Projekt: Fantasy Geschichte

Fisch77

Quest-Mob
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06.07.2008
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Hallo Leute,
wir haben ein Schulprojekt in der Schule, bei dem wir machen wollen was wir wollen (Im Bezug auf das Projekt). Also entschied ich mich, eine Fantasy Geschichte zu schreiben.
Ich habe eine tolle Note dafür bekommen. Jedoch möchte ich auch einmal die Meinung von Aussenstehenden dazu bekommen, da wie ich meine, die Kriterien in Schulen ziemlich lasch sind.
Also wäre ich auch froh, wenn ihr mir unter Umständen ein paar Tipps und Ratschläge hättet.
Bevor ihr euch die Geschichte durchlest, möchte ich jedoch ein paar Dinge vorweg sagen:
-Ich bin erst 15 Jahre alt und bin daher vielleicht manchmal grammatikalisch und stilistisch noch nicht so weit wie andere Schreiber, die mehr Erfahrung haben und auch älter sind.
-Die Geschichte hat ein inprovisiertes Ende. Zu wenig Zeit.

Prolog

Eine Klinge von unvorstellbarer Macht, schrecklicher Macht… Eine Klinge eigens geschaffen für den Tod der Feinde. Nur für welchen Preis?
Geschmiedet in den Höllenpfaden. Gesegnet im Mondlicht. Seit tausenden von Jahren
verbirgt sich die Klinge in den Tiefen der uralten Gebirge Barak Var.
Ein Ort der wahrlich nicht für Menschen gemacht ist. Bösartige Gestalten lauern dort verborgen in den Schatten. Ein Schleier des Grauens haftet an diesen Ort. Wie um die Klinge, so ranken sich auch um das Gebirge unzählige Legenden. Selten mit einem guten Ende.
Meine Kameraden und ich waren da… Geleitet von der Verzweiflung und der Pflicht gegenüber unserer Heimat. Damals sagte ich mir, wir hätten keine andere Wahl.
Doch heute weis ich es besser…
Dieses Schwert. Wie hiess es noch einmal? Blutschrei? Ja so ist es. Kann nur für das Gute eingesetzt werden, wenn der Träger mit reinem Gewissen ist und bereit jeden Zoll zu zahlen…



Kapitel 1. - Kriegsrat

Eisiger Wind peitschte mir ins Gesicht als ich zur Festhalle schritt.
Mein König Brom Eisenfaust hatte mich zu seinem Kriegsrat eingeladen. Aber was wollten der König und seine Offiziere mit mir, einem einfachen Soldaten? Gut, ich hatte vielleicht an der Schlacht um den Teufelsschlund gegen die Legion des Verderbens seinen Sohn Sven Eisenfaust das Leben gerettet. Ich wurde zum Kommandant eines Regiments befördert in dem auch meine alten Gefährten Björn und Leon waren. Trotzdem fühlte ich mich immer noch als einfacher Soldat.
Es graust mich heute noch, wenn ich an die Schlacht um den Höllenschlund denke.
Wir erfuhren durch unsere Späher, dass unser Feind auf dem Vormarsch war um unsere letzte Bastion Höllenschlund vor unserem geliebten Königreich Cornwall zu stürmen.
Der Prinz war sofort mit fünf Regimenten, darunter auch meines, der Bastion zur Hilfe geeilt.
Wir hatten Glück, der Feind hatte uns unterschätzt. Grade mal fünfzig Einheiten waren aufgerückt. Blutrünstige Orcs und sabbernde Guhle gierten nach unserem Fleisch. Die Truppen des Prinzen waren ihnen weit überlegen und Sven liess sich zu einem offenen Gefecht verleiten. Verheerende Verluste waren der Preis für diese Überheblichkeit.
Rund zwei Drittel lagen tot im Dreck und viele waren nicht mehr kampftauglich.
Fast wäre auch der Prinz ein Opfer seiner Nachlässigkeit geworden hätte ich mich nicht zwischen die Axt des Orcs die für Svens Kopf bestimmt wäre geworfen.
Der Arzt sagte mir, dass es schon fast an ein Wunder grenze, dass ich überhaupt noch lebe. Meine Wunden genasen schnell und ich musste nur den Verlust meines linken Ohres einbüssen.
Cornwall erholte sich nur schwerfällig von diesem unnötigen Verlust.
Ich zog meinen Umhang enger um meinen Körper um mich gegen die schneidende Kälte des Winters zu schützen.
„He da! Wer bist du, dass du die königlichen Festhallen betreten willst, Halunke?“
Die Wache hob drohend die Hand an sein Schwert. Er war noch jung und es schien, dass dieser Tunichtgut noch an keiner Schlacht teilgenommen hatte.
Wer war dieser Lümmel, dass er es wagte mich derart frech
anzumaulen?
Ich baute mich zu meiner vollen Grösse auf. Dem würde ich es schon zeigen.
„Mein Name ist Rodrik Sturmschlag, Kommandant des ehrwürdigen Königs und wurde
auf Geheiss von Brom Eisenfaust zu ihm befohlen. Und ich schwöre beim Barte meiner Ahnen, ich werde dich den Hunden vorwerfen und aus deinem Schädel trinken wenn du mich nicht vorbei lässt Jüngling!“
Der Mann wurde auf einmal aschfahl und zitterte. „Ich, ich…“
„Sei still! Lass mich hinein und ich werde vergessen was vorgefallen ist.“
Er zögerte. Er fuhr sich nervös durch sein lockiges Haar. Eine Schweissperle rann an seiner rechten Schläfe hinunter. Ein strenger Blick brach jeglichen Widerstand und er öffnete das Tor.
Ein Diener eilte heran. „Schnell, schnell! Der König und sein Gefolge warten bereits.“
Ich folgte ihm durch einen breiten Gang. Zu spät? Wie konnte das sein? Man sagte mir doch ich solle erscheinen, wenn die Sonne aufgegangen sei. Hatte sich jemand einen Streich mit mir geleistet? Ach, egal. Die Welt dreht sich nicht um mich. An den Wänden hingen dramatisch dargestellte Bildnisse von Helden aus längst vergessenen Zeiten. Der Maler, der diese Kunstwerke erschaffen hatte, war wahrlich ein Künstler seines Faches. Er hatte es geschafft die Bilder lebendig zu gestalten. Man hatte das Gefühl, dass die Gestalten jeden Augenblick aus dem Rahmen springen würden. „Mein Herr, es ist nicht klug den König lange warten zu lassen.“
Ich war wohl stehen geblieben. Ich nickte dem Knecht zu und folgte ihm wieder.
Ich musste mich jetzt konzentrieren.
Der Knecht öffnete die gewaltigen Türen zum Saal.

