Al Fifino
Rare-Mob
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- 18.08.2007
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*edit
Kritik ist gerne gesehen. Für diejenigen, die es gerne schon ein wenig eher wissen wollen: es handelt sich hierbei um eine Story, deren Handlung zwar nicht zu kurz kommen, die aber von Sarkasmus und Ironie nur so gespickt sein wird.
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Gründe dafür, von hier endlich zu verschwinden, gab es genügend.
Der erste wurde von der Gewalt und Kriminalität gekennzeichnet. Beides nahm dermaßen überhand, dass es bald keine einzige Stadt mehr auf der gesamten Welt gab, in der es nicht ein wie eine Festung aufgebautes Reichen- und ein in seinen Slums und Unrat versinkendes Armenviertel gab. Dörfer und Kleinstädte waren schon längst aufgelöst oder von Umweltkatastrophen dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Idee, das Wetter zu Gunsten der Menschheit zu manipulieren, war eben doch nicht so schlau gewesen, wie es sich angehört hatte: wenn an einem Ort Sonnenschein herrschte, schüttete es an einer anderen Stelle dafür all den Regen herunter, der dort hätte erscheinen sollen. Überschwemmungen waren die Folge. Brauchte nun ein Land Wasser, bedeutete das meist auf der anderen Seite der Weltkugel Dürre und damit verbundener Hunger. Als die Forscher aus den USA es 2186 ein wenig übertrieben und einen Schneesturm organisierten, damit es auch garantiert weise Weihnachten gab, brach in Madagaskar innerhalb von Sekunden ein gigantischer Vulkan aus der Erde hervor, spuckte Feuer und Flammen und vernichtete praktisch die gesamte Insel. Durch die gewaltigen Lava-Massen wuchs sie auf etwa die doppelte ihrer eigentlichen Größe an. Leben gab es dort trotzdem für die nächsten paar Jahrzehnte nicht wieder.
Dann war da die Sache mit dem Treibhaus-Effekt. Noch immer war es nicht gelungen, den Schadstoffausstoß genügend zu reduzieren, um die Klimaerwärmung dauerhaft ein zu dämmen. Stattdessen wurden ab und an kleinere Erfolge verzeichnet, die jedoch von den ebenso kleinen und manchmal auch größeren Fehlschlägen wieder wett gemacht wurden. Uran und Öl waren schon lange ausgegangen, Holz dominierte inzwischen die Energieindustrie. Damit man dieses auch her bekam, wurden weltweit etliche Wälder abgeholzt und noch mehr wieder gepflanzt, um eine einigermaßen sichere Lieferquelle zu erhalten. Wind- und Wasserenergie wurden dabei nicht vernachlässigt, kamen an den wachsenden Energielieferant aber bei weitem nicht heran. Um Platz für das viele Holz zu schaffen, war das Bilden von Mega-Cities und das Vernichten der kleinen Dörfer und Städte vorangetrieben worden – was unumgänglich auch zur Verschärfung der Konflikte zwischen Arm und Reich führte.
Schließlich folgte der wohl größte Fehler der Menschheit: als in Russland ein Hardliner an die Macht kam und ein wenig mit den Muskeln spielte, indem er aus Spaß einen Spionage-Satellit der USA abschoss, der gerade über "Mütterchen Russland schwebt und eine Gefahr für unsere so glorreich erworbene und immer verteidigte Freiheit darstellt", reagierte Deutschland umgehend und verurteilte dieses Vorgehen immens. Der Reichskanzler, ein sehr enger Freund des amerikanischen Präsidenten, gab dem Militär die Freiheit, jegliche russische Satelliten abzuknallen, die vorbei schweben sollten – und die Armee kam diesem Befehl mit Freude in den Augen nach, konnten sie doch endlich auch mal zeigen, was sie drauf hatten. Irgendwann schaltete sich auch noch die USA, Frankreich, Italien, Portugal, der Iran und der Irak, Ägypten, Israel und zu guter Letzt Ungarn, die über eine verblüffend effektive Streitkraft verfügten, in den Konflikt ein. Irgendwann war es soweit, dass man wieder das gute, alte Kabelfernsehen auspacken musste, um noch ein Programm in die Flimmerkiste zu bekommen. Die Länder einigten sich darauf, nur noch Satelliten ohne jeglichen militärischen Zweck in den Orbit zu schicken. Natürlich konnte sich der eine oder andere nicht daran halten, was wiederum zu groß angelegten Treibjagden auf die Funkvermittler führten. Dummerweise blieb es nicht lange dabei: den USA reichte es irgendwann, dass die Russen scheinbar bevorzugt amerikanische Fabrikate auf´s Korn nahmen, und schickten kurzerhand eine Kriegserklärung raus. Diese wurde von den Menschen in dem nach wie vor kühlen und von Schnee bedecktem Land auch noch mit Jubel entgegen – der Ring für einen neuen Weltkrieg war eröffnet. Dass die Atombomben schon vor ein paar ein paar Jahren vernichtet worden waren, um der totalen Zerstörung der Menschheit einen Strich durch die Rechnung zu machen, stellte sich als ziemlich wirkungslos heraus, nachdem die ersten Wasserstoffbomben flogen und weite, meist unbewohnte Teile der Welt zerstörten, um den Feind kräftig einzuschüchtern.
