Idiocracy / Volksverdummung

Ist das nicht etwas übertrieben? Meine Tochter hat in ihrem Klassenzimmer jedenfalls ganz normalen Unterricht, so wie ich ihn vor Jahren auch hatte. Der Lernprozess hat sich nicht geändert, lediglich die Beschaffung von Lernmaterial gestaltet sich einfacher. Einen Taschenrechner dürfen sie noch nicht benutzen und geschrieben wird, wie damals auch, mit Tintenfüller.

Der Unterrichtsstoff ist meiner Meinung nach nicht einfacher geworden, sondern eher schwerer als damals.

Ein gewisser Grad der Allgemeinbildung ist ein Muss, aber wo hört es auf? Muss ich wirklich wissen, dass Berlin ein Städtchen in Massachusetts, USA ist? Muss ich denn wissen, wie ein Plasma-Fernseher funktioniert? Nein - muss ich nicht. Damals wussten nur die wenigsten, wie ein Farbfernseher funktioniert oder wie eine Stimme über Funkwellen übertragen wird. Von "Verdummung" kann da nicht die Rede sein.

Der Anspruch ist heute gestiegen, überproportional zum Bildungsgrad unserer Gesellschaft. Deweiteren lässt es sich heute so einfach sagen, jemand sei dumm, nur weil er skeleton agreement nicht ins Deutsche übersetzen kann - da liegt das Problem. Nehmen wir doch unsere Politiker - wie oft hört man denn, der Westerwelle oder die Merkel sei dumm, doof, blöd etc.? Heute ist man in vielen Augen schon dumm, wenn man eine andere Meinung vertritt.

Rein vom Wissen her... ist unsere heutige Gesellschaft der von vor 30 Jahren um Lichtjahre vorraus, wenn auch der Tatsache geschuldet, dass wir unser Wissen in wenigen Sekunden aus dem Internet beziehen können.

Der vermehrte Drang seine vermeindliche Intelligenz in die weite Welt des Internets zu blasen finde ich da erschreckender als Konstantin, der kleine 5-jährige Nachbarsjunge, der Schwierigkeiten hat das kleine 1x1 jetzt schon zu können.
 
Idiocracy ist ein netter Film - sehr zu empfehlen. Aber als ernstzunehmende Zukunftsvision würde ich ihn nicht gerade bezeichnen.

Falls es Dich beruhigt: In meiner Generation konnte während der Schulzeit auch praktisch niemand kochen. Und da gab's auch schon McDonald's. Und Döner. Wir hatten Schulbücher aus den Sechzigern, den zweiten Weltkrieg haben wir leider nicht mehr ganz gepackt, weil das Schuljahr vorbei war, meine erste Unterrichtsstunde in Sexualkunde hatte ich irgendwann mit 16 und damit locker 2 Jahre zu spät und nach der 10. Klasse bin ich planlos rumgedümpelt, weil ich beim besten Willen nicht wusste, was ich überhaupt vom Leben will oder womit ich mein Geld verdienen möchte. Und damals hatte auch noch nicht jeder seinen eigenen Internetzugang - wir haben halt Penner mit ner Flasche Fusel bestochen, damit sie uns schmutzige Heftchen kaufen.

Die Allgemeinheit ist nicht über Nacht verblödet. Die Menschheit war seit Anbeginn der Zeit behämmert und wird es auch immer bleiben. Aber es wird nicht schlimmer. Und es ist auch nicht alles so furchtbar schlecht. Nur, weil Deine Klassenkameraden nicht kochen können, heißt das nicht, dass die ganze Welt daran das Interesse verloren hat. Dann müssten wir nicht rund um die Uhr Sackgesichter wie Lafer, Lichter und Jamie Oliver im Fernsehen ertragen.

Nicht jeder Vollidiot setzt 10 Kinder in die Welt. Nicht jeder Akademiker zögert mit Nachwuchs, bis er den Löffel abgibt. Und Bildung hat nichts mit Genetik zu tun - wenn Papi in der Schule nicht aufgepasst hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass aus Junior ein Vollhonk wird.

