Die meisten Spieler spielen eher weil sie etwas "erreichen" wollen, was genau und wie ist jedem selbst überlassen. Ich denke kaum das jemand aus Spaß 20mal in die selbe langweilige Instanz rennt, neun man möchte eben ein Item, oder ein Achievment, die gibt dann den Leuten das Gefühl etwas erreicht zu haben, und diese Gefühl ist so denke ich, für sehr viele Spieler die Definiton von "Spaß".
Die Art von Spieler gibt es sicherlich. Aber bei sovielen Spielern wirst du alle Facetten finden. Ich persönlich finde es absolut öde und spaßfrei, im Auktionshaus zu handeln und so sein Gold anzuhäufen. Der Spieler nebenan hat einen Riesenspaß daran. Wiederum ein anderer kloppt sich tagein, tagaus in den Schlachtfeldern rum. Je mehr Möglichkeiten ein Spiel bietet, umso breiter ist meiner Meinung nach die Palette an Leuten und deren Spaßvorstellungen.
Ich organisiere jeden Freitag einen gildeninternen 10er Raid nach Naxxramas. Persönlich benötige ich absolut nichts mehr aus dieser Instanz, gehe aber mit meinem Mainchar mit, wo jeder Wipe finanziell richtig gut einschlägt. Und wir wipen sehr oft, weil sehr viele vorher noch nie geraidet haben oder vor kurzem zu WoW zurückgekehrt sind und erst 80 wurden. Das wichtige dabei ist aber, das wir trotz allem unseren Spaß haben und lachen. Natürlich muss mal eine Ansage gemacht werden, oder da was kritisiert. Für mich ist es rein spieltechnisch gesehen verschenkte Zeit, aber es macht halt (mir) Spaß.
Ich denke ihr könnt sagen was ihr wollt, aber 4 Tage lang an irgendeinem Boss für ein Achievment wipen machen die wenigsten aus Spaß (grade wenn man so hört wie sich Leute teilweiße anpflaumen wenn was nicht läuft etc), oder jeden Abend 1-2Stunden Daily Qeusts machen um genug Bufffood Tränke für den Raid zu haben....
Ich habe in meinen 2,5Jahren Wow niemanden getroffen der aus Spaß gefarmt hat, dennoch hat es jeder getant (auch ich) warum? Was war also die treibende kraft hinter dem farmen/wipen/Items hinterherjagen/Achievments etc etc...
Ist das so? Also das sich angepflaumt wird, das kommt vor. Das kann dir aber überall passieren, wo Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenkommen. Ich kann mich zu meiner Zeit in WAR durchaus an ähnliche Szenen im Chat erinnern.
Ich kenne die Raidvorbereitungen noch zu Classiczeiten. Also Farmen heute und damals. Damals bist du teilweise vier Stunden im Kreis gelaufen und hast humanoide Mobs gekloppt und gehofft, ein gewinnbringendes Item zu erhaschen. Wenn du ein Fläschchen wolltest, musstest du einen seltenen schwarzen Lotus ernten, die einen Respawntimer von acht Stunden hatten und dauerbelagert wurden. Zudem musste man, sofern man noch nicht in der Mitte von BWL war, immer nach Scholo in dem Raum von Frostwhisper, um die Fläschchen überhaupt herzustellen. Von den Peitscherwurzelknollen (und den anderen Pendants) will ich gar nicht erst anfangen. Da es noch keine Kampf- und Wächterelexiere gab, konntest du dir alles was nützlich war einschmeissen. Was das an Farmaufwand bedeutet muss ich dir ja nicht erklären.
Auch an Gold selbst kommt man heutzutage viel schneller. Außerdem muss man sich nunmal entscheiden. Wenn Bosse zu leicht sind, muss man nicht viel farmen, da man weniger wipt. Sind sie zu schwer, erhöht sich der Aufwand wieder. Die gerade laufende Diskussion kennt man ja.
Das Menschen extrem unwichtige oft extrem ernst nehmen und praktisch ihr ganzen Leben danach ausrichten ist nichts neues, siehe zum Beispiel Fußball, Krawalle der Fans etc etc. Das Wow durch seinen enorm hohen Zeitaufwand und auch durch Spielinterne "gesellschaftliche Strukturen" ein enorm höheres Suchtpotenzial als viele andere Spiele hat ist in der Fachwelt kaum noch bestritten, selbst von Leuten die absolut nicht gegen Onlinespiele etc sind.
Das Problem ist aber, für diesen Menschen selbst ist das total wichtig. Selbst wenn jemand Drittes darüber entscheiden dürfte, was nun wichtiger ist, so würde dieser Dritte auch nur seine eigenen Ansichten wiedergeben. Nur irgendwie widersprichst du dir doch. Deiner Ansicht nach ist WoW doch zu trivial geworden, wie kann es dann noch einen hohen Zeitaufwand benötigen? Ich wiederhole mich gerne, zu Classic Zeiten war es ein sehr zeitaufwendiges Spiel. Da liegt nämlich auch der Ursprung in der Aussage "In dem Spiel können nur Schüler und Arbeitslose was erreichen." Man siehe allein das damalige PvP-System. Nichtsdetsotrotz gab es aber auch damals schon Leute, die gar nicht interessiert hat, ob der neben ihm nun T3 hat. Sie spielten einfach.
Ich sehe MMOs wie jedes andere Hobby. Der eine steckt mehr Zeit rein, der andere weniger. Es stimmt allerdings das WoW das alte Sammelprinzip von Diablo aufgenommen hat und das war ja bekanntlich auch süchtig machend. Soll heißen, durchaus kann die Sucht bei WoW schneller greifen als bei vergleichbaren Spielen. Da widerspreche ich dir auch nicht.
Ich möchte hierbei auch an einige der Spieler erinnern die beim zocken (Aufgrund Schlafmangels und Dehydratation) ihr Leben gelassen haben...waren zwar Star Craft und keine Wow Spieler, aber das sollte zeigen wie weit diese "Sucht" bei einigen wenigen Leuten gehen kann. (ich werfe dies Wow nicht vor, ich wollte damit nur zeigen das gewisse Dinge nicht so einfach auf die leichte Schulter genommen werden sollten.)
Das sind aber Einzelfälle. Denn dann könnte ich auch sagen, dass es auch schon vorkam das Jugendliche starben, weil sie ihre Partyaktivitäten mit beispielsweise Alkohol übertrieben. Die sind auch zu weit gegangen. Das Problem ist eine falsche Selbsteinschätzung, die allerdings würde ich nicht nur bei Zockern festmachen, sondern das ist eine generelle Schwäche gar nicht mal so weniger Menschen.