Das war der Zeitpunkt gewesen, an dem ich beschlossen hatte, abzuhauen. Auch, als ein Tag später das Schlimmste überstanden und Friedensverträge erneut geschlossen wurden, hielt ich an diesem Plan fest. Ich hatte keine Lust, noch einmal ein solch sinnloses Scharmützel mit ansehen zu müssen, und wollte nur noch weg von der Erde, die mich mit ihren bescheuerten Einwohnern dermaßen an den Rand des Wahnsinn trieb, zumal mit einem Schlag die gesamte Welt unter den USA und Russland aufgeteilt worden war. Im Grunde genommen hatte es die restlichen Länder ohnehin nicht mehr gegeben – sie bestanden meist nur noch aus zwei, drei der abnormal riesigen Städten, die von einer vollkommen automatisierten Wirtschaft versorgt wurden. Und all diese Ansammlungen von Wolkenkratzern und Blechhütten gingen nun in den Besitz der beiden ehemaligen Konkurrenten über. Die Städte, die sich dem widersetzten, wurden kurzerhand eingenommen oder dem Erdboden gleichgemacht.
In ihrer unermesslichen Güte hatten beide Reiche immerhin ein einziges Raumschiff aufgetrieben, dass ein paar Menschen auf weite Reisen mitnehmen würden. Den meisten war das egal – ihnen ging es unter den Amerikanern oder den Russen nicht besser als unter den Portugiesen, Chinesen oder Brasilianern. Aber für mich war es die letzte Chance, von hier weg zu kommen und an einem anderen Ort noch einmal von vorne anzufangen.
Der Abschied von meiner Familie dauerte nicht sonderlich lang, war aber schmerzhaft genug gewesen. Immerhin konnte ich mit Stolz sagen, dass mein Vater an mich glaubte: er meinte scherzhaft, er würde mich bald einmal besuchen, sobald ich dort draußen mein eigenes Geschäft am Laufen hätte.
Inzwischen befinden wir uns schon im Orbit und fliegen an den Trümmern vorbei, die von den Satelliten übrig geblieben sind. Ich kann nur hoffen, dass mein neues Leben besser und friedlicher wird als mein altes – und ich habe eigentlich keinen Zweifel daran.
Al
- Tagebucheintrag Nr. 1, irgendwo in unserer Galaxie
Kritik ist gerne gesehen. Für diejenigen, die es gerne schon ein wenig eher wissen wollen: es handelt sich hierbei um eine Story, deren Handlung zwar nicht zu kurz kommen, die aber von Sarkasmus und Ironie nur so gespickt sein wird.
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Gründe dafür, von hier endlich zu verschwinden, gab es genügend.
Der erste wurde von der Gewalt und Kriminalität gekennzeichnet. Beides nahm dermaßen überhand, dass es bald keine einzige Stadt mehr auf der gesamten Welt gab, in der es nicht ein wie eine Festung aufgebautes Reichen- und ein in seinen Slums und Unrat versinkendes Armenviertel gab. Dörfer und Kleinstädte waren schon längst aufgelöst oder von Umweltkatastrophen dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Idee, das Wetter zu Gunsten der Menschheit zu manipulieren, war eben doch nicht so schlau gewesen, wie es sich angehört hatte: wenn an einem Ort Sonnenschein herrschte, schüttete es an einer anderen Stelle dafür all den Regen herunter, der dort hätte erscheinen sollen. Überschwemmungen waren die Folge. Brauchte nun ein Land Wasser, bedeutete das meist auf der anderen Seite der Weltkugel Dürre und damit verbundener Hunger. Als die Forscher aus den USA es 2186 ein wenig übertrieben und einen Schneesturm organisierten, damit es auch garantiert weise Weihnachten gab, brach in Madagaskar innerhalb von Sekunden ein gigantischer Vulkan aus der Erde hervor, spuckte Feuer und Flammen und vernichtete praktisch die gesamte Insel. Durch die gewaltigen Lava-Massen wuchs sie auf etwa die doppelte ihrer eigentlichen Größe an. Leben gab es dort trotzdem für die nächsten paar Jahrzehnte nicht wieder.
Dann war da die Sache mit dem Treibhaus-Effekt. Noch immer war es nicht gelungen, den Schadstoffausstoß genügend zu reduzieren, um die Klimaerwärmung dauerhaft ein zu dämmen. Stattdessen wurden ab und an kleinere Erfolge verzeichnet, die jedoch von den ebenso kleinen und manchmal auch größeren Fehlschlägen wieder wett gemacht wurden. Uran und Öl waren schon lange ausgegangen, Holz dominierte inzwischen die Energieindustrie. Damit man dieses auch her bekam, wurden weltweit etliche Wälder abgeholzt und noch mehr wieder gepflanzt, um eine einigermaßen sichere Lieferquelle zu erhalten. Wind- und Wasserenergie wurden dabei nicht vernachlässigt, kamen an den wachsenden Energielieferant aber bei weitem nicht heran. Um Platz für das viele Holz zu schaffen, war das Bilden von Mega-Cities und das Vernichten der kleinen Dörfer und Städte vorangetrieben worden – was unumgänglich auch zur Verschärfung der Konflikte zwischen Arm und Reich führte.
