Schon durch die URL kann man persönliche Daten erheben. Zum Beispiel ob ich mich für "Shooter" intressiere oder doch lieber für die "Kleine Ponyfarm".
Teilweise richtig. Aber halt auch ganz schön übertrieben und übers Ziel hinaus geschossen.
Der Domainname (abc.xyz.com) ist bei einem DNS-Lookup zB nicht verschlüsselt, weil es ein anderes Protokoll ist und diese Kommunikation noch vor dem TLS-Handshake mit dem Web-Server passiert. Also das heißt, wenn dein Browser eine DNS-Abfrage macht, um die IP von "abc.xyz.com" zu erhalten, kann hier schon "erhoben" werden, wie oft am Tag die IP Adresse "1.2.3.4" die Domain "abc.xyz.com" besucht. Die TTL des DNS-Caches von Browsern wie Chrome oder Firefox beträgt standardmäßig ca. 1 Minute.
Und um Daten wie die URL zu personalisieren, müsste ein MitM-Angreifer hier erstmal wissen, von was für einer Person die Daten kommen. Er sieht nur, dass die IP "1.2.3.4" die URL abc.xyz.com/shooter-ponies aufruft. Daraus ergibt sich aber nicht wer die URL aufgerufen hat. Oder dessen Name, Wohnort, Alter, Geschlecht, etc. Die URL kann von sonstwem aus dem Haushalt hinter dem Router aufgerufen worden sein. Oder automatisch durch ein Werbebanner oder ähnlichem.
Abgesehen davon werden diese Daten - und noch viel mehr - sowieso im Klartext in den Logfiles der Web-Server gespeichert, die du besuchst. Selbst mit SSL.
Und wie ZAM schon sagte: Wenn ein "Man-in-the-Middle" Angreifer erstmal soweit gekommen ist, wird er wohl ganz andere Ziele verfolgen, als Statistiken darüber zu erheben, ob sich Hinz und Kunz eher für "Shooter" oder "Kleine Ponyfarm" interessieren.
Wenn du ein Apple-, Google- oder Microsoft-Konto hast, Android oder iOS, Facebook, Instagram, Twitter oder WhatsApp nutzt, kostenlose oder spotbillige Apps oder Spiele auf deinem Handy betreibst, bist du ohnehin schon "personalisiert."
Da ist die Wahrscheinlichkeit höher, einen Sechser mit Zuatzzahl im Lotto zu treffen, als dass jemand über einen "MitM"-Angriff deine URLs ausliest, um persönliche Daten über dich zu erheben.