Ich hab mir den Thread mal durchgelesen und verstehe alle soweit, nur eins find ich ein bisschen schade: Es entsteht hier das Bild als seien alle WoW-Spieler degenerierte Spacken ohne Leben, Freunde und Intellekt. Den brauchen sie aber auch nicht, weil WoW sowieso ein Spiel für Dumme ist und jede Laborratte Endgame-Items abstauben kann.
Das ist falsch.
Sind wir mal ehrlich: WoW ist kein MMO
RPG, es ist eher eine Art Diablo in 3D. Der Einstieg ins Spiel ist kinderleicht, nicht zuletzt wegen dem optimalen Interface (einsteigerfreundlich, übersichtlich, selbsterklärend...hab kein MMO gesehen das nur ansatzweise so ein gutes Interface von Haus aus dabei hat) und der selbsterklärenden Bedienung.
WoW reisst mich nich in ne Fantasywelt in der ich von heldenhaften Taten und Jungfrauen träumen kann, das ist aber auch keine Erwartung die ich an dieses Spiel stelle. Für abschweifende und komplexe atmosphärische Spiele greif ich lieber ins Regal mit den Solospielen, was imho auch mehr Sinn macht als den ultimativen RPG Kick in nem MMO zu suchen.
Der Anspruch an WoW ist nicht "geringer", er ist nur anders. Was mich persönlich vom 08/15 Casual unterscheidet ist der Taschenrechner und die 50 Notizzettel mit Formeln die neben meinem Notebook liegen. Der Reiz, für mich liegt darin die Spielmechanik zu kennen und bestmöglich zu nutzen, auch wenn das bedeutet verschiedene Itemsets durchzurechnen um zu vergleichen. Mein Lieblingsaspekt an WoW ist das Theorycrafting.
Ich persönlich hab eigtl keine Probleme mit seltsamen "kiddie" Umgangsformen in WoW. Mit Fremden die komisch drauf sind rede ich einfach nicht. Im 25er Raid interssiert mich auch nicht ob mich jeder höflich begrüßt und mir einen schönen Tag wünscht, ich will reingehen und Content "bezwingen". Das da im TS Wörter/Sätze wie "Aja pass doch auf du Aff" gehört für mich einfach dazu. Schließlich hat man unter echten Kumpels auch nen derberen Umgangston, warum also auch nicht unter Leuten mit denen man schon Monate zusammenspielt?
Ich bin auch kein großer Fan vom Itemfarmen, meine Grundmotivation das Spiel zu spielen beruht auch nicht darauf, um Himmels willen. Das Problem ist, das man mittlerweile viele Leute kennen und mögen gelernt hat, auch außerhalb von Azeroth. Und es macht einfach Laune mit diesen Leuten den Spielinhalt zu erleben, dabei ist es zweitrangig wie qualitativ hochwertig dieser ist.
Ich hab schon ein paar Alternativen ausprobiert wenn ich mal Lust auf ein bisschen Abwechslung hatte, aber so der richtige Kracher war irgendwie nicht dabei. Lotro spielt sich im Tutorial wirklich angenehm, aber kurz darauf hab ich die Krise gekriegt. Das Interface ist einfach sauschlecht konzipiert, unübersichtlich und macht mich wahnsinnig. Dazu noch die HdR Thematik (die ich sowieso nicht mag) und die mangelhaften Questtexte. "Hi ich bin hier neu"-Hilfestellung wie bling-bling Questgegestände zum looten fand ich auch nur urschlecht.
SWG fand ich toll, aber viel zu statisch. Irgendwie scheint Statik und Lieblosigkeit bei Animationen ein generelles Problem von SOE zu sein.
UO ist wirklich ein Klasse Spiel, konzeptionell ein Meisterwerk. Die Grafik lässt sich überleben, eigentlich ist es noch immer spielenswert. Leider lassen sich zu wenig Freunde dafür begeistern
hauste