Hallo zusammen!
Ich habe mir mal den Gefallen angetan, 11 Seiten lang einen Thread zu verfolgen, welcher in der ersten Hälfte den Vergleich von MMo´s anhand des Beispiels Barde zum Thema hat, in der folgenden Sequenz von den Vorschlägen von Geopard und darauf folgender Diskussion dominiert wird.
Was für eine Streitkultur!!!
Näheres an Erläuterungen erbitte ich, mir zu ersparen, Wiederkäuen ist nicht mein Trachten und Streben, wer wissen will, was ich meine, möge bitte die o.a. 11 Seiten noch einmal lesen!
1. Online-Spiele sind miteinander vergleichbar, da sie gleiche, ähnliche bzw. unterschiedliche Spielelemente verwenden, sie treffen in ihren Ausformungen nur individuelle Geschmacksnerven. Daraus folgen auch die Bewertungen eines jeden einzelnen, wobei auf dieser Ebene Urteile über ein Spiel unsinnig sind, da bei jedem Online-Game bestimmte Notwendigkeiten erfüllt werden müssen. Alle Elemente müssen halt in einen Spielekontext eingebettet werden, der ja nicht einfach nur mit dem Begriff Fantasy zu beschreiben ist, sondern bei HdRO oder WoW seinen jeweils spezifizierten Charakter erhält. Deswegen passt der Druide und der Priester halt nur zu WoW, der Barde nur zu HdRO, weil sie innerhalb ihrer eigenen Spielewelt nicht das Gesamtgefüge sprengen. Verbesserungen oder weitere Differenzierungen der einzelnen Klassen lassen sich durchaus vorstellen, aber sie dürfen der Glaubwürdigkeit der einzelnen Spielfiguren in ihrer eigenen Spiel- und Gedankenwelt nicht schaden.
Es ist völlig blödsinnig, einen Vergleich von MMO´s daran festzumachen, mein Dudu kann das und dein Barde kann weniger; derjenige, der solches betreibt, versteht den Sinn des einzelnen Spieles sowie den kontext nicht, in den sein Avatar eingebettet ist!
Wenn ich oben schrieb, das diese Spiele miteinander vergleichbar sind, bezieht sich diese Aussage mehr auf den quantitativen Bereich, für einen qualitativen müssten erst einmal Kriterien aufgestellt werden, was denn an Spielelementen tatsächlich notwendig, nützlich und herausragend ist. Die tabellarischen Beiträge in den Spielezeitschriften sind selbst m.E. fragwürdig.
2. Geopard, deine Anregungen in allen Ehren, zugegeben, es lässt sich einiges verbessern in HdRO, aber:
wie ich Deinen Beiträgen entnehmen kann, hast Du nur den Film gesehen, kennst die Bücher nicht - wobei Tolkien nicht nur diese Trilogie verfasst hat, sein Werk ist wesentlich umfangreicher und greift weit in die nordische und germanische Mythologie - muss ich Dir leider ein gewisses Mass an Inkompetenz zuschreiben.
Deine Vorschläge treffen nicht den Geist der Bücher und der Tolkienschen Fantasy-Welt, die Intentionen des Autors; es dreht sich nicht um physikalische Naturgesetze, um Götter, um magische Erweiterungen, um reale Kampfmechanismen, um PVP-Erweiterungen, usw. Jedenfalls nicht in Mittelerde.
Da treten Gottheiten usw. in den Hintergrund. Diese Erbsen-Diskussionen sind weitestgehend überflüssig.
Zudem ist diese Trilogie nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Fantasy-Universums Tolkienscher Prägung, der Ringkrieg ist zeitlich gesehen der kürzeste Teil.
Dem Autor schwebte die Erschaffung eines neuen, eigens für die englische Literatur zu schaffenden Heldenepos vor, vergleichbar mit dem Nibelungenlied, der Edda, den franz. Heldenepen um Chretien de Troyes, die als Nationalepen in die Geschichte der jeweiligen Länder eingegangen sind.
Und eines der zentralen Themen war für Tolkien neben dem Umgang mit Macht, Gerechtigkeit, Verantwortung, Loyalität und Heldentum auch das der Moral.
Insofern passt auch die Umsetzung dieser Eigenschaft im Spiel! Moral ist, wie o.g., nicht nur einfach Lebenspunkte, und Kraft ist nicht Mana, das ist eine andere Welt, die von WoW z.B.
Moral ist etwas Grösseres in diesem Spiel, Umfassenderes, was darüber hinaus auch durch die Wirkung von Grauen und der Macht des Schattens ausgezeichnet dargestellt und verdeutlicht wird - warum sonst gibt es Edhelharnmünzen, warum ist in Bruchtal die Moral so hoch, und was hebt die Moral einer Gruppe???
Musik!
Du siehst, die einzelnen Bestandteile des Spieles passen zueinander, das ist das Wichtige! Sie ergeben in einem spielerischen Kontext Sinn. Und sie werden dem Buch gerecht! Ich möchte es bei diesen wenigen Beispielen bewenden lassen.
Also lass dem Barden seine Musik in diesem Spiel, und verschone uns mit physikalischen und medizinischen Gegebenheiten. Ich könnte an dieser Stelle ja auch kurz einfliessen lassen, dass mir die Gewerke wie Medizin, Geschichte und Literaturwissenschaft von Berufs wegen nicht fremd sind, ich lasse diese Peinlichkeit.
Nur der eine Hinweis, dass zu allen Not - und Kriegszeiten für die Macht der Musik die Menschen sehr dankbar und empfänglich waren.
Auf der Ebene von Spielephilosophien/Umsetzung von Spielideen bin ich gerne bereit, weiter zu diskutieren, aber nicht über die Wertigkeit von WoW (habe ich selbst über 2 Jahre gespielt) und HdRO oder anderen Online-Games im Vergleich zu spekulieren. Jedes Spiel hat seinen Reiz, man sollte nur nicht andere unsachlich geringschätzen. Jeder hat seinen eigenen Bezug zu einem Onlinespiel, man sollte dies aber nicht als Argument ausgeben, es ist höchstens ein Standpunkt.
Und ein letztes: wenn ich es richtig verstehe, versuchst Du, Geopard, AD&D Regelwerk dem HdRO überzustülpen, das passt überhaupt nicht, auch wenn es Deinem physikalischen Realitätssinn am nächsten kommt, lass es bitte!
Ein Allerletztes: Vetaro, danke dafür, dass Du diesen leichtfertigen Umgang mit der Sprache noch einmal angemerkt hast. Ansonsten hätte ich das noch einmal aufgegriffen. Wer einmal die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar besucht hat, der kann vielleicht ein wenig ermessen, was dieser Satz " Jedem Das Seine " für die KZ-Häftlinge - und nicht nur für sie - bedeuten haben muss.
Wehret den Anfängen, auch in der Sprache, niemand muss die Sprachkompetenz eines Karl Kraus besitzen, aber jeder kann dazu beitragen, dass der "barbarische" Sprachterminus der Nazis nicht in seine eigene Sprache einfliesst!
Ansonsten wünsche ich Allen, die HdRO, WoW oder anderes spielen, viel Vergnügen
MfG
Aranthion