Das Internet macht uns jetzt aber erst richtig bewusst, dass der Mensch im Allgemeinen eher erkenntnisresistent ist. Während Vollidioten früher nur am Stammtisch ihre Weisheiten von sich gaben, darf man Blödheit inzwischen in Internetforen und Kommentarbereichen der Webseiten dieser Welt bewundern. Und da wird dann ganz schnell klar, dass die Deppen die klare Mehrheit bilden. War aber schon immer so - dafür kann das Schulsystem nix, dafür kann Fast Food nix und dafür kann Jamie Oliver nix.
 
[...] Und Bildung hat nichts mit Genetik zu tun - wenn Papi in der Schule nicht aufgepasst hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass aus Junior ein Vollhonk wird.
[...]
/Sign, stimme dir generell bei deinem ganzen Post zu, und auf diesen einen Punkt will ich noch ein bisschen näher eingehn. Der Vater eines Freundes von mir hat, nennen wir es einfach, einen extrem schlecht bezahlten Job. Warum? Er sagt selbst, eigene Dummheit nicht in der Schule aufgepasst, aber trotzdem ist er kein dummer Mann, sein Sohn, hat jetzt ein sehr gutes Abi gemacht und geht studieren. Bildung hat, wie Berserkerkitten schon gesagt hat, rein gar nichts mit Genetik zu tun!
 
Ich persönlich weiß genau wovon ich spreche, denn in der Schule bin ich nie gefördert worden. Meine Fähigkeiten sind nie gefördert worden, dank unserm beschissenen Bildungssystem bin ich sitzen geblieben, musste mich durch Schulformen prügeln lassen mit denen ich nichts anfangen konnte und die meiner persönlichen Reifung auch nichts gebracht haben. Viel Zeit verschwendet für nichts. Heute bin ich 25, besuche das Abendgymnasium und hoffe, dass ich das Abitur noch schaffe, aber es ist verdammt schwer geworden, weil man mit einer völlig verkorksten Basis da rangeht. Und die Zeit kann mir keiner zurückgeben. Und ja das Bildungssystem trägt die Hauptschuld an dieser Misere. Mit mehr Möglichkeiten, mehr Differenzierung und mehr Förderung wäre es nicht soweit gekommen.
Und ich bin sicher nicht der Einzige dem es so geht.

Sicher, das System ist schuld.
Auch ich bin momentan noch Opfer des Systems und das alles sogar noch in verschärfter Form, da ich den Umbruch G9/G8 direkt in meiner Oberstufe erleben darf und mir dadurch eine Menge verloren geht. Und sicher hat unser System unsere Fehler, sicher ist es unpersönlich und unflexibel und sicher halte auch ich z.b. das amerikanische System, welches ich ein halbes Jahr lang selbst erleben durfte, für deutlich besser und fördernder, es ist halt leider so, dass wir uns das nicht aussuchen dürfen.

Wenn man allerdings mal ein wenig objektiver an die Sache herangeht und mal einen Moment drüber nachdenkt, anstatt sofort wieder rumzuschreien wie furchtbar alles ist (was ich nicht dir, aber vielen Anderen vorwerfe), komme zumindest ich zum Schluss, dass unser System das Bessere ist.

Unser System fördert nicht, es fordert. Es fordert, sich zeitweise mal gehörig an die Eier zu packen und selbstständig zu lernen. Natürlich hatte ich nie Bock, Latein oder Altgriechisch zu lernen, allerdings ging mir irgendwann mal auf, dass es aus mir einen gebildeten Menschen machen könnte, würde ich mir die beiden Sprachen aneignen, also lernte ich sie und bin sie jetzt noch am lernen. Dazu brauch es keine Lehrer, die mir alle 5min erzählen, ich solle doch bitte bitte anfangen zu lernen und die auf meine persönlichen Bedürfnisse eingehen.

Zumal man heutzutage zumindest auf meiner Schule (ok, Privatschule, wayne) eher lernt zu lernen, anstatt mit sinnlosen Inhalten zugemüllt zu werden.
Eine gewisse Grundbildung, zu der an meiner Schule eben Latein und Griechisch gehören, neuerdings eben gepaart mit dem Wissen und dem Willen, sich selbstständig weiterzubilden, das seh ich als Quintessenz unseres Systems.
Und nach dem, was ich in den USA erlebt hab, muss ich sagen, bei uns kommt mehr bei rum.
 
