde unter ihnen.
Sie sind eins mit der Mutter! Doch es gibt nur noch wenige von ihnen. Ihr müsst euch erinnern! Nutzt die Zähigkeit des Bären und die Kraft des Löwen, den Scharfsinn des Adlers und die List des Wolfes.
Lasst nicht zu, dass Mutter Erde länger trauert. Wir erwählen DICH um in ihrem Sinne zu handeln.......«

Die Stimme der Seherin erstarb. Ihre rechte Hand erhob sich wie von selbst und wies mit ausgestrecktem Zeigefinger.... direkt auf Soyala Weißfell.
 
Hi Rinnan,

Deine Fortsetzung ist nicht schlecht geworden. Du hast tatsächlich ein paar mehr Beschreibungen einfließen lassen (sehr zu meiner Freude
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) und das Thema schön weitergeführt. Auch weiß ich jetzt, um was es insgesamt gehen wird.

Allerdings will mir der letzte Satz nicht so recht gefallen. Ich wünschte mir eine detailliertere Reaktion der Taurin. Denn die sitzt jetzt sicherlich nicht vollkommen gelassen auf ihren Hufen und lächelt vor sich hin, oder?
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Greets,
Fifi
 
natürlich tut sie das nicht, aber an dieser Stelle schien mir wieder eine geeignete Stelle für einen Schnitt *G*
Damit ihr hübsch bis zum nächsten Teil warten müsst...ich bin grausam *fg*
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Allgemeines Gemurmel und Geschnaube erhob sich erneut zwischen den Anwesenden am Feuer.
Soyala senkte unwillkürlich den Nacken, als erwarte sie, geschlagen zu werden und hoffte inständig, dass sich alles als riesengroßer Irrtum herausstellte. Sie hatte schon Geschichten über Druiden gehört. Geschichten über Magie und Naturgewalten, über Formwandler und Kämpfe um Ehre und Gerechtigkeit.
Aber sie? Nein, sie war keine von diesen sagenumwobenen Druiden. Sie war doch nur eine kleine Taure ?
Häuptling Falkenwind erhob sich schwerfällig und seufzte dann wieder.

»Nun denn, die Ahnen haben tatsächlich gewählt und ihre Wahl gilt es nicht in Frage zu stellen.«
Er nickte seiner Seherin zu.
»Rabenfeder, du sorgst dafür, dass es Soyala an nichts mangelt. Sieh zu, daß sie für Ihren Weg ausgestattet wird und dass sie auf ihre Ausbildung ordentlich vorbereitet wird.«
Er wandt sich Richtung Ausgang und Soyala sprang auf.

»Vater...was passiert denn nun? Wohin werde ich geschickt?« Die junge Taure war verwirrt.

Auch die restlichen Versammlungsmitglieder standen nacheinander auf. Einige von Ihnen klopften ihr aufmunternd auf die hängenden Schultern, andere wiegten lediglich bemitleidend den Schädel.
Dann folgten sie dem Häuptling nach draußen. Lediglich Seherin Rabenfeder stand noch bei ihr.
Soyala blickte sie ratlos an. »Ist das eine Strafe ?«

Rabenfeder jedoch lachte amüsiert.

»Eine Strafe, meine Schwester? Wo denkst Du hin? Das ist eine Ehre, du wirst zur Ausbildung nach Donnerfels geschickt um eine Druidin zu sein. Laß mich dir die Geschichte unseres Stammes erzählen, dann wird dir einiges klarer werden. Komm und fürchte dich nicht. Alles wird seinen Weg gehen. «

