Morgeeeeeeeeeeen!
Bin zurück aus Brüssel. Hatte da verlängertes Sightseeing-Wochenende. Muss sagen, die Stadt hat was (sofern man sich nicht dran stört, dass alles französisch ist ). Das Tolle ist, dass alles Wichtige im Zentrum ist und man das locker an einem Tag anschauen kann. Wenn man dann noch in die Museen will, rechnet man nen zweiten Tag und das passt. Vor allem kann man sich praktisch nicht verlaufen, da alles innerhalb einer mehr oder weniger runden Strasse ist und wenn man an dieser Strasse ankommt, weiss man, dass man wieder umkehren muss.
Bei Nacht hat die Stadt bartechnisch Einiges zu bieten. Ich hab selten so viele Bars auf einem Haufen gesehn, wovon jede Bar ihren eignen persönlichen Stil hat. Lustig war beispielsweise sone Bar in der man an nem Sarg (als Tisch) sitzt und aus nem Totenschädel trinkt. Die Wände sind verziert mit Skeletten und seltsamen Bildern. Passenderweise lief AC/DC als ich da war
Dann gibts son Restaurant, das tagsüber ganz normal ist, aber abends in ne Bar mit Tanzfläche umgewandelt wird. Da schieben die alle Esstische zusammen und getanzt wird auf den Tischen drauf. Als ich davon hörte dacht ich mir, ja da sind dann so zwei, drei Betrunkene, die auf den Tischen rumtorkeln, aber weit gefehlt! Die Tische sind randvoll mit tanzwütigen Leuten und ab und zu fällt da auch mal einer runter ^^
Clubtechnisch hat Brüssel nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Die paar Clubs dies hat sind sehr klein und da läuft vor allem Jazz oder Blues. Insofern kann man eher weniger von Clubs sprechen, da es eigentlich einfach Bars mit Live-Konzerten sind. Dann gibts noch zwei Techno-Schuppen, aber da sind wirklich extrem seltsame Leute drin.
Zwischenzeitig hab ich mich auch mal noch in nen Salsaschuppen gewagt. Ich hatte ursprünglich von 2en gelesen, jedoch war einer definitiv nur ne Bar mit Live-Musik, aber viel zu eng um zu tanzen und die andere gabs nicht mehr. Per Zufall lief ich dann an ner dritten vorbei. Zuerst guckten mich alle doof an, weil ich der einzige weisse Mann da drin war und dann stellte ich auch noch fest, dass da niemand wirklich tanzen konnte...enttäuschende Angelegenheit.
Der wirklich grosse Minuspunkt an Brüssel ist aber, dass man tagsüber und die ganze Nacht lang permanent Polizeisirenen hört. Ich hab echt noch nie sone hohe Kriminalitätsdichte in ner Stadt erlebt oder "gefühlt". In nur einer Nacht sah ich 2 kleinere Schlägereien, eine grosse Schlägerei (und wenn ich von Schlägereien spreche mein ich die ganz üble Sorte wo keiner Rücksicht auf den andern nimmt), eine Frau, die völlig verwirrt alleine mitten auf ner Strasse stand mit ner komplett blutigen Hand, nen Typen der irgendwo auf dem Bürgersteig lag und unansprechbar war, bis die Ambzlanz kam und ne Verfolgungsjagd zu Fuss von der Polizei, die dann irgend sonen Typen festnahm (keine Ahnung was der gemacht hat). Ich dacht mir, ok, Freitag Abend, die Leute ham fertig gearbeitet, da besaufen sie sich halt und spinnen rum, kann ja vielleicht mal sein. Aber nein, am nächsten Tag gabs sogar ne Verfolgungsjagd von 2 Polizeiautos die mit Vollgas in der Innenstadt irgend nem Verrückten nachfuhren und zwar am Nachmittag, nicht in der Nacht!
Seltsamerweise hab ich mich trotz all diesen Erlebnissen nicht wirklich "unsicher" gefühlt, da die Polizeipräsenz extrem hoch ist und auch jede Bar, die länger als bis 24 Uhr geöffnet hat, relativ viele Sicherheitsmänner hat. Allerdings spricht das nicht wirklich für die Stadt...
Von all dem mal abgesehn hatt ich noch interessante kulinarische Erlebnisse:
- Seeschnecken sind so übel wie sie klingen und wie sie aussehen. Die Belgier essen sowas sogar zum Frühstück, igitt x_x
- Belgische Schokolade ist recht gut, aber wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich dann doch die aus der Schweiz (Lindt?).
- Essigbier ist ja wohl das widerlichste Getränk, das ich jemals probiert hab. Das ist echt abartig, aber das gibts überall in Brüssel O_O
- Bier mit Kirschsaft ist recht lecker, viel weniger süss als ich angenommen hatte.
- Generell schmeckt mir das belgische Bier nicht so richtig, das lokale holländisch-belgische Bier find ich aber top.
Und zu meinem eignen Erstaunen muss ich sagen, obwohl ich früher immer ungenügende Noten in Französisch hatte und das auch schon ewig lange her ist, konnt ich mich in Brüssel recht gut mit meinem Französisch rumschlagen. Liegt aber vielleicht auch dran, dass die nicht so schnell und undeutlich sprechen wie die Franzosen...
Was ich noch sagen sollte: Die Hotels in Brüssel sind sauteuer und das was man dafür bekommt ist das Geld nicht wirklich wert. Leider war ich zu spät dran, um ne Jugendherberge zu buchen, daher kann ich dazu nix sagen.