Skill - Was ist gutes Spiel? + Interface und Keybindings

Karius

Welt-Boss
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Um eine Welt in einem Sandkorn zu sehen
und einen Himmel in einer wilden Blume,
die Unendlichkeit in einer Hand zu halten
und die Ewigkeit in einer Stunde.

Willam Blake


WoW ist eine eigene Welt, stets im Wachstum begriffen. Zeit seiner Existenz ewig expanierend, bildet sie ihr eigenes Universum.

Und doch spiegeln ewig wiederkehrende Fragestellungen die retrograde Welt wider in der wir uns bewegen.

Stets sind die Fragen die gleichen oder zumindest gleich im Kern. Daher auch das was ihr hier wieder und wieder zu lesen bekommt.


In der Hoffnung immer neue Mitglieder der wechselnden Gemeinschaft mit den immer gleichen Dingen zu befriedigen, kehren in Zyklen die gleichen Themen wieder.

Ist das richtig? Ist es nötig?
Sehr wohl läßt sich jede dieser Fragen mit Ja beantworten. Doch ist es befriedigend? Für Leser die schon eine Weile dabei sind, wie auch für die Verfasser wohl eher nicht.

Viel zu lang schon ergehen wir uns in Foren über die immer gleichen Fragen der "Neuen". Das Schema Mensch bleibt ewig gleich.


Kennst du die Suchfunktion?
Hast du den Sticky gelesen?
Kennst du Google?
RTFS!!!




Manch einer möchte nicht viel lesen, manch einer nicht viel suchen. Manch einer ist an dem Punkt nur noch geschriebenes recyceln zu wollen. In der Tat tut er Recht daran und doch ist es in keiner Form erfüllend.


Was also ist es, dass man sich stets durch die Lektüre der Sticky aneigenen kann?
Wie optimiere ich mein Equipment? Welche Skillung soll ich nehmen und wie spiele ich sie?

Sollten Euch diese Fragen bewegen, dann schaut ins Magierforum dort findet ihr eine der wahrscheinlich umfassensten Stickiesammlungen in diesem Forum.

Solltet Ihr nicht lesen wollen, dann steigt in den Ring und habt Anteil am Flamewar. Dazwischen gibt es auch immer wieder hilfreiche Kommentare, auch wenn sie Euch nicht viel mehr sagen werden als die Stickies die so konsequent geschmäht werden.


Was nun ist es was ich beitragen kann, wo doch alles ewige nur die gleichen Themen sind? Nun, die Logik sollte mir sagen, es ist das was am seltensten aufkommt.
Hinzu kommt Euch die Welt in einem Sandkorn nahe zu bringen, die Komplexität des Ganzen auf das Wesentliche zu reduzieren.


Über was kann man in Blogs lesen?

- News: Langweilig, die stehen auch überall anders. Man kann sie zwar kommentieren aber ich finde nicht, dass das viel hergibt.

- Equip, Skillung, Sockel, Enchants, Rotas, .... : Das gibt es bereits. Das Magierforum ist nicht fern.


Doch was wird viel zu selten angesprochen, welches Thema führt ein Schattendarsein in der lauten Welt des Equipments, Buffs und Rawr?

Die meisten Diskussionen enden beim Begriff: Skill

Was ist überhaupt gutes Spiel? Wie macht man es besser?


Egal welches Equipment ihr tragt, stets ist der Output abhängig von Euren Fähigkeiten und den Beiträgen Dritter, also dem Raid.



Was ist gutes Spiel?

Die versessene DPS Posterei legt es vor. Offensichtlich addieren sich die Outputs der Individuen zu einem gesamten. Jeder muss also maximal Damage, Heal oder Aggro machen damit am Ende viel raus kommt. Doch ist da noch mehr?

Der eigentliche Erfolg ist nicht die höchste DPS zu haben, der eigentliche Erfolg ist der Sieg über den virtuellen Gegner. Jeder dieser Gegner hat spezifische Hürden die es zu überwinden gilt. Diese geben den Rahmen vor, in dem man als Gruppe agieren muss. Dieser Gesamtrahmen von notwendigen Aktionen ist das allererste Ziel. Bewegt man sich in diesem, kann man beginnen seine individuell unabhängige Leistung zu erbringen, also bspw. Schaden zu machen.

Eigentlich ist WoW recht einfach.

Ein recht bekanntes Zitat sagt: "WoW ist voller Herausforderugen. Manchmal gibt es Feuer. Du solltest nicht im Feuer sein."

