Naja, kommt sicherlich auch darauf an in welchen Bevölkerungsschichten man unterwegs ist. Insbesondere finanziell und demzufolge auch sozial und vor allem bildungstechnisch. Problem ist halt, dass sich das alles gegenseitig bedingt.
Zum Thema: Generell würde ich dem zustimmen. Oftmals sind es vor allem alte Tugenden die verloren gegangen sind. Solche Dinge wie Höflichkeit, Respekt gegenüber Autoritäten oder älteren Menschen. Hier im Osten ists eigentlich am besten zu sehen, weil meine Generation und alles was jünger ist ihr ganzes Leben alle Freiheiten hatte bzw. haben die man in diesem Land bekommen kann. Wenn zuwenige Grenzen gesetzt werden oder weit entfernte Grenzen, versucht der jugendliche Mensch das halt auszunutzen. Einerseits weils die Natur des Menschen ist für sich das beste rauszuschlagen, andererseits weil man natürlich schaut was durchgeht und was nicht.
Dazu kommt, dass in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Globalisierung Eltern oft überfordert sind. War in älteren Generationen auch anders. Entweder du hattest nen sozialistischen Überwachungsstaat und ne Mauer vor der Nase oder du hast dein gemütliches Leben gelebt, hattest aber oft nicht den krassen Leistungsdruck wie es ihn heute gibt. Die Arbeitsmarktsitation war ne andere.
Wenn für Erwachsene größere Schwierigkeiten im Leben auftreten, die Stress verursachen leidet darunter irgendwann auch die Erziehung. Dazu kommt, dass an vielen Erwachsene die ganze digitale Entwicklung quasi vorrüber gegangen ist. Ihre Kinder aber wachsen damit auf, was natürlich dazu führt dass es ausgenutzt wird. Vor 15 Jahren existierten solche Wörter wie Raubkopie erst gar nicht, geschweige denn gab es die Auswirkungen dessen. Früher war die Gesellschaft weniger anonym.
Wenn du früher wen beleidigen wolltest hast dus ihm ins Gesicht gesagt oder nen Brief geschrieben. Das ganze lief also auf persönlicher Ebene ab. Viele scheuen das heute, da wird auf allerlei HIlfsmittel ausgewichen. Sei es irgendwelche Leute, die vermeintlich dumm sind, im WoW Handelschannel zu flamen oder Chatrooms mit Schwachsinn zu flooden und rumzuspammen. Das ist heute alles völlig ungestraft möglich, sowas gabs früher nicht. Da wo Möglichkeiten bestehen werden sie auch ausgenutzt.
Ich will nicht das Web als Teufelswerkzeug darstellen, aber zu Teilen hat auch das Internet zu ner Anonymisierung unserer Gesellschaft beigetragen und hilft somit dabei Ideale und Werte zu vernichten. Das zieht sich am Ende halt durch die Familien. Wenn der große Bruder zu einer Generation gehört die zu Zeiten des Mauerfalls entweder Kind waren oder in diesem Zeitraum geboren sind, dann schnappen die genauso alles auf. Wenn dann kleine Geschwister da sind, wird schnell mal was erzählt. Und dann wunderst du dich, warum dich als Lehrerin ein 8jähriger "Fotze" nennt.
Mir ists aufgefallen, dass es heutzutage vor allem Respektlosigkeit ist. Das hat nix mehr mit Grenzen austesten zu tun, weil sie wissen dass ihnen nicht viel passieren kann. Vllt. wirds auch Zeit für einen Generationswechsel in unseren pädagogischen Anstalten, die mit diesem Wandel aufgewachsen sind. Die verstehen, dann auch eher die Kinder und können auf sie reagieren.
Dazu kommt, dass viele Erzieher oder Lehrer nach nem alten Schema F arbeiten dass sie vor 30 Jahren beigebracht bekamen. Das ist heute halt völlig veraltet, Schulungen sind teuer und aufwändig. Die meisten Kindergärten und Schulen sind staatlich bzw. gehören den Kommunen. Wie viel Geld die haben sollte bekannt sein.
Imo ists großteilig n Generationenkonflikt der von der neuen Generation ausgenutzt wird. Was nicht heißt, dass sie klüger sind. Im Angesicht erfolgreicher TV-Sendungen wie DSDS, der zwölftausendsten Telenovela und dem Unterschichten-Nachmittagsprogramm bei RTL und Co. zweifle ich an jeglichen Krümel Intelligenz der Leute die diese Sendungen anschauen. Außer zur Belustigung.