Habe mich die letzten Tage wieder getraut, etwas DotA spielen zu wollen. Ich bin da ja wirklich ein alter Sack, habe tausende Spiele hinter mir und bin üblicherweise in der Lage, noch so einige Spiele zu drehen, habe ein ganz brauchbares Verständnis dafür, mit Sunstrikes, Arrows, Raketen oder Hooks zu treffen, kann sogar so ein Spiel ganz gut lesen und Potenzial auch erkennen.
Leider teilen viele Spieler nicht mehr meine Einstellung. Wenn es schlecht läuft, weil die Gegner einen leichten Vorsprung haben, weil sie 1-2 Gangs nach 20 Minuten gut zuende brachten und in dieser Szene besser zusammengearbeitet haben, dann wird das Spiel als verloren angesehen. Da stellen sich dann direkt 1-3 Leute in die Basis oder hauen sich durch den Wald, anstatt es überhaupt zu probieren. Es folgt die Forderung nach Switchmöglichkeiten, ansonsten "i solo woods and wont def". Ja, das macht richtig Spaß.
Switchen ist eh der größte Irrsinn überhaupt. Gedacht, um Spiele zu balancieren, wenn plötzlich 2 Spieler ohne Grund abhauen, muss es nun ein faires Spiel sein. Da kann das Spiel entschieden sein, wie es will. Es wird direkt damit gedroht, das Spiel zu verlassen, wenn nicht sofort der beste Spieler der einen Seite nun ein 4v4 ermöglicht, sodass die ehemals schlechtere Gruppe nun noch siegt.
Es ist echt einfach nur traurig. Noch vor Spawn der ersten Creepwelle (quasi der Beginn des Krieges) wird man angemault, das man die falschen Items baut und ja soooo ein Noob ist, wobei nie unterschieden wird zwischen einem zufälligen "Public"spiel ohne Bekannte (quasi ein zufälliger Dungeon oder ein Schlachtfeld) und einem Wettkampfspiel (quasi rated BGs oder Arena). Immer liegt man falsch und wird zum Noob erklärt. Es folgen sinnlose Kickvotes, weil jemand 1-2 mal stirbt. Das der Gegner auch schwächere Spieler hat, das ist total egal. Man ist IMMER der Einzige mit völligen Noobteams.
DotA war mal so ein schönes Spiel. Die Dota-League ermöglichte einem, sehr brauchbare Spiele auf höherem Niveau zu spielen, die immer 40-50 Minuten brauchten, wenn man oder ein guter Spieler eines anderen Teams nicht gerade alleine alles zerfetzten. Heute fallen in den von Bots geleiteten Spielen 3 Gangs und direkt wird gesagt "das wird nix, wenn ihr nicht mit mir spielt, spiel ich halt gar nich". Jeder ist sich selbst der Nächste. Es ist dann plötzlich gut nicht zu sterben. Und wenn dann das halt bedeutet, dass das eigene Team 4v5 spielen muss, dann ist das halt Pech, egal ob man ein Charakter ist, der mit gutem Equipment viel drehen kann oder aber einen Charakter hat, der anfangs deutlich stärker ist, aber später seine ehemaligen Vorteile ganz klar einbüßt (weil die Leute unsichtbares Getier sehen können oder aber weil die Zauber ja begrenzten Schaden machen und nicht gegen den höheren Trefferpunkt-Pool anstinken können).
Gestern waren es 2 von 2 Spielen, die aufgegeben wurden, weil man sich in die Ecke stellte und auf die Niederlage wartete, weil das Gegnerteam in 2 Kämpfen ne gute Figur machte. So etwas kann nach 70 Minuten spielentscheidend sein, weil man dann 90 Sekunden nicht ins Spiel eingreifen kann, wenn man stirbt. Nach 20 Minuten jedoch ist jeder so schnell wieder da, das die Gegner gar nicht richtig in unsere Base kommen. Außerdem kommt es eben doch auf das Teamsetup an. Natürlich hat man es gegen 4 Nuker anfangs schwer, gerade wenn man hauptsächlich mit normalen Angriffen arbeitet. Dafür dreht sich das Spiel aber später. Deswegen NIMMT man ja eben diese Helden. Eben weil sie in der Lage sind, später ein Gegnerteam im Alleingang auszuhebeln, wenn man mal 5 Minuten farmen konnte.