Das ist nicht der Punkt. Meine Originalaussage, auf die sich Tikume bezieht, war folgende:
Ich vergleich darin das WOW zum Zeitpunkt des Release mit dem WOW von heute. Und bezeichne die Gamer von damals als "hartgesotten" im Vergleich zu dem, was sich heute in dem Spiel herumtreibt. Doktortitel brauchte man damals für das Spiel keinen, auch keine olympischen Ambitionen. Aber wenn Du oder Shintuargar damals auch bei einem Raid gewesen seid, dann müsstet ihr das doch kennen, die Raidabende, in denen man einen Encounter erst einlernen
...
Das mag sein, dennoch ist und war WoW im Vergleich zu anderen MMOs ein "casual"-orientiertes MMO. Dies hat sich mit Wotlk nochmal verschärft, keine Frage, aber es ist sehr weit hergeholt, dass alle "hardcore WoWler der 1. Stunde" nun mit Aion glücklich werden. Das glaube ich kaum, denn auch WoW-Classic ist eben im entscheidenen Punkt, den die meisten "Quitter" so lautstark kritisieren nicht wie Aion und war es auch nie.
Aion führt vor allem eine Levelsituation wieder ein, die man aus Everquest und ähnlichen MMOs kennt (wer damals schon MMOs gespielt hat) und die eben seit WoW (vom 1. Tag weg) eigentlich aus der Bezahl-MMO Szene verschwunden ist:
- Man stellt sich mit einer Gruppe über x Stunden an einen bestimmten Ort und tötet dort Monster für XP
- Kite-Klassen haben den VOrteil, dies auch alleine machen zu können während andere Klassen auf Gruppen angewiesen sind
- Solo-Grind bei "schwächeren" Mobs geht auch - für alle Klassen, aber ist nicht so effizient
Diese Art von "Leveln" ist vielen Spielern, die erst seit WoW dieses Genre spielen komplett fremd und / oder zuwider. In WoW-Classic konnte man shon immer mit jeder Klasse ganz alleine sehr bequem auf 60leveln indem man Quests absolvierte und es gab zu jeder Zeit in jedem Levelbereich genügend Quests. Außerdem gab es zu keiner Zeit in WoW einen einzelnen Stufenaufstieg, für den man mehr als 7h benötigt hätte.
Mit dem XP-Loss beim Sterben führt Aion einen weiteren "alten Bekannten" wieder ein, den es seit WoW nicht mehr gibt im Genre.
Insofern würde ich dein Argument höchstens gelten lassen, dass viele Leute mit Aion glücklich werden, die vor WoW schon andere MMOs gespielt haben und gerade deshalb auch ein gutes Stück Nostalgie mitschwingt, was den guten alten Grind betrifft. Es kann sehr unterhaltsam sein, man lernt Leute kennen, wenn man Routine hat, bieten sich Chatgespräche an usw. Alles Dinge, die man im schnelllebigen und solo-orientierten WoW nicht unbedingt hatte (gerade in der Levelphase).