Auch ich habe mich ein paar Tage in der Beta rumgetummelt und möchte ein paar Sachen hier niederschreiben.
1. Die Rassen und Klassen
Zu Beginn habe ich mir die Elyos zugewant, obwohl ich eigendlich etwas bößes wollte, aber ich muss sagen, die Entscheidung war auch nicht schlecht (und ich hab mehr für den Release zu entdecken). Wie viele sagen sind die Frauen natürlich schöner und lassen sich auch wesendlich stylischer einstellen. Aber auch die Männer (zu denen ich jetzt stehe) haben Styl, vor allem im Kampf, aber dazu komm ich noch.
Also hab ich begonnen mir einen Charakter zu erstellen. Name war schnell gefunden, den den will ich auch zum Release mir reservieren. Ich habe mich nur kurz beim ersten Charakter mit den Einstellungen umgeben, beim zweiten Charakter aber dafür umso mehr. Und ich muss sagen, besser gehts in keinem MMO. Vom Riesen mit Glatze, über den Heihachiverschnitt bis hin zum kleinen süßen schulmädchenhaften Fräulein ist alles drinnen. Ich hab mir dann mal einen Zwerg gebastelt, war nicht schwer und sieht später in voller Montur richtig gut aus.
Die Auswahl der Klasse zu Beginn finde ich in Ordnung, Hdro hat es aber besser gemacht (auch Star Wars Galaxies), bei vielen Cutscenes im Spiel hätten ein paar für die Klasse und deren späterer Werdegang sicher nützlich sein können. Die spätere Auswahl dagegen finde ich zwar spielerisch gelungen (Super Sequenz und die Prequests), aber dafür fehlen mir die Informationen. Ohne mich vorher zu informieren hätte ich wahrscheinlich nicht wirklich viel davon gewusst.
Der Krieger mit seinen späteren Formen des Templers und des Gladiators sind wahre Überlebenskünstler, ich habe mich teils mit 2 und einmal mit gar 3 Mobs abgegeben und habe es mit etwas Timing und Glück geschafft diese zu besiegen. Dafür hat er aber keine zu tollen Animationen (bin bis lvl 16).
Der Magier mit seinen Formen des Beschwörers und Zauberers haben mich überrascht. Vor allem im Pre20-PvP sind sie recht overpowert, wenn es darum geht einen Melee zu töten. Festfrieren und 2 Feuerzauber -> Tot. Dafür sterben die Spielfiguren gerne im Kreuzfeuer mehrerer Gegner, einen aber machen sie teilweise Instant (bei Crit) down.
Der Priester mit dem Kantor und dem Kleriker sind wie die Krieger wahre Überlebenskünstler, sofern man den richtigen Zeitpunkt für eine Heilung findet. Bis lvl 10 war diese Klasse eine wirklich leichte Wahl, nur finde ich den Kleriker wesendlich passender ab dann als den Kantor, kann aber auch einfach nur die Gewohnheit von WoW her sein.
Zum Schluss bleibt uns dann wohl noch die Klasse des Spähers mit dem Assasinen und den Jäger. Wie soll ein Spiel nur ohne Jäger auskommen? Garnicht, genau das hab ich mir auch bei dieser Klasse gedacht. Aber der Jäger spielt sich nicht unbedingt so wie in WoW, eher wie in Hdro, wohingegen der Assasine ein typischer Schurke ist, der die neue Combotaktik vollstens ausnützt. Diese Klasse war auch recht gut zu spielen, verliert aber sehr schnell an Leben, einen etwas geringeren Dodgecooldown wäre hier hilfreich finde ich. Vor allem für die ersten Gehversuche, wo man noch keine Ausweichwertung durch Rüstung hat. Aber alles im allen ist auch diese Klasse eine sehr gut zu spielende.
Mein Fazit also lautet: Alle Klassen sind gut zu spielen, keine ist für "Profis" und keine für "Anfänger", alle können alles recht fix lernen und wie wenn es ihr eigener Körper wäre, spielen.
