kann man dies noch nachvollziehen???

Falcoron

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Mal zu einem ganz anderem Thema. Habe diese Wochen Urlaub. Habe mir für meinem Sommerurlaub 3 Wochen gegönnt. Davon ist jetzt mittlerweile eine Woche rum und ich habe mir Jever als Urlaubsziel ausgesucht. Heute bekomme ich einen Anruf von meiner Firma, die mich fragten, ob ich schon wieder nächste Woche, also meine letzte Urlaubswoche verschieben könnte und wiederkommen könnte, weil eben wieder (wie schon sooft) Leiharbeiter abgemeldet wurden und es für die nächste Woche Leute fehlten.
Ich selbst bin festangestellte Fachkraft meiner Firma und wenn es zu solchen Fällen kommt, dann kann man zusehen woher man als Single noch seinen Urlaub bekommt. Letztes Jahr habe ich schon einmal meinen Urlaub verschoben, weil eine ähnliche Situation eingetreten war.
Ich vergewohltätige mal meinen Blog damit meinem Unmut Luft zu machen. Der Urlaub ist mal wieder gelaufen. Am Telefon sagte ich einfach, dass ich meine aktuelle Erkältung in Norddeutschland auskurieren möchte. (was auch die Wahrheit ist)
Man nahm es so an und ich beende meinen Urlaub so wie er auch geplant war.
Ich sehe es nämlich nicht mehr ein, dass man durch schlechte Personalpolitik und dem Verzicht auf weitere Festangestellte sich selbst in solche fatale Situationen bringt.
Da dies in NRW die letzten drei Wochen waren, die vor den Sommerferien fielen und ich als "nichtfamilienvater" keinen Urlaub in den Ferien bekomme; könnte ich ganze 6 Wochen warten bis ich wieder Urlaub nehmen könnte - doch dann käme wieder irgendein Leiharbeiter auf die beschissene Idee einfach von der Arbeit fern zu bleiben. (war schon nachweislich häufig so)
Ich will was klarstellen - ich habe nichts gegen Leiharbeit - doch dieses System funktioniert nicht in allen Bereichen der Firma - vorallem kann man eine Abteilung nicht zu 3/4 aus Leiharbeit bestehen lassen. Dies funktioniert nicht!
Aber das Schlimme ist ja daran, dass dies einfach unter Wert ausgenutzt wird!
Doch mal zu meinem Problem - für mich war es das wohl mit der mentalen Erholung - jetzt kreisen wieder alle Gedanken um diese Firma -.- und ich kann mich nicht mehr gut entspannen - SCHEIß HANDYs.... -.-
Ich für meinen Teil kann mich zwar glücklich schätzen einen festen Job zu haben und NICHT irgendwo unter Leiharbeit zu stehen, aber im Notfall muss man die Scheisse anderer immer wieder von neuem ausbaden!

Wie findet ihr diese Situation?
oder was würdet ihr machen?

kann man dies noch nachvollziehen?


Falcoron
 
bin sehr sehr dankbar, das bei uns keine leiharbeiter beschaeftigt werden
.. noch nicht ...
ok, ist auch nicht in planung
und zum glueck holt hier einen auch keiner aus dem urlaub

aaaaber

ich kenn auch die seite die du beschreibst
bei meinem vorherigem arbeitgeber wars gang und gebe, das man zu allen tages und nachtzeiten angerufen wurde, egal ob krank oder im urlaub oder wochenende
ich habs gehasst
 
Kann Deine Situation gut nachvollziehen und genau richtig gehandelt nach meiner Ansicht. Wer Leiharbeit als Hauptbestandteil der Abteilung in der Personalpolitik vorsieht, muss damit klar kommen. Jemanden deswegen aus dem Urlaub zurückzubeordern ist das Eingeständniss einer völlig verfehlten Personalpolitik und es ist nicht Dein Job das glatt zu bügeln.

Hättest Du es getan, dann wäre das für die Sesselpupser eine Etage weiter oben auf dem Papier nur der Beweis: Keine Ausfälle, läuft alles rund ... weiter so. Erhol Dich gut!
 
Leiharbeit ist das absolut Allerletzte. Meiner Meinung nach sollten Angestellte, Arbeitssuchende und auch Firmen dieses System einfach eine Zeit lang boykottieren, bis es wieder vom Markt verschwindet.

Die Angestellten verdienen einen Hungerlohn, ständig wedelt man ihnen mit der Wurst "Festanstellung" vor der Nase rum, nur um sie dann doch 5 Mal im Jahr wo anders hinzupflanzen. Die anheuernden Firmen haben ständig Ärger mit unzuverlässigem, gefrusteten und unmotivierten Personal (was ich bei dem Lohn verstehen kann) und am Ende verdienen nur die Leiharbeitsfirmen, die nichts anderes tun als ein bisschen privates Arbeitsamt zu spielen. Genauso langweilen mich da die Arbeitsämter, die Arbeitslose einfach an Leiharbeitsfirmen "vermitteln" und ihnen das Arbeitslosengeld streichen, wenn sie es nicht annehmen.

Ist mal ner Freundin von mir passiert. Die hatte einen gutbezahlten und verantwortungsvollen Bürojob. Dann ging die Firma pleite und sie wurde arbeitslos. Man wollte sie dann absolut unter ihrem Niveau an eine Leiharbeitsfirma vermitteln, wo ihr neues "Gehalt" um einiges geringer ausfiel als ihr Arbeitslosengeld...
Sie hat sich dann geweigert, sich aus der Vermittlungskartei des AA nehmen lassen, 2 Monate vom Ersparten gelebt und sich währenddessen was Anständiges gesucht.