Ich straffte mich und hob meinen Kopf ein wenig an, in der Hoffnung dadurch etwas Erhabenheit auszustrahlen. Der Saal war prunkvoll und elegant. Jeder Stuhl war von geschmackvollen Schnitzereien geziert. Der König sass auf einem wuchtigen Thron. Ein Kronleuchter wachte über das ganze Geschehen. Ein betörender Duft von Moschus und Weihrauch lag in der Luft. Meine Muskeln entspannten sich.
Ich sah in die Runde. Es schien, alles was an Rang und Einfluss in Cornwall besass, war damals dort versammelt. Erstaunt fand ich Björn und Leon in der Runde vor.
Björn, ein Hüne von angsteinflössender Gestalt und einem mächtigen schwarzen Bart warf mir ein warmes Lächeln zu, das so gar nicht zu seinem Erscheinungsbild passte.
Ich nickte ihm zu. Dann wanderte mein Blick zu Leon, der praktisch das totale Gegenteil von seinem Kamerad war.
Für einen Soldaten schien er recht schmächtig. Das Haar kurz geschoren und sein Gesicht sauber rasiert. Seine kalten, blauen Augen musterten mich kühl.
Alle sassen um einen grossen, runden Tisch auf dem eine Karte von Cornwall und seiner Umgebung lag.
Ich verbeugte mich tief in Richtung des Königs. „Seid gegrüsst, mein König und meine Brüder. Ich danke eurer Majestät für ihre Einladung.“
Er fuhr sich durch sein langes, weisses Haar „Du bist spät Rodrik. Wie du siehst beraten wir grade die Lage und Zukunft von Cornwall. Setz dich.“ Er wies auf den freien Platz neben Leon und Björn. Ich liess mich auf den Stuhl nieder und versuchte mich fürs Erste unauffällig zu verhallten. Weitere Missgeschicke an der königlichen Tafel konnte ich mir nicht mehr leisten.
Ich warf einen Blick auf die Karte auf der die Situation von Cornwall mit Zinnfigürchen der königlichen Truppen und den Horden der Legion dargestellt wurde.
Es war ein niederschmetterndes Bild. Die erdrückende Macht des Feindes schien Cornwall zu ersticken.
Der König räusperte sich. „Wo waren wir gleich stehen geblieben?“ Ein alter Mann mit schneeweissen Haaren meldete sich zu Wort. „Wir wollten uns gerade beraten, wie wir den Sturm der Legionen abwenden können.“ „Gut, danke Baldrius. Hat irgendwer einen konstruktiven Vorschlag wie wir diese Aufgabe angehen sollten?“
Ein Orkan von Stimmen brach los. Jeder wollte den Anderen übertönen. Niemand war mit dem anderen Vorschlag zufrieden da jeder meinte, seiner sei der Beste. Mein Kopf begann
zu pochen. Schlimmer als die Waschweiber! Ich wollte schon meinem Nachbar an die Gurgel fahren als Broms Faust wie ein Donner auf den Tisch niederging. „Schweigt! Ihr wagt es euch an meiner Tafel wie die Halsabschneider auf den Märkten zu verhalten? Schweigt, oder ich werde euch eigenhändig eure Stimmbänder herausreissen!“ Er sprach mir aus der Seele. Ich weidete mich an dem Mienenschauspiel, dass mir zu teil wurde. Von leichenblassen Gesichtern bis hin zu spöttisch verzogenen Nasen wurde mir alles geboten. Ich musste mich zu Höchstleistungen anspornen um mir ein breites Grinsen zu verklemmen.
Baldrius brach wieder als Erster das Schweigen. „Entschuldigt unser Verhalten Hoheit. Wir sind alle in sorge um unsere Heimat und liessen uns zu einem unangebrachten Gefühlsausbruch verleiten.“ Gut herausgeredet alter Greis, dachte ich mir. Aber in Wahrheit wollten alle nur ihre Position stärken, indem sie als Erster eine Lösung finden, die Cornwall retten sollte.
Der König lächelte traurig. „Ich bin heute grossmütig gestimmt und werde euch verzeihen.
Doch sei euch gewiss, noch so ein Vergehen werde ich nicht dulden!
Nun aber zurück zu wichtigeren Angelegenheiten. Aldred, was schlägst du vor?“
Der Feldherr des Königs strich über seinen kahl geschorenen Kopf und legte die Stirn in Falten. Er war sehr beliebt unter den Soldaten und glänzte in den vergangenen Schlachten durch sein strategisches Können und dem Umgang mit der Klinge. Einer der Wenigen, der sein Heer von vorderster Front lenkt.