Schließlich folgte der wohl größte Fehler der Menschheit: als in Russland ein Hardliner an die Macht kam und ein wenig mit den Muskeln spielte, indem er aus Spaß einen Spionage-Satellit der USA abschoss, der gerade über "Mütterchen Russland schwebt und eine Gefahr für unsere so glorreich erworbene und immer verteidigte Freiheit darstellt", reagierte Deutschland umgehend und verurteilte dieses Vorgehen immens. Der Reichskanzler, ein sehr enger Freund des amerikanischen Präsidenten, gab dem Militär die Freiheit, jegliche russische Satelliten abzuknallen, die vorbei schweben sollten – und die Armee kam diesem Befehl mit Freude in den Augen nach, konnten sie doch endlich auch mal zeigen, was sie drauf hatten. Irgendwann schaltete sich auch noch die USA, Frankreich, Italien, Portugal, der Iran und der Irak, Ägypten, Israel und zu guter Letzt Ungarn, die über eine verblüffend effektive Streitkraft verfügten, in den Konflikt ein. Irgendwann war es soweit, dass man wieder das gute, alte Kabelfernsehen auspacken musste, um noch ein Programm in die Flimmerkiste zu bekommen. Die Länder einigten sich darauf, nur noch Satelliten ohne jeglichen militärischen Zweck in den Orbit zu schicken. Natürlich konnte sich der eine oder andere nicht daran halten, was wiederum zu groß angelegten Treibjagden auf die Funkvermittler führten. Dummerweise blieb es nicht lange dabei: den USA reichte es irgendwann, dass die Russen scheinbar bevorzugt amerikanische Fabrikate auf´s Korn nahmen, und schickten kurzerhand eine Kriegserklärung raus. Diese wurde von den Menschen in dem nach wie vor kühlen und von Schnee bedecktem Land auch noch mit Jubel entgegen – der Ring für einen neuen Weltkrieg war eröffnet. Dass die Atombomben schon vor ein paar ein paar Jahren vernichtet worden waren, um der totalen Zerstörung der Menschheit einen Strich durch die Rechnung zu machen, stellte sich als ziemlich wirkungslos heraus, nachdem die ersten Wasserstoffbomben flogen und weite, meist unbewohnte Teile der Welt zerstörten, um den Feind kräftig einzuschüchtern.
Das war der Zeitpunkt gewesen, an dem ich beschlossen hatte, abzuhauen. Auch, als ein Tag später das Schlimmste überstanden und Friedensverträge erneut geschlossen wurden, hielt ich an diesem Plan fest. Ich hatte keine Lust, noch einmal ein solch sinnloses Scharmützel mit ansehen zu müssen, und wollte nur noch weg von der Erde, die mich mit ihren bescheuerten Einwohnern dermaßen an den Rand des Wahnsinn trieb, zumal mit einem Schlag die gesamte Welt unter den USA und Russland aufgeteilt worden war. Im Grunde genommen hatte es die restlichen Länder ohnehin nicht mehr gegeben – sie bestanden meist nur noch aus zwei, drei der abnormal riesigen Städten, die von einer vollkommen automatisierten Wirtschaft versorgt wurden. Und all diese Ansammlungen von Wolkenkratzern und Blechhütten gingen nun in den Besitz der beiden ehemaligen Konkurrenten über. Die Städte, die sich dem widersetzten, wurden kurzerhand eingenommen oder dem Erdboden gleichgemacht.
In ihrer unermesslichen Güte hatten beide Reiche immerhin ein einziges Raumschiff aufgetrieben, dass ein paar Menschen auf weite Reisen mitnehmen würden. Den meisten war das egal – ihnen ging es unter den Amerikanern oder den Russen nicht besser als unter den Portugiesen, Chinesen oder Brasilianern. Aber für mich war es die letzte Chance, von hier weg zu kommen und an einem anderen Ort noch einmal von vorne anzufangen.
Der Abschied von meiner Familie dauerte nicht sonderlich lang, war aber schmerzhaft genug gewesen. Immerhin konnte ich mit Stolz sagen, dass mein Vater an mich glaubte: er meinte scherzhaft, er würde mich bald einmal besuchen, sobald ich dort draußen mein eigenes Geschäft am Laufen hätte.
Inzwischen befinden wir uns schon im Orbit und fliegen an den Trümmern vorbei, die von den Satelliten übrig geblieben sind. Ich kann nur hoffen, dass mein neues Leben besser und friedlicher wird als mein altes – und ich habe eigentlich keinen Zweifel daran.
Al
- Tagebucheintrag Nr. 1, irgendwo in unserer Galaxie
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