Hi G-Man,
Schön, einen neuen Bewunderer gefunden zu haben. *Brust anschwell*
An die Geschichte bin ich eigentlich ran gegangen, ohne großartig zu überlegen. Ich hatte einfach mal wieder Lust, etwas über Warcraft zu schreiben, und habe mir ein paar Dinge ausgedacht, wie in etwa die Hauptpersonen sein sollen und fertig. Das wohl Wichtigste bei einer Story sollte sein, dass man schon am Anfang das Ende kennt, denn nur dann kann man darauf hinarbeiten. (Wobei gesagt werden muss, dass es auch recht lustig sein kann, wenn man das Ende nicht kennt - so wie es bei 'Ein Leben' der Fall war.)
Von massenhaft Stichpunkte halte ich nicht sonderlich viel. Die Protagonisten sollen sich im Laufe der Geschichte ja entwickeln - da würden mich zu viele "Anhaltspunkte" nur stören. Allerdings ist das wohl eher Ansichtssache, wenn sie Dir helfen, dann solltest Du sie natürlich beibehalten.
Wenn dein Prolog hier vertreten ist, kannst Du ja gerne per PM Bescheid geben, dann werde ich ihn mal anschauen.
[edit] Kleine Änderung am Schluss des ersten Teils von Kapitel 7 vorgenommen.
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Schmerzen durchfuhren meinen Körper, bildeten einen Knotenpunkt an meiner Hüfte und bewirkten, dass ich scharf und hastig Luft einsog, nur um gleich darauf einem Hustenanfall zu erliegen, der wiederum die Qualen steigerte.
Meine sich klärenden Augen erblickten die steinerne, durch das Licht der flackernden Fackeln beleuchtete Decke, von der ab und an ein einzelner Wassertropfen fiel und am Boden zerschellte. Verwirrt und mit äußerster Vorsicht drehte ich meinen Kopf ein Stück zur Seite und sah die aus Eisenstangen gefertigten Wände. Ich lag mit dem Rücken auf einer hölzernen, doch ziemlich gut gepolsterten Pritsche inmitten eines nicht eben kleinen Käfigs aus massivem Metall.
Man hatte mich also ins Verließ geworfen. Einen Moment schloss ich meine Augen und atmete tief ein, um mein noch immer aufgewühltes Gemüt zu beruhigen. Der Traum, den ich gehabt hatte, konnte von allem möglichen herrühren – Illusionen bis hin zu Fieberträumen. Oder eben nur ein ganz normales Geschehen, das einem im Schlaf gerne einmal besuchte und zum Grübeln anregte, wenn auch kein Grund dazu vorlag.
Überdies wurden meine Gedanken in diesem Augenblick von anderen, weit wichtigeren Dingen in Anspruch genommen. Die Tatsache, dass ich eingesperrt war, mochte entweder bedeuten, dass man meine wahre Identität herausgefunden oder aber der Elfe glauben geschenkt hatte. Beide Möglichkeiten konnten mich nicht eben aufheitern.
Geräusche drangen bis zu mir hin, Schritte näherten sich. Wie viele es waren, konnte ich nicht eindeutig sagen, dafür hatte ich noch nicht alle Sinne beisammen. Nach wie vor war ich damit beschäftigt, ruhig ein- und auszuatmen, um endlich einen klaren Kopf zu erlangen.
»Ich versichere Euch.... freikommen wird.«
Sofort spitzte ich meine Ohren. Schließlich war es möglich, dass es gerade um meine Freilassung ging. Da ich jedoch nicht alle Worte verstand, die gewechselt wurden, konnte ich mir nicht eben sicher sein, ob es sich um gute oder aber schlechte Nachrichten handelte. Auch wem die Stimme gehörte, vermochte ich nicht einwandfrei festzustellen. Vielleicht handelte es sich um den Gefängniswärter, den ich noch niemals zu Gesicht bekommen hatte, oder einfach einem anderen, mir unbekannten Zwergen. Wobei für einen Zwergen die Stimme beinahe ein wenig zu piepsig klang.