„Schon jetzt haben wir für nordische Verhältnisse ein extrem kaltes Wetter. Nur noch wenige Monde und wir befinden uns im tiefen Winter. Wir müssen unseren Feind ausbluten lassen. Kein Heer schafft es auf lange Dauer eine Belagerung in dieser Jahreszeit aufrecht zu erhallten. Wenn wir es bis dahin schaffen, steigern sich unsere Gewinnchancen enorm.“
Er schaute in die Runde und erntete zustimmendes nicken.
„Pha!“ Sven schaute den Feldherrn spöttisch an. „Die Legion des Verderbens muss keine Angst vor dem Winter haben. Ich habe es mit eigenen Augen am Höllenschlund gesehen!
Die Orcs und Guhle waren alle gerade mal mit einem Lendenschurz bedeckt. Die Kälte kann ihnen nichts anhaben. Rodrik kann es bestätigen.“ Er wies auf mich und ich nickte hastig.
„Seid ihr euch da ganz sicher Sven Eisenfaust?“ Aldred hoffte wohl der Prinz würde scherzen.
Sven verneinte. „Das ist schlecht. Die wahrscheinlich einzige Lösung zur Rettung unseres Landes ist zerstört.“ Brom schaute niedergeschlagen zu Boden. Es schmerzte mich den König so zusehen. Stets war er voller Hoffnung und Tatendrang. Unser Held…
Ja, er war unser ein und alles. Würde er fallen, würde Cornwall fallen. Das durfte nicht passieren!
Baldrius erhob seine krächzende Stimme. „ Ein altes Sprichwort besagt, wenn man einer Schlange den Kopf abschlägt, wird der starke Körper nutzlos. Wir müssen den Anführer der Legion vernichten. Maldrek Todbringer.“ Sein faltiges Gesicht verzog sich zu einer hässlichen Fratze und hustete laut. Blut spritzte auf seine Kutte. Ein Diener eilte herbei um ihn zu helfen doch er schäuchte ihn nur verärgert weg.
Nun schaltete sich Leon ein. „Das ist unmöglich. Wie stellt ihr euch das denn vor?
Wollt ihr mit unseren Truppen zu seiner Festung von der man nur weiss, dass sie weit im Süden sein soll, schlendern an seinem Heer vorbei und bitten ihn freundlich, dass er sich töten lässt?
Man sagt sich auch, dass keine von Menschen ersonnene Waffe ihn bezwingen könne.
Dies ist absurd alter Mann.“
Baldrius lächelte ihn wissend an. „ Sie haben Recht. Kein Heer wird zu ihm unentdeckt gelangen. Keine von Menschenhand erschaffene Waffe wird ihn bezwingen können.“
Er lachte spöttisch. Leon versuchte ihn wohl mit Blicken zu durchbohren.
„Nur eine kleine Gruppe wird unentdeckt an dem Heer der Legion unversehrt vorbeikommen.
Nur eine einzige Waffe vermag ihm die Stirn zu bieten. Blutschrei.“ Er machte eine Kunstpause und schaute jeden Anwesenden durchdringend an.
Aufgeregtes Tuscheln brach aus. Eine Geste des Königs genügte um sie zu schweigen zu bringen und ergriff selber das Wort. „Es ist eine Legende. Jedes Kind kennt sie. Es ist nicht viel über sie bekannt mein alter Freund. Nicht einmal wissen wir wo sie sich befindet.“
„Oh, doch. Ich war in der berühmten Bibliothek des Königs Jamal in Indien. Ein ferner Ort.
Ich fand Aufzeichnungen über dieses Schwert. Es soll in den verfluchten Gebirgen von Barak Var verschollen sein. Geschmiedet von den machtvollen Elfen um das Dunkle von dieser Welt endgültig zu vertreiben. Blutschrei. Versteckt, weil auch die mächtigen Elfen ihr eigenes Werk fürchteten.
Ich weiss, es ist nicht gewiss, ob es Blutschrei überhaupt gibt. Geschweige davon, dass es Maldrek töten kann.
Aber es ist unsere letzte Chance. Denkt an unsere Familien die ausgelöscht werden, wenn wir versagen. An die brennenden Häuser die von verseuchten Guhlen geplündert werden, wenn wir versagen. Es liegt in unserer Hand ob wir etwas dagegen machen wollen.“ Er sagte dies mit solcher Inbrunst, dass sogar Leon leicht euphorisch wirkte.
Jetzt nickten alle im Saal und vereinzelt erklangen zustimmende Rufe. Nur Björn schaute ihn misstrauisch an. „Und wer soll sie suchen gehen?“ Todesstille breitete sich im Saal aus.
Niemand wollte sein Leben wegen einer vagen Legende riskieren.
Der alte Mann räusperte sich. „Ich dachte da an drei tapfere Soldaten.“ Nein! Nicht ich. Bitte… „Soldaten die der Krone immer treu dienten. Björn, Leon und Rodrik.“ Mir sackte das Herz in die Hose. Verzweifelt blickte ich zum König. Mir lief ein Schauer über den Rücken.
Lange Zeit regte sich Brom nicht. Dann nickte er entschieden.