Die Seherin faßte Soyala sanft am Oberarm und führte sie hinaus, durch das Dorf und in ihr eigenes Zelt. Soyala erfuhr in dieser Nacht, dass es nie Druiden im Bären-Clan gegeben hatte. Der Stamm hatte einige der bekanntesten Krieger hervorgebracht, die im Kampf wußten, mit ihren Waffen umzugehen, doch Magie, insbesondere Naturmagie, war niemals etwas, womit der Clan in Berührung gekommen war.
Früher hatte es viele Druiden, Schamanen und Magier in anderen Stämmen gegeben, doch durch die Heirat von Clan-Angehörigen mit Mitgliedern anderer Clans, wurden die Druiden immer seltener. Es war, als wären die Gene der Magiebegabten ausradiert worden. Nur noch selten wählte Mutter Erde eines ihrer Kinder aus, um mittels Magie in Kriege zu ziehen. Soyala verstand nicht, warum ausgerechnet sie jetzt diese Tradition des Stammes brechen sollte, aber Rabenfeder vermutete, daß es mit ihrer unbekannten Herkunft mehr auf sich hatte, als bisher angenommen wurde. Dies herauszufinden, war jetzt Sache derjenigen, die Soyala während ihrer Ausbildung bei sich aufnehmen sollten. Ihre erste Reise würde sie nach Donnerfels führen, der Hauptstadt der Tauren, hoch oben auf einem steinernen Plateau, über den grünen Weiten von Mulgore.
Soyala erschauerte bei dem Gedanken, bald weit fort von ihrer Familie zu sein, in einer Fremde, wo sie niemanden kannte und immer mit dem Gedanken daran, was die Ahnen wollten, und besonders, was Mutter Erde wohl von ihr verlangte
 
2

Tage später kam für Soyala die Zeit um aufzubrechen. Noch lange waren sie und Seherin Rabenfeder in der Nacht von Soyalas Erwählung durch die Ahnen zusammen gesessen und hatten das Ereignis durchgesprochen.
Rabenfeder wies den Dorfbäcker an für den Reiseproviant zu sorgen und viele der Bewohner kamen, um Soyala nützliche Geschenke zu überreichen, die sie vielleicht gebrauchen konnte. Großmutter Falkenwind brachte ihr einen besonders warmen Mantel aus hellem Rentierfell und zerdrückte ein paar kleine Tränen im Augenwinkel. Soyala selbst war zwischenzeitlich nicht mehr als ein aufgeregtes, nervöses Bündel Kuh. Ein paar der älteren Frauen des Stammes versuchten bereits seit einiger Zeit ihre Mähne in ordentliche Zöpfe zu legen, aber Soyala sprang immer wieder auf, um ihre Reisetaschen zu durchsuchen und gegebenenfalls den Inhalt neu zu sortieren. Sie würde niemals wagen, laut über diesen „Irrtum“ den die Ahnen offensichtlich gemacht hatten zu sprechen, ihre Gedanken allerdings liefen ungefähr auf das selbe hinaus.

Als die Frauen es endlich geschafft hatten, Soyalas Haar zu ordnen, ihr das einfache Reisekleid über zu stülpen und ihr den Mantel auf die Schultern zu legen, hob sich das Fell, das den Eingang zu Soyalas Hütte bedeckte und Häuptling Falkenwind schob den mächtigen Kopf zur Öffnung herein. Zwischen seinen Hörnern sitzend trug er den aufwändigsten Kopfputz, den er besaß. Mit einer Geste der Hand bat er Soyala vor die Türe. Als die junge Taure hinaustrat, standen alle Bewohner des Dorfes auf dem großen Hauptplatz. Die Krieger waren ebenfalls geschmückt, hatten ihre besten Rüstungen an und jeder trug seinen wertvollsten Kopfschmuck.
Die Frauen waren in ihre hübschesten Gewänder gekleidet und hatten sich kostbare Perlen aus verschiedenen Edelsteinen auf ihre Haare gezogen. Häuptling Falkenwind stand mitten unter ihnen, flankiert von zwei bewaffneten Wachen, die Soyala nur flüchtig kannte, da sie sich meistens auf Patrouille durch das umliegende Land befanden. Mit Schrecken, Ehrfurcht und ein wenig Rührung gewahrte sie, dass dieser ganze Auflauf nur ihr galt, jeder wollte sie verabschieden, ehe sie auf ihre große Reise ging. Schüchtern trat sie nach vorne. Der mächtige Tauren-Häuptling räusperte sich.