Ich konnte noch ein leises Murren vernehmen, dann stoppten die Schritte abrupt und ich hörte das Rasseln von Schlüsseln, dicht gefolgt von dem Quietschen der Türangeln. Kein Zweifel, jemand machte sich gerade am Eingang meiner Zelle zu schaffen. Begleitet von einigen Schmerzen richtete ich mich ein wenig auf und warf einen Blick auf die Besucher.
Meine Miene erfror in einer Schreckensgrimasse, als ich die Frau erkannte, welche eben mit einem Gnom im Schlepptau durch die Pforte stieg. Ihr silbern glänzendes Haar, das ihr bis zu den Schultern reichte, trug sie nun offen und nicht mehr zu einem Zopf gebunden. Die Rüstung hatte sie gegen eine bequeme Lederhose und einem Leinenhemd getauscht, und auch von den Waffen, mit denen sie mich bekämpft hatte, fehlte jede Spur. Ihre pupillenlosen Augen betrachteten mich kurz voller Zorn, dann wandte sie sich einfach von mir ab und marschierte geradewegs in den von mir entferntesten Winkel des Raums. Der kleine Mann, in einer kunstvollen Robe gehüllt und mit einem freundlichen Lächeln auf dem bärtigen Gesicht, kam hingegen direkt auf mich zu. »Seid gegrüßt, Drênak Fasthand. Wie geht es Euren Verletzungen?«
Ich warf meiner Feindin, die mir den Rücken zugewandt hatte, einen misstrauischen Blick zu, bevor ich antwortete. »Danke, es geht mir gut. Ich verspüre zwar noch Schmerzen, doch anscheinend wurde die Blutung gestillt.«
»Oh ja, das wurde sie.« Grinsend sprang die kleine Gestalt mit ungeahnter Geschicklichkeit auf meine Pritsche und beugte sich kurz über meine Seite. »Wir haben einen Heiler holen müssen, um Euer Leben zu retten, aber es ist uns gelungen. Die Narbe werdet Ihr allerdings wahrscheinlich für immer tragen müssen.«
Ich reckte meinen Hals, um mir selbst die Stelle ein wenig besser anzusehen, doch jede Bewegung sandte eine neue Welle von Qualen durch meinen Körper, und so blieb ich nur schlaff liegen. »Was geschieht mit mir? Warum wurde ich eingesperrt?«
»Nun, die Lage ist recht... pikant.« Mein Gegenüber fuhr sich kurz durch das ergraute Kinnhaar, bevor er sich auch noch am kahlgeschorenen Kopf kratzte. Seine Augen ruhten auf mir, auch wenn sie ab und an zu der Elfe huschten. »Die Kämpferin hat schwere Vorwürfe gegen Euch erhoben, denen wir nachzugehen gedenken. Deshalb haben wir Euch auch in eine Zelle verfrachtet. Was sie betrifft«, er nickte ein wenig abfällig zu der Frau herüber, die nach wie vor die scheinbar äußerst interessanten Eisenstangen inspizierte, »so haben wir entschieden, sie ebenfalls in Gewahrsam zu nehmen. Immerhin hätte sie die Wache von Ironforge informieren müssen, wenn sie sich auf der Jagd nach einem Kriminellen befand, anstatt ihn einfach auf offener Straße zu attackieren und schwer zu verletzen.«
Ich schaute erst den Gnom, dann meine Feindin entgeistert an. Meine Stimme hallte durch den Kerker, als ich antwortete: »Ich soll mit dieser Furie in einer Zelle sitzen?!«
Wie auf ein Stichwort hin wirbelte besagte Walküre herum, kam auf mich zugestürmt und beugte sich mit kalten Augen über mich. Eindringlich und zugleich bedrohlich erwiderte sie: »Es ist sicherlich nicht meine Entscheidung gewesen, das kannst du mir glauben! Und wenn du mich noch einmal so nennst, dann wird dir nicht einmal mehr Elune helfen können!«