Kapitel 2. – Aufbruch

Es klopfte an der Tür klopfte. Mein Kopf fühlte sich an als hätte sich ein Riese draufgesetzt. Man hatte mich in einem kleinen, gemütlichen Zimmer untergebracht.
Noch schlaftrunken schlurfte ich zum Fenster und riss die Vorhänge zur Seite.
Ich stutzte. Es war dunkel. Wer wollte um diese Uhrzeit zu mir?
Es klopfte noch einmal, diesmal energischer. „Ja, ja ich komm ja schon!“ Verärgert eilte ich zur Tür und öffnete sie. „Björn? Was machst du denn um diese Zeit hier? Vielleicht ist es dir noch nicht aufgefallen, aber normale Menschen schlafen um diese Zeit.“
„Guten Morgen erstmal. Bist du mit dem falschen Bein aufgestanden? Wir müssen los. Der König hat doch gestern gesagt, dass wir schon vor dem Morgengrauen aufbrechen sollen. Hast du das vergessen?“ Jetzt viel es mir wieder ein. Ich könnte mich ohrfeigen. Wir sollten schon längst auf den Pferden sein und ich hatte nicht einmal meine Sachen gepackt geschweige davon ein anständiges Mahl zu mir genommen. Entsetzt starrte ich den Hünen an. Er brach in schallendes Gelächter aus und schlug mir kameradschaftlich auf die Schulter. Es tat höllisch weh. „Leon hat schon geahnt, dass du es wieder vergessen würdest. Ist ja nicht überraschend. Soviel Met wie du dir gestern runtergekippt hast, hätte das sogar einen Ochsen umgehauen.“ Daher stammten also diese verfluchten Kopfschmerzen.
„Keine Angst. Brom hat uns allen eine Ausrüstung zukommen lassen sowie ein deftiges Frühstück. Wir haben was für dich übriggelassen“ Er zwinkerte mir zu.
„Entschuldige mir meine unfreundliche Begrüssung.“ „Schon vergessen Rodrik. Zieh dich jetzt an. Noch sind wir im Zeitplan und auf dich wartet eine Malzeit.“ Björn reichte mir schmunzelnd ein Bündel mit Kleidern.
„Ich warte unten bei Leon auf dich.“ Eilig zog ich mich um und streifte den Lederharnisch über.
Es tat gut wieder saubere Kleider am Körper zu tragen.
Ich hastete zur Tür und stürzte fast die Treppe hinab. Endlich unten angekommen sah ich wie meine Freunde am Esstisch in der Ecke der Taverne warteten.
In der Luft lag der Duft von frischem Brot, Eiern, Speck und natürlich Bier. Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Monatelang hatte ich nichts mehr Anständiges zwischen die Zähne bekommen.
„Guten Morgen Rodrik“ „Hallo Leon. Was gibts Neues?“ „Einiges. Währenddem du verschlafen hast habe ich mich über unsere Mission schlau gemacht.“ Er holte eine kleine Karte hervor und zeigte auf Cornwall. „Hier sind wir. Und hier.“ Sein knöchriger Finger wanderte tief in den Süden. „Ist unser Ziel. Barak Var.“ Björn fluchte „Beim Barte meiner Uhrahnen! Wir werden frühestens in zwei Wochen dort angekommen sein, wenn keine Komplikationen auftreten. Aber die werden wohl kommen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Ich habe einen Riecher für Schwierigkeiten. Und eins will ich euch verraten, mein Riecher juckt gerade ganz gewaltig!“ Er strich sich über seinen Bart. „Haben wir wenigstens genug Verpflegung?“ Leon nickte. „Auch mir ist das Ganze nicht geheuer. Aber Brom hat uns reichlich Gold gegeben und
an Brot und Wasser hapert es gerade auch nicht. Ich habe einige kleine Dörfer auf unserem Weg gefunden in denen wir sicherlich ein Nachtlager und eine Mahlzeit finden werden.“
Unterdessen stopfte ich mich mit Essen und Bier voll und hörte ihnen aufmerksam zu.
Doch eine Frage lag mir noch auf der Zunge. „Wer ist eigentlich dieser Maldrek Todbringer?
Jeder hier berichtet voller Angst von diesem Kerl und ich weiss nicht einmal wer er ist.“
„Tja… Es gibt viele Gerüchte wer er ist und woher er kommt. Doch soviel ich weiss, ist er einer der letzten Vampire aus dem kalten Fjordkrieg.“ Leon nahm einen tiefen Schluck aus seinen Krug und schaut erst mich, dann Björn an. „Was ist? Wieso glotzt ihr mich so an als hättet ihr einen Karpfen verschluckt?“ Björn ergriff das Wort. „Vampire gibt es nicht mehr! Sie wurden alle im Fjordkrieg vor Jahrtausenden ausgelöscht du Trottel.“ Leon lachte spöttisch auf „Dann hat mich wohl Baldrius angelogen.“ Er legte die Fingerspitzen aneinander. „Kurz nachdem Kriegsrat hat er mich zu sich gerufen und verriet es mir. Er beteuerte, dass er dies aus sicheren Quellen erfahren hatte.“ Björn wollte ihn schon weiter mit Fragen durchlöchern doch dazu gab Leon ihm keine Zeit.
„Ach! Die Sonne ist ja gleich vollständig aufgegangen. Es wird Zeit aufzubrechen Kameraden.“
Er leerte sein Bier und rauschte zur Tür hinaus.
Wir schauten uns verdattert an. Der Hüne schüttelte den Kopf. „Ich hasse es, wenn er so geheimnistuerisch tut. Naja, lass uns dann auch mal los. Wir haben einen langen Ritt vor uns.“
Er schulterte seine mächtige Streitaxt und ging mit mir im Schlepptau hinaus zu den Pferden.
„Haben alle ihr Ausrüstung und Versorgung dabei? Ich habe nämlich keine Lust wieder die Hälfte meines Proviants mit irgendeinem Tölpel zu teilen.“ Leon blickte vorwurfsvoll in Björns Richtung. „Leon! Das haben wir jetzt schon tausendmal durchgekaut. Ich hatte alles gepackt. Doch am Gemüsestand habe ich einen kleinen Lümmel gesehen der die ganze Zeit gierig einen Blick auf meine Satteltasche geworfen hat und als ich mich umgedreht habe…“ „Ach sei doch still! Ich habe doch genau gesehen wie du den Tag davor deinen gefrässigen Magen nicht in Zaum halten konntest.“
Ich hasste es. Jedes Mal mussten sich diese zwei Streithähne zanken. Ich hege auch den Verdacht, dass sie sich einen Spass daraus machten. Jedenfalls war ich es immer der den Streit lautstark beendete.
„Ruhe! Das ist doch nicht zum Aushalten! Ständig streitet ihr euch wegen jeder Kleinigkeit. Lasst uns nun endlich aufbrechen. Wir sind so schon spät genug dran.“
Die Beiden starrten mich böse an, fügten sich dann jedoch wiederwillig.
Wir stiegen auf die Pferde und gallopierten aus der Stadt.
Als wir die Tore der Stadtmauer passierten empfang uns die kalte Umarmung des Nordens.
Eine grosse, mit Schnee bedeckte Landschaft erstreckte sich bis zum Horizont.
Ein mächtiger Wald säumte den südlichen Teil der Landschaft. Der Schnee spiegelte die Sonnenstrahlen, dass ich die Augen für ein paar Augenblicke schliessen musste. Beinahe hatte ich das Gefühl, von einem riesigen Ozean voller Diamanten umgeben zu sein. Ein kühler Wind umspielte mein Gesicht. Es war herrlich. Ich versuchte mir diesen wunderschönen Anblick einzuprägen, denn ich wusste, dass es nicht viele von denen in meinem Leben geben wird.
„Ich liebe es. Schön wieder aus dieser gottverdammten Stadt raus zu sein, nicht wahr Rodrik Sturmschlag?“ Björn, strich sich über sein kantiges Gesicht. „Da hast du verdammt noch mal Recht.
Leon, wo gehts lang?“ „Wenn ich mich noch richtig erinnere, dreihundert Meilen Richtung Süden.
Bis zum Abend sollten wir ein Gasthaus vorfinden.“ Björn ächzte. „Macht euch auf wunde Ärsche bereit.“

