Aion ist ein neues MMO von NCSoft, welches schon eine Weile auf dem asiatischen Markt erhältlich ist.
Es ist vielen bekannten MMORPGs ähnlich, man wählt eine von zwei Fraktionen aus und kann sich dann für eine von vier Grundklassen (Krieger, Späher, Magier und Priester) entscheiden, die man in dem Spiel verkörpern möchte. Relativ früh im Spiel muss man sich für eine von zwei fortgeschrittenen Klassen entscheiden, die aus je einer Grundklasse hervorgehen. So können Krieger beispielsweise den Weg eines Gladiators oder Templers wählen. Mit der Wahl dieser fortgeschrittenen Klasse lässt der virtuelle Charakter sein Dasein als Mensch hinter sich und steigt zu einer höheren Lebensform (Daeva, engelsähnliche Wesen) auf.
Der Schwerpunkt in dem Spiel soll das neue PvPvE (Player versus Player versus Environment) Sytem sein. Die Spielwelt ist in drei große Kontinente aufgeteilt: Das Reich der Elyos/Asmodier und der Abyss. Zwischen den Kontinenten kann man nur durch eine Art Portal hin und her reisen. Es ist den Fraktionen nur eingeschränkt möglich in feindliche Gebiete einzudringen (die nötigen Portale sind nicht immer vorhanden). Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Abyss, der sich in drei Zonen unterteilt. In jeder Zone gibt es mehrere Festungen, die von Spielern oder einer NPC-Fraktion namens Balaur kontrolliert werden können, womit wir beim Hauptaspekt des Spiels wären.
Die Kontrolle über diese Festungen ermöglicht den Spielern den Zugang zu neuen Quests, Rohstoffen und Dungeons, das PvE ist in dem Spiel also mit dem PvP verknüpft. Außerdem greifen die Balaur manchmal Spieler an und nehmen auch Festungen ein, wenn die Spieler diese Festungen nicht ausreichen verteidigen.
Ein Kernpunkt des Spiels ist die Möglichkeit zu fliegen und auch im Flug zu kämpfen. Spieler können in den Gebieten ihrer Fraktion nur sehr begrenzt fliegen (in den meisten Gebieten ist nur ein Gleiten möglich), nur im Abyss kann man überall fliegen. Das Fliegen ist ein taktisches Element in Aion, durch die begrenzte Flugzeit muss sich genau überlegen, ob und wie man das Fliegen in einem Kampf einsetzt.
Die Gebiete, die sich nicht im Abyss befinden, sind leider nicht frei begehbar. Hohe Berge oder andere Hindernisse grenzen den begehbaren Teil ein (und die Gebiete voneinander ab), ähnlich wie in den Zelda-Reihen für den N64 und Gamecube. Dafür sind sie sehr schön, liebevoll und abwechslungsreich gestaltet. Es liegen immer mehrere Gebiete in einer Zone, möchte man die Zone wechseln, muss man einen NPC aufsuchen, der einen für einen gewissen Geldbetrag in die andere Zone teleportiert. Dadurch wirkt die Welt etwas größer und nicht so gestaucht wie in anderen MMOs (wo man eine Entfernung von 5 Meilen in 2 Minuten zurücklegen kann, indem man normal läuft), allerdings geht durch die fehlende Freiheit auch etwas von der Atmosphäre verloren.
Die Animationen (inklusive Emotes) sind toll gemacht und wunderbar flüssig. Außerdem gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten für den eigenen Charakter. Es ist zum Beispiel möglich, die Werte eines Gegenstands auf einen anderen zu übertragen und somit z.B. eine Sonnenbrille zu benutzen, die dem Charakter rechnerisch den Schutz eines Plattenhelms verleiht. Nicht nur über Gegenstände lässt sich das Aussehen des Charakters individuell gestalten - bei der Charaktererstellung gibt es Schieberegler mit denen man alle möglichen Körperformen und Gesichtszüge verändern kann.
Der Kampf läuft so ab wie in vielen MMORPGs auch. Mit einem rechtsklick auf einen Gegner eröffnet der Charakter automatisch den Kampf (solange die Option dazu nicht deaktiviert wird bewegt sich der Charakter auch automatisch zum Ziel) und man kann den Kampf mit zusätzlichen Angriffen und Zaubern beeinflussen. Die Kampfanimationen sind auch sehr gut gemacht, wenn auch leicht übertrieben. Die Ressourcen, die für zusätzliche Aktionen benutzt werden, sind bei allen Klassen MP (Magiepunkte oder Manapunkte). Um diese und die Trefferpunkte rasch aufzufüllen muss der Charakter sich kurz hinsetzen und erholen, leider entstehen vor allem beim Magier nervige Pausen zwischen den Kämpfen, auch wenn die Gegner dafür recht schnell umfallen.
Die Gegner geben i.d.R. sehr viele Erfahrungspunkte, allerdings dauern die Kämpfe je nach Klasse auch ein wenig länger. Normalerweise kämpft man gegen Gegner, die auf der eigenen Stufe sind oder sogar eine höhere Stufe haben als der eigene Charakter. Man muss beim erledigen von Aufgaben also gut aufpassen, dass nicht ausversehen ein zweiter oder gar dritter Gegner in den Kampf eingreift, sonst ereilt einem schnell der virtuelle Tod. Sollte es doch mal passieren, dass die Lebenspunkte des Charakters auf null fallen, dann findet man sich bei einem Obelisken in einem Außenposten wieder (bei welchen bestimmt der Spieler selbst, indem er seinen Charakter an den Obelisken "bindet"), außerdem verliert man ein paar Erfahrungspunkte, die sich aber beim Seelenheiler zurückkaufen lassen. Eine einmal erreichte Stufe kann man aber nicht verlieren.
Leider konnte ich nur die Version 1.0 des Spiels testen (aktuelle ist v1.3), es gibt also noch entspreched Sachen, die noch in Kinderschuhen steckten, aber möglicherweise schon ausgebessert sind - das Auktionshaus ist beispielsweise in v1.0 eine Katastrophe, da es keinen Filter für Stufenbeschränkungen der Gegenstände o.ä. gibt.
Bugs/Fehler sind mir aber bisher nicht aufgefallen.
Alles in allem 5 Sterne für den Spielspaß, denn den bringt das Spiel wirklich. 4 Sterne aber nur insgesamt wegen ein paar Unstimmigkeiten, die ein wenig die Atmosphäre leiden lassen oder die Bedienung verkomplizieren und der Tatsache, dass reine PvE-Spieler auf die Situation im PvP angewiesen sind.
Mein Fazit:
Das Spiel macht viel Spaß und hat definitiv Potential zu den Großen zu gehören. Bisher war kein MMO zu Release perfekt, doch Aion erscheint mir schon fertiger zu sein als es so manch anderes MMO zur Zeit ist.
Speziell zur Collectors Edition:
Neben dem OST, einer Figur und Poster sind auch noch exklusive Ingame-Gegenstände enthalten, die den Aufpreis zur normalen Version für mich rechtfertigen.