Wenn das so stimmt, wird es kein erfolgreiches MMO mehr nach WoW gegen. Denn wie Pente bereits schrieb, der Tag an dem ein nahezu fehlerfreies Online-Rollenspiel mit allen, reibungslos funktionierenden Main-Features auf den Markt kommt, den hat die Welt noch nicht gesehen. Und deshalb wird es auch Blizzard verflucht schwer haben, wenn sie ihr nächstes MMO - an dem bereits einige Blizzard-Topleute wie Jeff Kaplan arbeiten - vorstellen.
Warum das so ist, liegt auf der Hand: MMOs zu entwicklen verschlingt unglaublich viel Geld und Zeit. Und hat man einen vorzeigbaren Stand erreicht, ist zumindest WoW schon wieder einen Schritt weiter. Schließlich bekommt Blizzard es auch mit, wenn erfolgreiche Features wie RvR (Lake Wintergrasp) oder Achievments in der Beta getestet werden. Flugs werden die neuen Elemente in WoW integriert und die Entwickler des neuen MMOs wieder unter Zugzwang und müssen noch mehr, noch Besseres nachlegen. Dabei ist nicht einmal das Grundgerüst zu 100 Prozent fertig.
Also WoW 4ever?
Ich denke nicht. WAR und ein paar andere MMOs wie SWTOR haben das Potenzial, eine ausreichend große, treue Fangemeinschaft an sich zu binden, die nicht nach wenigen Wochen enttäuscht die Segel streichen und wieder WoW zocken. Ist diese Durststrecke überwunden, wird sich auch ein neues MMO in der Community langfristig etablieren.
Ob das WAR gelingt?
Das hängt davon ab, ob Mythic die Lags, Servercrashes und das Balancing mittelfristig hinbekommt. Neuen (oder verschobenen) Content nachliefern wie die restlichen Hauptstädte und weitere PvE-Dungeons ist für erfahrene Teams kein Problem, kostet nur etwas Zeit. Und wie man am Spalta, Slayer, Ritter der Sonnenblume und dem Schwarzen Gardisten sowie Live-Events und den Ländern der Toten sieht, ist Mythic diesbezüglich auch gut unterwegs.
Grüße,
Olli
EDIT: Noch eine Sache. Ich glaube nicht, dass irgendein MMO in absehbarer Zeit WoW den Rang ablaufen wird, noch dass ein anderes MMO den Erfolg von WoW mit mehreren Millionen zahlenden Abonnenten wiederholen kann. Wenn ich also schreibe, dass sich ein MMO in der Community etabliert, meine ich damit an zweiter, dritter oder vierter Stelle mit einigen hunderttausend Abonnenten, vielleicht auch mal eines mit niedrigen siebenstelligen Abo-Zahlen. Zumal die MMOs mit monatlichen Gebühren von der Free2Play-Front auch ordentlich Druck bekommen.