Wir ritten im schnellen Trab der Strasse entlang, die in den Wald führte und machten nur wenig Pausen. Es wurde dunkel und es fing wieder an zu schneien. Ich machte mir langsam Sorgen, denn wir sollten nach Leons Angaben schon längstens bei einem Gasthaus angekommen sein und es waren weit und breit nur Bäume und die anscheinend nicht endend wollende Strasse die sich mehr und mehr in einen Trampelpfad verwandelte zu sehen.
Ich räusperte mich. „Kann es sein, dass wir uns verirrt haben? Ich glaube jedenfalls nicht, dass hier mitten in der Wildnis irgendein Gasthaus ist und man sieht ja kaum die Hand vor Augen so dunkel ist es nun schon. Wir sollten uns schnellstens ein Schlafplatz suchen. Gerade du solltest wissen, dass um diese Zeit viele Orcs hier herumlungern“ Leon warf mir einen bohrenden Blick zu.
„Ich verirre mich nie“ Er lächelte mich höhnisch an. „Du kannst dir ja den Weg selber suchen.“
Ich wollte ihm schon eine spitze Bemerkung an den Kopf werfen als ich plötzlich einen vor Angst verzerrten Schrei hörte.
Leons Lächeln erstarrte. Er stieg von seinem Pferd und gab uns das Zeichen Still zu sein und zog sein Schwert. Mit Leon an der Spitze pirschten wir uns in Richtung des Schreis vor.
Wir näherten uns einer Lichtung auf dem ein grosses Haus war. Wahrscheinlich ein Gasthaus.
„Seht ihr? Ich habe mich nicht geirrt.“ Weitere Schreie und das Klirren von Stahl auf Stahl ertönten. Wir schlichen uns Schritt für Schritt weiter am Haus entlang Richtung Vorderseite. Auf einmal krachte ein Fenster über uns und ein dunkler Torso fiel uns direkt vor die Füsse.
Ich wich zurück, stolperte über eine aus dem Boden ragende Wurzel und schlug mit einem dumpfen Schlag gegen einen Baumstamm. Die Welt um mich wurde schwarz und ich verlor das Bewusstsein.

