Die Sterne über Dalaran - Dritter Abschnitt, Teil 1 (3.1)

Melian

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Die Ankunft

Erst vor kurzem hatten abenteuerhungrige Entdecker die Zufahrt, die direkt vor die Haustüre der Burg Utgarde im heulenden Fjord führte, für sich beansprucht und einen Hafen der Allianz aufgebaut. Tatsächlich bestand dieser Stützpunkt noch nicht allzu lange. Diejenigen Schiffe, die in der Vergangenheit von den östlichen Königreichen her kommend Nordend angesteuert hatten, waren ohne Ausnahme beim Anblick der steil abfallenden Klippen und der wenig einladenden Inseln des Fjords weitergefahren, weiter westlich der Küste entlang.
Nicht wenige hatten dabei in den Drachenöden angelegt, im Süden dieses schneebedeckten Gebiets.
, dachte Dairean bei sich, als die Reisegruppe sich in beständigem Flug auf ihren ausgeruhten Reittieren zwei Tage später dem ehrfurchtgebietenden Bauwerk näherten.
Daireans Reisen hatten ihn noch nie in den Tempel geführt. Das höchste der Gefühle war ein Flugdienst nach Galgrimm gewesen, wo er eine Nachricht hatte zustellen müssen. Während er sich ein wenig Blutdistelpulver ins Zahnfleisch rieb, dachte er darüber nach. Es war kaum ein Vierteljahr vergangen, seit er mit offenem Mund an diesem Machwerk vorbeigeflogen war. Auch er war fasziniert davon gewesen, wie so viele vor ihm. Und so wie es aussah, blieben seine Reisegefährten ebenso nicht von der Wirkung des Tempels verschont.

Als sie schliesslich auf einem der Vorplätze der vier Eingänge landeten, dem nördlichen Eingang, wanderten sämtliche Blicke seiner Mitreisenden in die Höhe.Egal wie mächtig man sein mochte, in Anbetracht der riesigen Dimensionen, die der Turm einem Elfen oder Menschen bot, war jeder, der hier ankam, klein. Dairean senkte den Blick vor allen anderen und beobachtete die Umgebung.

Vor ihnen tat sich ein riesiger ebenerdiger Hauptraum auf, der gross genug war, um zwei ausgewachsenen Grossdrachen Platz zu bieten – in ihrer Drachenform. Dairean wusste, dass unter ihnen ebenso noch ein grosser Raum lag, sogar grösser, wenn er es von den Berichten her richtig im Kopf hatte. Die Dominanz der Drachen sprühte aus jeder einzelnen Säule, obwohl sich im Bau selber kein bisschen Zierwerk oder gar Prunk zeigte. Der Tempel öffnete sich gegen oben hin zu einem weiteren grossen Raum, wie er es beim Anflug gesehen hatte, um schliesslich zuoberst in einem Pavillon zu enden, der wohl der Hauptsitz der Drachen war. Zumindest hatte er dort mehrere Grossdrachen ausmachen können, liegend oder sitzend, teilweise auch in der Luft schwebend. ER nahm an, dass sich dort oben das Zentrum der Macht befand, obwohl er keinen Drachen direkt hatte ausmachen können, der der Drachenkönigin Alexstrasza glich. Er nahm dies zumindest an, obwohl er nicht wusste, wie sie aussah. In seinem Verständnis hatten Drachenköniginnen einfach anders auszusehen. Er musste schmunzeln. Seine Gedanken trieben ihn schon wieder viel zu weit.

Die Starre der Sieben Reisegefährten hielt einige Momente an, in denen nichts ausser „Oh“, und Bemerkungen über die gigantischen Ausmasse des Turmes geäussert wurden. „Bei den Titanen.. Ich hätt' nich' erwartet, dass das Ding so gross is'“, platzte es aus Connell heraus. Imenia schmunzelte und blickte zu dem Menschen, dessen Mund immer noch offen stand. „Tatsächlich wird unter Gelehrten gemutmasst, ob dieser Turm vielleicht sogar von Titanen erbaut wurde. Immerhin befindet er sich mitten auf dem Pfad der Titanen.“, belehrte sie ihn. „Pfad der Titanen? Hä? Was is' das denn?“, kam nur die geistreiche Erwiderung. Dairean lachte leise, während nach und nach alle wieder ihre Blicke senkten, selber schmunzelten und sich wieder ihren Reittieren zu wandten. Imenia winkte ab. „Später, Connell, später. Sonnenhoffnung, seid so gut und bringt in Erfahrung, wo wir rasten können und wo der Lagerplatz für Reittiere ist“, wandte sich Imenia dann an ihn und sogleich biss er sich auf die Unterlippe. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Er würde sich eine Drachenwache oder eine Bedienstete der Drachen selber suchen müssen, nur um sich der Nachtelfe nicht zu nähern, die hier stationiert war. Denn diese – so war er sich sicher – würde sofort erkennen, dass er nicht das war, was er vorgab. Er wollte schon Protest einwenden, setzte dazu sein wehleidigstes Gesicht auf und überlegte sich eine Erwiderung. „Ich würde..“, setzte er an, doch wurde von Ylaria unterbrochen. „Ich begleite ihn, wenn es recht ist. Wir sollten nicht alleine gehen, sonst verirren wir uns möglicherweise noch in diesen riesigen Hallen.“ Ylaria lächelte Imenia an, wie Dairean bemerkte. Er musste schmunzeln. „Ich brauche sowieso etwas Bewegung, bitte erlaubt mir dies, Magistrix Feuerblüte“, benutzte sie die ehrwürdige Anrede für die ausgebildeten Magier. Imenia blickte sie einen Moment an, nickte. „Aber macht schnell, hier draussen ist es immer noch empfindlich kalt.“ Ylaria nickte zeitgleich mit Dairean und strahlte ihn dann an. Dairean erwiederte das Lächeln, reichte Verian die Zügel von Phönix. „Bitte passt auf ihn auf“, sagte er und huschte dann eiligen Schrittes ins Innere des Erdgeschosses, gefolgt von Ylaria.
„Ich hoffe bloss, diese Drachen kennen so etwas wie.. Wärme und Feuer, denn wir..“, hörten sie nur noch Imenias etwas humorvoll geäusserten Worte, ehe sie ausser Hörreichweite waren.

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