Belegaer...

Kerindor

Rare-Mob
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Gedankenversunken durchschritt Kerindor rasch die Halle von Talagan Silberzunges Haus. Eines Tages darf ich dieses Meer durchqueren und nach Valinor reisen, dachte er bei sich, wenn ich mir diese Ehre verdient habe.
Die letzten Tage waren schon unruhig gewesen und voller düsterer Vorahnungen. Und nun drang Kampflärm von draussen herein. Er beschleunigte seine Schritte und öffnete den Türflügel.
Der Anblick war erschütternd. Verletzte lagen links und rechts auf dem Vorplatz und Talagan Silberzunge stand neben dem toten Körper seines Freundes Haerandir. Mehrere Gebäude brannten.
"Kerindor, nimm dir Haerandirs Waffe und hilf unten am Tor. Wir wurden von Grimmhands angegriffen." rief Talagan.
Kerindor erwies dem Toten den Respekt und nahm seine Waffe, ein einfaches aber gutes Schwert, und ging hinunter zum Tor.
Dort wurde er von einem Verteidiger weiter geschickt, die Feinde östlich zu umgehen um Dorongúr Weissdorn bei der Verteidigung des Westtores zu helfen, das in stärkerer Bedrängnis ist.
Kerindor rannte den Weg entlang, die Treppe zur Brücke in den Nordteil hinauf und sah den ersten Feind. Ein Bilwiss machte sich daran einen toten Elb zu plündern.
Mit einem Aufschrei stürzte sich Kerindor auf den Billwiss, der sofort von seinem Opfer abließ und den Schwertschlag parierte der auf ihn niederging.
Die zweite Parade aber ging fehl und der Kopf des Bilwiss rollte im Staub. Doch es blieb keine Zeit auszuruhen und so rannte Kerindor weiter.
Kurz hinter der Brücke schlich ein weiterer Feind umher, doch es war keiner der Bilwisse, es war ein Grimmhand-Zwerg. Wie kommen diese Kreaturen dazu diese Zuflucht anzugreifen, welch dunkle Macht treibt sie dazu, fragte er sich. Ist es doch untypisch für Zwerge von irgendwem außer ihrer Gier nach Reichtümern beeinflusst zu werden.
Nun ging Kerindor genauso wie beim Bilwiss auf Angriff, doch zeigte sich das der Zwerg weitaus erfahrener im Kampf als er selbst war.
Kerindors Moral wurde durch die wuchtigen Axthiebe des Grimmhands deutlich erschüttert. Statt anzugreifen konnte er nur die Axt parieren und gelegentlich einen kleinen Hieb durchbringen. Erst als der Zwerg einen letzten tödlichen Schlag anzubringen versuchte, konnte Kerindor diesen unterlaufen und seinerseits zustoßen.
Durch diese Erfahrung nun vorsichtiger geworden, erreichte er den Hof wo Dorongúr Weissdorn schon auf Entsatz wartete. Nach kurzer Absprache bezogen beide Position hinter dem Tor um dieses mit allen Mitteln zu verteidigen.
Doch was dann auf der anderen Seite erschien, war weder Grimmhand, noch Bilwiss, noch Ork. Ein Troll, groß und so brutal wie dumm, schlug mit aller Macht auf das Tor ein, welches unter seinen Schlägen in den Angeln ächtze.
Panik übermannte Kerindor als das Tor schliesslich nachgab und der Troll mit lautem gebrüll sich anschickte durch den Torbogen zu stampfen.
Dieser da ist unmöglich zu besiegen, zuckte als Gedanke durch Kerindors Kopf. Unfähig sich vor Furcht zu bewegen, erschien hinter dem Troll ein weiterer Elb. Mit geschickter Klinge durchbrach er die Deckung des Trolls und tötete diesen mit schnellen Streichen.
Die Furcht abschüttelnd erkannte Kerindor diesen Elb. Es war Herr Elrond höchstpersönlich.
Erstaunt und erleichtert zugleich freute sich Kerindors Herz über diese Unerwartete Hilfe. Hoffnung flammte in ihm auf als Elrond ihn weiterschickte. "Rasch ihr beiden. Das Unheil ist schon hier drinnen", befahl Elrond.
