Das ziehe ich begründet in Zweifel. Wir wissen ja von Activision-Blizzard selber, dass die Zahlen seit Ende 2008 (auf zugegeben sehr hohem Niveau) stagnierten, und davor waren ja die Launches in Russland, Lateinamerika etc. Gib mir mal eine Quelle, dass WOW seit, na, sagen mir mal Mitte von BC, also so Mitte bis Ende 2007) in den alten Gebieten nachhaltig noch an Subscriber hinzugewinnen konnte. Ich kenne nämlich keine solche Quelle.
Ich bezog mich auf die Zeit vom Europa-Release im Februar 2005 bis Ende 2008 (also dem Release von WotLK). Da WoW nicht von Beginn an 11,5 Millionen aktive Accounts hatte, kann das Spiel also nicht der megamäßige Müll gewesen sein, den man nur aus Mangel an Alternativen gespielt hat, so wie uns Nahemis weismachen wollte (nur deswegen habe ich die steigenden Spielerzahlen hergezogen). Und wenn es so einfach wäre, "Müll" in anderen Sprachzonen/Regionen zu releasen, dann frage ich mich, wieso andere das nur zögerlich tun? Weil solch ein Zusatzaufwand meistens nur lohnt, wenn man auch mit dem entsprechenden Umsatz rechnet. Und natürlich im besten Fall noch seinen Gewinn rauszieht. Dafür muss aber das Produkt stimmen.
Mit Zahlen kann ich nicht dienen. Laut Wikipedia waren die meisten Releases 2005 (
http://de.wikipedia....rld_of_Warcraft), einzig die russische Version fällt mit 2008 aus dem Rahmen (die Liste scheint aber nicht vollständig zu sein). Aber auch hier kann man nur vermuten, wieviele Leute vorher schon mit der englischen Version gespielt haben, und somit nicht beim Release als Neukunde zu zählen sind. Ich stütze mich also durchaus nur auf Vermutungen und eigene Erfahrungen während dieser Zeit, vermute aber, du machst das selbe. Würde mich stark wundern, wenn du konkrete Zahlen hättest, die deine Vermutungen als Fakten bestätigen. Wie dem auch sei, in erster Linie ging es um Nahemis merkwürdiges Argument, die mich zu der Aussage hinreißen lies.
Deine Annahme setzt voraus, dass sich die Spielgewohnheiten der Masse der buffed- bzw. Blasc-Nutzer veränderten. Wofür ich aber keinerlei Grund sehe, sogar eher im Gegenteil, da WOWMatrix als Tool für ein Auto-Update von Addons ja nicht mehr wirklich im Rennen ist, somit sich alles im wesentlich auf Blasc oder den Curse-Client zusammendrängt. Das ist ja die Stärke des Tools, dass das Datensammeln nur nebenbei geschieht, und das Tool darüber hinaus einen effektiven Nutzen hat. Die Leute haben Blasc ja nicht oben um in den Foren etc. mit einer netten Signatur zu prunken, sondern um automatisch ihre Addons auf Vordermann zu halten. Das nebenbei ihre Spielzeiten protokolliert werden, ist den meisten vermutlich ja nicht einmal bewusst.
Das eine hat m.E. nichts mit dem anderen zu tun. Man kann seine Addons per BLASC auf dem laufenden halten, und trotzdem in den Optionen die Spielzeitanzeige deaktivieren. Ich zum Beispiel habe die auch schnell deaktiviert. Denn leider geben solche Zahlen recht schnell eine Angriffsfläche, wenn diese fix einsehbar sind. Du setzt hingegen auch einfach voraus, dass sich die wenigsten bewusst sind, dass diese Spielzeiten gespeichert werden. Auch hier können wir es beide nicht genau wissen, ob es tatsächlich so ist (es sei denn wir befragen jeden Buffed-Nutzer persönlich, aber selbst da kann man sich nicht sicher sein, ob er die Wahrheit sagt), deswegen halte ich nichts davon, irgendwelche Statistiken als Grundlage zu nehmen, wo man sich gar nicht sicher sein kann, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind. Siehe X-Fire, welches mir diesbezüglich ja sogar in die Hände spielen würde. Ich meine aber sogar, BLASC fragt einen, ob die Spielzeiten protokolliert werden sollen. Wie gesagt, hab es schon länger nicht mehr auf der Platte.
Da bist Du imo im Irrtum. Activsion-Blizzard ist ein börsenotiertes Unternehmen, Eigentümer sind die Aktionäre. Und das bedeutet, dass es nur um Shareholdervalue geht, was wiederum meint: Gewinnmaximierung. Robert Koticks Äusserungen (Damn Robert Kotick!) wie man Spiele herstellt und vermarktet sprechen ja in der Hinsicht eine sehr klare Sprache. Wenn eine Spielerbasis auf 2 Spiele aufgeteilt wird, impliziert dies, dass für beide Spiele eine Infrastruktur zu erhalten ist, Content zu entwickeln usf. Ich möchte wetten, es wird seitens Activisions keinen größeren Launch eines MMO in Fantasy-Segment geben so lange WOW halbwegs erfolgreich ist.
Bei der Gewinnmaximierung und über Herrn Kotick sind wir uns einig, das steht außer Frage. Nur was ich mich stattdessen frage (auch wenn deine Argumentation durchaus was schlüssiges hat): Was hat es dann für einen Sinn, Diablo III so früh anzukündigen? Hätte man doch auch warten können, bis WoW am "auslaufen" ist und dann die Bombe platzen lassen. Zumal ein Spiel, was immer länger in der Entwicklung ist, Gefahr läuft beim Release nicht mehr up-to-date zu sein. Und nun das in meinen Augen viel wichtigere: Woher will man wissen, wie lange WoW noch erfolgreich sein wird? Das ist noch gar nicht abzusehen. Da das nächste Addon nur bis Level 85 geht, könnte es drauf hindeuten, dass man bis zur 100 noch viele Addons reinpacken möchte (Achtung, wieder eine Spekulation meinerseits). Selbst wenn man Blizzard unterstellen wollte, die Spieler absichtlich zu vergraulen, so scheint das ja auch nicht aufzugehen, da die Abozahlen seit 2008 ja relativ stabil sind, obwohl es seitdem keine neuen Releases gab.
Zumal Diablo III nicht mit einem herkömmlichen MMO zu vergleichen ist, es gibt keine "festen" Weltserver, keine richtige persistente Welt, eigentlich ist alles instanziert gbzw. größtenteils zufallsgeneriert. Wenn das so läuft wie bei Diablo II, kannst du dein eigenes Spiel passwortgeschützt eröffnen ohne jemals einen anderen zu dir reinzulassen. Das kann man eher mit einem Egoshooter vergleichen, wo man sich die Maps aussucht und entscheidet, ob man da spielen möchte. Das ist bei WoW ja nun nicht gegeben, außer in den Dungeons.
Ich bleibe dabei, WENN Konkurrenz aus dem eigenen Hause, dann das "andere" Blizzard MMO. Aber bis das erscheint, wird WoW sowieso nur noch von Liebhabern gespielt.