»Liebes Kind. Als Du vor Jahren zu uns kamst, hätte niemand es für möglich gehalten, daß der Clan der Bären eines Tages wieder voller Stolz eine Auserwählte von Mutter Erde nach Donnerfels schicken dürfte. Kinder der Natur sind selten geworden in diesen schweren Jahren des Blutvergießens und unsere Hoffnung liegt auf jedem von ihnen. Vielleicht wirst du deinen Weg alleine gehen müssen, vielleicht wirst du in Donnerfels auch andere Auserwählte treffen, die dein Schicksal teilen, aber immer sollst du daran denken, daß alle unsere Wünsche jederzeit mit dir sind. Jeder hier wird für dich beten und ich selbst werde deine Ausbildung mit Interesse beobachten.«

Er wies auf die beiden Wächter neben sich.

»Diese beiden hier, Torak Schnellhuf und sein Sohn Rendan, werden dich nach Donnerfels begleiten, damit kein Feind deinen Weg stört. Viele werden Dir nach dem Leben trachten, so wie sie nach jedem Leben eines Auserwählten der Erde trachten, denn ist deine Ausbildung erst einmal beendet, wirst du eine mächtige Frau sein. Torak wird zu uns zurückkehren, denn ich kann auf seine Pflichten hier an den Grenzen von
Mulgore nicht verzichten. Rendan jedoch wird seine Dienste in deine Hände legen und dich begleiten, wohin du auch gehen wirst.«

Der Häuptling schnaubte bekräftigend während Soyala unter ihren langen Wimpern her einen prüfenden Blick auf die beiden Wächter warf, wofür sie mit einem unverschämten Grinsen von Rendan beschenkt wurde. Schnell sah sie wieder weg. Rabenfeder war in der Zwischenzeit an die Seite des Häuptlings getreten, in ihren Händen einen langen, kostbar gearbeiteten Holzstab, den sie Soyala entgegen hielt.

»Nimm dies, als Zeichen deines neuen Status. Er wurde extra für dich gefertigt und mit allen guten Zaubern unserer Ahnen belegt. Möge er dir gute Dienste leisten und dich in heiklen Situationen beschützen. Sei demütig zu deinen Lehrern und befolge ihre Anweisungen.«

Soyala nahm den Stab an sich und drehte ihn in den Händen. Er war glatt poliert, sicher tausende Male geschliffen, bis er so glänzte und die eingekerbten Zeichen überzogen ihn nahezu vollständig. An einigen Stellen war er mit Lederbändern umwickelt, damit ihre Hände dort einen festen Griff hatten und sein oberes Ende zierte ein großer grüner Edelstein, der dort befestigt war. Soyala verneigte sich dankbar vor der Seherin und ihrem Ziehvater. Sie wußte nicht genau, was sie sagen sollte, aber sie vermutete, daß dies auch nicht weiter notwendig war. Ihre Taschen waren bereits von leiser Hand aus ihrem Zelt gebracht worden und wurden auch schon von Torak und Rendan umgehängt. Nur die Tasche mit ihren besonders persönlichen Gegenständen nahm Soyala selbst und ehe sie sich versah, war sie auch schon auf dem Weg, der aus dem Dorf hinaus führte. Hinter ihr folgten Torak und Rendan und die jubelnden Dorfbewohner, die ihr alle möglichen guten Grüße hinter her warfen.
 