Sag bei deinem nächsten Urlaub einfach du fliegst 3 Wochen nach Südafrika und geh nicht ans Telefon. Irgendwo ist auch mal Schluss und auch der fleißigste Mitarbeiter braucht mal eine Runde Pause.
 
Anmerkung: Vielleicht kommt dies in meinem Blog nicht so rüber, aber ich möchte hier keinen Menschen in eine zweite Klasse abstempeln. Ich habe mittlerweile auch sehr gute Kollegen, die schon mehr als ein Jahr in der Firma sind und Leiharbeiter sind. Ich behandel diese auch so, wie ich mit meinen festangestellten umgehe.
Ich finde es allg. nur eine bodenlose Frechheit, Menschen zu so einem "Hungerlohn" arbeiten zu lassen.
 
Ich kenne es zu gut, aus Vergangenheit und Zukunft.

Mein Vater war 10 Jahre lang Leiharbeiter, hat jeden gott verdammten Job angenommen, den irgendwie musste er uns ernähren.
Egal wieviel er verdiente... egal wie schwer die Arbeit war... er hat sie gemacht.

3 Jahre, nachdem er dann endlich mal eine anständige Leiharbeitsfirma gefunden hatte (gute Bezahlung, Einhaltung der Wöchentlichen Arbeitszeit), kam er dann in Festanstellung rein. Der Chef der Firma, ruft während dem Urlaub an und verkündigte die Frohe Botschaft.
Seitdem ist er dort Festangestellt, verdient gut Geld und muss sich keinen Kopf mehr machen.

Nun in die Gegenwart,
mein Freund ist seit er vom Bund heim gekehrt ist, Leiharbeiter.
Er hat Jobs gehabt, die nicht Menschenwürdig waren.
Nun ist er in der selben Firma wie mein Vater, leider hat sich dessen Personalpolitik in den letzten Jahren drastisch geändert...
Im moment fliegen alle 3 Monate zwischen 20 -30 Leiharbeiter raus, da angeblich die Auftragslage so schlecht ist.
Mein Freund ist (ich hoffe es zwar nicht, aber man muss realistisch denken) wahrscheinlich ende August dran.
Er arbeitet nun seit fast 2 Jahren dort, im September müssten sie Ihn in eine Festeinstellung übernehmen (Laut einer neuen Gesetzregelung).
Und da Sie das im moment verhindern wollen, kann ich damit rechnen das der Hauptverdiener, arbeitslos wird und wir schauen müssen wo wir es Geld herbekommen.

Ich hab gestern meine Prüfung bestanden, in einem Beruf der entweder unterbezahlt ist (als Geselle nur ein Verdienst zwischen 800-1000 Euro) und der so wenig vertreten ist, das ich wahrscheinlich nach Dubai ziehen müsste, um einen Job zu finden.

Im Endeffekt, werde ich mich wohl auch bei Leihfirmen bewerben, einfach um irgendwie an Geld zu kommen.

Das ist leider der Lauf der Dinge auf dem Arbeitsmarkt. Man ist "Weg-Werf-Ware"
Wenn Sie einen nicht mehr brauchen hat man die Kündigung. Und die Firmen stoßen sich satt daran.

Mit dunklen Grüßen
 
Es ist immer wieder ein Hin- und Her. Dabei muss ich leider auch dazu sagen, Leiharbeitsfirmen können ja lediglich existieren, weil es Menschen gibt, die für solche Hungerlöhne arbeiten. Würde sich keiner unter Wert "verkaufen", dann würden auch Leiharbeitsfirmen nicht fruchten.
Auf der anderen Seite würden sicherlich dann viele Firmen ins Ausland wandern, wenngleich dies auch nicht mehr so einfach ist, wie vor 10 Jahren mal. Denn die ehemaligen Ostblockstaaten kennen mittlerweile auch sowas wie Gewerkschaften ;)

Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, Glück gehabt zu haben, mit einer Festanstellung. *auf Holz Klopf*
 
Vorweg, ich war lange auch nur Leiharbeiter, habe aber endlich was in meinem gelernten Beruf gefunden.

Meine letzte Arbeitsstelle war bei einer Internationalen Firma, die von Frühling bis WInter ( so 1-2 Dez Woche ) im 4 Schicht-System Arbeitet.

In dieser Zeit besteht die Mitarbeiterzahl aus 1Teamleiter sowie 1 Stellvertreter, + 3 Festangestellte, darauf folgen ( bei meiner Gruppe damals ) 5 Leiharbeiter ( andere Gruppen hatten nur 2 Teamleader und 6+ Leiharbeiter)


Passiert ihrgendwas, warens eh die Leiharbeiter -_- .... ( Wo ich auf Montagé war, war es ganz schlimm. Mein Bruder war auf einer Baustelle und ich kam eine Woche später dazu. Da war mein Bruder aber auf ner anderen dann wieder eingesetzt worden. Ihm wurde Unterstellt, das er ein Meßgerät geklaut hatte, und als ich dann da war, war es auf einmal wieder da. Der Clou war nur, dass das Ding schon dahing, bevor ich auf der Baustelle war ( war an der Wand schon befestigt))

Naja den Festangestellten ging es aber Lohntechnisch auch nicht gut, Verdienen genausoviel wie die Leiharbeiter ( haben einen Schichtzuschlag mehr, dafür haben die Leiharbeiter ja mehr Grundlohn)

Das ganze Lohnverhalten funktioniert ja schonmal Grundlegend nicht. Die Betriebs, Lebenskosten steigen und steigen, aber die Löhne, ttzzzz -_-

So würde noch gerne mehr schreiben, aber muss noch einen Antrag zu ende bringen, der MUSS noch weg =)
 
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