Hallo
Als Gildenleiter einer Gilde mit Spielern von 14 - 63 Jahren und jemand der das Spiel vom 1. Tage an spielt,
ausserdem auch über Erfahrungen aus anderen Spielen verfügt, möchte ich hier auch etwas beitragen.
Die gleiche oder ähnliche Fragen wurde auch in anderen Foren schon häufig diskutiert, wohl aus gutem Grund.
Grundsätzlich unterteile ich nicht in "Kiddies" und "Erwachsene", sondern in angenehme und unangenehme,
zuverlässige und unzuverlässige, gute und schlechte Spieler/Menschen, was alles keine Frage des Alters ist.
Trotzdem habe ich bei der Abstimmung das mittlere gewählt, weil gerade Teenager oft sehr schwankend in
ihren Interessen sind, was ich für vollkommen normal halte. Es gibt in diesem Alter auch wahnsinnig viel zu
entdecken, was unter Umständen viel interessanter als ein Spiel ist und das finde ich gut so. Nur kann man
mit solchen Leuten dann halt teilweise einfach nicht rechnen und es kommt immer wieder vor, dass sie
entweder von heute auf morgen keinen Bock mehr haben, sie doch lieber mit irgendwelchen "Kumpels" auf
einem anderen Server spielen, oder lieber woanders Raids mitmachen, was dann schon mal ärgerlich sein
kann, wenn man den Leuten vorher doch massiv geholfen hat voran zu kommen.
Wir bekommen inzwischen recht häufig Bewerbungen von Leuten um die 15, die dann in ihrem
Bewerbungsschreiben sagen, dass sie sich von einem Beitritt zur Gilde erhoffen schneller an Epics zu
kommen. Solche Leute lehnen wir inzwischen grundsätzlich mal ab, auch wenn sie irgendwelche
Mitglieder als Referenz angeben, denn das sind dann auch meistens genau solche Typen und die brauchen
wir einfach nicht.
Leider "erzieht" auch WoW inzwischen massiv zum Egoismus, was ich für eine ganz schlechte Entwicklung
halte. Der ganze Spaß sich gemeinsam etwas zu erarbeiten ist irgendwie dahin. Raids sind oft reine
Zweckgemeinschaften und Spieler verschwinden gerne wenn sie alles haben was sie brauchen.
Ich durfte in den vergangenen 3 Jahren miterleben wie sich einige so zwischen 13 und 18 entwickelt haben.
Manche wurden in sehr kurzer Zeit viel "erwachsener"
(Erwachsen werden bedeutet nichts anderes, als
dass man beginnt sich der Verantwortung für seine Handlungen bewußt zu werden und diese auch
übernimmt, ist also keine ansteckende Krankheit und macht einen nicht automatisch alt oder gar
spießig!)
... andere wieder schienen in ihrer Entwicklung irgendwie stehen geblieben zu sein.
Ein Phänomen, dass man übrigens auch bei Leuten über 20/30 feststellen kann
Was ich wirklich erschreckend und erschütternd finde ist das allgemeine Niveau, was z.B. Rechtschreibung
oder Allgemeinbildung betrifft und da frage ich mich bisweilen ob die Leute nicht doch lieber was anderes
machen sollten als den ganzen Tag vor dem PC zu sitzen. Ausserdem finde ich es teilweise übelst welches
soziale "Gewissen" manche haben, wie sie im Spiel oft jegliche Regeln eines "normalen" menschlichen
Miteinanders über den Haufen werfen. Es herrscht Rücksichtslosigkeit und Egoismus in einer für mich
oft fast unerträglichen Form. Natürlich ist mir klar, dass das nur ein Spiegelbild des realen Lebens ist und
auch das ist keine Frage des Alters. Nur sollten sich die Leute mal überlegen ob sie sich in einem Spiel,
welches ja auch ein wenig ein Ausgleich für die "harte Realität" sein sollte, so verhalten müssen. Denn im
Grunde verderben sie damit sich und anderen nur den Spaß.
Ach ja, ich selbst bin fast 50 und Vater.
herzlichst
Mac