Eine ganze Weile, es mögen vielleicht 3 oder 4 Stunden gewesen sein, gingen sie alle schweigend den Weg entlang, Soyala, als frischgebackene Druidenanwärterin vorneweg und hintendrein, mit etwas Abstand, Torak und Rendan. Die kieselerdige Straße, die aus dem Dorf hinausführte, wurde schnell von niedergetrampelten Pfaden abgelöst. Links und rechts davon sah Soyala bald nur noch wogende Gräser und vereinzelte Bäume auf der Steppe stehen.
Sie war froh, dass weder Torak noch Rendan das Wort an sie richteten. So konnte sie ihren eigenen Gedanken nachhängen und sich ausmalen, was sie dort draußen wohl für Aufgaben zu erfüllen hatte. Ein paar Male drehte sie sich halb nach ihren Begleitern um, um zu sehen ob sie noch folgten, aber Torak sorgte offensichtlich dafür, daß der Abstand sich weder vergrößerte, noch verringerte.
Irgendwann im Laufe des Tages jedoch, wurde die Taure absichtlich langsamer und ließ ihre Begleiter überholen, so daß sie nun diejenige war, die sie von hinten in Augenschein nehmen konnte.
Torak war ein großer Bulle, fast so groß wie Häuptling Falkenwind und das dunkle Haar auf seinem Kopf und Nacken wurde bereits leicht grau. Sie konnte einige verheilte Narben auf den Stellen erkennen, die nicht durch seine Rüstung verdeckt wurden und auch sein Schwanz wies am Ansatz eine sichtbare Kerbung auf, die er sich wohl im Zusammentreffen mit irgendwelchen grenz-übertretenden Feinden zugezogen hatte.
Rendan war nahezu einen Kopf kleiner, trotz allem aber immer noch größer als sie selbst und sein Fell glänzte tiefschwarz in der inzwischen hoch am Himmel stehenden Sonne. Er benutzte offensichtlich irgendwelche Fette um sein Fell vor dem Wetter zu schützen. Seine Mähne hing geordnet über seinem Rücken, in der Mitte zu einem dicken Zopf zusammengebunden. Als spürte er ihren Blick in seinem Nacken, drehte er sich just in diesem Moment zu ihr um und starrte ihr in die Augen. Soyala erschrak einen Moment und hielt verwirrt an.
»Ah... Torak? Wie weit ist es denn eigentlich bis Donnerfels?«

Sie stützte sich ein wenig auf ihren Stab und schob die Umhängetasche von einer Hüftseite auf die andere.
Rendan blieb stehen, ebenso der Ältere, der sich jetzt auch nach ihr umdrehte.

»Bist du müde, Mädchen?« brummte er tief.

»Ich habe ganz vergessen, daß du kein Patrouillen-Läufer bist, so wie wir. Wir können gerne eine Rast machen, Donnerfels ist ungefähr eine Tagesreise weit entfernt von unserem Dorf.«

Er sah nach dem Stand der Sonne und schützte dabei die Augen mit einer Hand.

»Wenn wir die Geschwindigkeit halten können, sind wir noch vor Mitternacht dort.«

Rendan sah sich derweil um und deutete schließlich mit der Hand auf eine Stelle etwas weiter entfernt, wo einige Bäume in der Gruppe standen und etwas Schatten auf den Boden warfen.

»Dort drüben können wir Rast machen!«

Torak nickte und wand sich wieder an Soyala.

»Folgen wir ihm, wir haben Wasser und eine Brotzeit dabei. Zu schwer sollten wir in der prallen Hitze nicht essen, sonst wird dir beim Gehen schlecht.«

Die junge Kuh nickte und setzte sich erneut in Bewegung, hinter Torak und Rendan her. Am Rastplatz angekommen, ließ sie sich seufzend aufs Gras gleiten und lehnte sich mit dem Rücken an einen Baum.
 
also mir gefällt die geschichte richtig gut, mal endlich was aus horde sicht, mit kühen und nix mit elfen... großes lob dazu
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aber ich galube ein kleiner fehler ist mir aufgefallen: im 2.abschnitt schreibst du :
"Gart Nebelläufer, seines Zeichens Meister der Druidenkunst"
später kommt dann aber immer dass sie keine druiden im dorf haben, sonst hätte ja auch er sie gleich ausbilden können.

is mir nur aufgefallen, nicht bös gemeint.
also weiter so!
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arghs...das stimmt ja, den zweiten Teil hatte ich in seiner "Originalfassung" hochgeladen, dabei wollte ich den Druiden ja damals weglassen und ihn gegen einen anderen Charakter ersetzen, hab ich total vergessen
Danke für den Hinweis, ist gleich geändert, gut aufgepasst
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Schöne Geschichte ^^

Eine junge Taurin auf ihrem Weg der Druidenkünste - Die Idee finde ich sehr gut, es handelt von meinem Lieblingsvolk und obendrein ein schöner Stil =)