Gemeinsam stürmten die Drei nun los zurück zu Herrn Talagans Hallen, diesem beizustehen. Doch es war wiederum zuspät, der Weg zum Vorplatz war versperrt, die Brücke dorthin eingestürzt. Dort hinten, schwer zu erkennen, stand Skorgrim ihm gegenüber Talagan. Beide kämpften verbissen gegeneinander, bis schliesslich Worte der Macht von Talagan seine Hallen einstürzen lies und beide unter sich begrub.
Elrond wandte sich an Kerindor, die trauer in seinem Herzen erkennend und sprach Worte des Trostes zu ihm.
"Talagan hat sich für uns alle geopfert. Sei nicht traurig sondern stolz. Durch seine Tat ist das Wissen der Elben für Skorgrim verborgen geblieben. Geht nun und wendet euch an Dorongúr Weißdorn. Ich habe noch viel zu tun. Es scheint das uns noch sehr viel bevor steht."
Mit neuer Hoffnung machte sich nun Kerindor auf, die Überlebenden zu finden. Merethen meinte nur das er sich am besten zu Dorongúr Weißdorn begeben sollte. Dieser ist nun jenseits des Westtores zu finden, wo die anderen ihr Ersatzlager aufgeschlagen haben.
Also durchschritt Kerindor das Westtor in Richtung Lager. Schnee lag hier und Kälte lag auf dem Land ausserhalb von Edhelions Zuflucht. Jetzt wo Talagan tot ist, wird die Kälte bald auch in Edhelion einzug halten, dachte Kerindor in dusteren Gedanken und stapfte durch den Schnee.
Kaum im Lager angekommen schickte ihn Dorongúr erstmal zu einem Ausbilder. " Ihr habt euch wacker geschlagen, doch ist dieses erst ein Anfang. Gegen echte Feinde zu kämpfen verlangt weit mehr als das was ihr in der Übungshalle lernen konntet Herr Kerindor."
Dorongúr hatte garnicht mal so unrecht, dachte er bei sich. Der Grimmhand hatte ihn doch stark bedrängt. Theorie und Praxis stimmen doch selten überein.
Und so wandte sich Kerindor erstmal an den Ausbilder für Wächter. "Nun Herr Kerindor, nun wollen wir euch mal ein paar neue Tricks beibringen. Sobald ihr darin genug geübt seit, werden wir die Lektionen erweitern." meinte der Ausbilder. "Wir haben aber nicht die Zeit so gründlich vorzugehen wie es nötig wäre, so müsst ihr eure Fähigkeiten die ihr grade gelernt habt, im Kampf selbst schleifen. Geht nun und sprecht mit Dorongúr. Dieser hat eine wichtige Aufgabe für euch."
Also lief Kerindor zurück zu Dorongúr, der ihn schon erwartete. " Nun, es gilt wichtige Aufgaben zu erfüllen. Geht zu Elladan, Herrn Elronds Sohn, dort unten vor der Silbertiefenmine. Er wird euch sagen wie es weitergeht."
Frisch eingekleidet mit einem leichten aber stabilen Lederwams und einem leichten Schild, ging Kerindor den steilen Abstieg hinunter Richtung Mine.
Von weitem konnte man schon Zwergische Arbeit erkennen und davor ein besorgt ausschauender Elb.
Das muss Elladan sein, dachte er bei sich und beschleunigte seine Schritte.
"Mae Govannen, ihr seid bestimmt die Unterstützung die ich von Dorongúr erbeten habe?" Kerindor nickte zustimmend. "Nun, die Zwerge können es nicht glauben das die Grimmhands erneut sich gegen uns wendeten. Sie verlangen Beweise für ihren Verrat" sprach Elladan. "Geht in die Mine hinunter und durchsucht die Bilwisse dort, ich kann meinen Posten hier nicht verlassen".