Meiner Meinung nach ist es heutzutage wichtiger zu wissen wo man die richtige Information findet als alles in sich reinzuschlingen.
Wie oft erzaehle ich meinen Schwiegereltern, nachdem ich den Computer zum 10 mal aus der Virusfalle gerettet habe, das ich nicht das Computer Genie schlechthin bin aber ich eben was wo ich zu suchen habe und was ich Papa Google fragen muss damit er mir die richtige Antwort ausspuckt.
Das hilft mir uebrigens auch in meinem Job.

"Das Leben ist so schnell, das wir rennen muessen um nicht den Anschluss zu verpassen"
So oder so aehnlich hat es Sam Neill in Jurassic Park gesagt und ich finde es stimmt.

Ich druekce wieder die, virtuelle, Schulbank und mache meinen bachelor nach und ich muss sagen, dass die Haelfte von meiner Klasse nicht weiss wie man und woher man seine Informationen bekommt.
 
Nicht jeder Vollidiot setzt 10 Kinder in die Welt. Nicht jeder Akademiker zögert mit Nachwuchs, bis er den Löffel abgibt. Und Bildung hat nichts mit Genetik zu tun - wenn Papi in der Schule nicht aufgepasst hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass aus Junior ein Vollhonk wird.


Es geht nicht immer nur um Genetik, sondern auch Chancengleichheit in (auf Deutschland bezogen) z. B. Lehrerfamilien + Hartz4-Empfängern.

Ich denke schon, das es sich auf den Nachwuchs auswirkt, wie die Eltern mit dem Leben untergehen. Kinder, deren Eltern immer wieder behaupten müssen, das sie HÖCHSTENS obere Mittelschicht sind, während sie als GmBH-Geschäftsführer durch Deutschland reisen haben höhere Chancen als die dritte Generation Hartz4 Empfänger.

Zwar ist das dann nicht ausgelöst durch die Intelligenz des Kindes, jedoch hat die familiäre Situation in vielen vielen Fällen doch was mit der "Intelligenz" der Eltern oder Großeltern zu tun, die sich nahtlos fortsetzt.

Wichtig ist, das man hier nicht pauschaliert. Es gibt immer Ausnahmen, es ist auch mal Lupus. Aber es ist eben ein demographischer Wandel gefühlt spürbar.

Ich wünsche mir nicht die Zustände der Rohrstocklehrer zurück, das keinesfalls, aber antiauthoritäte Erziehung seitens der Eltern und auch der Lehrer "ok, eigentlich müssten wir jetzt noch XX lernen" Schüler "OOOOOH" lehrer "ok dann nich" führt später zu Problemen, die man mehr oder weniger als Butterfly Effect sehen kann.


In Sachen TV Total sollte man eigentlich vorsichtig sein. Ein Stefan Raab ist durchaus intelligent und auch einige Witze sind durchaus gut aufgearbeitet. Das Problem ist leider, das TV Total an sich mit der Zeit abgeflacht ist und viel zu oft für Werbemaßnahmen missbraucht wird.
Auch muss man verstehen, das TV Total wieder manipulativ ist. Das ganze spiegelt nicht die Wahrheit wieder. Genau wie das gekaufte Publikum beim Supertalent, welches dann klatscht, wenn sich eine Person gut vermarkten lassen könnte und sofort Jubelschreie loslässt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Genetik hat durchaus etwas mit Intelligenz zu tun, sonst hätte man sich nicht so oft wegen der Eugenik verbal totgeprügelt. "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm".

Jedoch ist sehr viel wichtiger, wie das vorhandene Intelligenzpotential genutzt wird, oder ob man es brach liegen lässt. Gerade erst habe ich das Buch
"Lob der Disziplin" von Bernhard Bueb durchgelesen und werde mir die Tage sein Zweitwerk "Von der Pflicht zu Führen" antun. Das hilft bei dem Thema
sehr, ebenso wie einige andere Sachbücher, darunter auch "Deutschland schafft sich ab". Aber jetzt schweife ich ab

Wird die Welt dümmer? Nein. Aber es wird hart daran gearbeitet, genau das zu erreichen.
 
Ich denke schon, das es sich auf den Nachwuchs auswirkt, wie die Eltern mit dem Leben untergehen.

