Argatosch - Son of Thorox
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Zange und Schwert I - Geige und Wind
Kategorie: Schreiben und Poesie
JA ich weiss, es hat etwas gedauert, bis dem Prolog endlich Folge eins folgt, aber besser spät als nie
Kommentare sind erwünscht.
Den Prolog könnt ihr hier nochmal nachlesen:
http://my.buffed.de/...view/1969886899
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Zange und Schwert
Folge I - Geige und Wind
Etwa 1 Kilometer von dem Kanaldeckel entfernt, den Stefan über sich und seinem Kollegen zuschob schlurfte ein alter Mann über einen leeren Platz. Einst spielten hier Kinder und er, der alte Mann, saß stundenlang auf einer Bank und sah ihnen zu. Damals war er gut gekleidet, trug einen grauen Anzug und hatte seine weißen, schulterlangen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, dass Gesicht sauber rasiert beobachtete er die Jungen und Mädchen beim Ball oder Fangen spielen. Er hatte immer seinen Geigenkoffer dabei und ab und zu spielte er de Kindern etwas vor, dann saßen sie im Halbkreis um ihn herum und lauschten gespannt seiner Musik. Doch das ist lange her.
Seit dem Krieg spielten hier keine Kinder mehr, doch er kam immer noch hier her und saß auf der alten Bank von damals, die nun stumpf, grau und morsch war. Der Wind fegte über die Reste des Spielplatzes und die letzte Schaukel knarrte an ihrer Kette während der Luftstrom sie hin und her pendeln ließ. Der alte Mann zog seinen rissigen gefütterten Mantel enger um sich zusammen und schaute trüb gen Himmel. Wehmütig erinnerte er sich an die Zeit damals, bevor die Bomben hochgingen und Berlin im Chaos versank. Seinen Geigenkoffer hatte er auch heute, wie immer bei sich, denn er wusste, irgendwo ging das Leben weiter und er wollte nicht abseits davon bleiben. So öffnete er den fleckigen Geigenkoffer und entnahm ihm sein Instrument und begann zu spielen. Er spielte ein paar traurige Stücke von Mozart und stellte sich vor, wie die Welt um ihn herum damals aussah. Er erinnerte sich an die grünenden Bäume auf dem großen Platz, an das Lachen der Kinder, dass mit dem Wind klang und den Duft der warmen Brötchen und des Kaffees, der vom Straßencafe an der Ecke herüberwehte.
Er stellte sich vor, dass seine Musik nicht nur für ihn alleine da war, sondern, dass viele Kinder sie hören konnten, denn diese Vorstellung hielt ihn am Leben und ermutigte ihn jeden Tag seinen Wohnung zu verlassen, die, wie fast alles in Berlin ein Trümmerhaufen war.
Mit einer Träne im Auge beendete er sein einsames Konzert nach einer Stunde und verstaute die Geige wieder in ihrem Koffer. Noch einmal ließ er seinen Blick über den Platz streifen, der immer noch wie tot vor ihm lag. Er seufzte, stand ächzend auf und machte sich auf den Heimweg. In Gedanken sah er noch lange die lachenden und spielenden Kinder um ihn herum, doch das Leben ging weiter
Jonas, ein kleiner 12 Jahre alter Junge, sah dem alten Mann, aus seinem Versteck heraus, noch lange nach. Er hatte seinem Spiel gelauscht, wie jeden Tag seit diesem Ereignis, das Berlin in Schutt und Asche warf. Damals war er eines der Kinder, die dem Geigenspieler immer zugehört hatten, doch damals waren es fröhliche Lieder die erklangen. Jetzt nicht mehr. Trauer und Sehnsucht hatten den Mann erfasst und auch seine Musik. Doch Jonas gefielen diese melancholischen Stücke. Er hörte sie gerne. Sie zeigten ihm, dass das Leben weiterging und insgeheim hoffte er, das der alte Mann nie aufhörte zum Platz zu kommen und zu spielen.