2. Die Startgebiete
Hier beginne ich auch erstmal mit den Startgebiet der Elyos. Ein farbenfrohes und in Vergleich zu dem der Asmodier sehr sauberes, "unberührtes" Land. Überall sind schöne Lichteffekte zu sehen und auch der große See ist stimmig aufgebaut. Sobald man in den Wald kommt, kommt einen echt das Gefühl auf in einen echten Wald zu stehen, teilweise stehen die Bäume hier sehr dicht und man verliert kurz den Überblick, es war fast so wie damals als ich das erste mal mit einen Nachtelf gestartet bin (war damals genau 11^^also noch recht verspielt), ich hätte am liebsten das Spiel mit der Realität getauscht. Die Quests im ganzen Gebiet sind stimmig und bauen alle auf den Waldgott?!? auf, welcher einem auch später einen Teil seiner Seele (einen Apfel) gibt. Auch gut passt das, wenn man nicht vorher hinläuft, durch ein Video eingeleitetest Gebiet der Goblins in das sonst farbenfrohe Gewirr ein. Es ist abgeholzt und sehr monoton in Braun gehalten. Dafür enthält es hier die ersten etwas schwierigeren Quests, zumal man hier öfters von Bogenschützen beschossen und dadurch gern einen Gegner mehr hat, als einem lieb wäre. Für den Klassenwerdegang muss man hier zweimal in den Abyss und gegen die Deava kämpfen, welches zum Schluss mit einer schönen Sequenz beendet wird und mit satten 72.000 EP belohnt wird. Die Musik vor allem in den Wäldern ist ein Genuss für die Ohren, neben Vogelgeschwitzer, dem Heulen eines Wolfes oder den Grunzen eines der Wildschweine, verbunden mit einer harmonischen Melodie, die nur von dem schnellen Tönen des Kampfes übertönt werden könne, sehr beeindruckent.
Das Startgebiet der Asmodier ist dagegen trist und düster, genauso wie man es von einer Schattenwelt erwartet hätte. Es passt alles genau dahin, wo es steht. Eine von Elend und Leid verwirrte, dunkle und zugleich von einem Funken Hoffnung geprägte, aber auch von Rachegelüste und Wut gegen die Elyos gewande Seite der Welt. Leider ist das Gebiet nicht ganz so einfallsreich geworden (könnte man auch auf der hellen Seite sagen^^), denn die Quests sind teilweise die selben, und auch die Gebiete sind recht gleich aufgebaut. So kommt man z.B. an der gleichen Stelle zum gleichen See um die gleiche Quest an den gleichen Mobs, die zwar anders aussehen aber gleich heißen und genau das Gleiche für die gleiche Quest droppen. Auch hier ist der Klassenwerdegang wieder durch Cutscenes und satten EP geprägt. Die Musik ist oft genau richtig und könnte von einem Hollywoodfilm stammen.
Fazit zu den Startgebieten: Passend und sehr Stimmig, aber nicht einfallsreich genug wie ich finde, dafür hauen es die Hauptstädte aber vor allem beim testen der zweiten Rasse wieder raus. Die Musik ist immer passend und ist nicht, wie es in manchen Tests beschrieben, nervig. Mir haben beide Gebiete sehr gefallen und ich wäre gerne länger geblieben.
3. Das Kampfsystem
Das Kampfsystem wurde ja schon bereits des öfteren genannt. Die 3 Punktetaktik ist sehr eingängig, man sollte nur nicht halbblind sein, oder reaktionsfaul. Den man hat nur gute 2-3 Sekunden um eine Auswahl zu treffen - greife ich jetzt den Gegner mit meiner zweiten Combi an und haue massiv Schaden raus, oder nehme ich lieber den Stärkungsruf und lasse dann meine nächste Combi umso mehr kracken? - diese Fragen sollte man sich schnell stellen, meist wird einfach intuitiv gehandelt, den man hat zu Beginn nicht viele Möglichkeiten, diese aber prägen ein.
Die Möglichkeit sich im Kampf auswirkend auf das Kampfsystem zu bewegen ist vor allem im späteren Bereich sicher nützlich, wenn es dann heißt 1% mehr = +50 Dodge oder Crit. Im Startgebiet aber eher nebensächlich, hier sollte man lieber darauf achten einen Feind von hinten zu kommen und ihn schon mal mit ein, zwei Crits zu begrüßen, ehe er sich umdrehen kann.
Das Kampfsystem baut grundlegend wie in jedem Rollen- und Olinespiel auf das Level und die Stats eines Charakters auf. So habe ich bei meinem Schurken eine sehr gute Dmgsteigerung gehabt, als ich vor allem Crit gesockelt und mit 2- Schwertern bewaffnet mich in den Kampf begeben habe. Auch wenn 2 gleichwertige Dolche schneller sind, fehlt bei der Nebenhand dort doch auch etwas an Schaden. Schaden eigentlich, das 2 Einhandschwerter nicht eine andere Animation haben als 2 Dolche. Lediglich die 2Händer sind dabei anders, wäre auch sonst etwas blöd.