Genau das.
Arbeitslose Eltern, die 4 Kinder in die Welt setzen und sich einen Dreck um Bewerbungen o.ä. scheren,
leben ihren Kinder das denkbar Schlechteste vor.
Es gibt zuviele davon!

Da werden oft zum Mittag Spaghetti gekocht und mit der Tube Ketschup serviert...
Hausaufgaben? Ne, geht mal lieber raus um die Häuser, damit ich meine Ruhe habe...

Was will man von solchen Kindern groß erwarten?
Der Satz "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied"...der prallt auch an den armen Kindern einfach ab.
Völlige Gleichgültigkeit.

Woher sollen sie es auch besser wissen?!
 
Ihr geht aber immer gleich von Extrembeispielen aus.
Ich habe gesagt, dass Bildung nix mit Genetik zu tun hat. Von Intelligenz habe ich überhaupt nicht gesprochen.

Mir ist durchaus klar, dass eine Asi-Familie mit acht Kindern in 3. Generation Hartz IV (gibt's das denn schon so lange?) vermutlich weniger Wert auf die Ausbildung der Sprösslinge setzt als ein stolzes Akademiker-Elternpaar.

Aber woran macht Ihr das fest? Woran seht Ihr, dass wir unzählige solcher Familien hier haben, die aus Faulheit und Überzeugung vom Staat leben und sich einen Dreck um die eigene Zukunft und die ihrer Kinder scheren? Am Vormittagsprogramm auf RTL?
Die Medien vermitteln irgendwie immer den Eindruck, dass alle Langzeitarbeitslosen ganz einfach keinen Bock haben und richtig gut von ALG (2) leben. Dass es genug arme Schweine gibt, die viel lieber arbeiten würden, aber ums Verrecken nichts finden oder in Zeitarbeit wie Sklaven gehalten werden und dort noch weniger bekommen als vom Staat, darüber wird fast nie berichtet. Ich durfte das selbst lange genug am eigenen Leib erfahren. Das heißt aber nicht, dass mein Sohn deswegen in der Schule nix auf die Reihe bekommt oder seine Hausaufgaben nicht macht.
 
Wird die Welt dümmer? Nein. Aber es wird hart daran gearbeitet, genau das zu erreichen.

Diesen Satz möchte ich aufgreifen. Ich behaupte das die Welt dümmer wird und ich kann deine Meinung unterschreiben das daran gearbeitet wird. Was ich allerdings nicht unterschreiben kann mit 100%iger Sicherheit, ist das es auch gewollt ist. Eine groß angelegte Volksverdummung wäre in meinen Augen hoch komplex und ziemlich schwer durchzuführen, aber für mich ist auf jedenfall sicher das eine solche Verblödung stattfindet. Es ist so, das ich auch noch in der Realschule bin, mache dieses Jahr den Abschluss. Es wird behauptet Leute wie ich würden einfach noch eine andere Sichtweise auf die Dinge haben, doch diese Behauptung ist in diesem Fall für mich falsch. Ich werde hier jetzt nicht abstreiten, das man mit den Jahren sein Wissen automatisch vergrößert und seine Sichtweisen zum Teil ändert, was jedoch vollkommen normal ist. Es macht die Meinung anderer deshalb aber nicht weniger bedeutsam oder weniger aussagekräftig. Mehr noch, ich denke in diesem speziellen Fall ist der Spieß genau umgedreht.

Viele hier haben mit dem Bildungssystem nichts mehr am Hut, ihre Schullaufbahn ist beendet. Andere wie ich befinden sich im System. Ich stelle die Behauptung auf, das sich viele hier einfach nicht vorstellen können, wie das heutige System arbeitet und vorallem: Wie es sich anfühlt und was es bewirkt. Bei euch gab es den Respekt vor Lehrern, diesen gibt es heute nicht mehr. Das wäre ein Beispiel. Als meine Eltern aus der Schule kamen gingen sie mit der Einstellung "och nö, nun muss ich arbeiten" aus der Schule und das ging vielen so. Die Leute von damals hatten nicht diesen enormen Druck den wir heute haben. Heute hofft man auf einen Arbeitsplatz, man rackert sich wie ein Bekloppter ab um gute Noten zu bekommen. man muss die Prüfungen bestehen, achja: Die gab es früher nicht!

