Mit Verlaub, das wage ich zu bezweifeln. Es ist nie der Einzelne, es ist immer das System. Den Einzelnen schiebt man nur dann vor, wenn man ein Bauernopfer braucht. Das ist in der Wirtschaft genauso wie in der Politik. Das System ist in diesem Fall die Firma Funcom in ihrer Gesamtheit. Da haben alle an einem Strang gezogen. Angefangen von den gefakten Patchnotes der Entwickler bis hin zum Foren-Löschfaun Waldgeist.
Ich denke, so einfach kann man das leider nicht sehen.
Ein System funktioniert immer nach den Vorgaben des "Kopfes." Davon geht alles aus, daran knüpft alles an. Wenn der Kopf einer Firma unzuverlässig und schlampig ist, ists auch die Firma ganz automatisch.
Eine Software-Firma ist immer durchstrukturiert. Leute wie Waldgeist folgen auch nur den Anweisungen, die "von oben" kommen. Genauso Programmierer, die erstellen ihren Code so, dass sie den Anforderungen der Game-Designer gerecht werden, eine andere Abteilung erstellt die Patchnotes, ebenfalls nach solchen Vorgaben, etc.
Und die Marketingabteilung sorgt für den Hype, den die Chefs wollen.
Weder Waldgeist, noch die GMs, CMs, Programmierer, Designer, Grafiker, etc. haben den vorzeitigen Release des Spiels in dem katastrophalen Zustand, wie es damals war, beeinflussen oder verhindern können. Wenn der / die Chefs auf Release pushen und das auch durchziehen, kannste als Dev oder Support nur Überstunden machen und nacharbeiten.
Wenn ein inkompetenter Chef nicht versteht, dass eine Software eine ordentliche und zuverlässige Q&A durchlaufen muß, "Reifezeit" braucht, damit man Bugs, Probleme, Speicherlecks und Sicherheitslücken finden und Lösungen ausarbeiten kann, kannste als Angestellter wenig machen.
Was dem Spiel aber wirklich helfen würde, wäre die Pleite von Funcom und die Übernahme der AoC-Lizenz von einer seriösen Spieleschmiede. Das würde vermutlich mehr Spieler zurückbringen, als alle Bonuswochen, ingame-Items und Autoaufkleber zusammen.
Da muß ich dir aber auch recht geben.