Was ist zu tun?

1) Macht der Boss X macht ihr Y. Ihr antizipiert und reagiert.

- Spuckt der Boss Feuer, müsst ihr ihn umdrehen.
- Macht der Boden lustige Sachen, müsst ihr da wohl rausgehen, oder entsprechend die Stellen suchen die lustige Sachen machen und da reingehen.
- Castet ein Mob einen Heal, unterbrecht ihn.


2) Verschiedene Aktionen überschneiden sich auf einer Zeitlinie. Zur Lösung der entstehenden Probleme benötigt ihr Koordination.

- Alle hier hin. In Gruppen X oder Y machen. Wenn Boss A macht, macht Spieler Z etwas, dann macht Boss B und Spieler ZZ macht seinen Teil.
- Manche Handlungen haben Priorität vor anderen. Das kann klar erkenntlich sein, oder auch nicht.
- Manche sind Mussaktionen, manche Kannaktionen.
- Manche hängen voneinander ab oder bedingen sich


3) Fast alle Handlungen korrelieren in irgendeiner Art. Euer Raidportfolio besteht nicht aus unabhängigen Individuen.

- Breche ich einen Spell ab und bewege mich aus einer Notwendigkeit, mache ich weniger Schaden. Zugleich aber benötige ich dadurch mehr Heal. Das bindet Kapazitäten und verbraucht Mana. (Die Möglichkeiten einer höheren Sterberate aussen vor gelassen)


Für Antizipation braucht ihr Information. Wenn ihr nicht wisst was passieren wird, könnt ihr nicht gut spielen.

Für Reaktion braucht man Übung und ein passendes Interface/Hotkeys.

Für Koordination braucht ihr den Willen zum Teamplay und Übung miteinander. Klare Anweisungsstrukturen und Kommunikation sind die Grundlagen hierfür.
(Aus persönlicher Erfahrung weiss ich sehr gut was mangelnde Absprachen und fehlende Kommunikation vor und grade auch während des Einübens für Auswirkungen haben.)

Das Verständnis der Korrelation von Handlungen im Raid ist wohl das, was am schwersten zu erlernen ist. Viel Erfahrung und übergreifendes Spielverständnis sind nötig. Das sind die Eigenschaften die normalerweise einen Raidleiter auszeichnen.


Gutes Spiel bedeutet für mich, erst den Encounter zu meistern und erst dann den Damage so weit wie möglich nach oben zu fahren. Wenn ich minimalen Schaden bekomme und die niedrigst mögliche Sterberate aufweise ist das die beste Leistung die ich zum einstudieren erbringen kann. Klar mag es dann am Schaden fehlen, doch wenn wir im Berserk fallen, heisst das, dass wir es bis dahin geschafft haben. Wenn wir also zusammen tanzen und der Rythmus stimmt, kommt der Rest fast von allein.

Wie könnt ihr also gutes Spiel lernen. Ich könnte Tausend kleine Beispiele schreiben, doch was bringt euch den Prozess der es immerwährend bleiben wird?

Informiert Euch!

Bei jeder Klasse die ihr nicht durchblickt. Bei jeder Bossfähigkeit die ihr nicht versteht. Über jedes Verhalten einen Raidmembers dass ihr nicht versteht.

Nur so könnt ihr verstehen lernen, so entwickelt ihr die Fähigkeit zur Antizipation und nur so lässt sich die Koordination verbessern. Ihr müsst wissen, was die anderen tun und warum sie es tun.
(Oft kann man Bewegungfehler bei Raidmembern erkennen und kann so auch hier antizipieren wann jmd warum Schaden bekommt oder auszufallen droht, oder etwas nicht an seinen Platz sein wird. Bsp Abstandsencounter)

Dieser Lernprozess wird Euch letztendlich dahin führen den Raid immer mehr als Ganzes sehen zu können.



Interface und Keybindings

Die Reaktion und Koordination erfordert Information. Viel zu wenig wird über die Notwendigkeit der Verbesserung von Interface und vor allem Keybindings geschrieben.

Was bestimmt den Aktionsfluss?

Informationen die ihr erhaltet und Aktionsbefehle die Ihr eingebt.