Dazu kommt das alles kompakter gemacht wird, alles schneller, kürzer. Man kommt sich wie ein Zombie vor, dem der Kopf aufgeschraubt wird und sämtliches 10 Jähriges Schulwissen hineingepresst bekommt. Es bleibt keine Zeit Schwächen aufzuarbeiten, wenn dann nur durch teueres Geld für Nachhilfen. Das Bildungssystem lässt solche Schwächen nicht zu. In meiner letzten Klasse sind von 33(!) Schülern 17 (!) sitzen geblieben. 17 Schüler, das muss man sich doch einfach mal durch den Kopf gehen lassen und sich fragen, ob die Schuld hierbei bei den Schülern zu suchen ist. Doch diese 17 ist für mich nicht die einzige schockierende Zahl. Man schaue sich mal die 33 an. Man soll effektiv lernen, mit Aufarbeitung von Schwächen, in einer Klasse mit 33 Schülern und einem Lehrer ? Für mich von vorneherein zum totalen Scheitern verurteilt.

Dann geht es weiter mit dem Schulmaterial, Politikbücher aus dem jahre 1985, in dem Übrigens die Globalisierung bis zum Himmel hochgelobt wird und kein EINZIGER negativer Aspekt beleuchtet wird. nur um mal aufzuzeigem wie viel Politik allein in den Schulbüchern steckt. Wir haben PC Räume, wo jedoch nichts funktioniert, es gibt kein Virenschutz, keine Firewall, keine modernen Browser. Dort Informationen zu suchen und zu Arbeiten ist wie ein 6er im Lotto. Man könnte jetzt behaupten dafür ist kein Geld da, aber anscheinend ist genug Geld da um die Schule von außen freundlicher zu gestalten, aber blos nicht sehen was drinnen steckt. Da werden neue Türen gebaut und die Klassenräume stinken und haben verbeulte Tafeln. Das verstehe ich ganz einfach nicht und ich will es auch nicht verstehen.


Nochmal zurück zur Verdummung. Ich denke man muss das differenzieren. Ich bin der Überzeugung das wir verblöden, allerdings nicht in jedem Bereich. So kann jemand vielleicht eine komplizierte Rechnung lösen, ist aber ein soziales Wrack. im Sinne von schlechten verhalten, schlechte Aussprache, geringer Wortschatz. Die Leute hinterfragen viel zu wenig die Dinge. Die Leute sind zu leichtgläubig. Die Leute sind zu Desinteressiert. Und dieser Punkt ist wichtig für mich: Desinteresse und zwar in erster Linie an der Politik. Auf dieser Ebene verblödet Deutschland massiv und das ist eine Gefahr und man muss sich zurecht fragen, ob das erste Interesse der Politik darin besteht ein Desinteresse an der Politik zu fördern. Denn oft kommt es einem einfach nur noch so vor.

Ich kann da echt nur noch den Kopf schütteln wenn man jemanden in meiner Klasse z.B. zu Atomkraft etwas fragt und der oder diejenige keine Meinung dazu hat und es ihr oder ihm egal ist. Wie kann das sein ? Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie soll unsere Zukunft aussehen mit solchen Leuten ?
 
Außerdem will ich hier jedem das Buch "Die verblödete Republik" von Thomas Wieczorek empfehlen. Ein sehr interessantes Buch das zum Nachdenken anregt.
 
Viele hier haben mit dem Bildungssystem nichts mehr am Hut, ihre Schullaufbahn ist beendet. Andere wie ich befinden sich im System. Ich stelle die Behauptung auf, das sich viele hier einfach nicht vorstellen können, wie das heutige System arbeitet und vorallem: Wie es sich anfühlt und was es bewirkt. Bei euch gab es den Respekt vor Lehrern, diesen gibt es heute nicht mehr. Das wäre ein Beispiel. Als meine Eltern aus der Schule kamen gingen sie mit der Einstellung "och nö, nun muss ich arbeiten" aus der Schule und das ging vielen so. Die Leute von damals hatten nicht diesen enormen Druck den wir heute haben. Heute hofft man auf einen Arbeitsplatz, man rackert sich wie ein Bekloppter ab um gute Noten zu bekommen. man muss die Prüfungen bestehen, achja: Die gab es früher nicht!


das versteh ich nicht. die leute die arbeiten mussten haben keinen druck gehabt? und die die heute nicht arbeiten haben druck ... häh?

früher gab es keine prüfungen?

keine ahnung wo deine eltern aufgewachsen sind, aber anscheinend nicht in deutschland. du hast ein sehr seltsames weltbild.