Kategorie: Schreiben und Poesie
JA ich weiss, es hat etwas gedauert, bis dem Prolog endlich Folge eins folgt, aber besser spät als nie
Den Prolog könnt ihr hier nochmal nachlesen:
http://my.buffed.de/...view/1969886899
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Zange und Schwert
Folge I - Geige und Wind
Etwa 1 Kilometer von dem Kanaldeckel entfernt, den Stefan über sich und seinem Kollegen zuschob schlurfte ein alter Mann über einen leeren Platz. Einst spielten hier Kinder und er, der alte Mann, saß stundenlang auf einer Bank und sah ihnen zu. Damals war er gut gekleidet, trug einen grauen Anzug und hatte seine weißen, schulterlangen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, dass Gesicht sauber rasiert beobachtete er die Jungen und Mädchen beim Ball oder Fangen spielen. Er hatte immer seinen Geigenkoffer dabei und ab und zu spielte er de Kindern etwas vor, dann saßen sie im Halbkreis um ihn herum und lauschten gespannt seiner Musik. Doch das ist lange her.
Seit dem Krieg spielten hier keine Kinder mehr, doch er kam immer noch hier her und saß auf der alten Bank von damals, die nun stumpf, grau und morsch war. Der Wind fegte über die Reste des Spielplatzes und die letzte Schaukel knarrte an ihrer Kette während der Luftstrom sie hin und her pendeln ließ. Der alte Mann zog seinen rissigen gefütterten Mantel enger um sich zusammen und schaute trüb gen Himmel. Wehmütig erinnerte er sich an die Zeit damals, bevor die Bomben hochgingen und Berlin im Chaos versank. Seinen Geigenkoffer hatte er auch heute, wie immer bei sich, denn er wusste, irgendwo ging das Leben weiter und er wollte nicht abseits davon bleiben. So öffnete er den fleckigen Geigenkoffer und entnahm ihm sein Instrument und begann zu spielen. Er spielte ein paar traurige Stücke von Mozart und stellte sich vor, wie die Welt um ihn herum damals aussah. Er erinnerte sich an die grünenden Bäume auf dem großen Platz, an das Lachen der Kinder, dass mit dem Wind klang und den Duft der warmen Brötchen und des Kaffees, der vom Straßencafe an der Ecke herüberwehte.
Er stellte sich vor, dass seine Musik nicht nur für ihn alleine da war, sondern, dass viele Kinder sie hören konnten, denn diese Vorstellung hielt ihn am Leben und ermutigte ihn jeden Tag seinen Wohnung zu verlassen, die, wie fast alles in Berlin ein Trümmerhaufen war.
Mit einer Träne im Auge beendete er sein einsames Konzert nach einer Stunde und verstaute die Geige wieder in ihrem Koffer. Noch einmal ließ er seinen Blick über den Platz streifen, der immer noch wie tot vor ihm lag. Er seufzte, stand ächzend auf und machte sich auf den Heimweg. In Gedanken sah er noch lange die lachenden und spielenden Kinder um ihn herum, doch das Leben ging weiter
Jonas, ein kleiner 12 Jahre alter Junge, sah dem alten Mann, aus seinem Versteck heraus, noch lange nach. Er hatte seinem Spiel gelauscht, wie jeden Tag seit diesem Ereignis, das Berlin in Schutt und Asche warf. Damals war er eines der Kinder, die dem Geigenspieler immer zugehört hatten, doch damals waren es fröhliche Lieder die erklangen. Jetzt nicht mehr. Trauer und Sehnsucht hatten den Mann erfasst und auch seine Musik. Doch Jonas gefielen diese melancholischen Stücke. Er hörte sie gerne. Sie zeigten ihm, dass das Leben weiterging und insgeheim hoffte er, das der alte Mann nie aufhörte zum Platz zu kommen und zu spielen.