Björn hechtete zur Seite. „Was zur Hölle war das?!“ benommen richtete er sich und schaute sich nach seinen Kameraden um. „Ist bei euch alles in Ordnung?“ Leon rappelte sich auf.
„Mir schon, doch unserem lieben Kommandanten hats wohl erwischt.“ Er eilte zu mir hin und begutachtete meine Wunden. „Dieser Tollpatsch hat sich nur kräftig am Baum gestossen. Der wird wohl die nächsten paar Stunden schlummern.“ Er grinste.
„Wir müssen ihn wohl…“ Ein tiefes Grunzen ertönte über ihnen. Langsam drehte Björn den Kopf nach oben. Ein bulliger Orc glotze sie mit kleinen rot leuchtenden Augen an. Gewaltige Hauer wuchsen aus seinem Unterkiefer die bis zu seiner gnolligen Nase reichten. Sein verschwitztes, grünes Gesicht glänzte im schein seiner Fackel. Fünf Sekunden verharrten alle Drei wie versteinert. Auf einmal schrie der Orc etwas und verschwand im Haus.
„Verdammter Mist! Am besten lassen wir Rodrik hier und schauen was hier noch zu retten.“
Leon schüttelte den Kopf. „Nein Björn. Unser Auftrag ist es nach Barak Var zu kommen und nicht unser Leben unnötig aufs Spiel zu setzen.“ Björns Miene wurde grimmig.
„Du kannst ja gehen, aber ich werde hierbleiben.“ Der Hüne richtete sich auf und begann einen leichten Trab. Leon seufzte schicksalsergeben und lief ihm hinterher.
Sie versteckten sich hinter einem Busch aus dem sie eine gute Sicht auf den Hof hatten.
Björn spuckte auf den Boden. „Verflucht seid ihr!“ Leon würgte. Scharen von grunzenden Orcs stapelten Menschenleiber auf einander und verbrannten sie. Guhle labten sich am Fleisch von Frauen und Kindern, ein besonders großer Orc köpfte einen um Gnade flehenden Mann und fuchtelte mit dem Kopf triumphierend in der Luft herum. Ein Blutbad.
„Was zu Hölle geht hier vor?“ „Das werde ich denen gleich zeigen.“ Björns Augen funkelten voller Hass. Doch Leon zog ihn zurück. „Nein! Es sind zu viele, als das wir eine Chance hätten“ Doch er riss sich mit einem lauten Schrei los und rannte mit hoch erhobener Axt auf den Pulk zu.
„Du verdammter Dickschädel!“ Leon spurtete ihm hinterher. Ein überraschter Orc zeigte hektisch auf den herranrauschenden Hünen. Blitzschnell formierten sie sich und brüllten ihm entgegen. Björns mächtige Streitaxt beschrieb einen grossen Bogen und fällte gleich drei Guhle. Wie ein Berserker hackte und schlug er sich durch die Menge.
Leon erschauderte jedes Mal von neuen. Der sonst so gelassene und gemächliche Gefährte konnte in seinem Zorn selbst einen Löwen das Fürchten lernen.
Leon wich einem Hieb aus und stach dem Angreifer ins Auge. Wie vom Donner getroffen, sackte die Kreatur zusammen. Von allen Seiten stachen und schlugen Klingen auf sie ein.
Leon parierte erneut einen Hieb dessen Wucht ihm das Schwert aus der Hand schlug.
Er taumelte zurück. Verzweifelt schaute er sich nach seinen Kameraden um „Björn ich brauche Hilfe!“
Ruckartig drehte er sich zu Leon um. Genau in diesem Moment krachte ein Streitkolben gegen seine linke Schulter. Brüllend drehte er sich um und schlug dem Guhl seine Faust ins Gesicht. Er flog nach hinten und riss drei Artgenossen mit sich zu Boden. Björns Arm hing schlaff neben ihm.
Währenddem bemerkte Leon nicht wie sich ein Guhl an ihm heranschlich. Mit einem lauten Aufschreie stürzte er sich auf ihn und warf ihn zu Boden.
Leon schlug hart mit dem Rücken auf. Entsetzt starrte er in die widerliche Fratze des Guhls. Das Gesicht war gänzlich verwehst, die Augen kaum erkennbare, weisse Kugeln. Nasse, graue Haare hingen ihm ins Gesicht, einzig die langen und spitzen Zähne sahen gesund aus. Fauler Atem schlug ihm entgegen. Krampfhaft versuchte er sich aus dem tödlichen Würgegriff zu wenden doch der Guhl liess nicht nach.
Plötzlich ragte eine Pfeilspitze aus seinem Auge. Augenblicklich erschlaffte der Guhl und fiel rückwärts zu Boden. Leon schnappte keuchend nach Luft und richtete sich auf. Weitere Gegner gingen zu Boden. Aus den anliegenden Wäldern flogen zischend Pfeile. Björn brüllte triumphierend und stürzte sich mit neuem Eifer ins Gefecht.
Ein Guhl versuchte verzweifelt in den Wald zu flüchten. Doch eh er sich versah nagelten ihn drei Pfeile an einem Baum fest.
Der letzte Orc fiel und auf einmal wurde es totenstill. Der tödliche Gesang der Pfeile verstummte. Nur das Keuchen von Björn und Leon hallte über den Vorhof des Gasthauses.
Erzürnt konfrontierte Leon Björn. „Du verdammter Ochse! Du hättest uns beinah umgebracht. Wir wären jetzt schon längstens viel weiter. Aber Nein! Unser Vollidiot muss wieder seinen Dickschädel durchsetzen um irgendwelche Menschen die du gar nicht kennst zu retten.“
Björn winkte ab. „Wir leben noch. Lass uns lieber unsere Retter begrüssen.“
Drei vermummte Gestalten traten aus den Büschen. Sie waren grossgewachsen, schlank und bewegten sich anmutig wie eine Gazelle.
„Merkwürdig… denkst du wir können denen vertrauen?“
Leon runzelte die Stirn. „Wir werden sehen.“
Er humpelte ihnen entgegen und streckte einem der Gestalten den Arm entgegen. Er erwiderte den Gruss nicht und verneigte sich nur knapp. Zögernd nahm er sie zurück.
„Danke, dass ihr uns gerettet habt. Wir stehen tief in eurer Schuld.“
Die unbekannte Gestalt zog seine Kapuzen zurück.
Darunter erschien ein schmales und graziles Gesicht. Er hatte hohe Wangenknochen, eine kleine Nase und blaue, eiskalte Augen. Unter dem langen, braunen Haar lugten zwei spitze Ohren heraus.
Björn spuckte auf den Boden. „Elfenpack!“
Er musterte ihn nur kühl. „Man hat uns gesagt ihr seid drei. Wo ist er?“ Seine Stimme klang melodisch. „Woher wisst ihr…“
„Das tut nichts zur Sache. Wo ist er?“
Irritiert schaute er Björn an. „Äh, er ist hinterm Haus. Er ist… er hat das Bewusstsein verloren.“
Der Elf nickte seinen zwei Leuten zu und sie liefen sofort in meine Richtung. Wenig später kamen sie mit mir auf der Schulter zurück und legten mich vor dem Elf hin. Wahrscheinlich war er der Anführer der Truppe. Er kniete sich nieder und untersuchte mich. Er nickte, griff in seine Gürteltasche und nahm ein kleines Fläschchen mit einer grün, bräunlichen Substanz heraus. Behutsam öffnete er das Gefäss.
Björn schüttelte den Kopf. „Mein Freund trinkt dein Gift nicht, Elf!“ Er versuchte es ihm aus der Hand zuschlagen, doch er wich ihm mühelos aus.
Er warf ihm einen spöttisch Blick zu. „Wenn er das hier nicht trinkt wird er bleibende Schäden bekommen, Menschling. Und das wollen wir doch nicht, oder?“
Björn ballte die Fäuste. Doch dann nickte er.
Er flösste mir den Trank ein. „Ihr könnt euch später am Lagerplatz verarzten und sättigen. Wir haben alles nötige dabei“