Dazu kommt das alles kompakter gemacht wird, alles schneller, kürzer. Man kommt sich wie ein Zombie vor, dem der Kopf aufgeschraubt wird und sämtliches 10 Jähriges Schulwissen hineingepresst bekommt. Es bleibt keine Zeit Schwächen aufzuarbeiten, wenn dann nur durch teueres Geld für Nachhilfen. Das Bildungssystem lässt solche Schwächen nicht zu. In meiner letzten Klasse sind von 33(!) Schülern 17 (!) sitzen geblieben. 17 Schüler, das muss man sich doch einfach mal durch den Kopf gehen lassen und sich fragen, ob die Schuld hierbei bei den Schülern zu suchen ist. Doch diese 17 ist für mich nicht die einzige schockierende Zahl. Man schaue sich mal die 33 an. Man soll effektiv lernen, mit Aufarbeitung von Schwächen, in einer Klasse mit 33 Schülern und einem Lehrer ? Für mich von vorneherein zum totalen Scheitern verurteilt.

jemand anders schrieb, dass heute nichts mehr gelehrt wird und du bist der meinung dass es zuviel ist. vielleicht seht ihr beide, dass ihr nur einblick in eure schule, in euren jahrgang habt. wie es woanders aussieht wisst ihr nicht. von sich auf gang deutschland zu schliessen ist nicht besonders sinnvoll.

Dann geht es weiter mit dem Schulmaterial, Politikbücher aus dem jahre 1985, in dem Übrigens die Globalisierung bis zum Himmel hochgelobt wird und kein EINZIGER negativer Aspekt beleuchtet wird. nur um mal aufzuzeigem wie viel Politik allein in den Schulbüchern steckt.

das kann ein guter lehrer machen. und es gibt auch gute lehrer.

Wir haben PC Räume, wo jedoch nichts funktioniert, es gibt kein Virenschutz, keine Firewall, keine modernen Browser. Dort Informationen zu suchen und zu Arbeiten ist wie ein 6er im Lotto. Man könnte jetzt behaupten dafür ist kein Geld da, aber anscheinend ist genug Geld da um die Schule von außen freundlicher zu gestalten, aber blos nicht sehen was drinnen steckt. Da werden neue Türen gebaut und die Klassenräume stinken und haben verbeulte Tafeln. Das verstehe ich ganz einfach nicht und ich will es auch nicht verstehen.

du scheinst ja am thema PC interessiert zu sein. nimm dich der sache an. sprich mit deinen lehrern, organisier freie software, setz dich damit auseinander. hat vorteile für dich und für die schule.

Nochmal zurück zur Verdummung. Ich denke man muss das differenzieren. Ich bin der Überzeugung das wir verblöden, allerdings nicht in jedem Bereich. So kann jemand vielleicht eine komplizierte Rechnung lösen, ist aber ein soziales Wrack. im Sinne von schlechten verhalten, schlechte Aussprache, geringer Wortschatz. Die Leute hinterfragen viel zu wenig die Dinge. Die Leute sind zu leichtgläubig. Die Leute sind zu Desinteressiert. Und dieser Punkt ist wichtig für mich: Desinteresse und zwar in erster Linie an der Politik. Auf dieser Ebene verblödet Deutschland massiv und das ist eine Gefahr und man muss sich zurecht fragen, ob das erste Interesse der Politik darin besteht ein Desinteresse an der Politik zu fördern. Denn oft kommt es einem einfach nur noch so vor.

nur kann man desinteresse nicht lehren. es liegt doch an jedem selbst was er aus seinem leben macht.

Ich kann da echt nur noch den Kopf schütteln wenn man jemanden in meiner Klasse z.B. zu Atomkraft etwas fragt und der oder diejenige keine Meinung dazu hat und es ihr oder ihm egal ist. Wie kann das sein ? Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie soll unsere Zukunft aussehen mit solchen Leuten ?

als 14jähriger hat mich atomkraft auch nicht interessiert. strom kam aus der steckdose und fertig.
 
das versteh ich nicht. die leute die arbeiten mussten haben keinen druck gehabt? und die die heute nicht arbeiten haben druck ... häh?

früher gab es keine prüfungen?

keine ahnung wo deine eltern aufgewachsen sind, aber anscheinend nicht in deutschland. du hast ein sehr seltsames weltbild.

