Ich belächle generell Leute, die sich in einem Spiel etwas "kaufen", weil sie sich damit ja eigentlich den Spielspaß "wegkaufen". Doch leider sieht die Mehrheit der Spieler das nicht so. Man möchte lieber (zumindest zeigt das für mich die Entwicklung des MMO Marktes der letzten 5-10 Jahre) - wie im echten Leben - einfach mit Geld alles kaufen können. Dabei ist gerade das (meiner persönlichen Meinung nach) der Reiz am Spiel, dass es eben nicht so ist und die Rahmenbedingungen eben für alle gleich sind (zumindest diejenigen, auf die das Spiel Einfluß hat - mir ist bewußt, dass Reiche Leute sich immer Chinafarmer im eigenen Keller halten könnten usw.). Insofern stimme ich auch mit einer kürzlich getätigten Aussage überein, dass MMOs kaum wirklichen "Spielcharakter" haben, sondern immer mehr zu einer virtuellen Erweiterung des echten Lebens werden. Wenn ich im MMO dann so erfolgreich bin, wie im echten Leben über meinen Job (bzw. mein GELD) definiert wird, wozu dann noch überhaupt spielen? Einloggen, Zeugs kaufen und sich bewundern lassen als Ersatz für "mein Haus, mein Boot, mein Pferd"? Das hat doch nichts mehr mit einem Spiel zu tun, das ist ein virtuelles Sozialleben in dem man aber wieder verlangt sein Ich rein materiell in Szene setzen zu können.
Ein Spiel muss Spaß machen und beim "Kartenspielen" oder beim "Mensch ärgere dich nicht" sollten eben die Spielregeln, teilweise Glück oder die fürs Spiel nötigen "skills" entscheidend sein und nicht wieviel Geld man dem Schiedsrichter gibt um dann bei "Mensch ärgere dich nicht" bereits mit 3 im Ziel stehenden Hütchen anfangen zu können.
Den Unterschied zwischen einem Level Up und einem RR Up will ich natürlich nicht abstreiten (das wollte ich auch nie). Das Problem ist nur immer, wo man die Grenze zieht und das geht eben am besten, wenn man Prinzipien hat (oder Moral, oder Ethik oder wie auch immer man das nennen mag). Sobald das nur noch eine Kosten-Nutzen Rechnung ist verschwimmt sehr schnell alles, man kann (fast alles) rechtfertigen solange es Geld bringt (da muss man sich in der modernen westlichen Welt nur mal kurz umsehen, aber das ist hier nicht Thema) und die langfristigen Folgen sind dabei völlig egal.
Mir gefällt in dieser Hinsicht (auch wenn man sich ja fast nicht traut WoW hier überhaupt in den Mund zu nehmen) die strikte Politik von Blizzard (die Mythic ja eigentlich auch stets propagiert hatte) besser:
- Keine Ingame Vorteile durch RL-Geld mit Ausnahme von kosmetischen Dingen usw.
Noch besser würde mir gefallen, wenn es auch keine kosmetischen Dinge gäbe und keine Char Transfers usw. (bzw. diese auch "erspielt" werden müssten), aber der Zug ist schon abgefahren seit EQLegends.
Genau....das ist für mich der Punkt.
Ob Item Shop hin oder her. Das diese Entwicklung nicht aufzuhalten ist, damit hab ich mich schon abgefunden.
Nur möchte ich ganz gerne vor dem Erwerb eines MMORPG wissen auf welcher Seite der Betreiber steht. Geld verdienen um jeden Preis oder wurde das Spiel wirklich dazu entwickelt um spielend, solo oder in Gemeinschft, ans Ziel zu kommen.
Denn das steht auf der Spielschachtel fast immer drauf....Spiele mit Freunden....erlebe diese Spielwelt....bla bla bla.
Wozu braucht man denn noch eine Communitiy von Beta - Testern oder eifrige Forumschreiber? Spieler die mitgestalten und eigentlich erst Leben durch tägliche Anwesenheit auf die Server hauchen, wenn der eigentliche Sinn des Spiels in Frage gestellt wird.
Wozu werden/wurden ....gerade wie bei WAR ...Millionen von Euronen versenkt um einen funktionierenden Multiplayer mit Dungeon`s, Inis und einem von LvL 1 - xxx ausbalancierten Gameplay inkl. Tonnen von Quests entwickelt, wenn man diese später durch ein dickes Portemonaie umgehen kann.
Ganz zu Schweigen davon, wozu sich jeder einzeln ingame überhaupt noch Mühe geben soll wenn es auch einfach geht. Wo ist die Langzeitmotivation ( feste Stammaccounts ) die ja eigentlich eine dauerhafte Einnahmequelle bilden sollte.
An welchem Wert, an welcher Moral, an welchem Item, an welchem Spieler kann ich mich ingame selbst einschätzen, wenn Geld das Mass jedes Spielerfolges wird und somit die eigentliche Meßlatte für alle darstellt.
Wer schützt ingame jene Spieler vor denen, die mit dem eigentlichen Gameplay und Spielsinn nichts mehr am Hut haben. Die nur kurzweilig ihr Ego daran erfrischen,besser und stärker zumindest aber gleich gut als die anderen auszusehen. Von dem Benehmen dieser "Gamer" die schon jetzt so manche Onlinewelt vergiften möchte ich erst gar nicht anfangen.
Das macht mir keinen Spass....und mal ganz ehrlich ...ist es nicht das was wir alle JEDEN Tag wollen! Spass und Fun! Real und Virtuell!
Ist Spass nicht der Faktor welches ein Produkt so erfolgreich macht, weil man es jeden Tag benutzen möchte.
Jeden Tag....jede Woche...jeden Monat...Jahr zu Jahr.
Sollte vielleicht der Spassfaktor letztendlich die Lizenz zum Geldverdienen sein um so eine bezahlende Kundschaft dauerhaft an sich zu binden?
Ich kann mir gut vorstellen das diese Frage für manche Betreiber eine richtige Denksportaufgabe ist *g*