Gut, nächstes Wochenendrätsel:
Es sind 37 Grad am Morgen und Betty hat keine Lust mehr, die restlichen Hütten rosa anzustreichen. Existentialismus vor grauem Himmel (Nonkonformismus pur):
Auch ein Flügel ist nicht mehr groß, wenn der Abstand nur weit genug ist (das da auf dem Laster ist ein Klavierflügel. Andere Regisseure würden die Erde oder das Universum zeigen, um unsere Existenz zu relativieren. Der Kerl hier zeigt uns ein Piano auf einem Laster vor einem großen Baum vor einem noch viel größerem Himmel und erzählt uns: "Nichts ist wichtiger als wir selbst"). Liebe Kinder, dies ist einer der absolut raren Augenblicke, wo die Kunstformen der Musik, Fotografie und Malerei in einem Bild verschmelzen, um den perfekten Kinomoment zu schaffen (und hier ist er sogar sehr witzig, weil die beiden Bullen vor dem LKW den Fahrer ob der Schwangerschaft seiner Frau ziehen lassen, obwohl er nicht den passenden Führerschein hat):
Man beachte die Beleuchtung der Szene (jeder Moment des Streifens ist durchdacht und hat seine Bedeutung - zumindest in meiner Interpretation). Davon ab ist die Katze mit Sicherheit der beste Ersatz für eine verrückte Frau. Der Film beschreibt die beste und exzessivste Liebesgeschichte, die jemals das Licht des Projektors erblickt hat. Gleichzeitig schildert er auch, was einen Künstler ausmacht (etwas zu schaffen ohne die Gewißheit, daß jemand überhaupt davon erfährt):
Einer der Filme, bei denen der "Director's Cut" tatsächlich saugt! Wenigstens beginnen beide Versionen gleich: "Es war jetzt eine Woche her, seitdem ich Betty getroffen habe. Wir bumsten jede Nacht." Der Streifen ist Bilderkino vom Allerfeinsten; die Story beschreibt die herbe Kollision zweier starker Persönlichkeiten. "Schreibst Du?" fragt die Katze ganz zum Schluß den Protagonisten. Was außer den Grenzerfahrungen über Liebe und Tod sollten uns solche Filme und Bücher wie der gesuchten Streifen machen lassen, liebe Katze? Und natürlich schreiben wir darüber, Du Fellviech!
Im Gästebuch wurde ich nach "10 tolliqen Filmen" gefragt. Dies ist mit Sicherheit einer davon, auch wenn manche Kritiker das Ding trotz der oben gezeigten Screenshots (haben die während der Vorführung gepennt?) als "oberflächlich und belanglos" einstuften. Wie so oft im Bereich der bewegten Bilder zeigte sich mal wieder, daß gerade die professioniellen Schreiberlinge nicht mal annhäherend begreifen, was "Kino" eigentlich ausmacht. Der vortreffliche Roman von Djian ist autobiographische Lebensschilderung mit einem gehörigem Schuß Phantasie; der Film ergänzt dies mit Bildern, die sich in das Gedächtnis des Zuschauers brennen und zur Interpretation herausfordern. Eine Botschaft oder einen roten Faden gibt es hier nicht - das mag euch aus eurem Leben bekannt vorkommen. Der Film ist ein Hit, weil er zugleich unterhaltsam und unbemerkt fordernd ist.
Dank des Filmes weiß ich jetzt auch, wie man den perfekten Kaffee braut. Zutaten sind heißes Wasser sowie ein Keramik-Filter. Leicht das Kaffee-Pulver mit dem Wasser anträufeln, bis es sich vollgesogen hat. Danach mit Wasser nachgießen. Ob es hilft, daß wie im Film die Freundin dem Vermieter die Titten zeigt, weiß ich nicht. Der Rest schmeckt auch ansonsten ganz gut - und besser als jede Kaffee-Maschine! Die Tittensache solltet ihr also selbst nachvollziehen! Ich harre eurer Berichte (bitte keine Threads mit dem Titel "Titten-Kaffee")!
Bimmbamm