Ich verfolge den Thread seid November und warte immerzu auf den nächsten Teil - Schreib bitte weiter, langsam wirds spannend. Mich interesiert, wie die Ankunft in Thunder Bluff aussehen wird. ^^
 
Unter halb geschlossenen Augen hervor beobachtete Soyala, wie Torak und Rendan ein kleines Lager aufbauten. Sie fühlte sich ziemlich müde. Bereits nach wenigen Minuten kippte ihre Schnauze auf ihre Brust und sie nickte ein.
Erschrocken fuhr sie wieder hoch, als eine Hand sie an der Schulter berührte. Sie blinzelte nach oben und erblickte Torak, der ihr eine Scheibe Brot mit einem großen Stück Käse entgegen hielt.

»Viel ist es nicht, aber wir können später in Donnerfels eine ordentliche Mahlzeit nehmen.«

Soyala nickte dankend und begann auf dem Käse zu kauen. Torak gesellte sich wieder zu seinem Sohn und auch die beiden aßen ein wenig, während es über der Steppe langsam zu dunkeln begann und die Kühle des Abends herein brach, wofür Soyala ziemlich dankbar war. Die Zikaden begannen ihren abendlichen Gesang.
Nachdem sie zu Ende gegessen hatte, wischte sie sich die Hände mit einem kleinen Stück gegerbtem Fell aus ihrer Umhängetasche ab und stand auf. Langsam trottete sie zu ihren Begleitern hinüber.

»Ich möchte mir etwas anderes anziehen, ehe wir weitergehen. So kann ich nicht in Donnerfels ankommen. Was sollen die Leute nur von mir denken?«

Soyala deutete an ihrem staubigen Alltagskleid hinunter. Rendan warf ihr von unten herauf einen prüfenden Blick zu und Torak nickte brummend.

»Wenn du meinst. Wir haben noch etwa eine halbe Stunde, dann sollten wir wieder aufbrechen, wenn wir Donnerfels noch vor dem Übergang zum nächsten Tag erreichen wollen.«

Die Taurin nickte und bückte sich dann zu den Taschen um aus einer von Ihnen nach kurzem Wühlen einen runden Lederballen zu ziehen. Sie richtete sich auf und sah sich um. Wo konnte sie sich nur umziehen ?
Ihr Blick fiel auf das kleine Grüppchen Bäume, unter dem sie vorhin noch gesessen hatte und sie beschloß, daß einer davon breit genug war, um ihre Gestalt zu verbergen, also setzte sie sich dorthin in Bewegung. Sie umrundete die Bäume und blickte von allen Seiten hervor, prüfend, ob sie vor den Blicken der Männer geschützt war. Zufrieden nickend begann die Taurin, sich des schmutzigen Kleides zu entledigen und rollte das Lederbündel auf.
Darin aufbewahrt lagerte ihr kostbarstes und hübschestes Kleid aus hellbeigem Leder mit dunkelbraunen Fransen und Kordeln aus geglätteten Lederbändern. Das Oberteil des Kleides war mit polierten, grünlich schimmernden, flachen Steinen bestickt. Durch jeden von ihnen waren säuberlich zwei kleine Löcher gebohrt worden, damit man einen Faden hindurch ziehen konnte, der den Stein auf dem Kleid festhielt. Das ganze Kleidungsstück war zweiteilig und wurde von ebenfalls braunen Lederbändern von der Schulter bis zum Bein hinunter an der Seite zusammen gehalten. Vorsichtig lockerte Soyala die Schulterbänder und schlüpfte von unten hinein. Sie schob den Schädel durch die Kopföffnung, darauf bedacht nicht mit den Hörnern irgendwo hängen zu bleiben und ließ das Unterteil des Kleides an ihrem Körper hinunter fallen.
Während sie sich so streckte und dabei zufällig nach oben sah, fiel ihr Blick direkt in zwei kleine geschlitzte Augen, die sie aus dem Baum von oben herab ansahen. Soyala blinzelte erschrocken....und auch die beiden Schlitzaugen blinzelten, während sich aus dem Maul darunter zischelnd eine gespaltene Zunge hervorschob. Dann fiel der gesamte Körper der nicht gerade kleinen Schlange vom Ast herunter. Die Taurin begann zu schreien.
Nur wenige Sekunden später waren Rendan und Torak bei ihr, beide mit ihren Waffen im Anschlag. Rendan mit seinem blanken Kurzschwert und Torak mit dem kunstvollen Langbogen, der sonst immer über seinem Rücken hing. Sie zielten beide auf die am Boden liegende Schlange, die sich züngelnd aufrichtete. Soyala trat einen Schritt zurück, den Blick weiter auf das Tier gerichtet. Dann bemerkte sie, dass die Zikaden schwiegen und nur noch der Wind und das leise Zischen der Schlange zu hören waren.