Magier greifen mit einer besonderen Waffe an, den Magierbuch. Dieses Buch ist wie eine normale Waffe mit Schaden und Boni, sowie Sockeln ausgerüstet, ermöglicht den Zaubernden aber automatisch aus der Ferne mit (je nach Typ des Buches) einem Feuer-, Frost-, oder Wasserballs anzugreifen.
Fazit zum Kampfsystem: Das Kampfsystem ist zwar keine Weltneuheit, aber auch nichts alltägliches. Vor allem die Möglichkeit der schnellen Combi mit vielen Auswahlmöglichkeiten machen jeden Kampf zu etwas besonderen, das Bewegen bringt noch einmal einen Bonus, für die, die auf die Pfeile im Kampfgetümel achten.
4. Die Grafik
Viele sagen die Grafik ist super, andere würden das Spiel wegen ihr in die Tonne treten. Die Grafik ist in etwa zwischen Warhammer/AoC und Hdro anzusiedeln. Je nach Grafikeinstellung läuft das Spiel aber stets flüssig, auch in überfüllten Gebieten, was man nicht von jedem MMO behaupten kann. So läuft Aion mit Niedrig/Mittel-Einstellung auf meinen Arbeitslaptop, der nicht besonders große Kapazitäten besitzt flüssig im Stile von Runes of Magic, was mein PC eigendlich nicht verkraften würde. Dagegen läuft es auf meinen Highend -Spielepc, mit maximalsten Einstellungen richtig richtig schnell. Knappe 2 Sec Einlogzeit und dann ein ladefreies Spiel ohne auch nur einen einzigen Ruckler, ausnahme derer, die vom Internet her kommen (auch selten, da sehr gutes Lan). Egal wie man das Spiel spielt, es kommt immer ein gutes Flair rüber, auch wenn die Hauptstädte eindeutig an Eindruck verlieren, so halten die Gebiete auch mit niedriger Grafikpracht noch gut mit. Stellt man die Grafik auf das Maximum kann man mit schön plazierten Lichteffekten, Wellenbewegungen und einem wunderschönen Licht und Schattenspiel, sowohl am Charakter als auch an NPCs und der Umgebung nicht drumrum. Vor allem in Wäldern und Höhlen wirkt sich dies wirklich eindrucksvoll aus. Auch die großen Seen mit ihren Einwohnern passen dabei stimmig ins Gesamtkonzept.
Die Kampfeffekte sind typisch MMO und vor allem typisch Asien (soll jetzt nicht negativ sein^^). Helle aufleuchtende Schlitzer hier, kleine Explosionen und einen Feuerschweif hinter der Klinge da. Die Zaubereffekte sind sehr schön, vor allem mit der Charakteranimation verbunden richtig eindrucksvoll gemacht.
Wenn wir schon bei Charakteranimationen sind, die haben es wirklich in sich. Nicht viele MMOs haben eine solch flüssige Bewegungsanimation. Keine steifen "Taste 1 ist die Animation und Taste 2 die", nein es geht alles flüssig in sich über, vorallem in Kombos, so wird aus einem ruckartig von unten kommenden Schlitz mit einer grazilen Drehung, in der man manchmal sogar ein Lachen auf den Gesicht des Kämpfers sehen meint, in einen von Schlägen nur so hämmernden Zoro-gefährenden Z-Bewegung über. Spätestens hier sollten den meisten WoW-Suchtis und Uraltspiele-Gamern (Auch hier keine Beleidigung oder negatives herausziehen) die Kinnladen nur so herunter rasseln.
Fazit zur Grafik: Vielleicht nicht der erwartete Übersteiger, aber doch ein Hit, sofern man den den asiatischen Styl mag. Verbunden mit den Kampfgeräuschen und Schreie der Charaktere und Gegner sehr stimmig im Kampf. Auch die Gebiete selbst sind absolut stylisch. Überall gibt es kleine, leicht übersehbare, Kleinigkeiten, die meinem meist erst beim zweiten und dann wohl ruhigerem Durchspielen aufzufallen scheinen.
5. Interface und Infrastruktur
Das Interface ist wie in jedem MMO standardisiert. Auch wenn man hier und da einige Neuerungen finden kann. So z.B. die Gegneranzeige, welche sich in der oberen Mitte befindet und einem bei Treffern immer kurz anzeigt, wie viel Dmg man gemacht hat, bevor die HP herunter gehen. Durch die Aufteilung des Interfaces im untersten Viertel des Bildschirmes ist die Sicht auf die Gebiete recht groß gehalten. Leider geht einem manchmal die Übersicht über die HP flöten und so sieht man sich mit 20% HP in einen neu begonnen Kampf wieder, den man als nicht Priester meist nur schwer schafft.