- Information

Ihr könnt die Informationsaufnahme verbessern, indem ihr verschiedene Addons verwendet.
Programme die die Laufzeiten von CDs, Spells und ähnlichem Anzeigen sind eigentlich genauso verpflichtend wie Equipmentoptimierung. Die vlt schwerere Überprüfbarkeit ließ das aber nie so in den Vordergrund treten.
Kaum ein guter Raid kommt ohne komplexe Raidaddons aus.
Raidheiler ohne Interfaceoptimierung sollten auch recht selten sein. Ohne Grid und Click wäre ich bspw. völlig aufgeschmissen. Ähnlich wichtig ist das auch für Magier, die ihre Laufzeiten gut im Augen behalten müssen.
Hütet Euch vor Information Overflow.

Ihr braucht also ein optimiertes Interface, dass Euch alle nötigen Informationen klar zu Verfügung stellt, aber nichts was ihr nicht benötigt und Euch Aufmerksamkeit stehlen würde. Der Mensch kann nur begrenzt Wahrnehmungen aufnehmen und verarbeiten.


- Aktionsbefehle

Ich kenne keine wirklich guten Klicker. Diese Diskussion ist auch schon relativ alt. Daher werde ich es wertfrei zu beurteilen versuchen.

Ihr habt genau zwei Eingabemöglichkeiten Hand 1 und Hand 2.
(Jaja Mr. Human Tripot, schon klar
wink.png
)

Meine rechte Hand ist an der Maus, dann bleibt, wenn man keinen Mousebuttons verwendet die linke hand für die Tasten. Binde ich die Maus auf das Klicken meiner Spells, verwehre ich mir nicht nur einen weiteren Informationsübermittlungskanal, ich ziehe meine Aufmerksamkeit von der Bildschirmmitte zum Rand, da die Maus Hand-Auge-Koordination benötigt.

Daher sollte man immer mit Hotkeys arbeiten, da diese Art der Eingabe nicht nur effizienter, sondern in meinen Augen auch effektiver ist.

Da Eure Hand eine bestimmte Form und bestimmte Bewegungsmöglichkeiten aufweist müsst ihr die Hotkeys so anordnen, dass ihr diese schnell und leicht erreicht ohne dabei zu verrutschen. Die Tasten 6-ß zu belegen ist also mehr als hindlerlich für gutes Spiel.

Die Anzahl der Tasten macht es eigentlich logisch statt awsd Tasten weiter in der Mitte des Board zu verwenden. Bspw rdfg. Die weiteren Ausführungen mache ich trotzdem mit awsd.

Der Zeigefinger ist meist beweglicher und zielsicherer als der kleine Finger.
Notfalltasten sind also auf e,r,f und v gut aufgehoben.

Oft verwendete Spells können auf 1,2,3,4,q,c sowie den oben genannten liegen.

Die Tasten y,x sind nicht ganz so praktisch da der kleine Finger leider unter die Hand rutschen muss. Dabei muss er um den Ringfinger herum, was diese Tasten nicht zu den besten Tasten macht. Verwendet sie, allerdings nicht für die Haupt- und Notfallspells.

Da mir eine Leiste nie reicht, brauche ich einen Zweite. Diese lege ich mir in die Leiste darüber, verbinde aber jeden Button als Alternativ-Hotkey. Das bedeutet mit einer Zusatztaste wie etwa Shift oder Strg. Da der kleine Finger hier gut nach aussen kommt würde ich Shift vorziehen, da es höher liegt. Alt müsste über den Daumen aktiviert werden und ist nur sehr mühsam zu bedienen. Speziell, da man den Fokus über die Bewegungstasten verlieren kann. Alt+3 ist vlt nicht für jeden ohne größere Bewegung zu bedienen. Shift-F ist sehr viel bewegungsärmer zu erreichen.

Vorteil dieser Methode ist es, dass ich alle Tasten einsehen kann. Speziell wenn ich mal welche austauschen muss sehr hilfreich, man kann sogar CDs sehen wem das gefällt, zudem kann ich die Tasten dem Sinn nach zuordnen. Bspw. Eisblock/Kälteeinbruch, SummonPet/Petnova oder Fireball/Pyro. So kann man sich die Tasten auch besser merken.


Auch wenn ihr vielleicht keine Stunde zu lesen gebraucht habt, so habt ihr doch die Ewigkeit in einem kurzen Zeitraum wahrgenommen. Was immer ihr in WoW spielt, letztlich wird es immer den Dingen unterliegen, über die ich heute geschrieben habe. Wenn ihr dieses Denken mitnehmt, dann hatte dieser Blogeintrag tatsächlich einen Sinn.



Viel Spass in der WoW
Karius
 
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