Die Geschichte von Ninva Schattenschreiter 5

Tayury

NPC
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Ninva...
Azaet...?
Ninva...
Azaet...bist du das...?
Ninva...
Azaet...bist du es...deine Stimme...sie klingt so fremd...
Ninva...wach auch, Ninva.

Ninva stöhnt leise auf, krümmt sich leicht zusammen als ihr Körper endlich aus der Bewußtlosigkeit erwacht.
Sie liegt...liegt auf dem Boden...wieso...wieso liegt sie auf dem Boden...? Was ist geschehen...wieso fällt ihr das Erinnern so schwer...und was ist das für ein drückender Geruch um sie herum...?
Mühsam beginnt sie sich aufzustemmen, ihr Körper fühlt sich unnatürlich schwer und steif an, wie lange hat sie hier gelegen...?
Jeder Gedanke fließt zäh und schwer, lässt sich nicht wirklich fassen, Dutzende Glasscherben scheinen in ihrem Kopf zu glitzern. Ninva hebt den Kopf, zängt ihre Augen vollends auf. Sie will sehen wo sie ist, will sehen wo sie sich befindet, will den Besitzer der Stimme, der sie geweckt hat ausfindig machen.
Keines vom eben genannten ist im nächsten Moment jedoch für sie von Bedeutung da es sich bei dem ersten was sie erblickt, um die alptraumhafte Fratze eines Ghuls handelt der vielleicht gerade mal eine Armeslänge von ihr entfernt auf dem kargen Boden hockt.

Ninva reißt die Augen auf, ist schlagartig hellwach, weicht rückwärts, auf allen Vieren zurück, reflexartig nach ihren Dolchen greifend.
Ihre Hand fasst jedoch ins Leere, sie ist völlig unbewaffnet, ein Zustand denn sie, seit ihrem zweiten Beginn, noch nie durchlebt hat.
Der Ghul ist ihr derweil ohne zu zögern gefolgt, glotzt sie aus schwarzen Knopfaugen stumpfsinnig an. Ninva sieht sich hektisch nach einer Waffe um, entdeckt stattdessen jedoch nur zwei weitere Ghule die sie, aus etwa 5 Meter Entfernung, hirnlos geifernd anstarren.
Es dauert einige Momente bis Ninva begreift, dass sie völlig von den verstandslosen Untoten eingekreist ist. Von allen Seiten ertönt ihr rasselndes Schnaufen, ihr Schlürfen, ihr hirnloses Gestammel. Faulig-ranziger Gestank erfüllt die Luft, die halb verwesten Körper der Hirnlosen sind von nässenden, schmutzigen Verbänden bedeckt, Knochen ragen an allen möglichen Stellen aus fauligem Fleisch hervor.

Ninva weiß, dass sie verloren ist. Hier ist sie nicht mehr als ein Schaf inmitten eines Rudels hungriger Wölfe, ein Stück Fleisch, ganz gleich ob tot oder lebendig für diese ewig hungrigen Alles@@*#@%r.
Der Ghul von vorhin ist inzwischen wieder fast auf Armeslänge näher gekommen, sieht die Schurkin immer noch auf diesselbe stumpfsinnige Art wie vorher an.Gleichwohl sie im Endeffekt beide dem Untotendasein angehören, empfindet sie unglaubliche Abscheu dieser Kreatur gegenüber. Eine verstandslose Fressmaschine, mehr ist das Monster vor ihr nicht, der zer@@*#@%ne Schädel lediglich mit dem Drang zu @@*#@%n und zu töten erfüllt.
Sie weicht noch etwas weiter zurück bis sie mit dem Rücken gegen einen dicken Baum stößt.
Der Guhl hat sie schnell eingeholt, neigt den widerlichen Kopf erneut zu ihr vor was Ninva endlich dazu veranlasst nach dem Hirnlose zu schlagen.