Das komplette Interface lässt sich aber durch einen einfachen Klick in den Optionen in einen WoW- und Hdro-like aussehendes ändern. Charakterübersicht oben links, Minimap rechts, dazwischen der Gegner, unten Aktionsleisten in der Mitte und diese eingerammt wie in WoW mit den Greifen.
Die Infrastruktur in Aion ist zwar nicht neu aber gut aufgebaut, so hat jeder Spieler ab Lvl 1 die Möglichkeit an jeder beliebigen Stelle einen privaten Store zu eröffnen in dem man jede Art von nicht gebundener Ausrüstung, Tränke, Essen oder einfach nur Schrott für jeden Preis verkaufen kann. Dazu sitzt man sich einfach an eine belebte (oder auch weniger belebte) Stelle des Spiels und wartet darauf, dass ein findiger Spieler genau dein Schnäppchen findet und es kauft. Dies geht vor allem gut mit Ausrüstung und Sockelsteinen, aber auch mit Essen und Trinken.
Wie in jedem Spiel gibt es auch ein Standartauktionshaus. Dort kann man aber auch direkt die Auktionen seiner Twinks sehen, genau das selbe gibt es auch bei der Bank. Dort gibt es extra ein Abteil, wo man Gegenstände über seinen ganzen Server mit Chars des selben Accounts teilen kann. Also kein lästiges hin und her geschickte mehr.
Bei der Post gibt es auch einige nette Änderungen. Zum einen gibt es natürlich die normale Post, zum anderen die Eilpost. Hierzu erscheint ein extra Symbol an der Minimap. Klickt man darauf erscheint ein Eichhörnchenmann, der auch promt als Briefkasten dient, aber danach auch wieder verschwindet.
Für Gilden (im Spiel Legionen genannt) gibt es ebenfalls ein eigenes Bankfach und dazu ein eigenes Levelsystem.
So kann man z.B. mit Lvl 1 nur eine Gilde erstellen und einen Wappenumhang (hängt links an der Schulter stylisch herab) besitzen. Ab lvl 2 kann man bereits seinen Wappenumhang ändern und einige nette Änderungen nützen. Ab Level 3 wird es richtig nice. Dann nämlich kann man seine eigenen Bilder hochladen und diese an Stelle des Wappenrocks setzen, also wie wäre es dann mit der Internetseite und dem offiziellen Wappen? Kein Problem. Es gibt noch viele viele Änderungen, die ich aber nicht testen konnte, sofern man seine Gilde ein lvl höher setzt.
6. Beruf
Hier muss ich mich recht kurz fassen, den ich war einfach zu faul sie zu testen. Was ich aber weiß ist, dass jeder Charakter alle Berufe lernen und ausüben kann. Die Materialien können erbeutet oder geerntet werden. Zum Ernten wird nur ein Skill benötigt, der auch bereits vorhanden ist. Dabei gibt es beim Ernten ein eigenes Fenster, dort befinden sich 2 Balken, die je nach Glück und Skill (vielleicht gibt’s auch einen Trick) sich entweder Positiv (blau) oder Negativ (Rot) nach rechts verschieben. Je nachdem, welcher Balken als erstes voll ist hat man geerntet (blau) oder es ist einem missglückt (rot).
Es kann auch mal vorkommen, dass man einen Boost bekommt, dann bewegt sich der Balken fast bis zum Ende und wird dann meistens auch voll, aber nicht immer.
Fazit zu den Berufen: Sie sind typisch für ein MMO (Schneider, Schmied, Alchemi….) und passen sich ebenfalls in das Spiel ein. Das steigern der Fähigkeiten ist eigentlich keine Kunst, sofern man weiß wo man die Materialien bekommt.
7. Allgemeines Fazit
Aion ist ein Spiel, das man testen muss, um zu wissen, ob es einen gefällt oder nicht. Mir hat es sehr gefallen, zum einen ist es sehr benutzerfreundlich, sowohl in der Handhabung als auch in den Computervoraussetzungen, jeder PC, der halbwegs Spiele zum laufen bringt (die etwa von 2004/05 stammen) sollte mit Aion keine Probleme bekommen.
Die Klassen und Rassen passen zueinander und durch das Gleichgewicht auf beiden Seiten sollte es im PvP keine Probleme geben.
Man muss aber den asiatischen Flair, überwiegend in den Charaktern, mögen, sonst ist das Spiel nichts für einen.
Also meine Aussage für das Spiel: Wer es hat sollte es unbedingt zocken, wer es nicht hat vielleicht auf eine Testversion warten, oder es bei Freunden anzocken, es lohnt sich.