das hast du nett geschrieben, allerdings sind dir da einige entscheidende fehler unterlaufen.
ich habe am anfang betont das viel von wow geklaut wurde (wie auch bei anderen mmos), aber ich verbitte mir doch bitte rift als "klon-spiel" hinzustellen.
da kannst du bitten soviel du möchtest, aber trion hat sich für rift nun mal der gleichen featuremischung bedient, wie man sie auch bei wow vorfindet. daher ist "viel" auch arg untertrieben. richtig heissen müsste es "fast alles und in der gleichen kombination und anwendung wie in wow".
selbstverständlich ist rift nicht das allheilmittel, aber es ist eine qualitativ hochwertige konkurrenz zu wow, und zwar eine konkurrenz im massentauglichen-spaßspiel-mmog-sektor.
technisch vielleicht. aber nur weil das spiel "funktioniert" ist es noch lange kein gutes produkt. das reine funktionieren sollte das mindestmaß sein, das ein solche spiel zu erfüllen hat.
natürlich hätte ich auch gerne ein neues UO, aber ich werde keins bekommen. tolle, innovative ideen werden kaputtentwickelt und leiden unter finanzierungsmangel und fehlmanagement (mortal online), den asia-sektor finde ich absolut uninteressant da oft zu pvp lastig, viel zu bunt und einfach kein für mich ansprechendes design und nischenspiele schaffen es selten auf den europäischen konsumentenradar.
was hauptsächlich an deren finanziellen spielraum liegt, aber nicht am deiner meinung nach falschen ansatz.
wir sind uns wohl alle einig, das publisher und ihre entwicklersklaven einen spagat zwischen innovation und wirtschaftlichkeit hinlegen müssen.
nein, da sind wir uns nicht alle einig. zumindest nicht der großteil der fanboys und auch die entwickler und investoren nicht. der begriff "innovation" spietl für die ganzen wow klone wie rift bedauerlicherweise keinerlei rolle. wäre das anders würde rift sicher ein erfolg werden.
es ist leider nunmal die realität, das die wirtschaftlichkeit den ton angibt.
was derzeit den ton angibt, sind pure träumereien. die firmen träumen von einem riesigen erfolg, wie ihn wow hat. das ist das ziel für diese firmen. getreu dem motto, "das spielen die kunden, das wollen die kunden, das kopieren wir." in etwa so als würde man einen lastwagen mit geld in einen verbrennungsofen fahren....
ich persönlich stehe auch auf corpse loot, auf negativreputation und den ganzen spaß den man aus dem pen&paper bereich kennt. leider kann man mit solchen hardcoregames aber keine müde mark verdienen.
wiederum falsch. sicherlich muß man immer auch alte spielsysteme weiterentwickeln, aber das ändert nichts daran, das die massen sehr wohl hardcoregames mögen. letztendlich war wow ebenfalls auf einer ebene als hardcoregame entwickelt worden. nicht in der spielmechanik, aber im endgamecontent. als hardcore raid game, wie bei vorbild eq1. hätte man damals die weichspühlervariante wie viele der clone heutzutage gewählt, wäre wow nie so erfolgreich geworden. das blizzard das langsam auch zu erkennen scheint, kann man an der umkehr im contentdesign erkennen, das sich wieder ein stück auf die damaligen verhältnisse zubewegt.
also zusammenfassend: hardcore games können durchaus sehr gut von den massen aufgenommen werden und sind meiner meinung nach der einzige weg wie ein mmog langfristig kommerziell erfolgreich sein kann. (von abschreibungen über resourcesharing bei gemeinsamen projekten mal abgesehen, was sicher auch eines der ziele von trion hat sein können)
//edit: versteh mich bitte nicht falsch, ich gebe dir im grunde damit recht das es oft an bahnbrechenden ideen fehlt. ich möchte einfach nur für ein bisschen mehr optimismus werben. ich heirate ein spiel nicht, wenn ich kein bock mehr habe, spiel ichs halt nicht mehr. man muss sowas nicht von vornherein verteufeln ,)
und ich kaufe mir nicht jedes schrott-mmog, das ich nach 1-2 monaten eh nicht mehr anfassen würde. letztendlich macht der 08/15 questgrind auch noch nicht mal spaß, so das man noch nicht mal sagen könnte, "der weg ist das ziel".