Kapitel 3. – Neue Verbündete

Nach etwa einer Stunde erreichten wir den gut versteckten Lagerplatz. Nach einer Weile wachte ich auf. Es war ein komisches Gefühl. Als ob man kurz vor dem Ertrinken an die Wasseroberfläche kommt und nach Luft schnappen würde.
„Guten Abend Rodrik. Du hast wieder einmal ne ganze Menge verpasst.“ Björn lächelte mir zu.
Verwundert schaute ich mich um. Wo sind wir? Und wer sind die da? Und..“ Björn unterbrach mich. „Alles schön der Reihe nach. Du wurdest von einem Typen der aus dem Fenster geworfen wurde erschlagen. Wir haben dich hinter einem Baum versteckt.“ „Was? Ihr habt mich da einfach liegen lassen und auf gut Glück gehofft, dass mich kein Orc anknabbern kommt?“
„Wir hatten keine andere Wahl Rodrik. Also… danach fanden wir eine Horde Orcs und Guhle die die Menschen aus dem Gasthaus umgebracht und dann verbrannt hatten. Also entschlossen wir uns es ihnen heimzuzahlen und verprügelten sie.“ Leon lachte laut auf. „Erstens, wolltest du es ihnen heimzahlen und nicht ich. Zweitens musste ich dir hinterher rennen, weil du wieder deinen Dickschädel durchsetzen musstest. Und Drittens wären wir fast draufgegangen, wenn uns unsere drei Schutzengel hier nicht geholfen hätten.“
„Naja wir leben noch. Das ist doch die Hauptsache mein lieber Freund.“ Er grinste breit.
Ich beobachtete die drei Gestalten. Sie sassen nebeneinander einwenig abseits des Lagerfeuers. Ich misstraute ihnen auf Anhieb. Wie sie da maskiert und stumm da sitzen…
„Du Leon, wer sind die denn eigentlich?“ Ich flüsterte.
„Das sind Elfen Rodrik. Mehr wissen wir nicht.“
„Ihr wisst nicht genau wer sie sind und teilt euer Lager mit ihnen? Und ausserdem sind sie Elfen! Ihr wisst was man über sie sagt.“ Leon zuckte die Schultern. „Sie haben uns das Leben gerettet, geben uns Nahrung und sie teilen das Lager mit uns, nicht wir mit ihnen. Hier, iss was, ist zwar nicht das Beste aber es sättigt.“ Ich nickte.
„Wollt ihr nicht wenigstens fragen was sie wollen?“
Diesmal antwortete Björn. „Ja. Sie haben es mir vorher erzählt. Aber glaubt mir, meine Nase juckt wieder und ihr wisst was das bedeutet.“ Er strich sich verheissungsvoll über seinen grossen Zinken.
„Ja ja, sag schon“ „Er sagte mir nur, dass wir das gleiche Ziel hätten und sie uns dabei helfen würden. Mehr nicht.“
Wer sollte auch von der Klinge bescheid wissen. Wer hat ein Interesse uns dabei zu helfen. Und vor allem, woher wissen wir, dass wir ihnen vertrauen können und sie sich die Klinge nicht selbst unter den Nagel reissen würden? Ich sprach meine Gedanken laut aus. „Erst einmal sollten wir uns einander vorstellen.“ Ich zuckte zusammen. Die Elfen hatten sich unbemerkt an sie herangeschlichen.
Leon nickte. „Setzt euch.“ Wie Gazellen setzten sie sich im Schneidersitz zu uns. Sie hatten ihre Kapuzen abgelegt.
„Mein Name ist Nadriel. Das ist mein Zwillingsbruder Nuarin“
Man hatte das Gefühl ein und die gleiche Person zweimal vor sich zuhaben.
„Und das ist Johansson, Leibwächter unserer Königin.“ Ein hochgewachsener Elf mit silbernem Haar nickte uns erhaben zu. „Uns hat die Königin der Elfen geschickt, um euch bei eurer Mission beizustehen. Da ihr es alleine nicht weit schaffen würdet.“ Er bedachte Björn mit einem kritischen Blick. „Wie wir vorhin gut sehen konnten.“ Björn brummte.
Nun hatte ich noch eine Frage.
„Wie können wir euch überhaupt vertrauen?“
Nadriel strich sich übers Kinn. „Das weiss ich nicht. Aber wenn es dir hilft, Baldrius ist ein enger Freund von unserer Königin und sie haben beide an dieser Aktion hier geschmiedet.“
„Aber…“ „Ich bin nicht befugt mehr über diese Sache preiszugeben. Wahrscheinlich habe ich schon zu viel gesagt.“
Lange Zeit sassen sie schweigend um das Feuer und starrten in die Flammen.
Johansson erhob sich. „Wir sollten nun alle schlafen gehen.
Wir brauchen Morgen all unsere Kräfte.“
Zustimmendes Murmeln ertönte bei uns und die zwei Lager teilten sich wieder.
„Ich werde die Wache übernehmen.“ Der Leibwächter zog die Luft tief ein. „Auch wenn ich nicht denke, dass wir heute noch Besuch bekommen.“
Björn wartete bis die Elfen weg waren und fragte dann Leon.
„Und was werden wir tun?“ Leon zuckte die Schultern. „Was für eine Frage. Wir werden Blutschrei suchen, Maldrek töten und das mit der Hilfe der Elfen. Fertig.“ Er wendete sich ab.
„Ich vertraue ihnen trotzdem nicht.“
Leon gähnte. „Ich auch nicht. Aber schlussendlich bleibt uns nichts anderes übrig. Gute Nacht euch Beiden.“
Nicht lange ging es, bis Björns grollendes Schnarchen über den Lagerplatz hallte, dass Johansson fast aus dem Baum gefallen wäre. Ich musste lachen.
Lange starrte ich noch ins Feuer und zerbrach mir den Kopf über unsere missliche Lage. Irgendwann übermannte auch mich der Schlaf und träumte davon, wie blutrünstige Elfen mein Blut aussaugen wollten.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen als mich Nuarin wachrüttelte. „Psst! Aufwachen. Wir müssen los.“
Ich blinzelte verwirrt. „Wie bitte? Sogar die Sonne schläft noch und ihr wollt schon weiter?“
Der Elf lachte erheitert. „Die Sonne schläft nicht Menschling. Ausserdem ist der Tag lang und wir haben keine Zeit zu verschwenden.“ Er gab mir die Hand. Ich ergriff sie und zog mich an ihr herauf. Ich nickte ihm dankend zu.
„Pack deine Sachen. Wir haben bereits eure Pferde, die noch beim Gasthaus standen, hierher gebracht.“ Fröhlich pfeifend ging er zu seinem eigenen Pferd und sattelte es.
Komisch. Elfen sind doch sonst nicht so? Na gut, ich kannte damals nur die Drei und noch zwei andere Elfen die einmal als Gast zu Hofe waren. Doch sonst erlebte ich sie immer sehr zurückhaltend, still, humorlos und mieden sonst jeglichen Körperkontakt mit Menschen.
Aber er schien ganz anders zu sein. Ein sehr sympatischer Kerl.
Die Anderen warteten bereits. „Komm schon Schlafmütze! Wir müssen weiter.“
Ich raffte mich auf und schwang mich auf mein Pferd. Zum Glück hatte ich meine Sachen erst gar nicht ausgepackt.
Leon räusperte sich. „Ähm, wisst ihr in welche Richtung wir weiter gehen müssen? Gestern habe ich leider meine Karte verloren.“
Nadriel nickte. „Im Gegensatz zu euch Menschenkindern brauchen wir keine Karte um uns zu Recht zu finden.“
Leon stutzte. „Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht.“
Der Elf lächelte ihn spöttisch an. „Wir verlassen uns auf unsere Gefühle und der windenden Natur.“
„Winden der Natur?“ „Das würdest du nicht begreifen.“
Er gab seinem Pferd die Sporen.
„Das würde ich nicht verstehen!“ Äffte Leon ihn nach.
„Arrogantes Elfenpack. Meinen sie seien etwas Besseres als wir.“ Wütend rammte er die Sporen in die Flanken des Pferdes und ritt den Elfen hinterher.
Björn schüttelte den Kopf. „Er lässt sich viel zu leicht provozieren.“ Im leichten Trab folgten wir den Anderen.
Ich schaute gen Himmel. Wolken zogen auf.
„Denkst du...“ Ich wurde von einem grässlichen, lauten Schrei unterbrochen.
Björn fluchte. „Was ist denn, schon wieder los?“


