ich war schon seit den seligen amiga-zeiten fanatischer ultima-fan, ach was, ICH war der avatar, jawoll! als dann ultima online erschien habe ich zugeschlagen und losgelegt. mit 2 sachen hatte ich allerdings nicht gerechnet:
1. war irgendwie jeder der avatar, und jeder war grosser utima-fan - vom strahlender-held-erlebnis keine spur mehr
2. wie bei der wiedervereinigung unerwartet hohe kosten im osten. abo-gebühr plus telefongebühr plus internet-gebühr war einfach zu viel
nach dem freimonat war also schluss, und viel habe ich in der zeit eh nicht gespielt, abends bloss mal kurz 10-20 minuten rein, kurzzeitwecker gestellt und dann wieder raus.
knapp ein jahr später (1999) habe ich dann tibia entdeckt. ein kostenloses spiel aus deutschland, ein studentenprojekt mit einer grafik die mir sehr gut gefiel und die ich kannte: der von ultima 6, fast 1:1 übernommen
also char erstellt, den erstbesten namen genommen der mir einfiel (sollte ja bloss ein kurzer test sein...), 5 schritte aus dem starttempel gemacht - und tot. ich war fassungslos, wieso hatte der typ mich einfach angegriffen? also respawn mit hohem blutdruck, losgelaufen und den bösewicht gesucht um ihn zur rede zu stellen und eine entschuldigung zu fordern. diesmal kam ich gefühlt 7 schritte bevor ich von mindestens 3 leuten einfach so umgehauen wurde. ich war fertig mit der welt und habe ausgeloggt, so ein kackspiel!
letztlich habe ich dann aber noch ca. 4 jahre weitergespielt, unter bedingungen die sich heutige spieler wohl schwer vorstellen können: kein sprachchat möglich, kein crafting, kein gildensystem, keine quests, keine schnellreise, kein auktionshaus, keine bank, jederzeit und überall angreifbar (ausser im starttempel), und bei jedem tod 10% abzug von hitpoints und skills und verlust aller ausrüstung (es sei denn man war fix genug bei der eigenen leiche bevor andere da waren). auf der positiven seite aber standen die spieler, damals waren ca. 50 leute gleichzeitig online, man kannte die leute und wusste genau wann man wegrennen und wann man ein schwätzchen halten konnte. die spieler haben extrem viel selbst auf die beine gestellt, ganze spielerstädte aus paketen und kisten selbst gebaut, quests organisiert und rauschende feste gefeiert. ich war in einer tollen gilde, habe dort richtige freunde gefunden mit denen man sich auch im RL getroffen hat und dafür auch mal quer durch deutschland gefahren ist. aber irgendwann ist mit allem mal schluss, und irgendwann reichen auch die netten leute nicht mehr um sich das miese spiel und dessen macher weiter anzutun.
danach habe ich so einiges gespielt, aber eine so "magische" atmosphäre wie damals gab es nie wieder, da jeder nette spieler inzwischen unter 100 nervigen blödmännern unterzugehen scheint und fantasie und initiative nicht mehr gefragt sind, MMOs sind eben wirklich massenware geworden, mit allen positiven und auch negativen aspekten.