Der Ghul fängt ihre Hand, erstaunlich geschickt, ab, glotzt einen Moment lang scheinbar höchstinteressiert darauf ehe er das abscheuliche Maul öffnet und damit beginnt, das blutdurchtränkte Leder ihres Handschuhs abzulecken.
Von Grauen und Entsetzen durchflutet sieht Ninva zu, wie die Zunge des Ghuls, ein widerlich, grauer Fleischlappen, ihren Handschuhe hinauf und hinab fährt, eine schleimig, graue Spur dabei hinter sich herziehend. Die Schurkin gibt einen gepressten Laut des Ekels von sich, zerrt an ihrer gefangenen Hand so dass diese, aus dem Handschuhe heraus schlüpft.
Kaum hat sie die Extremität befreit, verfällt der Ghul in einen für ihn typischen Fressrausch, stopft sich den blutigen Handschuh tief ins Maul, kaut und zerrt wild und schnaufend darauf herum.
Ein weiterer Ghul springt herbei, versucht ein Stück der Beute an sich zu reißen um in einen abscheulich blutigen Kampf mit dem ersten zu verfallen.
Nun werden auch die anderen Bestien unruhig, beginnen sich Ninva zu nähern, angezogen von ihrer blutgetränkten Kleidung. Sie schnüffeln und geifern, scheinen von dem schweren Blutduft regelgerecht gefesselt zu sein.
Ninva fühlt Panik in sich aufsteigen, reißt ihren zweiten Handschuh herab um ihn, so weit wie möglich, von sich fort zu werfen. Gierig stürzen sich fünf der Bestien augenblick auf das blutige Leder, zerreißen sich im Streit darum teilweise selbst.
Der Großteil der Ghuls setzt seinen Weg jedoch unbeirrt fort. Dutzende schwarze Knopfaugen kleben förmlich an Ninva.
Die Schurkin drückt sich gegen den Stamm des Baumes, sieht hilflos zu wie der Kreis toten Fleisches um sie herum sich mehr und mehr zuzieht. Ghulfutter...nie hätte sie gedacht, dass ihre zweite Zeit ein derartiges Ende finden würde...

Die ersten Hirnlosen haben sie nun erreicht. Bandagierte, eitrige Klauenhände strecken sich nach ihr aus, die erste krallt sich in ihr Gewand.
Ninva schließt die Augen, will nicht sehen wie Dutzende, hungrig-geifernde Mäuler sich in ihren Körper verbeißen. Schon fühlt sie den Tod herannahen, ein zweites Mal über sie kommen, ein eisiger Hauch der ihr über das Gesicht streicht...doch das Erwartete bleibt aus. Etwas anderes nimmt seinen Lauf.

Ein Klirren hallt durch die Luft - das Geräusch von zersplitternden Eis - ein hoher, reiner Ton in den sich einen Augenblick später das Geräusch Dutzender, sich panisch zurück ziehender Untoter mischt.
Ninva reißt die Augen auf, starrt auf die Ghulkrall die immer noch, wie eine große, deformierte Spinne, in ihrere Kleidung hängt, völlig von dickem Eis überzogen.
Sie senkt den Blick, sieht auf die Ansammlung rötlicher Eisbrocken zu ihren Füßen die vor wenigen Augenblicken noch ein Ghul gewesen ist.
Zischend ausatmend reißt sie die eisige Klaue aus ihrer Kleidung, wirft sie zu den übrigen Brocken auf den Boden. Um sie herum herrscht mit einen Mal eisigste Kälte, selbt ihr untoter Atem stobt als weißer Dampf von ihren Lippen.
Leises Knirschen ertönt von allen Seiten, Frost, der sich auf Bäume, Sträucher, Laub und Stein zu legen beginnt, das alles mit derartiger Geschwindigkeit und Intensität, dass nur stärkste Magie dafür verantwortlich sein kann.

Ninvas Sinne vibrieren, kreischen, rufen ihr zu diesen Ort sofort zu verlassen. Doch ihre Kleidung ist von Eis überzogen, völlig steif gefroren, hält sie wie ein eiserner Panzer gefangen, lässt ihre Bewegungen langsam und schwer wie Blei werden.
Ein eisiger Windstoß peitscht ihr ins Gesicht, Eis knirscht leise und scharf und dann endlich sieht sie ihn...den Dämon in dessen Hölle sie nun gefangen ist.
Langsam kommt er auf sie zugeschwebt, eine Spur aus Eiskristallen hinter sich herziehend. Einer der Vertrauten des Lichkönigs, der Rufer der Kälte und Herr der dunklen Schule von Scholomance...der Lich Ras Frostwispher...
 
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