Kapitel 4.

Plötzlich geht das Licht aus. Verdammt! Das fehlt mir noch. Ich greife zum Telefon um den Kundendienst dieses verfluchten Energieanbieters anzurufen. Mist, das Telefon ist auch tot.
Auf einmal kam mir in den Sinn, dass ich wieder vergessen habe die Stromrechnung zu zahlen.
Oh nein! Der Akku vom Notebook ist auch glei


Gruss, Fisch

PS: Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich den Thread im richtigen Unterforum gepostet habe.
 
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Fisch77

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Warte noch immer auf ein paar Rückmeldungen
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Soladra

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nette Story, doch doch!
 

Quana

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Die Storry ist für meinen Geschmack etwas zu klischeehaft, geht mir aber bei 98% aller fantasy Geschichten so.
Die Art wie du schreibst gefällt mir. Das kurtze, fast schon abgehackte.
Du solltest nur aufpassen mit deinen Namen, die sind fast alle geklaut. Kommt nicht so gut.

Aber alles in allem doch sehr schön.
 

XSlayerX

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Gut, ich hatte vielleicht an der Schlacht um den Teufelsschlund gegen die Legion des Verderbens seinen Sohn Sven Eisenfaust das Leben gerettet. Ich wurde zum Kommandant eines Regiments befördert in dem auch meine alten Gefährten Björn und Leon waren. Trotzdem fühlte ich mich immer noch als einfacher Soldat.
Es graust mich heute noch, wenn ich an die Schlacht um den Höllenschlund denke.

Ich denke du meinst das ein und dasselbe, oder? Außerdem würde ich mir eingene Namen einfallen, ist noch soo schwer. Habe nur den Prolog und den ersten Teil gelesen aber lese mir den Rest auch noch durch.
 
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