Die alten Zeiten werden nun mal (leider) nicht wiederkommen. Dafür hat vor allem WoW gesorgt, an dem sich in irgendeiner Art und Weise - und es sei es nur beim Interface oder simple Abläufe im Spielsystem - alle gegenwärtigen und sicher auch kommenden Spiele orientieren werden. Und warum auch nicht? Wie überall in der Wirtschaft will man halt auch hier ein Stück vom Kuchen.
Muss mir das gefallen? Nein, sicher nicht. Ich persönlich finde, die Spieleindustrie hat in den letzten Jahren gewaltige Schritte zurück gemacht und nicht voran. Aber das ist halt meine persönliche Meinung, die 99 Prozent aller Leute nicht teilen. Deshalb bleibt mir nur der Schritt, zu Nischenprodukten zu greifen. Und was soll ich sagen: Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit. Ich habe in Ultima Online MEIN Spiel gefunden; ein Spiel, das man sicher noch besser machen kann, aber das meiner Meinung nach so weit über allen anderen Spielen heutzutage steht, dass es mir schwer fällt, das überhaupt in Worte zu fassen.
Wenn ich schon Begriffe wie Endgame-Content höre, kriege ich das Kotzen. Da werden Spiele durch "Content" künstlich verlängert, in dem ein Patch nach dem anderen nachgereicht wird. Die User sind ein paar Wochen zufrieden und fangen dann erneut an sich zu langweilen. Neue Items kommen ins Spiel, um den zahlungs- (und farmwilligen) Käufer bei Stange zu halten. Ein Teufelskreis, der Spielen meiner Meinung nach nicht gut tut. Dabei könnte dieses Problem einfach gelöst werden. Durch auch nur ein Mindestmaß an Spieltiefe. Aber in den "WoWs" von heute gibt es nur eines: farmen, farmen, farmen. Keine Wunder, dass die Langeweile einsetzt.
Richard Garriot hat mit Ultima ONline ein Spiel geschaffen, das nicht nur Spiel sein will, sondern eine Welt simuliert. So umfangreich, so tiefgehend und so anspruchsvoll, wie man es heute einfach nicht mehr findet. Eve-Online und Vanguard-Spieler mögen mir verzeihen, aber UO bietet nicht nur eine überaus glaubhafte Welt, mit Dutzenden von Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern auch das beste PvP-System aller MMORPGs.
Engame-Content? Ruf farmen? Dutzende Male in die gleiche Instanz rennen? Items, Items, Items, die man nach ein paar Monaten wegschmeißen kann? PvE-Content? All das kennt UO nicht und wird trotzdem von vielen seit über 10 Jahren gespielt. Schon komisch, nicht? Das liegt vielleicht daran, dass einem einfach nicht langweilig wird.
Zu WoW: WoW ist sicher kein schlechtes Spiel, nur darf es halt nicht als Rollenspiel angesehen werden, das in Tradition der früheren RPGs steht. Blilzzard hat hier etwas Neues geschaffen, und das äußerst professionell. Und ich persönlich kann mich dem TE nur anschließen: ich mag das Kampfsystem von WoW. Es ist anspruchsvoll und schnell. Und dies vor allem im PvP. Das BG-Farmen öde ist, das PvP sich eigentlich auf die Arena reduziert, das Open-PvP so gut wie nicht existiert, all das sei mal dahingestellt, aber Spass macht der reine Kampf Spieler gegen Spieler sicher.
Ich persönlich würde mir auch wünschen, dass die Zeit noch einmal zurückgedreht wird: vor dem C64 sitzen und in wochenlanger Arbeit die Dungeons von Bards Tale auf Karopapier übertragen, mit Ultima ein Spiel zu finden, wie es nichtlinearer kaum sein kann, mit System Shock eiin Spiel zu finden, das in punkto Atmosphäre bis heute unerreicht ist, die ersten Monate in Ultima Online, als die Playerbase noch so groß war, dass man kaum einen Housespot finden konnte... all das fehlt mir doch sehr.
In dem Sinne: Prost