»Soyala Weißfell...«

Der Wind sang ihren Namen. Die Schlange blinzelte.

»Soyala Weißfell....«

Die junge Kuh hörte, wie Torak neben ihr die Sehne spannte und auf einmal hob sie die Hand. »Nicht ! Nicht schießen, ich glaube sie will mir nichts tun.«

Rendan schnaubte mißmutig und scharrte mit einem Hinterhuf.

»Bist du dir sicher ? Woher willst du das wissen ?«

Die Schlange nickte leicht mit dem dicklichen Kopf und Soyala neigte ihre Hörner etwas.

»Ich glaube...ich weiß das, weil sie...mit mir spricht.«

Diesmal war es an Torak zu schnauben.

»Bullenhaufen! Schlangen sprechen nicht ! Im übrigen höre ich auch gar nichts.«

Er nahm allerdings seine Waffe hinunter und bedeutete Rendan, dasselbe zu tun. Die Schlange zischelte abgehackt und in Soyalas Kopf ertönte ein leises Lachen. Da mußte auch sie etwas lächeln und sie kam wieder näher. Die Schlange sah sie an und zischelte wieder. Zumindest war es ein Zischen in den Ohren von Torak und Rendan. Soyala hingegen verstand jedes Wort, das das Tier zu ihr sagte. Sie betrachtete eingehend die hellbraune Farbe des Tieres, das von einem dunkleren Muster durchzogen war. Die braunen, geschlitzten Augen blickten intelligent und wachsam. Soyala kannte die Schlangenart aus den Geschichten, die andere Dorfbewohner stets erzählt hatten. Es handelte sich um eine Bullennatter, welch Zufall...oder doch nicht ? Soyala schätzte die Länge der Schlange auf etwa einen und einen halben Meter.
Sie ließ sich vor dem Tier auf die Knie und streckte vorsichtig eine Hand aus. Die Schlange kam ohne Scheu näher und stieß mit ihrem Maul dagegen. Beide sahen sich eine Weile an und schließlich richtete die Taurin sich wieder auf und drehte sich zu ihren Begleitern um.

»Es ist alles in Ordnung. Das ist Pitu. Sie ist mein Geistführer und wird sich uns von jetzt an anschließen. «

Rendan glotzte sie blöde an und Torak blökte, aber Soyala machte keine weiteren Anstalten irgendetwas zu erklären. Eine halbe Stunde später brachen sie zu ihrem letzten Abschnitt auf dem Weg nach Donnerfels auf. Drei Tauren, denen in einigem Abstand eine große, hellbraune Schlange folgte.
 
Kurz vor Mitternacht erreichte die Gruppe schließlich Donnerfels und stand vor den großen Aufzügen, die die Besucher hinauf auf das große Plateau beförderte, auf der die zentrale Stadt der Tauren erbaut war. Pitu, die bisher immer ein wenig Abstand von der Gruppe gehalten hatte, kam heran und berührte Soyala am Knöchel.

»Nimm mich hoch und steck mich in deine Tasche«, erfolgte die gedankliche Bitte.

