Besser spät als nie den Müll gemacht um in die höhere Bildungsriege aufzusteigen gell
@Topic
Eine Lehrertasche von UNICEF im Wert von 150 Euro für 50 Kinder im Sudan - statt Weihnachtsgeschenken.
Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten und musste mein Geld für Etwas sinnvolles ausgeben. Das Gefühl, ist jedenfalls besser als jedes andere Geschenk es je machen könnte. 5/5
Höhere Bildungsriege, ich lache mich tot. Ich habe ein 2,7er Abitur, beide Leistungskurse (Mathe + BWL) mit 1en jeweils "knapp" bestanden, aber ich fühle mich nicht als höher gebildet.
Das heutige Abitur ist für mich nicht mehr oder weniger als die damalige mittlere Reife vor rund 30 Jahren.
All diese Dinge, die wir nun gelernt haben, bringen uns im echten Leben kaum weiter. Was interessiert mich Plattentektonik, der Ausbruch eines Vulkans, das Leontief-System, unser Ernährungssystem, Viren oder Visual Basic?
Sicher hat jeder Mensch andere Interessen oder andere Stärken, sodass sich jeder für einen anderen Beruf später entscheidet und für den DANN solches Spezialwissen von Bedeutung ist, warum muss aber monatelang die Gesamtschaft der Schüler darunter zu leiden haben?
Schlussendlich sitze ich nun in einer Position eines Bürojobs, bin ausgelernter Steuerfutzie und muss mich mit unseren Mandanten auseinandersetzen. Dazu gehört es dann auch, Dinge zu erfragen bzw. sich Dinge erklären zu lassen.
Erst am Wochenende gab es da ein ganz schönes Beispiel: Günter Jauch, Bildungstalk. Es wurden Ausschnitte aus einem Bewerbungsgespräch gezeigt, eine Tischlerei. Nur "wenige" (keine?) Bewerber konnten überhaupt etwas mit Quadratmeterangaben anfangen oder noch im Kopf 21 durch 7 rechnen.
Und ich muss sagen, mir geht es teilweise ähnlich. Nein, nicht beim Kopfrechnen. Mir wurde nie die Vorstellungskraft beigebracht, wirkliche Dinge mal in der Praxis zu sehen.
Ganz klassisches Beispiel: Man bekam in Mathe zu Realschulzeiten einen Zirkel, sollte einen Kreis malen, Umfang und Fläche berechnen. Am Ende standen auf dem Blatt Papier 2 Zahlen, Ergebnisse. Wie groß tatsächlich diese Fläche oder wie lang der Umfang ist...keine Ahnung. Das interessierte nicht.
Der vorhergehenden Generation wurden solche Dinge noch beigebracht. Wir wissen die Ergebnisse, sie kriegen zwar diese nicht mehr genau auf die Reihe, kennen aber noch ihre Bedeutung. Transferleistungen...
Abiturient ist heutzutage nur noch ein Titel, hat aber nichts mit Wissensstand oder Intelligenz mehr zu tun. Ich habe sogar das Gefühl, damals in der Realschule klügere Köpfe getroffen zu haben als später im Abitur, wo wir von unseren Lehrern angehalten wurden, doch bitte verdeckt zu spicken, damit sie uns nicht die Blätter abnehmen müssen, da wir schließlich alle spicken. Das hätten sie ja nicht anders gemacht. Uns wurde sogar erklärt, WIE wir spicken sollten, wie die Lehrer es gemacht haben. Alles wurde hinter geschlossenen Türen besprochen.
Schlussendlich war ich einer der wenigen, denen es scheißegal war, wo ich sitze, da ich meinen Stoff kannte. In einer Klausur wurde ich von anfangs vorne nach später ganz hinten gesetzt.
In meiner Ausbildung durfte ich sogar im Büro meines Lehrers eine Klausur nachschreiben, mitten bei den ganzen Unterrichtsunterlagen, mit meinen Unterlagen in meiner Tasche neben mir. Das war einer der wenigen Lehrer, die verstanden haben, das es für mich der viel größere Hohn gewesen wäre, etwas mal nicht zu wissen, als meine Klausur unter meinem tatsächlichen Wissensstand abzugeben.
Und dann noch die Zeit, die man hatte...Meine Schrift ist alles andere als ordentlich, aber irgendwie noch lesbar. In den Prüfungen war es mir egal, ob die Lehrer es genau entziffern konnten. 4-Stunden Prüfungen habe ich in 1 Stunde durchgezogen und durfte eine weitere warten, bis ich dann gehen konnte.
Knapp bemessene Zeit ist da etwas anderes.
Mein schlimmstes Schulerlebnis war jedoch meine mündliche Prüfung in der Ausbildung. Dort musste ich erleben, wie eine Person, die sich von Jahr zu Jahr geschummelt hat und immer mit Gutdünken weitergelassen wurde, nachdem sie sämtliche Klausuren nachschreiben musste und sogar noch nach Abgabe der Klausur Dinge verbessert hat (Lehrer war kurz draußen, Klausur nochmal her und Orginallösung abschreiben), den 10-minütigen Vortrag völlig versemmelte, lt. Aussage unseres Prüfers hätten bis auf EINE Angabe gar nichts daran gestimmt und schließlich nichtmal Grundlagen wusste und heute dennoch den gleichen "Titel" wie ich trägt. "Sie sollten sich bei Gott bedanken" ...
Ich bin nicht wütend darüber, das es diese Person geschafft hat, aber das hat nichts mehr mit Bildung oder Gerechtigkeit zu tun. Krankheitsrate jenseits der 40% (nichts bestimmtes, keine chronische Krankheit, solange "kein Bock" und "feiern" nicht als solches gilt), Fachwissen gegen 0 strebend, aber "ausgelernt". Grausam.