Guten Morgen. Habe am Samstag zufällig mitbekommen, das bei Günter Jauch gestern das große Thema Internet + Computer sein sollte. Unser Sonntagsschlachtzug fiel aus und irgendwie bin ich plötzlich dort gelandet.
Mit dabei war ein Psychiater und Gutachter. Dessen erste Konfrontation mit dem Internet war damals ein zu erstellendes Gutachten, in dem ein Mord auf die gleiche Weise wie in einem Spiel geschah. Da gab es irgendwen, der zig mal von der gleichen Person auf die gleiche Weise umgebracht wurde (in einem Spiel) und diese Erfahrung einmal umgedreht hat, in Wirklichkeit.
Dieser Psychiater veröffentlichte mehrere Bücher und galt eigentlich als Experte.
In seiner negativen Einstellung flog alle Technik (was nicht ihm selbst gehörte) aus dem Haus, Käufe von Konsolen wurden immer wieder zurückgegeben und seine 3 Kinder durften NUR am PC in seinem Büro ab und zu etwas surfen und nachschauen.
Im Studio warf er dann immer wieder alles durcheinander. Zwar waren die Studien auf die er sich bezieht alle korrekt, z. B. das die Gehirnaktivität spürbar nachlässt, wenn man die Kinder vor die Glotze setzt, jedoch war er schlichtweg nicht in der Lage, den richtigen Schluss zu finden. Es gab immer nur negative Punkte, er unterbrach ständig alle anderen Gäste "das stimmt doch nicht!" und war hochnervig.
Irgendwann kam dann eine nette Erkenntnis. Die in seinem Buch besonders rausgepickten Computerspiele existierten zum Teil nicht, bei anderen zählte er neben dem Hauptspiel (Quake 3) noch weitere Erweiterungen (keine eigenen Spiele) aus. Ergo hat er sich nicht einmal vor so ein Spiel gesetzt. Und genauso verhielt er sich auch.
Ein Vater, der zugegebenermaßen die Entwicklung der Medienkompetenz etwas zu früh angeht (mit 4 Jahren hat das Kind den eigenen Laptop bekommen) sprach ihn (den Psychiater) daraufhin von der Diskussion frei, einfach weil er leider selbst keine Ahnung hatte, wovon er überhaupt redet. Der Typ wäre fast geplatzt.
Die ganze Geschichte war irgendwie traurig. Ständig wurden Begriffe durcheinander geworfen, Spiele, Fernsehen, Computer und Internet als Übeltäter benannt, dabei der Fortschritt und das Potenzial immer wieder totgeredet. Die anderen Gäste waren irgendwie wacher dabei und hatten weit kompetentere Einstellungen zu dem Thema, eben weil sie auch hinter die Forschungen blickten und nicht wie dieser Psychiater und Experte nur daran kratzten. So ging es dem Rangar Yogeshwah vorwiegend darum, die Eltern darauf hinzuweisen, wie wichtig Medienkontrolle und -Steuerung ist, eben weil diese ganz klar in der Verantwortung stehen.
Insgesamt war die Sendung ganz nett. Die Beiträge wurden ganz vernünftig aufgeteilt, sprich man entlarvte den "Experten" in seinem Hass, nannte jedoch ganz klar positive wie negative Punkte. Herr Jauch hatte immer wieder sinnfreie Fragen eingeworfen, einfach weil er selbst überhaupt nicht mit dem Thema zurechtkam und gar keine Ahnung hatte. Einige Unwahrheiten wurden leider auch genannt. So sind Jungen jetzt plötzlich süchtiger als Mädchen. Irgendwie alles recht schräg, weil ich das Gefühl hatte, mehr von dem Thema zu wissen als die meisten anderen im Studio. Ich war recht dankbar darum, das wenigstens Herr Yogeshwah die gängige Meinung vertrat, obwohl er ständig unterbrochen wurde.