Ein wenig mitdenken darf man erwarten, oder ? Natürlich hat man Druck, das man aus der Schule kommt und dann dasitzt: Ohne Arbeit. Das man schlicht und ergreifend keine Arbeit findet. Früher wuste man, man findet garantiert eine Arbeit und sie ist definitiv auch angemessen bezahlt und heute ist das meiner Meinung nach nicht mehr gegeben. Man wird in der Schule unter permanenten Druck gesetzt, man würde auf der Straße landen, wenn man keine 2er schreibt. Nein, das ist keine Übertreibung. Für mich liegt es auf der Hand, das man eine andere Lerneinstellung besitzt, wenn man unter dieser "gewissheit" lernt, als mit der Gewissheit das man sowiso eine Arbeit findet.

Meine Eltern sind wie ich in Hessen aufgewachsen.


jemand anders schrieb, dass heute nichts mehr gelehrt wird und du bist der meinung dass es zuviel ist. vielleicht seht ihr beide, dass ihr nur einblick in eure schule, in euren jahrgang habt. wie es woanders aussieht wisst ihr nicht. von sich auf gang deutschland zu schliessen ist nicht besonders sinnvoll.

Nein, du hast nur wieder nicht mitgedacht. Ich kritisiere die Geschwindigkeit und Kompaktheit, nicht aber die Menge an Lernstoff. Der Lernstoff ist genau richtig, die Lernmethoden jedoch sind überholt. Die Tatsache das es kein einheitliches Bildungssystem in Deutschland gibt ist für mich ein weiterer Problemfall und eine traurige Wahrheit, weil so etwas nichts mehr mit Chancengleichheit zu tun hat.

das kann ein guter lehrer machen. und es gibt auch gute lehrer.

Und es gibt schlechte Lehrer. Dann erwischt man den Schlechten. Dann hat man deiner Meinung nach eben gelitten ? Ich finde es einfach falsch, gerade in Fächern wie Politik, mit veraltetem Material zu arbeiten. So etwas ist für mich nicht tragbar.


du scheinst ja am thema PC interessiert zu sein. nimm dich der sache an. sprich mit deinen lehrern, organisier freie software, setz dich damit auseinander. hat vorteile für dich und für die schule.

Sämtliche Anträge wurden abgelehnt. Ein paar Klicks würden für modernere sichere Browser reichen, kostenlos. Es wird aber nichts getan.



nur kann man desinteresse nicht lehren. es liegt doch an jedem selbst was er aus seinem leben macht.

Man kann Interesse wecken und dieser Leitsatz sollte der Hauptgedanke hinter dem gesamten Bildungssystem sein. Der Leitsatz Interesse an der Welt, Wissen, Bildung und Politik sowie anderen wichtigen Dingen zu wecken, sodass die Schüler gerne und aus freien Stücken, aus reiner Interesse lernen und nicht aus Zwang.

als 14jähriger hat mich atomkraft auch nicht interessiert. strom kam aus der steckdose und fertig.

Wir reden nicht von 14 Jährigen.
 
Viele hier haben mit dem Bildungssystem nichts mehr am Hut, ihre Schullaufbahn ist beendet. Andere wie ich befinden sich im System. Ich stelle die Behauptung auf, das sich viele hier einfach nicht vorstellen können, wie das heutige System arbeitet und vorallem: Wie es sich anfühlt und was es bewirkt. Bei euch gab es den Respekt vor Lehrern, diesen gibt es heute nicht mehr. Das wäre ein Beispiel. Als meine Eltern aus der Schule kamen gingen sie mit der Einstellung "och nö, nun muss ich arbeiten" aus der Schule und das ging vielen so. Die Leute von damals hatten nicht diesen enormen Druck den wir heute haben. Heute hofft man auf einen Arbeitsplatz, man rackert sich wie ein Bekloppter ab um gute Noten zu bekommen. man muss die Prüfungen bestehen, achja: Die gab es früher nicht!