Soyala ließ sich von Torak eine der Taschen reichen, in denen vorher die Reiseverpflegung gewesen war und begann, ihre Habe aus der Umhängetasche dort hinein zu stecken um Platz für die Schlange zu schaffen. Rendan und Torak beäugten das Tun diesmal kommentarlos. Als der Aufzug nach unten kam, half die Taurin ihrer Geistführerin gerade in die geleerte Tasche zu kriechen. Das Tier passte gerade so hinein, daß die Öffnung noch durch den Überschlag verdeckt werden konnte, lediglich die Ausbuchtungen, die durch der Schlange Windungen verursacht wurden, sahen etwas merkwürdig aus.

»Du versteckst dich doch nicht etwa, Pitu ?«, fragte Soyala die Schlange, als sie alle gemeinsam auf die Beförderungsplattform traten.

Pitu jedoch zog es vor, erst einmal zu schweigen, während die Gefährten alle miteinander nach oben fuhren.
In der Stadt war ein geschäftigtes Treiben zu Gange, obwohl es schon spät in der Nacht war. Überall gingen Wachen umher und Soyala und ihre Begleiter konnten viele junge Tauren erkennen, die von irgendwelchen Begleitern verabschiedet wurden. Die junge Taurin stolperte aufgeregt vorwärts und wirbelte dann zu Torak und Rendan herum.

»Oh, bitte! Haben wir noch Zeit uns die Stadt anzusehen ? Ich war noch nie an so einem riesigen Ort.«

Torak nickte gnädig und wies dann nach rechts, wo der Weg auf einem Rundweg durch ganz Donnerfels führte. Die Stadt war in der Tat groß. Sie bestand aus vier miteinander verbundenen Plateaus, von denen das zentrale am größten war. Von dort aus führten Hängebrücken zu den anderen Anhöhen. Zu der der Jäger, zur Anhöhe der Geister und zur Anhöhe der Ältesten. Als sie langsam durch die Stadt gingen, begegneten ihnen Kriegernovizen, Jäger-Anwärter und junge Kühe und Bullen in den Lehrlings-Trachten der Schamanen. Überall wurden Taschen aufgehäuft und ein paar Tränen vergossen, während die Auszubil-
denden zu ihren Wohnzelten gebracht wurden.
Soyalas Augen wanderten umher und auf einmal war sie auch überhaupt nicht mehr müde. Sie blieb stehen und zupfte Rendan am Ärmel.

»Rendan, warst du auch hier, zur Ausbildung ?«

Der Angesprochene schnaubte kurz, nickte und deutete dann mit dem Kinn auf einen massigen Bullen, der gerade eine Schar von jungen Kriegeranwärtern um sich herum versammelte.

»Das da drüben ist Sark Rachtotem. Er war mein Lehrer.«

Soyala starrte ehrfürchtig hinüber. In diesem Moment sah der Kriegerlehrer auf und sein Blick fiel auf Rendan. Er betrachtete ihn lange und schließlich nickte er etwas unterkühlt. Soyala blinzelte und musterte ihren Begleiter von der Seite.

»Er sieht nicht sehr erfreut aus, dich zu sehen, oder kommt mir das nur so vor ?«

Der junge Krieger zuckte mit den Schultern.

»Wir hatten nach meinem Weggang aus Donnerfels eine kleine Meinungsverschiedenheit, was meine Karriere anging. Weiter nichts.«

Danach beschloß Rendan, den Rest des Weges in Stille zu verfallen. Schließlich kamen sie an Soyalas Bestimmungspunkt an, vor der Halle der Ältesten, auf der gleichnamigen Anhöhe. Durch den offenen Eingang konnte Soyala verschiedene, große Personen erkennen, die ihr schon beim bloßen Anblick Respekt einflößten. Torak ging voraus, verneigte sich beim Eintreten höflich vor allen Anwesenden und steuerte dann geradewegs auf einen älteren Tauren zu, der in der Hand einen wunderbar gearbeiteten und sicher sehr kostbaren Druidenstab hielt, gegen den Soyalas Stab ein besserer Ast war. Er wartete, bis Rendan und Soyala aufrückten und sprach ihn dann an.

»Erzdruide Runentotem, ich bringe Euch hier Soyala Weißfell, eine Anwärterin für die Ausbildung zur Druidin. Sie wurde von den Ahnen selbst erwählt...«

Der Erzdruide hob Einhalt gebietend die Hand.

