Für die, die hier nachweislich noch Empathie besitzen ohne Genaueres zu wissen:
Ne Schulfreundin ist auf einer Dienstfahrt (Altenpflege) gegen einen Baum gebrettert. Die Umstände sind unbekannt (Unaufmerksamkeit, andere Beteiligte, Tier ausgewichen, keine Ahnung was).
Ich hab die Frau 20 Jahre nicht gesehen - und heute nur den Sarg, sporadisch über drei Ecken mal voneinander gehört, irgendwann bei Stayfriends geaddet. Hinterlässt 7 und 15 Jahre alte Töchter, einen aufgelösten Ehemann und mehr als hundert Trauergäste. Eine Geschichte, wie sie zigmal auf deutschen Straßen passiert. Im Ministerium führen wir neben der üblichen Unfallstatistik auch eine seperate 'Baumstatistik'. Fürs Ländle Brandenburg also nur ne Nummer, wenn auch ne spezielle.
Neben der Erkenntnis, dass sie noch recht junge Kinder hat, hat mich aber eins umgehauen: vorletztes Wochenende hab ich auf ner Familienparty Schulfotos geguckt und lange über die Zeit gelabert. Ich dachte 'hey, solltest mal wieder Kontakte auffrischen'. Drei Tage später war die Frau nur noch ne Zeitungsmeldung - fünf Tage nach ihrem 40sten Geburtstag.
Damit möge das Thema ruhen. Nur ein Zitat noch, das trotz seines berühmten Ursprungs bis zur Trauerfeier bisher an mir vorbei ging:
„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ (John Lennon)
(Und bleibt mir bitte von unserer bekackten Baumstatistik fern, Jungs!)