Habe '94 Abi gemacht warum sollte es heute so anders sein ? Davon kriege ich nix mit, und auf der Arbeit habe ich mit vielen Leuten zu tun, auch welchen die gerade hier ne Ausbildung anfangen nach der Realschule oder dem Abi. Und so doof sind die auch nicht... Es ist sehr subjektiv, das wurde ja im Thread schon mehrmals erwähnt. Aber viele machen sich hier Gedanken das ist doch auch schon mal was gutes oder ?!
 
Habe '94 Abi gemacht warum sollte es heute so anders sein ? Davon kriege ich nix mit, und auf der Arbeit habe ich mit vielen Leuten zu tun, auch welchen die gerade hier ne Ausbildung anfangen nach der Realschule oder dem Abi. Und so doof sind die auch nicht... Es ist sehr subjektiv, das wurde ja im Thread schon mehrmals erwähnt. Aber viele machen sich hier Gedanken das ist doch auch schon mal was gutes oder ?!

Ich habe auch nicht behauptet das sie dümmer sind. Generell denke ich auch nicht das eine Verblödung in den Fachgebieten, also den Schulfächern vorliegt. Viel mehr in der Allgemeinbildung, der sozialen Kompetenz oder dem Zwischenmenschlichen. Was auch auf der Strecke bleibt ist das Interesse an der Welt im Allgemeinen oder das Hinterfragen von Dingen.
 
überleg doch mal was allgemeinbildung ist. früher gehörte dazu z.b. alle eruopäischen länder samt hauptstädten runterbeten zu können. musste ich in der schule lernen, weil wir ne einfallslose erdkundelehrerin hatten.

heute gehört zur allgemeinbilung vielleicht eher, welche browser es gibt. und das hat dann schon eher was praktisches.



soziale kompetenz erwirbt man im laufe des lebens. alsoe auch deine mitschüler. der eine mehr, der andere weniger. so ist es schon immer auf der welt gewesen. das gilt auch für zwischenmenschlichkeit.


früher war das leben einfacher. da konnte man alles überlicken. ich hab zu meiner schulzeit mal ne aussage gehört, dass wir ca. das doppelte vom fachwissen her lernen wir unsere eltern.

und inzwischen dürfte es eben so viel sein, dass man nicht mehr alles lernen kann in der schule. da bleibt man eben an der oberfläche oder beschränkt sich als lehrer auf wenige gebiete.

dagegen wirst du nichts tun können. akzeptier es einfach.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
überleg doch mal was allgemeinbildung ist. früher gehörte dazu z.b. alle eruopäischen länder samt hauptstädten runterbeten zu können. musste ich in der schule lernen, weil wir ne einfallslose erdkundelehrerin hatten.

heute gehört zur allgemeinbilung vielleicht eher, welche browser es gibt. und das hat dann schon eher was praktisches.



soziale kompetenz erwirbt man im laufe des lebens. alsoe auch deine mitschüler. der eine mehr, der andere weniger. so ist es schon immer auf der welt gewesen. das gilt auch für zwischenmenschlichkeit.


früher war das leben einfacher. da konnte man alles überlicken. ich hab zu meiner schulzeit mal ne aussage gehört, dass wir ca. das doppelte vom fachwissen her lernen wir unsere eltern.

und inzwischen dürfte es eben so viel sein, dass man nicht mehr alles lernen kann in der schule. da bleibt man eben an der oberfläche oder beschränkt sich als lehrer auf wenige gebiete.

dagegen wirst du nichts tun können. akzeptier es einfach.

Hmm, nein du verstehst nicht was ich meine, vielleicht kannst du es auch einfach nicht nachvollziehen. Ich empfehle dir wiegesagt das oben genannte Buch. Ich denke nicht das man alles einfach so schön reden kann wie du es hier tust.
 
du hast recht. ich versteh es nicht so hundertprozentig.

willst du mehr disziplin?

die zitate kennst du?
"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." - Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen." - Aristoteles, gr. Philosoph, 384-322 v. Chr.

"Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung." - Mönch namens Peter, 1274 n. Chr.

"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe." - Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.



wie gesagt ich glaube, dass du das "problem" nicht aus der notwendigen entfernung siehst, sondern verallgemeinerst. eben weil du das hautnah miterlebst ...
 
Zurück