»Ich weiß! Die Ahnen haben mich bereits unterrichtet.«

Er ließ seinen durchdringenden Blick über Soyala schweifen, die am liebsten im Boden versunken wäre. Schließlich blieben die Augen des Alten auf ihrer Umhängetasche haften.

»Hallo Pitu«, sagte er mit ruhiger Stimme, »Es ist lange her. Ich habe schon gehört, daß dir wieder erlaubt wurde, einem Druidenanwärter beizustehen.«
 
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Langsam schob die Schlange ihren Kopf aus der Öffnung und zischelte den Erzdruiden leise an. Runentotem hob seine Hand in einer magischen Geste.

»Es sei dir gewährt zu sprechen!«

Pitu seufzte erleichtert auf..

»Ah...den Ahnen sei mein Dank!« sprach sie laut und deutlich, so, daß sogar Torak und Rendan erschrocken zusammen zuckten. Die Schlange drückte sich aus der Tasche empor, ließ sich auf den Boden in den Staub gleiten und blickte sich aufmerksam um.

»Es hat sich viel verändert, in einigen Hundert Jahren.« Sie sah am Erzdruiden hoch.

»Ich glaube, du bist auch um einige Jährchen gealtert, wie, Runentotem?«

Der alte Taure schüttelte den Kopf und schnaubte.

»Ich hoffe sehr für dich, daß du aus deinen Fehlern gelernt hast, Pitu, und daß du die Chance nutzt, die die Ahnen dir gegeben haben, denn es ist deine letzte.«

Er wand sich an Soyala.

»Es steht dir frei, einen anderen Geistführer zu wählen, junge Druidin. Wenn du es wünschst, werden dir weitere Begleiter vorgestellt.«

Soyala neigte den Kopf nachdenklich und sah der Schlange von oben herab in die blinzelnden, geschlitzten Augen. Dann hob sie energisch die Hörner.

»Ich will nicht wissen, was Pitu in früher Vorzeit getan hat und wofür die Ahnen sie bestraften. Ich möchte, daß sie mein geistiger Führer bleibt!«

Erzdruide Runentotem nickte auf ihre Worte hin.

»Dann soll dies so sein. Die Wahl ist getroffen und wird akzeptiert. Eure beiden Seelen werden untrennbar verbunden sein. Mögen die Ahnen euch jeder Zeit begleiten. Und nun geh, Soyala Weißfell. Die Nacht ist nur noch kurz. Du wirst morgen Gelegenheit haben, dich von deinem Begleiter Torak zu verabschieden, ehe deine Ausbildung beginnen wird. Und du....« Er deutete auf den Krieger Rendan.

»Du wirst dich bei deinem ehemaligen Lehrer Sark Rachtotem melden, gleich nach Sonnenaufgang.«

Rendan straffte seinen Schultern, wußte aber daß er diesem Befehl kaum widersprechen durfte und neigte den Kopf in einer demütigen Geste. Der Erzdruide nickte ebenfalls noch einmal allen zu und drehte ihnen dann seinen mächtigen Rücken zu, ein Zeichen, daß ihre Audienz bei ihm als beendet galt. Torak gab Rendan, Soyala und der Schlange ein Zeichen sich zurückzuziehen und trat auf den Vorplatz vor dem Zelt. Er deutete in Richtung der Druidenunterkünfte.

»Geh dort hinüber, Soyala, da wirst du andere Anwärter finden und jemand wird dir einen Schlafplatz zuteilen. Pitu wird dich begleiten. Wenn der morgige Mittag anbricht, werde ich mich auf den Rückweg nach Hause machen und gerne deine Grüße an die Familie mitnehmen. Rendan wird bleiben und seine ihm aufgetragenen Arbeiten annehmen. Wir sprechen morgen vormittag noch einmal miteinander. Versucht alle noch ein paar Stunden zu ruhen.«

Dann gingen sie auseinander, jeder in seine Richtung, nachdenklich, was der neue Tag wohl bringen würde.
 
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