@Azddel
Danke, dass Du es sagst. *snicker*
Die Meinungsfreiheit baut man nun mal in kleinen Stücken, nach und nach auseinander.
Trotzdem steht es jedem offen, kritische Artikel auf seiner Seite zu veröffentlichen oder nicht.
Auf der anderen Seite ist es, in meinen Augen, ein Zeichen von Qualität als auch Seriosität, wenn man offen Dinge aufzeigt, die einem an einem Spiel nicht so gefallen…. nicht mal ein „Das ist scheiße“ ist ‚schlimm’ solange eine Begründung folgt, warum man diesen Eindruck hatte. Ich kann nicht sagen ob es nur mein Eindruck ist, dass auf dieser Seite die meisten Berichte und Tests äußerst positiv gestimmt sind und man sehr selten Kritik liest, oder ob es vielen anderen Usern genau so geht. Dennoch muss ich sagen, dass (von meinem Standpunkt aus) die einzige 'wirkliche Kritik' auf dieser Seite, nun mal die Kolumne des Nörgelorks war.
Aber das geht mir nicht nur hier so:
Bei vielen Berichten und ‚Reviews’, über die Produkte der heutigen Medienindustrie, traue ich mittlerweile eher Leuten, die eine ‚weniger sachkundige’ Meinung in ihrem Blog niederschreiben, als der Fach-Presse - die alles mit numerischen Wertungen, bunten Bildern und Spieltipps zusätzlich zupflastert. Ich habe sogar manchmal den Eindruck, dass viele Schreiber regelrecht vermeiden etwas Schlechtes über ein Spiel zu sagen. Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele Spiele-Magazine, die man aufschlägt und aus denen dann eine rosa Soße herausläuft. Der einzige Grund, warum ich noch Spielezeitschriften kaufe, ist die Vollversion auf der Heft-CD.
Ein Fehler den viele Leser machen ist zu erwarten, dass man eine möglichst
objektive Meinung über ein Spiel, Film, Buch, Whatever zu Gesicht bekommt, wenn man ein solches Review liest. Das ist vollkommener Unsinn in meinen Augen. Objektive Berichterstattung gehört in Nachrichten und Reportagen aber nicht in Spieltests, Filmkritik oder ähnliches. Jede Meinung ist subjektiv, jeder Geschmack verschieden, ganz gleich ob man versucht wie Commander Data ein Spiel rein logisch zu analysieren, es schon nach den ersten 10 Minuten als Müll deklariert oder es – wie drei andere Spiele diese Woche auch – zum tollsten Spiel des Jahrhunderts ernennt.
Ich erwarte gar nicht, dass ich mit dem Schreibenden einer Meinung bin, schließlich reden wir hier von (letztendlich persönlichen) Meinungen über ein Spiel, einen Film oder andere Kunst. Dennoch hilft mir so eine Meinung, ein Spiel besser einzuschätzen und ich habe das Gefühl, dass ein solches Review authentischer ist, wenn ich auch lese was dem Autor eben nicht gefallen hat... Was er besch…eiden fand und was einfach „nichts Besonderes“ an dem Spiel war… anstatt das ich schon wieder einen Bericht bekomme, der mir allen super-tollen Features herunterleiert und sonst nicht viel tut. Was soll ich eigentlich davon halten, wenn in allen Reviews und Berichten, die ich lese, kein negativer Ton zu finden ist? Sicher, wenn es nur bei einem Spiel ist, könnte es tatsächlich das Spiel des Jahres sein… aber wenn ich bei keinem getesteten Spiel, in einem bestimmten Heft oder auf einer bestimmten Seite, negative Töne lese…? Jemand der nichts oder kaum Negatives sagt, erscheint wie jemand, der alles von der guten Seite zu sehen versucht – und so jemanden würde ich niemals für integer genug halten, dass ich ihn als einzige Informationsquelle herziehe…
Oder… nun…
In solchen Fällen habe ich zumindest oft den Eindruck, dass es sich bei der Person/Gruppe mehr um einen „Werbe-Weiterträger“ handelt, denn um einen ehrlichen Tester. Oder man gewinnt den Eindruck, dass diese Person etwas zu verlieren hat, bzw. Repressalien fürchten muss, wenn sie etwas zu negatives sagt. Wer weiß, vielleicht wird man ja von der WWI wieder ausgeladen, wenn man offen behauptet, dass man befürchtet Diablo 3 würde nur ein 3D Aufguss von Diablo 2… *schulterzuck*
Aber hey, was weiß ich über Journalismus?