Mit ungutem Gefühl machte sich Kerindor nun auf in die Tiefe der Silbermine. Nicht weit hinter dem ersten Stollen, unweit der Brücke die den Abgrund in der Mine überspannte, lag ein toter Bilwiss, mit einem Gegenstand in der verkrampften Hand. Ein Zwergenpickel bei einem Bilwiss, na wenn das mal kein Beweis ist, dachte Kerindor.
Bei fünf weiteren Leichen fanden sich Zwergische Werkzeuge.
Damit machte sich dann Kerindor auf den Weg diesen dunklen Ort zu verlassen und Elladan diese Beweise zu zeigen. Und in der Tat zeigte sich Elladan hocherfreut über diesen Beweis das die Grimmhands wieder aktiv sind. "Geht hinunter zu Dwalin, den ihr in Frerins Hof finden könnt, unterhalb von Thorins Hallen." sprach Elladan. "Damit werden uns die Zwerge glauben schenken müssen das die Grimmhands wieder aus ihren Löchern gekrochen sind."
Kerindor verabschiedete sich nun von Elladan und machte sich auf, den langen Weg hinunter ins Tal zu beschreiten.
Bis auf ein paar Angriffslustige Luchse, die aber schnell lernten das ein scharfes Schwert härter ist als ihre Krallen, passierte wenig aufregendes.

In Frerins Hof stand Dwalin in der Mitte des Platzes, umgeben von ein paar Getreuen. Es war garnichtmal so einfach zu ihm durchgelassen zu werden, da die Zwerge einem Elben gegenüber doch sehr misstrauisch waren. Doch obsiegte ihre Neugier darauf was mit den Grimmhands und Skorgrim nun los sei. Glauben könne er es noch nicht, meinte Dwalin schliesslich.
Aber die gezeigten Zwergenpickel und die Warnung Elladans zeigten ernste Besorgnis auf dem Gesicht des alten Zwerges.
"Geht über den Fluß nach Westen, Kerindor. Dort treiben sich seit einiger Zeit Bilwiss-Schleicher herum. Durchsucht sie und findet mehr Beweise damit ich euch glauben mag" meinte Dwalin.
Engstirnige Zwerge, dachte sich Kerindor, zu blind den Untergang zu sehen selbst wenn er ihnen auf den Bart tritt. Nun was soll es, wenn er Beweise braucht, geben wir sie ihm.
Den Fluß zu überqueren war ein leichtes, dank des dicken Eispanzers, und auch ein Bilwiss war schnell gefunden. Er lagerte bei den Auerochsen, wohl auf Gefährten wartend um sich vielleicht ein schönes Stück Fleisch zu schiessen.
Bevor diese Kreatur reagieren konnte, betäubte ihn ein heftiger Schildschlag. Er spürte schon garnicht mehr wie sein toter Körper im Schnee landete. Auch dieser Bilwiss besaß zwergisches Gerät. Mit diesen Beweisen im Gepäck marschiert Kerindor zurück zu Dwalin der nun keine Ausflüchte mehr haben kann, angesichts dieser erdrückenden Beweislast.
Anerkennend nickt Dwalin Kerindor zu. "Nun denn, ihr habt den Beweis gefunden. Doch bevor meine Zwerge etwas unternehmen, muss ich euch bitten zu Herrn Elronds Sohn Elrohir in den Düsterstein-Tunneln zu gehen und seine Meinung ersuchen. "
Schnellen Fußes schritt Kerindor nun los zum Axtkopf-Pfad, wo sich der Eingang zu den Tunneln befindet.
Am Fuße des Berges angekommen, konnte man die Schwierigkeiten die nun folgen würden, schon sehen. Eine Reihe Bilwisse hatten ihr Lager auf dem Axtkopf-Pfad aufgeschlagen. Allein war dies nicht zu bewältigen und daher beschloss Kerindor erstmal zurück zu marschieren. Doch zu seinem Glück näherte sich eine kleine Gruppe Elben, bestehend aus einem Barden Laehran und einem Waffenmeister namens Barolfin. Diese waren ebenfalls auf der suche nach Herrn Elrohir, da dieser sich über die Zeit hinaus nicht mehr gemeldet hatte.
