hm. Dark Age of Camelot und WoW, ein gewagter Vergleich, aber ich will es wagen.
Jah, ich mag Dark Age of Camelot wohl auch lieber, was daran liegt, dass DAoC mein erstes MMORPG war und ich dort meine Sucht zu dieser Art von spielen bekommen habe. Aber das soll ja in einem objektiven Vergleich keine Rolle spielen.
Kurze Zusammenfassung, was ist DAoC
DAoC ist eines der ersten relevanten Massiven Multiplayer Online Rollen Spielen dieser Generation. Vielleicht lässt sich Everquest 1 noch dazu zählen, aber alle Spiele davor (Ultima Online) lassen sich wirklich nicht mehr vergleichen. DAoC war der erste Titel dieses Genres, dass den Durchbruch schaffte und ein Mainstreamprodukt wurde. Kann auch daran liegen das das Game zur selben Zeit wie der Standard DSL Zugang erschienen ist.
Zu spielen ohne das Handbuch zu lesen war quasi unmöglich. Viele Vokabeln und Tastaturbefehle waren nur so rauszufinden, elementare Teile des Spiels basierten auf diesen. Die Einsteigerfreundlichkeit war gleich 0. PVE plätscherte so vor sich hin, man killte Mobs um EXP zu sammeln und dadurch im LVL höher zu steigen. Instanzen gab es zur Anfangszeit nicht wirklcih. Man konnte zwar in Gräber und Katakomben steigen, allerdings nie alleine und oft hat eine Gruppe der anderen die Mobs weggenommen. Quests (früher hieß das bei DAoC "Tasks") gab es kaum, bzw. nur sehr schlicht und einfach gehalten. Der Clou bei DAoC waren die sogenannten "Darkness Falls". Ein Dungeon, der jeweils nur für eines der 3 sich bekriegenden Reiche offen stand. Das Reich, dass im RVR (Reich versus Reich) am effektivsten war, konnte in diesen Dungeon steigen, und epische Gegenstände looten. Wenn das Verhältniss eines anderen Reiches größer wurde, und man noch in den Darkness Falls zugegend war, hatte man Pech, man konnte zwar noch in den DF bleiben und weiter farmen, aber bald kamen gegnerische Spieler und machten einen platt. Spannend sag ich mal. RVR spielt in DAoC sowieso die größte Rolle. Die grenzgebiete liegen zwischen den Hoheitsgebieten der 3 Reiche und bilden so die Verbindung zu allen 3 Reichen. In diesen Grenzgebieten standen überall sogenannte "Keeps" (Burgen). Wenn man eine Burg eroberte, bekam das gesamte Reich (auch im PVE Teil) bessere Attribute UND eben die Eintrittskarte für Darkness Falls, vorausgesetzt man hat am meisten Keeps eingenommen. Hier konnten sogar Gilden Keeps erobern, das gesamte Keep bekam das Wappenzeichen der Gilde, und diese Gilde war dann auch für die Verteidigung zuständig. Patch für Patch wurde an diesem Prinzip herumgedoktort bis dann Belagerungswaffen dazukamen, mit denen man die Keeps auch tatsächlich zerstören konnte, Löcher in die Wälle schlagen konnte, oder alles niederbrennen.
In DAoC hat der Tod eine andere Bedeutung, denn jedes mal, wenn man stirbt, verliert man wieder Erfahrungspunkte. Und mit jedem sterben verlor man mehr. Es kann also durchaus vorkommen, dass man einen halben Tag "umsonst" gespielt hat, wenn man in eine schlechte unorganisierte Gruppe gerät, die oft gewiped wird. Da hat das Wipen dann auch eine ganz andere Bedeutung, wenn man nen halben Balken EP wieder verliert.
WOW hat hingegen seine Schwerpunkte eindeutig auf PVE (Player versus Enemy) gesetzt. Man wird stets von NPC's begleitet und in das Spiel eingeführt, ein Lesen des Handbuches ist nicht zwingend notwendig. Was mir aufgefallen ist, das das WOW Vokabular dem DAoC Vokabular gleicht. So kennt man in DAoC auch Mobs, Pulls, Adds. Viele Tasttaturbefehle funktionieren auch in WOW (wie zum Beispiel /sit, oder /wave, oder /macro).
Ein ganz großer Unterschied besteht meiner Meinung nach bei der Gruppendynamik. Da DAoC wesentlich mehrere Klassen anbietet, ist das Spiel oft sehr abwechslungsreich. Gruppenspiel hatte dort noch eine ganz andere Bedeutung. Jeder Pull wurde genau geplant und durch ein "INC" (incomming) angekündigt. Ich finde, das Gruppenspiel war in DAoC erfolgreicher, weil sich jeder seiner Aufgabe genau bewusst war. Bei WOW passiert es mir noch oft, dass ich einem Tank sagen muss, was ein Tank macht.
Alles in allem finde ich WOW für Einsteiger in diesem Genre perfekt. Man wird wie gesagt gut geführt und durch die hohe Spieleranzahl ist man selten allein. Blizzard hat es geschafft, fast sämtliche Aktionen ohne einen Tastaturbefehl (Konsole) ausführen zu lassen. Bei DAoC verzweifelt man da schon das eine oder andere mal, wenn man erst im Handbuch nach dem richitgen Befehl suchen muss.
Grafisch ist natürlich WOW auch klarer Gewinner, das mag aber am Alter liegen. Die Spells sehen meiner Meinung nach in DAoC besser aus. WOW hat diesen typischen Blizzard Aspekt, DAoC kommt da etwas Düsterer und "Erwachsener" daher.
Soundtrack ist bei DAoC ziemlich dezent. Aber wirkungsvoll. Ich weiß nicht wie es den anderen DAoC Spielern geht, aber mir geht immer noch ein leichter Schauer über den Rücken, wenn ich irgendwo zufällig die Fanfaren höre, die man hört wenn man das Spiel öffnet.
Alles in allem würde ich DAoC WoW vorziehen, wenn die Spielerzahlen nicht so in den Keller gerutscht wären. DAoC ist sehr viel Zeitaufwändiger als WOW und somit allein fast unmöglich. WOW ist besser für Gelegenheitsspieler da man in kurzer Zeit viel erreichen kann. Beide Spiele sind für mich ausgezeichnet und Beide spiele ich gerne, wenn in mir auch wehmütig ein Albionherz schlägt.