Gemeinsam wurde nun der Axtkopf-Pfad von den Bilwissen gesäubert. In vorderster Reihe stand Kerindors Schild, den Barden schützend, wärend der Barolfin seine Schwerter links und rechts durch die Reihen der Feinde schwang. Die magische Musik des Barden machte trotz der feindlichen Übermacht unendlichen Mut. Kein Pfeil, keine Axt vermochte es die Moral der Gruppe zu brechen. Wieviele Feinde ihr Leben liessen, konnte keiner mehr sagen, als die Gruppe endlich den Axtkopf betraten. Das Plateau bot einen herrlichen Blick auf das Tal unterhalb von Thorins Hallen und den Bauten der Zwerge. Doch viel Zeit blieb nicht, das Panorama zu bewundern. Hinter ihnen öffnete sich bedrohlich der Berg zu einem dunklen Tunnel.

Wenigstens ein paar Fackeln gibt es hier, dachte sich Kerindor und gab seinen Gefährten jeweils eine. Denn auch Elbenaugen vermögen es nicht eine so finstre Dunkelheit zu durchdringen. Doch nicht allzuweit in den unteren Stollen zeigte sich, das hier unten Licht das geringste Problem war. Fackeln waren an den Wänden befestigt und Adern schimmerten in deren Licht. Kerindor konnte nichtmals den Gedanken aussprechen wer hier für Licht sorgte, als schon der erste Trupp Bilwisse aus einem Seitenstollen hervorsprang. Das Gemetzel in dem engen Gang war hart und kurz, da die Waffen der Bilwisse nicht an dem Schild vorbeikamen, aber die Waffen Barolfin hingegen die Bilwisse schon erreichten.
"Was meint ihr wo wir lang müssen, Kerindor?" fragte der Barde. "Hier entlang, da ist ein Weg hinunter" antwortete Barolfin vor Kerindor.
Der Weg war aber weniger ein Weg als eine Art Rutsche ins Dunkel. Barolfin ging als erster hinunter, gefolgt von Kerindor und dem Barden. "Da dort vorne, ein Licht!" flüssterte Barolfin, als sie nach langem und mühseligen Abstieg den wohl tiefsten Punkt des Stollensystems erreichten.
Und tatsächlich, dort war Elrohir, im Kampf mit einer Übermacht Bilwisse. Sogleich eilten die Gefährten dem Bedrängten zu Hilfe.
Damit hatten die Bilwisse wohl nicht gerechnet und wandten sich zur flucht. In ihrer Panik war es nun ein leichtes diese Kreaturen zu erschlagen.
Dankbar über die Unterstützung und leicht erschöpft, übergab Elrohir Kerindor einen Brief für Dwalin. Auch seine Gefährten waren glücklich Herrn Elronds Sohn unversehrt gefunden zu haben, auf das sie mit froher Kunde heimkehren konnten.
Elrohir wollte hingegen noch etwas da bleiben und weiter die Bilwisse auskundschaften. Mit den Nachrichten im Gepäck und etwas Kupfer von den Bilwissen, schritten die Gefährten zurück zu Frerins Hof.
Dort angekommen trennten sich nun ihre Wege wieder. Ein jeder wünschte dem anderen eine gute Reise und schritt von dannen.
Am Platz übergab Kerindor nun Elrohirs Brief an Dwalin. Dieser zeigte sich nun sehr besorgt.
"Kerindor, es scheint das die Grimmhands erneut unter einen dunklen Einfluss gefallen sind. Wir müssen in Thorins Hallen hinein und Skorgrims Grab suchen. Dort finden wir bestimmt die Erklärung für das ganze. Aber gebt acht, es ist ein gefährlicher Weg." "Herr Dwalin, mein Schild gehört euch" entgegnete Kerindor, " ich habe keine Angst!
Darauf hin meinte Kerindor tatsächlich ein Schmunzeln auf den Lippen des alten Zwergs gesehen zu haben.
"Nun kommt, gehen wir das Geheimnis lüften." sagte Dwalin, "auf zu Skorgrims Grab."
 
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